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Inhalt
Die Baustelle, ein vorübergehender Fertigungsbetrieb 2
Örtliche Verhältnisse, Platzverhältnisse 3
Erfordernisse des öffentlichen Verkehrs 5
Eingliederung des Bauwerkes in die Umgebung 6
Art des Bauwerkes/Bauabmessungen 6
Bauen im bestehenden Betrieb 8
Bauen am Wasser 8
Geb äudesicherung - Sicherung von Nachbargebäuden 9
Baugrube 9
Baustelleneinrichtungsplan 10
Transport - und Verbindungswege 10
Lichtraum 12
Fahrordnung für den Baustellenverkehr 12
Trennung Fahrverkehr und Fußgängerverkehr 13
Einsatz von Hebezeugen 14
Fahrordnung für Kranbewegungen 14
Abstand von Freileitungen 15
Lagerpl ätze 15
Schalelemente gegen Umsturz sichern 16
Fertigteile 16
Silos 17
Elektrische Anlagen und Einrichtungen 17
Freileitungen und Erdkabel 17
Ortsfeste Flüssiggasanlagen 18
Aufenthaltsr äume 19
Erste Hilfe 20
Sanit ätsräume 20
Rettungstransportmittel 21
Meldeeinrichtungen 21
Allgemeine Anforderungen 22
Abgrenzung des öffentlichen Verkehrs 23
Regelwerke und Informationen 24
Checkliste 1: Baufeldbesichtigung 25
Checkliste 2: Planung der Baustelleneinrichtung 30
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Die Baustelle, ein vorübergehender Fertigungsbetrieb
Eine Baustelle ist ein vorübergehender Fertigungsbetrieb, bei dem das zu erstellende Werk weitgehend die Arbeitsbedingungen diktiert. Hilfseinrichtungen, wie Verkehrswege und Unterkünfte, soziale und sanitäre Einrichtungen müssen zuerst geschaffen werden. Wesentlichen Einfluss nehmen dabei der zur Verfügung stehende Platz und die Umgebungsbedingungen. Anders als in stationären Betrieben müssen sich die Beschäftigten auf ständig neue Arbeitssituationen einstellen und sind zusätzlich der Witterung ausgesetzt. Schutzmaßnahmen müssen infolge des Baufortschritts immer wieder den veränderten Umständen angepasst werden.
Koordination der verschiedenen Fachfirmen
Die Arbeit auf den Baustellen ist durch das Zusammenwirken verschiedener Fachfirmen gekennzeichnet; dies erfordert eine sorgfältige Organisation und laufende Koordination. Mit der Umsetzung der Baustellenrichtlinie durch die Baustellenverordnung (BaustellV) im Jahr 1998 wollte der Gesetzgeber erreichen, dass vor allem gleichzeitig nebeneinander tätige Beschäftigte unterschiedlicher Unternehmen ihre Tätigkeiten so aufeinander abstimmen, dass sie sich nicht gegenseitig gefährden. Da die Praxis zeigt, dass dies gewöhnlich nicht ohne Einwirkung des Bauherren funktioniert, soll dieser durch einen oder mehrere Koordinatoren unterstützt werden. Ihr Einsatz bereits in der Planungsphase eines Bauvorhabens soll bewirken, dass Fehlerquellen bereits frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Alle aus der Koordinorentätigkeit gewonnenen Erkenntnisse finden ihren Niederschlag in dem vorgeschriebenen SiGe-Plan.
Ausführliche Informationen zum Thema enthält der Beitrag „Sicherheitskoordination am Bau“ dieser Reihe (in Vorbereitung).
Qualität der Baustelleneinrichtung - Leistung der Beschäftigten
Die Planung und Herstellung der Baustelleneinrichtung ist eine wesentliche Vorleistung für die Durchführung einer Baumaßnahme. Von der Qualität dieser Vorleistung hängen die reibungslose Durchführung und damit der Erfolg der Bauarbeiten ab.
Die Qualität der Baustelleneinrichtung wirkt sich auch auf die Leistung der Beschäftigten aus. Im stationären Betrieb wird sehr viel Wert auf optimale Arbeitsbedingungen gelegt, allein aus dem Wissen heraus, dass diese entscheidend für Gewinn oder Verlust einer Produktion sind. Warum sollte dies nicht auch für die Baustelle gelten? Optimale Arbeitsplätze sind gleichzeitig auch sichere Arbeitsplätze. Insofern gehen Wirtschaftlichkeit und Arbeitssicherheit eine gesunde Allianz ein.
Im Folgenden werden einige Bereiche besprochen, die üblicherweise bei der Planung der Baustelle zu berücksichtigen sind.
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Die im Anschluss an diesen Artikel angefügten Checklisten zur Baustelleneinrichtung der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ (INQA, www.inqa.de) erleichtern es, alle relevanten Punkte zu erfassen
Örtliche Verhältnisse, Platzverhältnisse
Im Mittelpunkt der Baustelle steht das zu errichtende Bauwerk. Darauf und darum herum werden Arbeitsplätze, Lagerplätze und Aufenthaltsräume angelegt. Transport-und Verbindungswege verknüpfen diese Bestandteile miteinander. Die Anlage kann in den meisten Fällen nicht so frei geplant werden, wie es vom Arbeitsablauf her günstig wäre, sondern ist auch von äußeren Einflüssen abhängig, die sich aus dem Standort der Baustelle ergeben.
Die Größe des zur Verfügung stehenden Bauplatzes hat Auswirkungen auf den Bauablauf, die Möglichkeiten des Einsatzes von Maschinen und Geräten, die Baustelleneinrichtung, die Baukosten und letztlich auch auf die Sicherheit der Beschäftigten.
Dies soll an einem Beispiel erläutert werden: In einer Stadt soll in einer Baulücke ein Gebäude entstehen. Es fügt sich in die vorhandene Bebauung ein und ist zweiseitig von belebten Straßen
umgeben. Auf ihnen herrscht den ganzen Tag über Betrieb. Autos und Straßenbahnen fahren vorüber; mitten in der Stadt herrscht reger Fußgängerverkehr, da sich im Umkreis viele Geschäfte befinden (Abb. 1, 2).
Aus dem Lageplan ist sofort
ersichtlich, dass es auf der Baustelle sehr eng zugeht und dass Schwierigkeiten bei der Bauausführung zu erwarten sind. So konnten die ca. 30 m langen Verbundträger, die die im Flachbau geplante Halle überspannen sollten, aufgrund der Verkehrsverhältnisse nur über die auf die Einfahrt zulaufende werden. Diese Straße war jedoch ausgewiesen. Deshalb musste die Straße für den öffentlichen
Verkehr jeweils zur Anlieferung der Fertigteile gesperrt werden.
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Zusätzlich musste der Straßenbahnverkehr zeitweilig eingestellt werden. Zu berücksichtigen war auch der Sicherheitsabstand zwischen den unter Spannung stehenden Fahrleitungen zu berücksichtigen. Gegebenenfalls wären die Leitungen stromlos zu machen oder sogar abzubauen gewesen.
Abb. 4: Baumschutz
Ganz aktuell zeigt sich am Projekt „Stuttgart 21“, dass unter Umständen plötzlich Bewegungen in Gang kommen, die drohen, alle Planungen über den Haufen zu werfen. Solche Einflüsse können auch zu gefährlichen Eingriffen in die Baustelle und die Sicherheit ihrer Beschäftigten führen.
Beim Ulmer Projekt City-Bahnhof wird versucht, die Bevölkerung in das Bauvorhaben, seinen Nutzen und seine Auswirkungen rechtzeitig einzubinden, in der Hoffnung, dass die Akzeptanz der betroffenen Menschen gewonnen wird. Wenig Gnade finden Bauvorhaben, bei denen Belange des Umweltschutzes berührt werden. Dabei wird oft das differenzierte Ausbalancieren zwischen den Vor- oder Nachteilen für die Natur und für den Menschen, der ja auch ein Teil der Natur ist, vermisst. Beispiel: Verlust eines Nistplatzes für seltene Vogelarten wegen des Baus einer Ortsumgehung contra ruhiges Schlafen der Bewohner an einer Durchgangsstraße.
Bei der Vorbereitung des Bauplatzes sind eine eventuell vorhandene Baumschutz-verordnung bzw. gemeindliche Auflagen zu beachten
Art des Bauwerkes/Bauabmessungen
Bezüglich der Anforderungen an die Baustelleneinrichtung ist grundsätzlich zwischen Hoch- und Tiefbauten zu unterscheiden, weitere Überlegungen erfordern die Dimensionen: Als Beispiele seien hier ein großflächiges Bauwerk und eine Turmbaustelle genannt.
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Das großflächige Bauwerk (z.B. Flughafen, Schleuse) ist vor allem durch lange Wege gekennzeichnet. Neben den Transportwegen spielen bei Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes auch Flucht- und Rettungswege eine Rolle. Auf einer ausgedehnten Baustelle empfiehlt es sich daher, eine Rettungsübung durchzuführen, um feststellen zu können, ob alles planmäßig funktioniert, vor allem dann, wenn die Baustelle abgelegen ist. Die Übung muss mit den örtlich zuständigen Stellen für Unfallrettung abgesprochen und koordiniert werden.
Abb. 6: Rettungsübung
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Bauen im bestehenden Betrieb
Beim Bauen im bestehenden Betrieb muss das Miteinander der zwei unterschiedlichen Aufgabenbereiche geklärt werden. Dies betrifft einerseits die Arbeitsabläufe, die weitgehend störungsfrei vonstatten gehen sollen, andererseits gilt es, mögliche gegenseitige Gefährdungen auszuschließen. Diesbezüglich regeln das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) bzw. die BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ die Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber mit dem Ziel der gegenseitigen Absprache und Koordination, um Unfälle und Gesundheitsgefahren zu verhindern.
Bauen am Wasser
Abb. 7: Rettungsboot mit Außenbordmotor
Abb. 8: Beschäftigter mit Rettungsweste
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Gebäudesicherung - Sicherung von Nachbargebäuden
Baugrube
Wie bei den vorangehenden Überlegungen ist die Baugrubenausführung auch von den örtlichen Verhältnissen abhängig. In den meisten Fällen entscheidet der zur Verfügung stehende Bauplatz darüber, ob die Baugrubenwände im Einzelnen abzuböschen oder zu verbauen sind. Die Neigung einer Böschung richtet sich im Allgemei-
Arbeit zitieren:
Christian Steiger, 2010, Informationen zur Arbeitssicherheit auf Baustellen, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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