1. Einleitung
1.1. Einführung und Definition
Diese Arbeit befasst sich mit der Güterverkehrsprognose, mittel- und langfristig in Deutschland. Um eine umfassende Güterverkehrsprognose darzustellen, wird in dieser Arbeit auf das „Güterverkehrsaufkommen“ und auf die „Güterverkehrsleistung“ eingegangen. Das Güterverkehrsaufkommen beschreibt die mengenmäßigen Tonnen von Gütern welche transportiert werden.
Die Güterverkehrsleistung ist eine Maßzahl bei der die transportierten Güter mit der zurückgelegten Entfernung multipliziert werden. Sie gibt die vollbrachte Leistung des Transportes an. 1
Augenmerk wurde hauptsächlich auf die Verkehrsträger LKW, Bahn und Binnenschiff gelegt, da diese die Hauptrolle im Inlandsverkehr einnehmen.
1.2. Prognose-Annahmen
Es werden zwei Prognose-Zeiträume behandelt. Als mittelfristig wurde der Prognose-Zeitraum bis 2030 und als langfristig der Zeitraum bis 2050 angesetzt.
Hauptgrundlage dieser Hausarbeit ist die Studie „Abschätzung der langfristigen Entwicklung des Güterverkehrs in Deutschland bis 2050“ von der Progtrans AG, die im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefertigt wurde. Durch den langen Prognose-Zeitraum ist die Studie im hohen Maße spekulativ. Grundlage für die folgende Prognose sind Hochrechnungen und Annahmen von wirtschaftlichen Ereignissen und Entwicklungen.
Die entscheidendsten Annahmen und Einflussfaktoren in der Entwicklung des Güterverkehrsaufkommens sind dabei folgende Punkte:
• Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wird bis zum Jahr 2050 durchschnittlich um 1,3 %
steigen.
• Private Konsumausgaben werden im größeren Umfang getätigt und wachsen um
durchschnittlich 1,1 % im Jahr.
1 Vgl.: Definition - http://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrsleistung
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• Ausbau und Weiterentwicklung des intermodalen Transports.
• Abbau staatlicher Vorschriften, Liberalisierung der Verkehrsmärkte und Wettbewerb,
welche die Effizienz des Verkehres steigern lässt.
• Deutschlands Wirtschaft bleibt weiterhin exportorientiert und profitiert durch die Expansion
des Weltmarktes.
• Megatrends wie die Globalisierung, und Individualisierung prägen den Verkehrsmarkt.
• Die EU-Osterweiterung wird sich in Zukunft fortsetzen. Unternehmensbeziehungen mit
Osteuropäischen Ländern werden zunehmen. Dadurch nehmen die Güterströme in West-Ost Richtung zu.
• Technischer Fortschritt wird auch den Transport zuverlässiger und schneller machen.
• Gestiegenes Umweltbewusstsein bei den Menschen, Klimaveränderungen und die
Verknappung der fossilen Brennstoffe werden sich auf die Transporte auswirken.
• Neue Verteilerkonzepte entstehen (Packstationen, Verteiler-Terminals in den Städten
welche vor allem von Binnenschiff und Bahn bedient werden) um die aufwändige letzte Meile bei Sendungen zu verringern.
Weitere Entwicklungsannahmen werden bei den nachfolgenden Prognose-Abschnitten aufgeführt um die Prognosen nachvollziehbar und begründet darzustellen.
2.1. Prognose des gesamten Güterverkehrsaufkommens
Das gesamte Güterverkehrsaufkommen wird von heute 4 Mrd. Tonnen, bis 2030 auf 4,9 Mrd. Tonnen und bis 2050 auf 5,5 Mrd. Tonnen steigen.
Gesamte Güterverkehrsaufkommen in Mrd. Tonnen
Datenquelle: „Progtrans - Abschätzung der langfristigen Entwicklung des Güterverkehrs in Deutschland Somit steigt das zukünftige Güterverkehrsaufkommen bis 2030 mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 1,1 % und ab 2030 mit 0,5 % pro Jahr.
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Auffallend ist hier das Nachlassen des Wachstums ab 2030 um über 0,5 Prozentpunkte. Diese signifikante Veränderung kommt vor allem durch den Rückgang des Binnenverkehres zustande (Nähere Erläuterung im nächsten Abschnitt). Die gesamte Transportmenge wird ab 2030 hauptsächlich durch Zuwächse der grenzüberschreitenden Verkehre wachsen. Grundlage für das insgesamt stetige Wachstum ist die anhaltende Globalisierung, die Expansion des Weltmarktes, die Verflechtung von Marktwirtschaften und die zunehmende internationale Arbeitsteilung. Sie sorgen für weitere Wachstumschancen für die exportorientierte deutsche Wirtschaft. Somit werden Exporte von Dienstleistungen und Waren stark wachsen und eine hohe Verkehrsnachfrage sichern.
2.2. Prognose des Güterverkehrsaufkommens im Binnenverkehr, grenzüberschreitenden
Verkehr und Transitverkehr Binnenverkehr
Im Binnenverkehr kann mittelfristig bis 2030 eine leichte Zunahme des Güterverkehrsaufkommens mit einer Wachstumsrate von Durchschnittlich 0,7 % ausgegangen werden. Grundlage hierfür ist die Wiederbelebung der Baubranche und der damit einhergehende Transport von Massengütern von „Steinen und Erden“.
Ab 2030 wird die Baubranche abebben, und dadurch werden die Transporte von „Steinen und Erden“ rückläufig ausfallen, was sich wiederum auf das Gesamtverkehrsaufkommen auswirken wird. Überlagert wird dieser Abwärtstrend des Binnenverkehrs von „Steinen und Erden“ durch den Anstieg der Transporte von „Fahrzeugen, Maschinen, Halb- und Fertigerzeugnisse“. Die Entwicklung in diesem Güterbereich liegt vor allem an dem starken Wachstum im verarbeitenden Gewerbe. Hier sind Industriebranchen wie Chemische Industrie, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie die Elektroindustrie mit starker Exportorientierung zu nennen. Hochwertige Stückgüter wie Maschinen und Fahrzeuge fordert zudem ein höheres Maß an Verpackungsaufwand. Somit wird eine Tonne in Zukunft noch umfangreicher sein und mehr Platz benötigen als heute. Folglich sind mehr Transportbehälter, also Fahrzeuge nötig, welches zu einem Anstieg der Fahrleistung führt. 1
1 Vgl.: „Zukunft der Mobilität“ -
http://www.ifmo.de/basif/pdf/publikationen/2005/Zukunft_der_Mobilitaet_Szenarien_2025.pdf
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Grenzüberschreitender Verkehr
Das Aufkommen im grenzüberschreitenden Versand wird von heute 350 Mio. Tonnen, bis 2030 auf 490 Mio. Tonnen und bis 2050 auf 640 Mio. Tonnen steigen. Dies ist ein Wachstum von durchschnittlich 1,8 % im Jahr.
Die Tonnage der Fahrzeuge, Maschinen, Halb- und Fertigwaren wird überdurchschnittlich wachsen und fast jede zweite Tonne im grenzüberschreitenden Versand stellen. Der grenzüberschreitende Empfang wird ebenfalls mit 1,8 % pro Jahr zunehmen. Durch die exportorientierte deutsche Wirtschaft geht es hier vor allem um Rohstoffe, bzw. Vorprodukte welche importiert werden und dann als höherwertige Halb- und Fertigwaren produziert und exportiert werden. Transitverkehr
Das Transitverkehrsaufkommen wird von heute 270 Mio. Tonnen, bis 2030 auf 330 Mio. Tonnen und bis 2050 auf 450 Mio. Tonnen steigen. Dies entspricht einer jahresdurchschnittlichen Wachstumsrate von 2,8%. Jede 10. transportierte Tonne wird somit weder Herkunft noch Ziel im Inland haben.
Das Wachstum des Transitverkehrs durch Deutschland ist auf das starke Wirtschaftswachstum in den osteuropäischen Mitgliedstaaten der EU zurückzuführen, denn Deutschland liegt geographisch im Mittelpunkt der EU. 1
1 Vgl.: „Zukunft der Mobilität“http://www.ifmo.de/basif/pdf/publikationen/2005/Zukunft_der_Mobilitaet_Szenarien_2025.pdf
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Arbeit zitieren:
Christian Schwab, 2010, Mittel- und langfristige Güterverkehrsprognose für Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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