Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Responsivität
3. Partizipation
4. Fazit
5. Literaturangabe
1. Einleitung
Mit der Expansion der Medien in den letzten Jahren stieg auch ihre Bedeutung auf politikwissenschaftlicher Ebene. Hier stellt sich nun die Frage, wie sich die Beziehung von Massenmedien und Politikvermittlung darstellt. Um die mediale Politikvermittlung beurteilen zu können, bedarf es einer Analyse von elementaren Bestimmungen der Demokratie.
Inwieweit demokratische Bedingungen durch die Medien geprägt werden, soll im folgenden Essay im Hinblick auf die Begriffe „Responsivität“ und „Partizipation“ dargestellt werden.
2. Responsivität
Der Begriff Responsivität bedeutet in deutsch etwa „Aufnahmefähigkeit“. Gemeint ist damit die Aufnahme von Wünschen, Erwartungen oder Interessen der Wähler durch Repräsentanten, vor allem Parlamentsabgeordnete. Diese an sie gerichteten Forderungen sollen in die politischen Entscheidungen einfließen.
Das Konzept der Responsivität ist ein Bereich der Parlamentarismus-Forschung. Dieses hat kritische Diskussionen über die Funktionsweise von demokratisch-repräsentativen Systemen angeregt. Die Diskussionen um den Begriff begannen durch Almond und Verba, die 1963 folgende These belegten:
„Stabilität demokratischer Systeme ist nicht allein von ihrer Verfassungsordnung (d.h.: Gewaltentrennung, Pluralismus und freie Wahlen) abhängig.“
Sie stellten fest, dass Einstellungen, Werte und Verhaltensweisen in der Bevölkerung genauso wichtig für die Stabilität im System seien. Dies nannten die Autoren „civic culture“. Die Mischung von konflikt- und konsensorientierten Verhaltensweisen und politischer Beteiligung wurde so
zum Thema. Ein weiterer Perspektivwechsel kam im Bereich Parlamentarismusforschung auf. Die Frage lautete: „Wie kann das Prinzip der Volkssouveränität mit dem Prinzip der repräsentativen Herrschaftsform in Einklang gebracht werden?“ Es muss auch zwischen den Wahlen eine enge Beziehung (also eine responsive Beziehung) zwischen dem Volk und seinen Repräsentanten gegeben sein. Diese ständige Rückkopplung ist ein wichtiger Baustein in der modernen Demokratie.
In empirischen Forschungen wurde versucht, Responsivität messbar zu machen.
Es gibt mehrere Methoden um Responsivität zu untersuchen. Eine Möglichkeit Responsivität zu messen ist die Methode der „Rollenanalyse“. Dabei stellte sich heraus, dass man von einer unterschiedlichen Responsivität der Abgeordneten in den jeweiligen Politikbereichen ausgehen muss. D.h.: z.B. dass die Abgeordneten im Bereich der Freiheitsrechte besonders die Wählerinteressen berücksichtigen, im Bereich der sozialpolitischen Fragen hingegen wird das Programm der Partei ausschlaggebend. Im Bereich Außenpolitik, wird die Stimme nach dem eigenen Ermessen abgegeben. Fast die Hälfte der Bundestagsmitglieder fühlt sich allerdings als „Vertreter der Wähler“. Das ist auch das, was die Bevölkerung größtenteils von den Abgeordneten erwartet.
Eine weitere Methode zur Erfassung von Responsivität ist die des Vergleichs der Einstellungen und Präferenzen. Bei dieser Methode werden die politischen Einstellungen der Repräsentanten mit denen der Wählerschaft verglichen. Hierbei ist es demokratietheoretisch fraglich und außerdem unmöglich, wenn sich die Abgeordneten lediglich der Mehrheitsmeinung responsiv gegenüber verhalten.
Es ist hingegen wünschenswert, dass die Abgeordneten auch Meinungen von Minderheiten berücksichtigen. Die Funktion des Abgeordneten soll responsivreaktiv aber auch informierend - aktiv sein. D.h., sie versuchen Zustimmung für ihre Politik in der Öffentlichkeit zu gewinnen.
Arbeit zitieren:
Anika Papez, 2003, Grundlagen für die Beurteilung medialer Politikvermittlung / elementare Bestimmungen der Demokratie: Responsivität und Partizipation, München, GRIN Verlag GmbH
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