relevante Faktoren für wirtschaftssoziologische Diskurse. Dies führte so weit, Wirtschaftssoziologie als eine Soziologie der sozialen Institutionen zu betreiben. In der protestantischen Ethik existiert die These, dass der moderne rationale Kapitalismus sowie der moderne kapitalistische Betrieb vor allem durch soziale Institutionen ins Leben gerufen wurde. 5) Verschiedenen Richtungen des Neo-Institutionalismus Insgesamt können vier Typen des Neo-Institutionalismus unterschieden werden: Die Rational-Choice, soziologischer und historischer Neo-Institutionalismus nach Steinmo und diskursiver Institutionalismus nach Campbell und Pederson.
Das Spektrum der Neo-Institutionalismus-Ansätze reicht von rational-Choice -Ansätzen auf der einen Seite der Wirtschaftswissenschaften bis zu soziologischen Ansätzen auf der Gegenseite. In der Mitte befindet sich der historische Ansatz, der die beiden extremeren Strömungen integriert. Als kleinster gemeinsamer Nenner kann man Institution als ein Regelsystem verstehen, dass eine bestimmte Ordnung hervorruft. 6. Der Soziologische Institutionalismus
Dem soziologischen Institutionalismus werden viele Ansätze mit sozialkonstruktivistischer Grundlage zugerechnet. Der soziologische Institutionalismus ist weiter gefasst als die wirtschaftswissenschaftliche Sichtweise und schließt Normen und kognitive Systeme mit ein. 6.1. Soziale Perspekte der Akteure
Der soziologische Institutionalismus, auch Organisationsinstitutionalismus genannt, geht von einer grundlegend sozialen Orientierung der Individuen aus. Für die soziologischen Institutionalisten steht das Werte-und Normensystem der Institutionen im Vordergrund. Auch kulturelle Gegebenheiten und Legitimierungen spielen eine wichtige Rolle, sowie kognitive Handlungsrahmungen und Bedeutungssysteme. Institutionen formen die Weltsicht und Wahrnehmung und stellen nicht nur Handlungsalternativen dar. Sie bestehen aus formellen und informellen Regeln, sozialen Normen formen das kulturelle Wertesystem und kognitive Verhaltensmuster.
6.2. Merkmale des soziologischen Institutionalismus
Die Individuen handeln nur beschränkt rational und vor allem gewohnheitsmäßig. Sie wählen ihre Handlungen nach der Adäquatheit (apropriatness) der Handlung in der jeweiligen Situation aus. So gesehen, sind die wichtigsten Institutionen soziale Normen, die das tägliche Leben regeln. Es wird die angemessenste Lösung gesucht und nicht die Beste. Die Akteure möchten vor allem ihr Bedürfnisse befriedigen.
Die Institution reproduziert sich durch das Festhalten an kollektiven Deutungsmustern wie Normen und Werte. Dabei handelt es sich um historisch gewachsene Handlungsmuster und die Pfadabhängigkeit spielt eine Rolle.
Institutionen liefern Handlungsmuster, mit Hilfe derer sowohl das eigene als auch das Handeln anderer Akteure interpretiert werden. Institutionen beeinflussen so die Identitätsbildung bis zur Formung der Weltsicht und Sinnstiftung. 6.3 Entstehung und Wandel von Institutionen
Laut soziologischen Institutionalisten entstehen Institutionen zur Legitimierung der Handlungen der Akteure. Wenn sich die Handlungslogik der Akteure verändert, die Leitmotive und Handlungsorientierung kommt es zum institutionellen Wandel.Als Folge davon verändern sich die
Arbeit zitieren:
Sonja Uhl, 2010, Soziologischer und historischer Institutionalismus, München, GRIN Verlag GmbH
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