INHALTSÜBERSICHT
Einleitung. 3
1) Action against one´s own better judgement:
“Willensschwäche bei David Pears. 4
2) Akrasia: Ein Schlüsselbegriff bei David Pears. 6
3) Self-Deception: “Selbsttäuschung bei David Pears. 10
Postskriptum. 12
Bibliographie. 13
2
EINLEITUNG
Die vorliegende Seminararbeit hat David Pears´ Aufsatz Self-Deception and Action against one´s own better judgement als Basis und nimmt ihn als Ausgangspunkt für die Diskussion über die Phänomene “Selbsttäuschung” und “Willensschwäche”. David Pears möchte in seiner Abhandlung zweierlei beleuchten: Einerseits möchte er die Möglichkeit von Irrationalität im Denken, andererseits die Möglichkeit von Irrationalität im Handeln diskutieren. Ersteres wird mithilfe des Konzepts der Selbsttäuschung, Letzteres wird mithilfe des Konzept der Willensschwäche im Sinne eines bewussten Handelns wider besseren Wissens untersucht. Zwei Gemeinsamkeiten sind für Pears gleich am Anfang evident: Beide Konzepte, sowohl das der Selbsttäuschung als auch das der Willensschwäche, scheinen paradox zu sein und beide sind Fälle von Irrationalität. Pears stellt demzufolge zwei Fragen: Eine nach der Möglichkeit der Paradoxie in beiden Konzepten und die andere nach einem adäquaten Verständnis ihrer Irrationalität. “[...] Their natural habitat was somewhere very near the boundary of the possible. Self-deception may even be an impossible achievement and the same may be true of conscious action against one´s own better judgement.” 1
Die folgenden Kapitel widmen sich Pears´ Reaktion auf diese Problematik und stellen seine Antworten auf diese Fragen in den Mittelpunkt des Interesses. An dieser Stelle ist noch darauf hinzuweisen, dass die für die Seminararbeit herangezogenen Textstellen von David Pears in der Originalsprache wiedergegeben werden. Diese Entscheidung soll translationstechnische Unstimmigkeiten bestmöglich vermeiden und ein authentisches Textverständnis gewährleisten.
1 PEARS, David: 1984. Motivated Irrationality. Oxford: Klarendon Press, S. 15.
3
1) ACTION AGAINST ONE´S OWN BETTER JUDGEMENT: “Willensschwäche” bei David Pears
“Sodann wollen wir an einem anderen Punkt einsetzen und feststellen, daß es drei Arten von Eigenschaften gibt, die man meiden muß: Minderwertigkeit, Unbeherrschtheit und tierisches Wesen. Was zu zweien davon den Gegensatz bildet ist klar: den einen nennen wir Trefflichkeit, den anderen Beherrschtheit. Dem tierischen Wesen lässt sich wohl am passendsten der Begriff einer über-menschlichen Vollkommenheit entgegensetzen, einer Vollkommenheit, die etwas Heroisches, Göttliches an sich hat: [...].” 2
Aristoteles, Nikomachische Ethik, Buch VII.
Pears stellt am Beginn fest, dass bei einer Person, die wider ihr besseres Wissen handelt, Vernunft nicht die Kontrolle über das Handeln der Person ausübt. Man könnte es äquivalent wie folgt formulieren: Die Person hat nicht die Kontrolle über ihre Handlungen. Pears folgert, dass es in Fällen von Handeln gegen besseres Wissen natürlich ist “[...] to identify the true agent with his reason 3 , because reason is the best guide within him.” 4 Die Konklusion dieser Identifikation - “the true agent with the authority within the visible agent” 5 - ist fatal: Die Vernunft der handelnden Person konnte ebendiese nicht davor bewahren, wider besseren Wissens zu handeln. Daraus resultiert, dass Leute, die gegen besseres Wissen handeln, nicht anders können. Sie unterliegen einem unwiderstehlichem Zwang. Die Vernunft als Autorität ist nicht ausreichend, um den Handelnden zu “beherrschen”.
Am besten wird diese Problematik durch das Beispiel illustriert, welches Pears in seinem Aufsatz heranzieht und welches an dieser Stelle in der Originalsprache wiedergegeben werden soll:
“The guest at the party [...] deliberated irrationally in the first version of the story, because his desire for the pleasure of unrestricted drinking led him to conclude,
2 ARISTOTELES: 1969. Nikomachische Ethik. Stuttgart: Philipp Reclam jun., S. 177.
3 Der englische Begriff “reason” kann sowohl mit Verstand als auch Vernunft übersetzt werden. Bedauerlicherweise führt Pears keinerlei Differenzierung durch, wodurch der Begriff den gesamten Text hindurch unexakt bleibt. Eine genaue Definition würde Klarheit schaffen und ein adäquates Textverständnis ermöglichen.
4 PEARS, David: 1984. Motivated Irrationality. Oxford: Klarendon Press, S. 38.
5 ebda, S. 16.
4
Arbeit zitieren:
Mag. Dr. phil. Lisz Hirn, 2008, David Pears: Self-Deception and Action against one´s own better Judgement - an Analysis, München, GRIN Verlag GmbH
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