Kurzfassung
Motive, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und
Einflussfaktoren auf den Altruismus
Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich grundlegend mit den Bedingungen und Einflussfaktoren auf die Hilfsbereitschaft. Die Schlagworte dieser Arbeit sind Altruismus und prosoziales Verhalten. Anhand wesentlicher
Begriffsbestimmungen aus der Fachliteratur wird die Thematik des Hilfeverhaltens erörtert. Bedingungen und Einflussfaktoren werden mittels der Literatur erarbeitet. Danach werden Hypothesen erstellt, die anhand des Projektes „Älterwerden in Kleinmünchen“ bestätigt oder widerlegt werden. Bei diesem Projekt wurden 203 PassantInnen über die Bereiche Wohnen in Kleinmünchen, ältere Menschen in der Familie, Kontakt zu älteren StadtteilbewohnerInnen, Unterstützung von älteren Menschen und persönliche Daten befragt. Ziel der Arbeit ist die Erforschung, welche Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren gegeben sein müssen, damit Menschen uneigennützig anderen Menschen helfen.
- I -
Abstract
Motives, social basic conditions and factors of influence on
the altruism
This paper deals basically with the conditions and factors of influence on the readiness to help others. The catchwords of this work are altruism and prosocial behaviour. With the help of essential definitions from the technical literature the topic of help behaviour is discussed. Conditions and factors of influence are compiled with the help of this literature. Then hypotheses are provided which are confirmed or disproved with the help of the project „Ageing in Kleinmünchen”. Within this project 203 citizens were questioned about living in Kleinmünchen, older people in the family, contact with older town citizens, support of older people and personal data. The aim of this paper is to investigate which basic conditions and factors of influence must be given for people help to unselfishly help others.
- II -
Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung I
Abstract. II
Abbildungsverzeichnis V
1. Einleitung. 1
2. Forschungsmethodik. 2
2.1. Die qualitative Sozialforschung 2
2.2. Methoden der Datenerhebung 2
2.2.1. Das Leitfadengestützte ExpertInneninterview 2
2.2.2. Quantitative Befragung - der standardisierte Fragebogen. 3
3. Begriffbestimmung 3
3.1. Prosoziales Verhalten. 3
3.2. Altruismus 4
3.3. Gemeinwesenarbeit 4
4. Wo wird geholfen? 4
4.1. Stadt-Land-Unterschiede. 5
4.2. Nationale und kulturelle Unterschiede. 6
4.3. Soziale Schicht 7
4.4. Zeitliche Trends 7
5. Motive und Determinanten für prosoziales Verhalten 7
5.1. Biologischer Ansatz 7
5.2. Altruismus unter Verwandten 8
5.3. Reziproker Altruismus 8
5.4. Auswahlkriterien für die PartnerInnenwahl 9
5.5. Geschlechterrollen. 9
6. Gefühle. 10
6.1. Empathie 11
6.2. Gutes Gefühl 12
7. Normen 12
7.1. Prosoziale Normen 13
7.2. Moral 13
- III -
8. Situation und Bedingung für Hilfe 14
8.1. Prozessmodell der Normaktivierung. 14
8.1.1. Wahrnehmung und Erkennen einer Notlage 14
8.1.2. Prosoziale Motivation und Verantwortung übernehmen 15
8.1.3. Kosten der Hilfe und Kosten der Nichthilfe 15
8.1.4. Wissen wie man hilft. 16
8.1.5. Handlungsinitiierung. 16
8.2. Positive und negative Konsequenz der Hilfe 16
8.3. Soziale Hemmung 17
8.4. Ressourcen der Umwelt 17
8.5. Hilfen intervenieren oder nicht 17
8.6. Merkmale von Hilfsbedürftigen. 18
9. Psychologie des Hilfeverhaltens. 18
9.1. Selbstwert der HilfeempfängerInnen 19
9.2. Hilfe zur Selbsthilfe 19
10. Hypothesen. 20
11. Projekt „Älterwerden in Kleinmünchen“ 21
11.1. Merkmale der Befragten 23
11.1.1. Alter, Geschlecht und Familienstand 23
11.1.2. Schulbildung und Berufstatus 24
11.1.3. Wohndauer und Stadtteilverbundenheit. 24
11.2. Die Vorstellungen vom eigenen Lebensabend. 25
11.3. Ältere Menschen in der Familie und deren Unterstützung 26
11.4. Kontakte und Unterstützung von alten Menschen im Stadtteil. 27
11.4.1. Interesse an Kontakten 28
11.4.2. Bereitschaft alte Menschen zu helfen 29
11.4.3. Bereiche der Unterstützung. 29
11.5. Geschlechterrollen bei der Unterstützung. 30
11.6. Beeinflussung des Hilfeverhaltens durch das Alter 31
11.7. Beeinflussung des sozialen Netzwerkes. 31
11.8. Einflussfaktor Schulbildung - Berufstatus 32
11.9. Annahme von Hilfeleistungen im Allgemeinen. 32
11.9.1. Sich helfen lassen - von wem 32
11.9.2. Annahme von Hilfsleistungen durch ausländische Personen. 33
11.9.3. Annahme einer Hilfeleistung von 15- bis 24-jährigen Personen 35
12. Exkurs „Struktur und Volumen der Freiwilligenarbeit in
Österreich“ 35
12.1. Ergebnisse aller Bundesländer 36
12.2. Vergleich Oberösterreich mit Kleinmünchen 37
13. Fazit. 38
Literaturverzeichnis 40
- IV -
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Alter der Befragten
Abbildung 2: Berufstatus.
Abbildung 3: Wohndauer in Kleinmünchen
Abbildung 4: Wunsch nach Verbringung des Lebensabends.
Abbildung 5: Bereiche, in denen Unterstützung angeboten wird.
Abbildung 6: Gründe für die Nichtunterstützung von alten Menschen
Abbildung 7: Bereiche, in denen die Unterstützung vorstellbar ist
Abbildung 8: Annahme von Hilfe.
Abbildung 9: Annahme von Hilfe ausländischer Personen
Abbildung 10: Annahme von Hilfe 15- bis 24-jähriger Personen.
- V -
1. Einleitung
Warum helfen Menschen anderen Personen ohne einen Nutzen davon zu haben? Warum zeigen Menschen mehr prosoziales Verhalten als andere? Ziel dieser Bachelorarbeit ist, die Motive, gesellschaftliche
Rahmenbedingungen sowie die Einflussfaktoren auf das Hilfeverhalten zu erarbeiten. Im Rahmen der Lehrveranstaltung empirische Sozialforschung auf der Fachhochschule Linz wurde das Projekt „Älterwerden in Kleinmünchen“ durchgeführt. Dabei wurden 203 PassantInnen zu den Themen Wohnen in Kleinmünchen, ältere Menschen in der Familie, Kontakt zu älteren StadtteilbewohnerInnen, Unterstützung von älteren Menschen und persönliche Daten befragt. Bei dieser Untersuchung stellten sich einige Fragen, z.B.: Warum helfen Menschen? Helfen Personen mit Kindern anderen mehr als Alleinstehende? Sind Frauen hilfsbereiter als Männer? Wird MigrantInnen weniger geholfen oder lassen sich ältere Menschen weniger von dieser Personengruppe helfen? Diese Fragen werden anhand der Literatur erarbeitet und anschließend am Fallbeispiel „Älterwerden in Kleinmünchen“ überprüft.
Im ersten Teil der Arbeit wird die angewandte Forschungsmethodik beschrieben, danach die wichtigsten Begriffe definiert. Weiters wird das Thema Altruismus und prosoziales Verhalten anhand der Literatur aufgearbeitet und Hypothesen erstellt. Anschließend wird das Projekt „Älterwerden in Kleinmünchen“ beschrieben und ausgewertet. Dabei werden die Hypothesen überprüft und anschließend ein Exkurs der Erhebung „Struktur und Volumen der Freiwilligenarbeit in Österreich“ angeführt. Ein Resümee beendet diese Bachelorarbeit.
- 1 -
2. Forschungsmethodik
2.1. Die qualitative Sozialforschung
Zu Beginn des Forschungsprozesses stand die Fragestellung „Älterwerden in Kleinmünchen“. Dieses Projekt wurde in Rahmen der Lehrveranstaltung „Praxis empirischer Sozialforschung“ des Studiengangs „Sozial- und Verwaltungsmanagement“, Studienzweig „Management öffentlicher
Dienstleistungen“, durchgeführt und wird im Praxisteil näher vorgestellt. Während des Forschungsprozesses stellte sich die Frage welche Bedingungen sich ergeben müssen, damit anderen Menschen geholfen wird. Nach der Analyse, Interpretation und Auswertung der ExpertInneninterviews mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse sowie des Fragebogens, konnten Rückschlüsse für die Forschungsfrage gezogen, sowie neue Hypothesen für diese Arbeit formuliert werden.
2.2. Methoden der Datenerhebung
In diesem Abschnitt werden die Methoden der Datenerhebung angeführt, die beim Projekt „Älterwerden in Kleinmünchen eingesetzt wurden.
2.2.1. Das Leitfadengestützte ExpertInneninterview
Verbale Daten werden in der qualitativen Forschung mittels Leitfadeninterview erhoben. 1 Kennzeichnend für diese Form ist ein Leitfaden mit offen formulierten Fragen, die im Laufe des Interviews beantwortet werden sollen. Durch den Einsatz des Leitfadens wird die Vergleichbarkeit der Daten erhöht und die gewonnen Daten erhalten eine Struktur. Die InterviewerInnen sollten sich nicht starr am Leitfaden orientieren, aber auch keine allzu weite, themenferne Ausschweifung zulassen. Die befragte Person ist ein/e Experte/in, der/die als Repräsentant/in einer Gruppe steht, bei dem/r ein Fachwissen zum Forschungsthema vorhanden ist. Nach der Befragung werden die Interviews mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.
1 Vgl. Mayer (2008), 37f.
- 2 -
2.2.2. Quantitative Befragung - der standardisierte Fragebogen
Einer Stichprobenbildung folgen die Fertigstellung der dimensionalen Analyse und die Ausarbeitung eines Messmodells, das Vermutungen über Zusammenhänge zwischen einzelnen Merkmalen und Variablen beinhaltet. 2 Konkrete Fragestellungen zum Messen der Merkmale werden erstellt. Bevor der Fragebogen zum Einsatz gelangt, muss ein Pretest durchgeführt werden, um die Verständlichkeit und Vollständigkeit zu überprüfen. Zur Auswertung der Daten, werden die Antworten mit Zahlen codiert. Danach werden stichprobenweise aufgrund von Merkmalen Personen erhoben, die dann im Feldversuch interviewt werden.
3. Begriffbestimmung
In diesem Kapitel werden kurz die relevanten Begriffe dieser Arbeit erläutert und definiert. Prosoziales Verhalten und Altruismus wird oft nicht unterschieden und wird nur folgend getrennt erklärt. In der Arbeit wird auf die Unterscheidung weitgehend verzichtet, weil in der Praxis der Altruismus eher schwer festzustellen ist, ob hinter diesem Verhalten nicht doch ein egoistischer Beweggrund verborgen ist.
3.1. Prosoziales Verhalten
Dieses Verhalten stellt eine Wohltat für eine bestimmte Person oder Gruppe dar. 3 Diese Handlung basiert auf der Absicht der anderen Person einen freiwilligen Gefallen zu erweisen, wobei eine dienstliche Verpflichtung fehlt. Wird eine Hilfeleistung aufgrund finanzieller Anreize durchgeführt, zählt dies nicht zum prosozialen Verhalten. 4 Jedoch kann durchaus ein Nutzen wie soziale Annerkennung oder Erwartung einer Gegenleistung für die Hilfeleistenden entstehen und die Unterstützung scheint dadurch egoistisch motiviert. Ein weiteres Indiz für prosoziales Verhalten ist, dass Menschen ohne Rücksicht auf ihre eigene Sicherheit anderen Menschen helfen. 5
2 Vgl. Mayer (2008), 58ff.
3 Vgl. Bierhoff (2006), 96.
4 Vgl. Werth/Mayer (2008), 490.
5 Vgl. Zimbardo/Gerrig (2008), 680.
- 3 -
Arbeit zitieren:
BA Markus Györök, 2009, Motive, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren auf den Altruismus am Beispiel des Projekts "Älterwerden in Kleinmünchen", München, GRIN Verlag GmbH
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