Agrarkraftstoffe im Fokus nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel Brasiliens
I. Inhaltsverzeichnis
I.
I. Inhaltsverzeichnis 2
II. Begriffserläuterungen 3
III. Abbildungsverzeichnis 5
1. Einleitung. 6
2. Der Agrarkraftstoffboom Brasiliens betrachtet in den drei Dimensionen
Ökonomie, Soziales und Ökologie 8
2.1. Die ökonomische Dimension: Agrarkraftstoff als Konjunkturmotor 8
2.1.1. Bewertung der ökonomischen Nachhaltigkeit. 10
2.2. Die soziale Dimension: An der Basis des Booms 11
2.2.1. Ernährungssicherheit 13
2.2.2. Bewertung der sozialen Nachhaltigkeit 15
2.3. Die ökologische Dimension: Fragwürdige Bilanz. 17
2.3.1. Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit. 19
3. Fazit 20
4. Literaturliste. 24
Seite 2
Agrarkraftstoffe im Fokus nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel Brasiliens
II. Begriffserläuterungen Agenda 21
Bei der Agenda 21 handelt es sich um das Aktionsprogramm des 21. Jahrhunderts, welches bei der UN- Konferenz 1992 in Rio de Janeiro von 178 Nationen als politische Erklärung abgenommen wurde. Dieses Aktionsprogramm zeigt in 40 Kapiteln detaillierte Handlungsaufträge für politisches Handeln einer umweltverträglichen, nachhaltigen Entwicklung auf. Ziel der Agenda 21 ist, künftig eine Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sicherzustellen.
Agrarkraftstoffe
Flüssige oder gasförmige Treibstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, und als Substitute für fossile Brennstoffe in Motoren Verwendung finden. Die meisten Industrieländer haben inzwischen eine Beimischungsquote von Agrarkraftstoffen zu fossilen Brennstoffen vorgeschrieben.
Biodiversität
Biodiversität ist die Bezeichnung für biologische Vielfalt. Darunter fallen zum Beispiel die genetische Vielfalt, Artenvielfalt und die Vielfalt an Lebensräumen und Ökosystemen.
Herbizide
Herbizide (aus dem lateinischen = Kraut) sind chemische Substanzen, die unerwünschte Pflanzen abtöten sollen, um das Wachstum der Kulturpflanzen zu fördern. Sie werden auch Unkrautbekämpfungsmittel genannt.
Agrarkraftstoffe im Fokus nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel Brasiliens
Intergenerative Gerechtigkeit
Die Richtlinie intergenerativer Gerechtigkeit bezweckt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Bedürfnisbefriedigung zukünftiger Generationen zu gefährden.
Intragenerative Gerechtigkeit
Die intragenerative Gerechtigkeit hat zum Ziel einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen der Menschen in Industrieländern und Entwicklungsländern zu schaffen.
IWF
IWF ist die Bezeichnung für den Internationalen Währungsfond, eine Organisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Washington. Der IWF hat folgende Aufgaben: Kreditvergabe, Überwachung der Geldpolitik, Ausweitung des Welthandels, Förderung internationaler Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Stabilisierung von Wechselkursen.
OECD- Staaten
OECD ist eine internationale Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und vereint 33 Staaten auf der ganzen Welt, ihr Sitz ist in Paris-Frankreich. Der Organisation angehörende Staaten werden als OECD- Staaten bezeichnet und haben sich der Demokratie und Marktwirtschaft verpflichtet.
Agrarkraftstoffe im Fokus nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel Brasiliens
Pestizide
Pestizid (aus dem englischen Pest = Schädling) ist eine Bezeichnung für chemische Substanzen, die zum einen ungewünschte Lebewesen und Pflanzen vertreiben oder töten können, und auch Keimung, Wachstum und Vermehrung zu verhindern.
Wirtschaftswachstum
Bei einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts, gemessen zwischen zwei aufein-anderfolgenden Perioden, spricht man von einem Wirtschaftswachstum. Das Wirtschaftswachstum kann unterschiedlich gebildet werden, z.B. durch technischen Fortschritt und/ oder vermehrten Einsatz von Arbeit und/oder Kapital.
III. Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Die weltweite Produktion von Bioethanol und Biodiesel…………….......10
Abb. 2: Die wahrscheinliche Karriere der Biokraftstoff…………………….…….11
Abb. 3: Biokraftstoff versus Erdöl: die Risiken im Vergleich…………………….18
Agrarkraftstoffe im Fokus nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel Brasiliens
1. Einleitung
Das absehbare Ende der Ausbeutung des Erdöls ist zwischenzeitlich allgemein anerkannter Konsens. Die Risiken und Kosten, die für die Erschließung neuer Ölquellen in Kauf genommen werden müssen, lassen längst auch unter der Maxime des Profitstrebens die erneuerbaren Ressourcen immer stärker in das Blickfeld der Konzerne rücken. Diese Hinwendung wird auch und gerade in der PR-Arbeit offensichtlich, beispielsweise auch bei BP, die sogar ihren Markennamen an diesem Paradigmenwechsel ausrichten und zu „Beyond Petrol“ umdeuten. Den Konsumenten wird eine Welt versprochen, in der ohne Verzicht und ohne Schuldgefühle - vor allem in Blickrichtung künftiger Generationen - weitergemacht werden kann wie bisher, dank der erneuerbaren Energien, die als zukunftsweisend, endlos verfügbar und sauber dargestellt werden, eben als „nachhaltig“.
Was das Bestehen „unserer“ Welt sichern soll, wird zudem auch für die Entwicklungs- und Schwellenländer als Chance zum Aufholen an die Standards der Industrieländer gepriesen. Agrarkraftstoffe sollen hierbei als Konjunkturmotor für die Entwicklung dienen und dieses Wachstum gleichzeitig ökologisch sinnvoll -und somit nachhaltig - gestalten. Diese Kraftstoffe, die als Substitut für Benzin, Diesel und Erdgas Verbrennungsmotoren antreiben können, werden aus nachwachsenden Rohstoffen wie zucker-, stärke- oder ölhaltigen Pflanzen hergestellt.
Ein programmatisches Leitbild für nachhaltige Entwicklung wurde als „Agenda 21“ auf der UN-Konferenz in Rio de Janeiro 1992 ausgearbeitet und von Vertretern von 178 Nationen als politische Erklärung angenommen, wobei die Grundlagen vielfach auf dem Bericht der Brundtland-Kommision „Our Common Future“ von 1987 basieren 1
1 Vgl. Hauff, v. M. (2007), S. 1ff.
Agrarkraftstoffe im Fokus nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel Brasiliens
Zielsetzung dieses Leitbilds:
In einer globalen Partnerschaft soll eine zukunftsfähige Entwicklung aller Nationen in ökologischer, ökonomischer und sozial gerechter Weise umgesetzt werden. Insbesondere der nachhaltige Umgang mit dem Naturkapital als Lebensgrundlage aller menschlichen Aktivitäten soll dabei die globale intra-und intergenerationelle Gerechtigkeit gewährleisten, also sowohl um den gerechten Interessensausgleich zwischen den Industrieländern und den weltweiten Zugehörigen einer Generation, sowie Gerechtigkeit gegenüber den nachfolgenden Generationen. 2
Als wie nachhaltig sind die Entwicklungsmöglichkeiten der Entwicklungs- und Schwellenländer durch die Herstellung von Agrarkraftstoffen, wie die langfristigen Auswirkungen auf die lokalen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Systeme zu bewerten?
Ziel dieser Hausarbeit ist es, diese Bewertung anhand der Grundlagen des Leitbilds nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit vorzunehmen. Die Hausarbeit beschränkt sich in ihrer Betrachtung im Wesentlichen auf das Fallbeispiel Brasilien und dabei auf den Agrarkraftstoff Ethanol. Diese Nation, die sich bereits auf der Schwelle zur Industrienation befindet, hat als Pionier im Agrarkraftstoffsektor über mehr als 30 Jahre Erfahrung zu verzeichnen und deckte im Jahr 2007 bereits 20% seines Treibstoffbedarfs mit dem - aus Zuckerrohr gewonnenen - Agrarkraftstoff Ethanol. 3 Außerdem erwirtschaftete der Erfolg der Agrarkraftstoffe im Ex-port Devisen für das Land, und hatte somit Anteil an der Entschuldung Brasilien. Der brasilianische Agrarkraftstoffboom gilt somit als Erfolgsgeschichte und Vorbild südamerikanischer und afrikanischer Entwicklungsländer, doch zeichnen unabhängige Studien und Organisationen ein weitaus kritischeres Bild hinsichtlich der sozialen und ökologischen Dimensionen.
2 Vgl. Hauff, v.M. (2007), S. 1
3 Vgl. Brasilianische Botschaft in Deutschland (2007)
Arbeit zitieren:
Andrea Blust, 2010, Agrarkraftstoffe im Fokus nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel Brasiliens, München, GRIN Verlag GmbH
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