Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Erwachsenenbildung vor dem Ersten Weltkrieg 4
3. Erwachsenenbildung in der Weimarer Republik 5
3.1. Volkshochschulbewegung 5
3.2. Neue Richtung 5
4. Phasen der Entwicklung 6
5. Erwachsenenbildung in der Zeit des Nationalsozialismus 7
5.1. Bildungspraxis der Erwachsenenbildung im Nationalsozialismus 8
5.2. Phasen des Nationalsozialismus 8
6. Erwachsenenbildung nach 1945 und ihr demokratischer Aufbau 9
7. Erwachsenenbildung in der DDR 12
8. Die Ostdeutsche Erwachsenenbildung nach der Wiedervereinigung 13
9. Rechtsgrundlagen der Erwachsenenbildung 13
10. Lernorte der Erwachsenenbildung 14
11. Lernen im Lebenslauf 15
12. Bilanz 16
13. Zusammenfassung 17
14. Anhang 18
Endnoten 18
Literaturverzeichnis 20
2
1. Einleitung
Der Bildungsbegriff nimmt mit der Zeit einen enorm wichtigen Platz in allen gesellschaftlichen Bereichen und im Alltagsleben der Menschen ein. Heutzutage treffen Menschen oft auf private oder berufliche Herausforderungen, die sie allein durch ihre schulische Ausbildung teilweise nicht meistern können. Dementsprechend sind immer mehr Menschen dazu gezwungen, immer wieder neue Wege zu gehen und sich weiterzubilden, also ihr Leben lang zu lernen. Nur so können die ständig erneuernden Anforderungen der Gesellschaft erfüllt werden.
Der Begriff Erwachsenenbildung kann aus zwei unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Die eine Perspektive ist die Bildung Erwachsener und die andere ist die gesellschaftliche Ausdrucksform geschichtlicher Verhältnisse.
In dieser Hausarbeit geht es darum, die beiden Perspektiven zu berücksichtigen und die Geschichte der Erwachsenenbildung/Weiterbildung in einigen auf einander folgenden zeitlichen Abschnitten darzulegen. Hierbei soll auf die Anfänge, die Entwicklung und die Perspektiven der Erwachsenenbildung eingegangen werden, wobei anzumerken ist, dass sich die Erwachsenenbildung zum Teil historisch schwer identifizieren lässt, da sie ihres Gegenstandes nicht immer bewusst ist.
Zumal sich die Bundesrepublik Deutschland in einem Umbruch von einer industrialisierten zu einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft befindet und hohe Arbeitslosenzahlen und Strukturkrisen den Alltag beherrschen, steht die Erwachsenenbildung/ Weiterbildung vor einer ungewissen Zukunft.
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Entwicklung der Erwachsenenbildung nachzuvollziehen und zu verstehen, was in der Vergangenheit geschehen ist und von welchen Vorstellungen diese Geschehnisse bestimmt waren. Außerdem soll dargestellt werden, was die moderne Erwachsenenbildung beinhaltet und ebenso soll auch auf die Zukunftsaussichten eingegangen werden.
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2. Erwachsenenbildung vor dem Ersten Weltkrieg
Um den Aufbruch der Erwachsenenbildung aufzuspüren, muss man sich die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert vor die Augen führen. Zu dieser Zeit herrschte ein großer Wandel, da die ständischen Unterschiede aufgehoben wurden und die Städte das Recht zur Selbstverwaltung erhielten, überdies die freie Berufswahl und Gewerbefreiheit herrschte. Während dieses Entwicklungsganges gewannen die Erziehung und Bildung an Bedeutung, da sie zum Medium der eigenen Selbstvergewisserung und Universalität wurden. Während der Zeit der Aufklärung ist ein neues Selbst- und Weltverständnis des Menschen aufgekommen, aus dem dieser als eine von Natur aus gleichberechtigte und zur persönlichen Entwicklung hinsteuernde Kreatur resultierte. 1
Demzufolge wurde Bildung als ein Anrecht aller Menschen, also aller Schichten und aller Lebensstufen, und somit auch der Erwachsenen, betrachtet. Dadurch kann man die Erwachsenenbildung als eine sich etappenweise gestaltende Bildungsagentur ansehen, die versuchte, zeitgemäße Ansprüche an die Bildung zu erfüllen. 2 Dieser Wandel wirkte sich unter anderem auch auf die bürgerlichen Bildungsvereine wie Lese- und Harmoniegesellschaften, Arbeiterbildungsvereine der Handwerker, kleinbürgerliche Schichten und Gewerbevereine aus. 3
Nennenswert ist auch die Gründung der „Gesellschaft für Verbreitung der Volksbildung“ im Jahre 1871 in Berlin, die 1915 in „Gesellschaft für Volksbildung“ umbenannt wurde. Ihre Bildungsarbeit war auf Breitenwirkung angelegt, was die Errichtung von vielen Bibliotheken beweisen kann. So konnten sich auch bildungsferne Bevölkerungsschichten durch den Einsatz von Wandellehrern den Zugang zu wissenschaftlichen Fragestellungen verschaffen. 4
Bedeutend ist auch die Gründung der „Deutschen Schule für Volksforschung und Erwachsenenbildung“. Diese war für die Konstituierung der Erwachsenenbildung als Wissenschaft von großem Einfluss, da sich dort Anbrüche erwachsenenbildnerischer Professionalisierung und Verwissenschaftlichung zeigten. 5
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3. Erwachsenenbildung in der Weimarer Republik
Die Staatskrise, die sich nach dem Verlust des Ersten Weltkrieges verbreitete, gab einen Impuls für eine neue Volksbildung, durch die die Arbeitsgemeinschaft als methodische Grundform der Bildung mündige Menschen aller Schichten zu einem politischen Konsens führen sollte. 6
Abgesehen davon sollte die Erwachsenenbildung die im Ersten Weltkrieg verloren gegangenen Ressourcen durch geistige und nationale Erneuerung der Volksbildung aller Volksschichten kompensieren. So erhielt sie ein übergeordnetes bildungs- und sozialpolitisches Ansehen und diente als Veranlassung für die Umgestaltung des gesamten Bildungs- und Erziehungssystems. Während der Weimarer Zeit konnte man ein neues Verhältnis von Bildung und Staat feststellen, da sie sich näherten. Durch den Artikel 148,3 erhielt die Erwachsenenbildung Verfassungsrang, da er diese förderte und sie somit zu einer verpflichtenden Aufgabe machte. Das Weimarer System sah in der Erwachsenenbildung einen bedeutenden gesellschaftlichen Partner, der einen Beitrag zur Festigung des demokratischen Bewusstseins in breiten Bevölkerungsschichten zu verrichten versuchte. 7
3.1. Volkshochschulbewegung
Für die Entwicklung der Erwachsenenbildung war die Volkshochschulbewegung, die sich aus zwei Institutionen zusammensetzte, sehr bestimmend. Einerseits war es die Abendvolkshochschule in der Stadt, die zu den freien Formen der Erwachsenenbildung zählte, da sie keine politische oder religiöse Richtung vertrat und auf das liberale Bürgertum ausgerichtet war. Andererseits war es die Heimvolkshochschule auf dem Land, die einer bestimmten gesellschaftlichen oder religiösen Ausrichtung unterlag. 8
3.2. Neue Richtung
Die Neue Richtung bezeichnete die Hauptrichtung der bürgerlichen Erwachsenenbildung, die durch zwei gesellschaftstheoretische und pädagogische
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Grundpositionen bestimmt war: durch den Gedanken einer radikalen Gesellschafts-, Zivilisations- und Kulturkritik und durch pädagogisch- didaktische Neuorientierung. Für die Neue Richtung schafften die Bedürfnisse und Wissbegierden der Lernenden das Fundament für Lernprozesse. 9
4. Phasen der Entwicklung
Josef Olbrich fasst die Entwicklung der Erwachsenenbildung vor dem Beginn des Nationalsozialismus in vier Einheiten zusammen, die allerdings keine klaren Trennungslinien beinhalten.
Die erste Phase ist die des rapiden institutionellen Auf- und Ausbaus sowie der Herausarbeitung theoretischer Grundpositionen zwischen 1918 und 1923. Diese Phase ist durch eine organisatorisch- institutionelle Ausweitung und eine fundamentale, theoretische und bildungspolitische Neuorientierung gekennzeichnet. Die Erwachsenenbildung sollte bei der Entfaltung einer Gesellschaft helfen, die die Chancengleichheit emporragen sollte.
Die politisch- ökonomische Krise und ihre Auswirkungen auf die Erwachsenenbildung in den Jahren 1923 und 1924 stellen die zweite Phase dar. Während dieser Phase litt die Erwachsenenbildung unter der Inflation und der Weltwirtschaftskrise. Es wurde eine neue Form der Erwachsenenbildung verfolgt, die sich durch eine Beteiligung in polemischen gesellschaftlichen und politischen Fragen hervortun sollte.
Die dritte Phase ist die der Konsolidierung und Neuorientierung zwischen 1925 und 1930. Olbrich bezeichnet diese auch als pragmatische Wende. In dieser Phase wurden Systematik und langfristige Lehrplanung angestrebt. Außerdem sollten Schule und Erwachsenenbildung sich vervollkommnen, da sich die Erwachsenenbildung als Weiterbildung im Sinne der Fortsetzung von schulischen Lernprozessen verstand. Überdies wurde das Prinzip der Interessensvertretung der Arbeiterschaft aufgegeben und ein neues Prinzip der bewussten politischen Entscheidungen aufgenommen.
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Arbeit zitieren:
Alla Ujkanovic, 2009, Die Geschichte der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag GmbH
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