Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
1. 3
2. Hauptteil
2.1. Wittgensteins Position 4
2.1.1. Einleitung in die Philosophie Wittgensteins 4
2.1.1. 4
2.1.2. Wittgensteins Sprachspieltheorie 4
2.1.3. Das Sprachspiel als Lebensform und der Begriff der Familienähnlichkeiten 6
2.1.3. 6
2.2. Austins Position 7
2.2.1. Einleitung in Austins Grundposition von Sprache 7
2.2.2. konstative und performative Äußerungen 8
2.2.3. lokutionärer, illokutionärer, perlokutionärer Akt 9
2.2.3. 9
2.3.1. Ein Vergleich der Theorien Wittgensteins und Austins 12
2.3.2. Austins Sprechakte auf die Sprachspieltheorie angewendet 13
2.3.3. Stellt die Sprechakttheorie eine Weiterentwicklung der Sprachspieltheorie dar? 15
2.3.3. 15
3. Schluss 16
3. 16
4. Literaturverzeichnis
4.1. Primärliteratur 18
4.2. Sekundärliteratur 18
4.3. Nachschlagewerke 18
2
1. Einleitung
Diese Arbeit behandelt die Frage, ob Austins Sprechakttheorie eine Weiterentwicklung zu Wittgensteins Sprachspieltheorie darstellt. 1 Zunächst wird allgemein Wittgensteins Sprachspieltheorie erörtert, die mit einigen Verweisen auf seine frühere Theorie der Sprache angereichert ist, welche den Sinn von Äußerungen auf den deskriptiven Teil beschränkt ließ. Danach wird insbesondere das Sprachspiel als Lebensform beleuchtet. Es wird ersichtlich, dass Wittgenstein 2 die Sprache als lebendig erachtet, weshalb eine gründliche Analyse der Bedeutung nach ihm unmöglich ist. Des Weiteren wird der Begriff der Familienähnlichkeiten
geklärt, welcher eng mit der Unschärfe von Sprache verwoben ist. Im zweiten Teil wird Austins Position dargelegt. Während Kapitel 2.2.1. eine kurze Einleitung darstellt, widmet sich das nächste Kapitel Austins Erarbeitung der konstativen wie performativen Äußerungen. Da er diese Aufteilung jedoch für problematisch hält, entwickelt er die Sprechakttheorie, in der er die Sprache in lokutionäre, illokutionäre und perlokutionäre Akte 3 aufteilt. Eine Erklärung dieser Akte wird in Kapitel 2.2.4. erörtert. Im dritten Teil werden beide Positionen miteinander verglichen. So wird zunächst angeführt, dass beide Wissenschaftler ein anderes Ziel mit ihren Theorien verfolgen. Während Wittgenstein den autonomen und unzerlegbaren Charakter der Sprache betont, versucht Austin durch Sprachanalysen eine Ordnung in die Bedeutung der Sprache heranzutragen. Dennoch lassen sich bereits bei Wittgenstein Anzeichen für alle drei Sprachakte in der Sprachspieltheorie finden. Dies wird in Kapitel 2.3.2. belegt, indem zu jedem Sprachakt ein passendes Zitat von Wittgenstein angeführt wird. Im letzten Kapitel wird schließlich die Hauptfrage beantwortet, ob die Sprechakttheorie die Sprachspieltheorie weiterentwickelt.
1 Aufgrund des Ausmaßes wird eine Gegenüberstellung der Sprechaktregeln und den
konventionalen Regeln der Sprachspieltheorie ausgelassen.
2 Alle Erwähnungen Wittgensteins beziehen sich im Folgenden auf den späten Wittgenstein, sofern
nichts anderes vermerkt ist.
3 Austin gebraucht die Ausdrücke, die im Folgenden mit einem Bindestrich verbunden sind,
synonym: lokutiv ‐ lokutionär, illokutiv ‐ illokutionär, perlokutiv ‐ perlokutionär
3
2. Hauptteil 2.1. Wittgensteins Position 2.1.1. Einleitung in die Philosophie Wittgensteins
In der Philosophie Wittgensteins geht es um die Beziehung von Sprache zur Welt. Dabei vertritt er in seinem ersten Werk Tractatus logico‐philosophicus (1921) eine besonders exakte Sprachauffassung, die man später den ‚logischen Atomismus‘ getauft hat. Dabei lässt Wittgenstein nur diejenigen Sätze als sinnvoll gelten, die eine Tatsache oder einen Sachverhalt in der Welt beschreiben. „Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ 4 Mit seinen folgenden Werken jedoch wendet er sich immer weiter von seiner zuvor idealisierten Sprachauffassung und der wirklichkeitsabbildeten Funktion der Sprache ab, so dass er Ende der 60er Jahre mit dem posthum veröffentlichten Werk Philosophischen Untersuchungen (1953) die pragmatische Wende in der Sprachphilosophie einleitet und den Fokus auf die Alltagssprache verlegt. Sein letztes Werk Über Gewißheit (1969) komplettiert daraufhin seine neue Sprachauffassung. Diese besagt, dass die Bedeutung eines Wortes nicht (wie im Tractatus angenommen) seinem Gegenstand entspricht, sondern seiner vielfältigen und oft undurchschaubaren Verwendung. Um daher die Bedeutung eines Wortes zu bestimmen, bedarf es einer Analyse von alltäglichen Situationen, in denen jene Ausdrücke gebraucht werden. Das heißt letztlich, dass der Sinn eines Wortes durch linguistische, soziale und kulturelle Bedingungen bestimmt wird.
2.1.2. Wittgensteins Sprachspieltheorie
Wittgenstein beschreibt die natürliche Sprache mittels einer Theorie ‐ der ‚Sprachspiele‘. Diese Theorie besagt, dass Sprechen nur als Teil einer Tätigkeit oder einer Lebensform im sozialen Umfeld aufgefasst werden kann. Fragen nach Bedeutungen von Worten sind nur unter Einbeziehung eines konventionellen Regelsystems sinnvoll, welches nicht auf streng logischen und einheitlichen Prinzipien gründet.
4 Wittgenstein, Ludwig: Tractatus logico‐philosophicus, hrsg. von Wilhelm Vossenkuhl,
Berlin 2001, §7
4
„Einer Regel folgen, eine Mitteilung machen, einen Befehl geben, eine Schachpartie
spielen, sind Gepflogenheiten (Gebräuche, Institutionen). Einen Satz verstehen, heißt, eine
Sprache verstehen. Eine Sprache verstehen, heißt, eine Technik beherrschen.“ 5
Damit legt Wittgenstein die Basis für eine neue Dimension der Sprache, die Pragmatik im Allgemeinen und die Sprechakttheorie im Speziellen. Daher wird er als „Vater der Pragmatik“ 6 angeführt, indem er indirekt Ferdinand de Saussures Strukturalismus als unzureichend erklärt, weil dieser die Bedeutung von Zeichen auf der Ebene der Semantik erschöpft sieht. Für Wittgenstein ist jede sprachliche Äußerung in einer menschlichen Praxis eingebettet und ist daher von den mit ihr verbundenen praktischen Tätigkeiten nicht zu trennen. Einen Schritt weiter geht er mit der Hypothese, dass Sprechen selbst eine Form des Handelns darstellt. „Worte sind auch Taten.“ 7 Eine Präzisierung dieses Gedankens nimmt Wilhelm Beermann vor: „Sprachspiele sind komplizierte Gebilde von Sprechen einbettenden Tätigkeiten (Lebens - bzw. Handlungszusammenhängen), auf die wir Bezug nehmen, wenn wir erklären wollen, wie die Zeichen verwendet werden.“ 8 Um den Begriff des Sprachspieles näher zu beleuchten, greift Wittgenstein das Beispiel des Schachspiels auf: „Wir reden von [der Sprache] so, wie von den Figuren des Schachspiels, indem wir Spielregeln für sie angeben, nicht ihre physikalischen Eigenschaften beschreiben.“ 9 Sprachspiele sind demnach Spiele, die durch den Gebrauch der Worte gekennzeichnet sind. Lediglich unter Berücksichtigung der Pragmatik und Soziolinguistik 10 kann ein Satz analysiert werden, weil dieser normalerweise einen Zug im Sprachspiel darstellt. 11 Weiter merkt Wittgenstein an, dass keine universelle Relation von Begriffen zu Objekten existiert. Die Bedeutung, also der „Inhalt, der etwas bezeichnet, benennt, einen Sinn hat“ 12 , hängt stets vom Kontext ab und kann sich nur in
5 Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen, in: Tractatus logico‐philosophicus,
Tagebücher 1914‐1916, Philosophische Untersuchungen, Bd. 1, Frankfurt a.M. 2000, § 199
6 Greiner, Norbert: Übersetzung und Literaturwissenschaft, in: Grundlagen der
Übersetzungsforschung, Tübingen 2004, S.124
7 Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen, §546
8 Beermann, Wilhelm: Die Radikalisierung der Sprachspiel‐Philosophie. Wittgensteins These in 'Über
Gewissheit' und ihre aktuelle Bedeutung, S.58
9 Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen, §108
10 Die Soziolinguistik ist eine der Pragmatik entlehnte linguistische Disziplin, die Sprache als soziales
Phänomen untersucht.
11 Ausnahmen bilden sie sog. ‚Mooreschen Sätze‘, die nach dem Philosophen George Edward Moore
bekannt geworden sind, wie z.B.: „Ich weiß, daß hier eine Hand ist.“ (Zitiert nach G.E. Moore von
Wittgenstein u.a. in: Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen, §142). Aufgrund der
sehr hohen Gewissheit des im Satz beschriebenen Sachverhaltes möchte er das Vorhandensein jenes
Sachverhaltes postulieren.
12 Brockhaus Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden, 19. völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von F.
A. Brockhaus AG, Mannheim 1986‐1996
5
Arbeit zitieren:
Markus Garth, 2008, Austins Sprechakttheorie als Weiterentwicklung zu Wittgensteins Sprachspieltheorie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Germanistik - Linguistik: Austins Sprechakttheorie als Weiterentwicklung zu Wittgensteins Sprachspieltheorie ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Germanistik - Linguistik: neuer Titel erschienen: Austins Sprechakttheorie als Weiterentwicklung zu Wittgensteins Sprachspieltheorie
Markus Garth hat einen neuen Text hochgeladen
Wittgenstein über Regeln und Privatsprache
Eine elementare Darstellung
Saul A. Kripke, Helmut Pape
Wittgensteins Sprachphilosophie in den "Philosophischen Untersuchungen...
Eine kommentierende Ersteinfüh...
Wulf Kellerwessel
0 Kommentare