1. Einleitung
Zur Einführung in die Thematik der Hausarbeit möchte ich folgendes persönliches Beispiel illustrieren: Im Alter von elf Jahren besuchte ich mit meinen Eltern meine Schwester in Chile. Sie wurde in dem südamerikanischen Land geboren und lebt seitdem, abgesehen von einem fünfjährigen Aufenthalt in Deutschland, in dessen Hauptstadt Santiago de Chile. An einem der ersten Morgen in dem mir fremden spanischsprachigen Land ging meine
Da mir das Wort unbekannt war, schlug ich es im Wörterbuch nach. Das spanische Wort Auf Grund dieser Information
freute ich mich darauf, mir zum Frühstück eine dicke Scheibe dunkel gefärbtes Brot von dem Laib, das meine Schwester mitbringen würde, abzuschneiden. Ich freute mich bei dem , da das
Essen auf dem langen Hinflug ein Kauen desselbigen kaum eingefordert hatte. Doch meine Vorfreude wurde enttäuscht, denn das, was meiner Schwester von ihrem Einkauf mitbrachte, war eher eine Mischung aus einem Brötchen und einem
war rund wie ein keiner Teller, die Unterseite war hell, die Oberseite durch das Backen nur geringfügig dunkler gefärbt, es enthielt keine ganzen Körner, die Konsistenz war weich und es schmeckte irgendwie nach Weißbrot...
Eine Situation wie die oben beschriebene wird wohl allen Personen, die sich einmal in der Sprache einer anderen, fremden Kultur versucht haben, bekannt sein. Aber was genau war der Auslöser des Missverständnisses in der o. g. Geschichte? Anhand zweier Texte von Jörg Roche und Bernd-Dietrich Müller möchte ich einen Teil der dahinter stehenden Problematik darstellen und Möglichkeiten aufzeigen, dieser zu begegnen.
2. Wodurch können Probleme bei interkultureller Kommunikation
entstehen?
Die spezifische Kultur einer Gemeinschaft prägt ihre Sprache. So individuell wie die Kultur von Menschen ist, so verschieden ist auch ihre Sprache und ihr Umgang mit Sprache(n). Bereits bei Menschen mit demselben kulturellen Hintergrund und derselben Sprache kann es auf Grund einer Vielzahl von möglichen Interpretationen und
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Konnotationen zu Verständnisproblemen kommen (vgl. Roche 2001, S.16). Bei der Auseinandersetzung mit Menschen aus einer anderen Kultur kann eine fremde Sprache eine weitere Quelle für Missverständnisse darstellen.
Roche nennt mehrere Punkte des Sprachgebrauchs, die Potential für Fehlschlüsse bei interkultureller Kommunikation beinhalten. Unterschiedliche Kulturen nutzen Sprache aus unterschiedlichen Intentionen heraus. In vielen westlichen Industriegesellschaften z.B. ist Sprache vor allem Zweckgebunden. Der Mensch möchte also durch Sprache etwas erreichen, etwas bewirken. Auf der anderen Seite gibt es Gesellschaften, die Sprache weniger zweckdienlich, sondern vorwiegend auf der Beziehungsebene nutzen, also um menschliche Verbindungen zu schließen oder zu pflegen (vgl. ebd, S.17). Des Weiteren führt Roche das Kriterium der nicht-sprachlichen Mittel wie Mimik und Gestik an, die ebenfalls Einfluss auf die Kommunikation haben. So ist es für Menschen aus unseren Breitengraden eher irritierend, wenn z.B. Menschen aus Rumänien etwas verneinen, aber dabei Nicken bzw. bei einer bejahten Aussage den Kopf schütteln (vgl. ebd, S.18).
3. Der Erwerb von Bedeutung als ein Erklärungsansatz
Zurückkehrend zu dem Beispiel aus der Einleitung bleibt die Frage, wie das dort
mit dem
zu übersetzen sei. Auf Grund dieser Gle
es aussehen, duften und schmecken würde, wie mein deutsches
Bedeutung hat und von den Menschen der dortigen Gesellschaft mit dieser anderen Bedeutung verbunden wird.
Die unterschiedliche Verwendung von sprachlichen Zeichen steht in Verbindung mit der Bedeutung die sie für Menschen hat. Die Bedeutung eines sprachlichen Zeichens variiert somit von Person zu Person, von Sprache zu Sprache, von Kultur zu Kultur.
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Im Folgenden werde ich auf die Ebene der Semantik eingehen, also den Fokus darauf lenken, mit welchen Bedeutungen sprachliche Zeichen in verschiedenen Kulturen belegt sind und wie sich dieser Vorgang vollzieht.
3.1. Wie vollzieht sich Bedeutungserwerb im Muttersprachenland?
Bedeutung wird dadurch gewonnen, dass man eine Erfahrung macht (z.B. ein Erlebnis hat). Diese Erfahrung mit ihren Einzelheiten und Zusammenhängen, beteiligten Personen, verbundenen Gefühlen, dem Ablauf insgesamt etc. formt im Geiste einen Begriff, eine Bedeutung oder überformt eine(n) bereits vorhandene(n) (vgl. Müller 1981, S.114). Beispielsweise wird ein Großvater von seinem Enkel besucht, der unbedingt Geschichten erzählt bekommen möchte. Der Großvater kommt dieser Bitte nach und erzählt authentische Erlebnisse aus seiner Jugend. Der Enkel hat bereits eine Bedeutung von
dass dieser ihm Geschichten von sich erzählt und die ihn in Erstaunen versetzen und teils auch traurig stimmen, macht der Enkel Erfahrungen, die seinen erweitern bzw. überformen (z.B. Großvater war auch mal jung, war Leistungsschwimmer, durfte Trecker fahren etc.). Dieses Entwickeln (Formen) bzw. Weiterentwickeln (Überformen) von Bedeutungen setzt sich stetig durch neue Erfahrungen fort und ist somit von dem man ja nicht behaupten kann, er sei in einem bestimmten Alter- oder Reifestadium abgeschlossen. (ebd, S.113)
3.2. Verschiedene Bedeutungen von sprachlichen Zeichen in unterschiedlichen Kulturen Worte sind sprachliche Zeichen, die zwei Seiten haben, die es zu beachten gibt. Auf der einen Seite liegt die Funktion des Zeichens darin, für etwas anderes zu stehen, als es selbst ist. Demnach fungiert also den real
greifbaren Stein, der z.B. am Straßenrand liegt und so den Bezug vom Menschen zum Objekt herstellt. Auf der anderen Seite hat das Zeichen dadurch Bedeutung, dass es das Verhalten der Menschen gegenüber dem Objekt (z.B. gegenüber dem Stein) anzeigt (vgl. ebd, S.114f). weniger Unterschied
bei den Objekten selbst festzustellen, als in den jeweils anderen konventionellen Bezügen auf sie.(ebd, S.115) Das heißt, dass nicht angenommen werden darf, dass man, nur weil
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Arbeit zitieren:
M.Ed. Georg Rabe, 2006, Die Rolle des Bedeutungserwerbs beim Begreifen von Sprache und Kultur, München, GRIN Verlag GmbH
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