I Inhaltsverzeichnis
I Inhaltsverzeichnis I
II Abbildungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Gradmanns „Steppenheide“-Theorie 1
3. Einführung in das Untersuchungsgebiet 3
4. Zum Beitrag der Archäologie 5
4.1. Die Entwicklung und Lebensweise der linienbandkeramischen Kultur. 5
4. 2. Zur Siedlungsplatzwahl der Linienbandkeramiker aus archäologischer Sicht 7
5. Zum Beitrag der Geobotanik 9
6. Zum Beitrag der Biostratigraphie 12
6. 1. Malakoanalyse 12
6. 1. 1. Der Wert der Mollusken für die Landschaftsrekonstruktion 12
6. 1. 2. Methodologische Grundlagen. 13
6. 1. 3. Malakoanalytische Befunde im Untersuchungsgebiet. 13
6. 2. Pollenanalyse. 16
6. 2. 1. Methodik und Verwertbarkeit 16
6. 2. 2. Zu den Besonderheiten der Palynologie in Lössgebieten 18
6. 2. 3. Das Profil Zöschen - Ein palynologischer Befund im Untersuchungsgebiet. 18
7. Zum Beitrag der Bodenkunde 21
8. Synopsis. 24
III Literaturverzeichis III
I
II Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Verbreitung der linienbandkeramischen Kultur in Sachsen-Anhalt (MELLER, S. 17)1
Abb. 2: Verbreitung des mitteldeutschen Trockengebiets gekenzeichnet durch die mittleren
jährlichen Niederschlagssummen 1951-1980 (SCHUHMANN & MÜLLER, S. 45) ..........1
Abb. 3: Ausbreitung des vorderasiatischen Bauerntums nach Europa (MELLER, S. 235).....1
Abb. 4: Schema der Walddegradation bei extensiver Landnutzung (POTT, S. 58) ...............1
Abb. 5: Koinzidenzen der Siedlungsplatzverteilung in der bandkeramischen Kultur im Elb-
Saalegebiet zur Differenzierung von Bodendecke und KKlimabedingungen (PREUß,
S. 43)........................................................................................................................1
Abb. 6: Das Verbreitungsmuster aktueller xerothermer Vegetation (Steppenheide) und
dessen Koinzidenz mit linienbandkeramischen Siedlungen (JÄGER & NEUHÄUSL, S.
77) - Anm.: der mitteldeutsche Raum befindet sich in der Abb. oben links ..............1
Abb. 7: Mitteleuropäische Lössmollusken (JANKE, S. 389, nach LOŽEK 1965) .....................1
Abb. 8: Verbreitung terrestrischer Mollusken im mittleren Elb-Saalegebiet während des
Boreals (links) und des Atlantikums (rechts) (MANIA 1995, S. 40) schräg schraffierte Gebiete: Verbreitung der Schwarzerde und degradierten Schwarzerde...................1
Abb. 9: Verbreitung terrestrischer Mollusken im mittleren Elb-Saalegebiet während des
Subboreals (links) und der historischen Zeit (rechts) (MANIA 1995, S. 41) schräg
schraffierte Gebiete: Verbreitung der Schwarzerde und degradierten Schwarzerde
(links), Verbreitung des frühgeschichtlichen Waldes (rechts)....................................1
Abb. 10: Häufige Pollen- und Sporenarten (JANKE, S. 379) .................................................1
Abb. 11: Das Pollenprofil von Zöschen/ Weißelstertal (LITT 1992a, S. 74)...........................1
Abb. 12: Fundstellen der Bandkeramik im Elb-Saalegebiet (LITT 1992b, S. 89) ..................1
Abb. 13: Verbreitung der Schwarzerden und degradierten Schwarzerden (BGR) ...............1
II
Danksagung
Den Herren Dozenten danke ich für
die Aufstellung und Zuweisung dieses überaus spannenden Facharbeitsthemas, sowie für
die eine oder andere Unterstützung abseits des Seminars.
Dem Kommilitonen Andy Vogel danke ich für seine Hilfe und außerordentliche Geduld beim stundenlangen Formatieren des Textes. Ohne ihn hätte ich nicht nur um die
rechtzeitige Fertigstellung der Arbeit, sondern auch um meine geistige Gesundheit zu
fürchten gehabt.
Meine besondere Dankbarkeit gilt natürlich meiner Freundin Marika. Sie hat mich bei
diesem fachlichen Detektivspiel partiell begleitet und zeitweilige Unausgeglichenheiten,
sowie Abwesenheiten meinerseits mit Selbstverständnis und Sanftmut aufgenommen und
moderiert.
Meinem Sohn Mikosch danke ich dafür, dass er tagtäglich die Welt mit bunten Farben
tüncht.
III
1. Einleitung
Der Botaniker, Siedlungsgeograph und Landeskundler Robert Gradmann (1865 bis 1950) stellte im ausgehenden 19. Jahrhundert für den süddeutschen Raum die bis dahin präzedenzlose These auf, die ersten jungsteinzeitlichen Ackerbauern hätten bei ihrer Ankunft aus dem vorderen Orient eine allenfalls lückenhaft bewaldete Landschaft vorgefunden. Die großen Lichtungen und waldfreien Stellen hätten ihnen seiner Meinung nach die Landnahme außerordentlich erleichtert, da nicht erst mühsame Rodungen vorgenommen werden mussten. Anlass zu diesem Postulat gab eine von Gradmann durchgeführte pflanzensoziologische Aufnahme der Schwäbischen Alb, bei der er überraschend viele Steppenpflanzen erkannte, woraus er auf ein zeitliches Zusammenfallen von steppenähnlicher Vegetation und früher Besiedlung schloss. Gradmanns Untersuchungen wirkten geradezu katalytisch auf ein Heer von Wissenschaftlern, die sich die Aufgabe stellten, die Standortansprüche der ersten Siedler und deren landschaftswirksames Handeln zu dechiffrieren. Urgeschichtliche Forschung bezeichnete GRADMANN (1924, S.241) schon sehr früh als ein “verwickeltes Grenzgebiet“ zwischen Geographie, Geologie, Archäologie und Botanik, womit er ideologisch das Tor für fachübergreifende Disziplinen wie die Geoarchäologie oder die Archäobotanik weit aufstieß. Schlägt man heute ein Lexikon der Geographie auf, so firmiert die Steppenheide-Theorie darin unter Disziplingeschichte, ihre Inhalte gelten allgemein als widerlegt (MIEHE, S. 291). Die vorliegende Arbeit, „Die Steppenheide-Theorie und ihre Anwendung auf das Altsiedelland in Sachsen-Anhalt“ beabsichtigt, in sensu Gradmann die Wald-Offenland-Verteilung dieses Gebietes bei Eintreffen der linienbandkeramischen Ackerbauern zu untersuchen, ohne sich dabei jedoch allzu nah an Gradmanns Methoden oder spezifische Aussagen anlehnen zu wollen. Lediglich das grobe Gedankenkonstrukt wird adaptiert und anhand aktuellerer Forschung der Archäologie, Geobotanik, Biostratigraphie, sowie der Bodenkunde überprüft.
2. Gradmanns „Steppenheide“-Theorie
Aus Gründen der räumlichen Disposition kann an dieser Stelle ausschließlich auf die Grundzüge von Gradmanns „Steppenheidetheorie“ eingegangen werden, welche von ihm selbst übrigens niemals so bezeichnet wurde (GRADMANN 1933, S. 265). Es sei auf das Buch „Robert Gradmann: Vom Landpfarrer zum Professor für Geographie“ verwiesen, um ausführliche Schilderungen seines Lebens und Werdegangs zu erhalten (SCHENK 2002). Wiewohl es dem Verständnis ebendieser Steppenheidetheorie zuträglich wäre, kann sein exzeptionelles Verdienst auf den Feldern der Botanik, Anthropologie, Pflanzengeographie, Landeskunde und Historischen Geographie unmöglich mehr als eine kurze Erwähnung finden. Dieser Vielfalt seiner Mittel sind jedoch seine mehrdimensionalen Thesen und Entwürfe geschuldet, die, als Beleg seiner Bedeutsamkeit, bis heute Gegenstand ausdauernder fachlicher Diskussionen sind.
1
Mit seiner botanischen Dissertation unter dem Titel „Das Pflanzenleben in der Schwäbischen Alb“ war GRADMANN (1898, zit. in GRADMANN 1933, S. 265) der erste, der versuchte, die Bedeutung historischer Nutzung für die Genese der Kulturlandschaft auszuloten (MORRISSEY, S. 95). Zwar wurden im ausgehenden 19. Jahrhundert Zusammenhänge der Verbreitung der aktuellen xerothermen Vegetationgemeinschaften und der archäologisch belegten Siedlungstätigkeit im Frühneolithikum mehrfach postuliert (DRUDE & SCHORLER, 1895; KRAUSE, 1894), doch nirgends so akribisch verfolgt und diskutiert wie von GRADMANN (1901, 1906, 1924, 1933) für den südwestlichen Teil Deutschlands. Dort stieß ein verstärktes Vorkommen spezifischer „Leitpflanzen der östlichen und pontischen Steppen“ (GRADMANN 1906, S. 307), namentlich an Gräsern und Kräutern, in der Nähe von neolithischen Siedlungsplätzen auf sein Interesse. So z.B. Bartgras (Bothriochloa ischaemum), Haar-Pfriemengras (Stipa capillata), Steinfeder (Stipa pennata), Dänischer Tragant (Astragalus danicus), Wimperperlgras (Melica cilata) und Zottiger Spitzkiel (Oxytropis pilosa). Den fraglichen Vegetationstyp nannte er „Steppenheide“, bzw. „Steppenheidewald“ (GRADMANN 1898, zit. in GRADMANN 1933, S. 265) und beschrieb diesen als urwüchsige Landschaft aus xerophilen Gräsern, Kräutern, sowie niederen Gehölzen und einzelnen Bäumen, der trockene und kalkreiche Gegenden bevorzugt (GRADMANN 1933, S. 266). Er nahm an, die Vertreter der Steppenheide seien im Spät- und Postglazial in ausgeprägtem Steppenklima aus Osteuropa eingewandert und hätten damals eine weitaus größere Verbreitung gehabt, bevor sie von Waldwuchs zurückgedrängt worden sind (ebd.). Die heutige Verbreitung stelle nurmehr ein Relikt auf Extremstandorten wie trockenen Hügeln, sonnigen Felsen und westexponierten Hängen dar (GRADMANN 1906, S. 307), wo Steppenheidepflanzen aber einen bestimmenden Faktor der dortigen Pflanzenformation darstellen. Gradmann glaubte an eine neolithische Besiedlung, bevor das spät- und postglaziale Steppenklima ausgeklungen war, also zu einer Zeit größerer Verbreitung der Steppenheide. So seien die ersten Siedler an waldfreie Stellen gelockt worden, wo ohne allzu mühsame Rodung ein Pflanzenbau möglich war (GRADMANN 1906, S. 316). Gradmann hielt die lichte Vegetation der Steppenheide für siedlungsfreundlich, weil leicht zugänglich. Dicht geschlossenen Wald hingegen erachtete er als siedlungsfeindlich (ebd). Mit „waldfreien Stellen der Steppenheide“ will GRADMANN (1933, S. 268) allerdings nicht „waldfreie Großlandschaften“ oder gar „baumfreie Stellen“ verstanden wissen, sondern eher größere, thermisch begünstigte Lichtungen. Zudem sei „siedlungsfreundlich“ jeder Zustand der Vegetation, der sich im Vergleich zum geschlossenen Wald etwas mehr dem Steppenzustand nähert (GRADMANN, 1933, S. 269). Die Siedler ihrerseits hätten durch ihr Wirtschaften auch bei dem später feuchter werdenden Klima die komplette Bewaldung dieser Lichtungen verhindert und somit die Habitate für die Steppenheidepflanzen zum Teil erhalten, sodass diese noch immer in Mitteleuropa verinselt zu finden sind (GRADMANN 1933, S. 266). Wo keine Besiedlung stattfand, wurden die Waldlücken hingegen vollständig geschlossen.
Obwohl Gradmann nur weitgehende nicht vollkommene oder topographisch genaue
2
Übereinstimmung der Steppenheide mit jungsteinzeitlicher Besiedlung unterstellte und stets die Thesenhaftigkeit seiner Ausführungen betonte, sollen hier einige grobe Fehldeutungen der Genauigkeit halber aufgelöst werden (vgl. SCHENK, S. 75).
Die Siedlungsfeindlichkeit des Waldes gilt als widerlegt. Die Wälder wurden wohl ohnehin nicht gerodet, sondern durch Nutzung aufgelichtet (s. Kapitel zur Archäologie). Im Gegenteil ist ein gewisser Baumbestand aufgrund des enormen Holzbedarfs der Bandkeramischen Kultur unabdingbar. Zudem haben praktische Versuche mit rekonstruierten Steinbeilen ergeben, dass das Roden von Wäldern für die Bandkeramiker prinzipiell technisch durchführbar war (GEHRT et al., S. 23).
Die zeitliche Einordnung des Beginns der Neolithischen Revolution um 2800 v. Chr. unter trocken-warmen Bedingungen entsprach dem Forschungsstand seiner Zeit. Mittlerweile setzt man die Neolithisierung etwa 5500 v. Chr. an und geht von zwar warmem, aber nicht sonderlich trockenem Klima im mittleren Atlantikum aus (MORRISSEY, S. 98). Die Vorstellung der Siedlungskontinuität seit dem Neolithikum, welche Gradmanns Werk implizit innewohnt, ist wohl nicht haltbar; zu turbulent waren zwischenzeitlich die die Abschnitte der Völkerwanderung und des Mittelalters.
3. Einführung in das Untersuchungsgebiet
Das Gebiet des sachsen-anhaltinischen Altsiedellandes
befindet sich naturgemäß innerhalb der administrativen Grenzen ebendieses Bundeslandes, spart jedoch den Harz, die Altmark und weite Teile östlich der Elbe mehr oder weniger aus (Abb.1). Die restlichen Flächen werden als das Untersuchungsgebiet der vorliegenden Arbeit betrachtet. Es beherbergt die frappierende Zahl von über 100.000 prähistorischen Fundstellen, die tatsächliche räumliche Ausdehnung dieser Plätze beträgt mehr als 9% der gesamten Landesfläche (SCHWARZ, zit. in KLEBER et al., S. 293).
Geologie/Geomorphologie/Böden:
Im Untersuchungsgebiet wird ein Ausschnitt des mitteleuropäischen Übergangsraumes zwischen dem Tiefland glazialer Prägung und der Mittelgebirgsschwelle umfasst. Dementsprechend waren geologisch-tektonische Parameter der Festgesteinsoberfläche und glaziale/glazifluviale Reliefformen nebst tertiärer und quartärer Denudation an der Ausgestaltung des Naturraumes beteiligt (KUGLER & VILLWOCK S. 23). Ein Großteil des Untersuchungsgebietes wird vom Halle-Leipziger Plattenland vereinnahmt. Dessen westliche und südliche Bereiche (Hallesches und Weißenfelser Lösshügelland, östliches Harzvorland) sind durch Plateaus tertiärer Flächenbildung geprägt, während der geologische Untergrund von mesozoischen Sediment gebildet wird. Östlich der Hallestörung treten permokarbonische Gesteine auf. Das Reliefbild wird von flachen, mit Dellen und Sohlenkerbtälern gegliederen Plateaus bestimmt (KUGLER & VILLWOCK S. 25). Dieses Plattenland ist zugleich das Hauptverbreitungsgebiet der weichselzeitlichen Lössdecken, die im gesamten Untersuchungsgebiet fruchtbare Börden bilden. Gegen den Harz gehen diese Lösse in Lössderivate über. Die nord-nordöstliche Grenze der Lössverbreitung folgt zunächst in etwa der Verbindungslinie Leipzig-Magdeburg, um dann in Richtung Köthen nach Westen abzubiegen. . Dieser Grenze schließt sich ein unterschiedlich breiter Saum aus Sandlössen an (ALTERMANN 1995, S. 27). Bodengeographisch wird die Lösslandschaft von Schwarzerde beherrscht. Neben typischen Tschernosemen treten auch Braunerde-Tschernoseme und in Richtung de Sandlössstandorte Parabraunerde-Tschernoseme und Tschernosem-Parabraunerden auf (ALTERMANN et al. 2005, 727). In reliefiertem Terrain existieren erosionsbedingt verschiedene Gradienten zu Pararendzinen und Kolluvisolen (ebd.). In Sachsen-Anhalt ist der Anteil der
Klima: Das Untersuchungsgebiet weist eine große Übereinstimmung mit dem sachsen-
anhaltinischen Teil des mitteldeutschen Trockengebietes auf, welches als eines der trockensten Gebiete Deutschlands anzusehen ist (SCHUHMANN & MÜLLER, S. 43). Ursache dafür ist seine Lage im direkten Regenschatten des Harzes, welche mittlere Jahresniederschlagssummen von 460 bis 550 mm zur Folge hat (Abb. 2). Dem steht eine reale Verdunstung von etwa 450 mm gegenüber, woraus sich im Verbund mit der hohen Wasserhaltekapazität der anstehenden Lössböden nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur Grundwasserneubildung ergeben (SCHUHMANN & MÜLLER, S. 43). Gegen die marginalen Bereiche des Trockengebietes steigen die Niederschlagssummen gradientenhaft an.
Vegetation:
Die potentiell natürliche Vegetation wird in ihrer Ausprägung durch die Standortverhältnisse und auch die wechselvolle Nutzungsgeschichte der Ökosysteme bestimmt. Für das Untersuchungsgebiet wird ein Traubeneichen-Hainbuchen-Waldgebiet mit naturnahen subkontinentalen und submediterranen Grasfluren ausgewiesen (Galio-Carpinetum tilietosum). Er beherbergt einige Frühjahrsgeophyten, mehrere subkontinental-zentraleuropäisch-sarmatische Waldstauden, sowie eine Vielzahl submediterran/montan-zentraleuropäisch-sarmatischer Waldkräuter (WEINERT, S. 49). Die Grenzen des Trockengebietes werden dabei pflanzengeographisch nachgezeichnet.
4. Zum Beitrag der Archäologie
4.1. Die Entwicklung und Lebensweise der linienbandkeramischen Kultur
Da die Linienbandkeramik den zeitlichen Schwerpunkt dieser Arbeit darstellt, soll nicht versäumt werden, in die archäologischen Grundlagen einzuführen. Schließlich ist die Art der bandkeramischen In-Kultur-Nahme der Naturlandschaft für die Siedlungsplatzwahl von großem Belang, insbesondere die agrarökologischen Standortansprüche, sowie der Holzbedarf der Siedler. Die linienbandkeramische Kultur (7500 bis 6800 Jahre vor heute) markiert den Beginn der Neolithisierung und mithin des Ackerbaus in Mitteldeutschland. Ihren Namen verdankt sie den kurvigen und winkeligen Bandmustern auf ihren Tongefäßen (MELLER, S.16). Dieser Übergang von Wildbeutertum und Sammlertätigkeit zu Pflanzenbau und Viehhaltung, an dem der Mensch beginnt, sich vom unbeständigen Nahrungsangebot der Natur unabhängig zu machen und in wachsendem Maße seine nähere Umwelt manipulieren, wird auch „Neolithische Revolution“ genannt (MELLER S. 9). Ausgangspunkt für die Entwicklung des (vorerst noch akeramischen) Bauerntums war vor ca. 11000 Jahren der „Fruchtbare Halbmond“ im Grenzgebiet von Türkei,
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Michael Hein, 2008, Die Anwendung der Steppenheidetheorie auf das Altsiedelland in Sachsen-Anhalt, München, GRIN Verlag GmbH
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