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Inhaltsverzeichnis Seite
1 Einleitung 3
2 Begriffsbestimmung 5
2.1 Der Begriff des sozialen Milieus 5
2.1.1 Milieu der individualisierten Akademiker 6
2.1.2 Das Milieu der technischen Vernunft 7
2.1.3 Das Alternative Milieu 7
2.1.4 Arbeiter-Familien-Milieu 8
2.2 Der Begriff der Mobilität 8
3 Der Forschungsprozess 10
3.1 Datenerhebung und Operationalisierung 10
3.2 Codeplan und Datenmatrix 12
3.3 Bestimmung der Milieutypen 13
3.4 Vorbereitung der Auswertung und die Arbeit mit SPSS 15
4 Auswertung 25
5 Schlussbemerkungen / Resümee 30
6 Literaturverzeichnis 31
7 Anhang 32
7.1 Fragebogen 32
7.2 Codeplan 40
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1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die angestrebte Lebensweise eines Jugendlichen von seiner sozialen Herkunft abhängig ist. Diese bevorzugte Lebensweise wird durch das Milieu ausgedrückt, dem die Person nach seiner beruflichen und privaten Entwicklung angehörig sein möchte. Die zu Grunde liegenden Daten stammen aus einem Forschungsprojekt, das im Jahre 2002 durchgeführt wurde und bei dem Jugendliche aus drei Schulen in Thüringen befragt wurden (Vgl. 3.1).
Die Autoren vertreten die Hypothese, dass es einen Zusammenhang zwischen dem sozialen Milieu, das ein Heranwachsender für sein weiteres Leben anstrebt und seiner sozialen Herkunft gibt. Um die soziale Herkunft zu untersuchen, muss man sich das soziale Milieu der Eltern, das die Umgebung des Jugendlichen darstellt, erforschen, da hier entscheidende Voraussetzungen für sein weiteres Leben geschaffen werden. In dieser Untersuchung wird weiterhin behauptet, dass ein Jugendlicher aus einem relativ niedrigen sozialen Milieu im Laufe seines Lebens ein höheres anstreben wird. Ein Jugendlicher aus einem sozial hoch angesehnem Umfeld dagegen ist bestrebt dieses beizubehalten. Dementsprechend wird die zu erwartende Mobilitätsrate im ersten Falle hoch ausfallen und im zweiten gegen null tendieren. Im Laufe der Arbeit wird sich zeigen, ob diese Vermutungen den tatsächlichen empirischen Sachverhalten entsprechen.
Zunächst gilt es in der vorliegenden Hausarbeit zu klären, was überhaupt unter dem Begriff des sozialen Milieus zu verstehen ist. In diesem Zusammenhang werden die Autoren vier Milieutypen unterschieden, zu denen die befragten Jugendlichen zugeordnet werden.
Anschließend werden die verwendeten Methoden vorgestellt. In diesem Zusammenhang werden die abhängige und unabhängige Variablen, sowie der Prozess der Operationalisierung, genauer zu beschreiben sein. Außerdem wird die Methode zur Auswertung der Daten erläutert. Hier gehen wir auf die Verwendung des Statistikprogramms SPSS bei unserer Arbeit näher ein und erläutern die Verwendung von verschiedenen Assoziationsmaßen zur Bestimmung der Beziehung zwischen Variablen.
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Der letzte Teil stellt die eigentliche Auswertung und die gewonnen Erkenntnisse aus den erhobenen Daten dar. Des Weiteren findet der Leser im Anhang den von uns aufgestellten Fragebogen, den Codeplan und einen Auszug aus Datenmatrix mit allen Daten, die der Auswertung zu Grunde liegen.
Unser Anliegen ist es, die Arbeit auch für jene Personen verständlich zu machen, die bisher noch keine Statistikkenntnisse erwerben konnten, so dass sie einen Einblick in die Grundzüge der statistischen Datenanalyse gewinnen können und mit der Arbeitsweise ein wenig vertrauter gemacht werden.
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2. Begriffbestimmungen
2.1 Der Begriff des sozialen Milieus
Früher wurde die Gesellschaft meistens in soziale Schichten eingeteilt, die sich durch Einkommen, Bildung und Sozialprestige (auch in Bezug auf den Beruf) unterschieden. Heute differenziert man stärker. Deshalb wird auch nicht mehr nur der Begriff der Schichten, sondern der erweiterte Begriff des Milieus verwendet. Milieus sind gesellschaftliche Gruppierungen, deren "Mitglieder" sich in ihrer Lebenssituation, ihrem Lebensstil und ihrer Wertorientierung ähnlich sind. Die Kriterien zur Einteilung in Milieus sind soziale Schicht (Oberschicht, Mittelschicht, Unterschicht) und Wertorientierung. Die Wertorientierung kann dabei traditionell, materiell oder nichtmateriell sein. 1
Jugendliche werden überwiegend dem hedonistischen Milieu zugeordnet. Hedonismus ist eine altgriechische Lehre, die besagt, dass der Genuss Sinn und Ziel des menschlichen Handelns ist. Dieses Milieu zeichnet sich durch eine eher nichtmaterielle Werthaltung aus, obwohl Luxus auf seine "Mitglieder" attraktiv wirkt. Diese zählen häufig zur Mittel- oder Unterschicht. Sie betonen Freiheit, anders zu sein als so
1 Burkart/Kohli, 1992
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genannte Spießer, das Leben zu genießen und im Hier und Jetzt zu leben, Spontaneität, Echtheit/Individualität und Kreativität.
Eine wichtige Orientierungshilfe dieser Studie ist das Buch „Liebe, Ehe, Elternschaft“ von Burkart und Kohli, in dem klare Abgrenzungen sozialer Milieus beschrieben werden. Milieu wird hier folgendermaßen definiert: „[…] ein regionaler Ausschnitt der Gesellschaft, in dem durch die Zusammensetzung der Bevölkerung sowie die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten sich bestimmte Wertvorstellungen eher durchsetzen konnten und damit auch vorherrschende Lebensweisen entstanden sind“ 2 . Die Autoren unterscheiden folgende Gruppen auf die wir uns in unserer Untersuchung beziehen werden:
1. Milieu der individualisierten Akademiker,
2. Milieu der technischen Vernunft,
3. Alternatives Milieu,
4. Arbeiter - Familienmilieu.
2.1.1 Milieu der individualisierten Akademiker
Im Milieu der individualisierten Akademiker wird die Gesellschaft als eine von Männern beherrschte Domäne betrachtet. Die Denkensweise ist sehr emanzipiert und man konzentriert sich auf die berufliche Karriere. Der Beruf ist die Erfüllung, Selbstverwirklichung erfolgt hier eher als in einer Partnerschaft. Gleichberechtigung sowie deutliche Berufsbezogenheit beider Geschlechter ist die Grundlage von starkem Individualismus. Wegen langen Ausbildungszeiten und beruflichen Etablierungsphasen wird die Familiengründung altersgemäß nach hinten gerückt und man sieht nicht davon ab ganz auf Kinder zu verzichten. Denn somit wäre garantiert, dass alte Geschlechterrollen-Klischees nicht auftreten können.
2.1.2 Das Milieu der technischen Vernunft
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Zum Milieu der technischen Vernunft gehören Menschen, die eine mittlere bis höchste Formalbildung wie Abitur und/oder Studium genossen haben. Dies sind viele Studenten, höhere Angestellte, mittlere bis größere Selbstständige und Freiberufler, dessen Einkommen hoch bis sehr hoch sind. Erfolgreich zu sein und ein hoher Lebensstandard sind Inhalte der Zukunftsplanung, wobei Karriere und Privatleben eine große Rolle spielen. Ein typischer Lebensverlauf im technischen Milieu eines Ingenieurs sieht wie folgt aus: „Er lernt im Studium seine künftige Frau kennen, die ebenfalls studiert oder zumindest das Abitur hat. Nach dem erfolgreichen Eintritt in den Beruf kann ans Heiraten gedacht werden. Die Frau sollte allerdings vorher ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben, damit sie für den Fall einer Trennung sozial abgesichert ist.“ 3
2.1.3 Das alternative Milieu
Im alternativen Milieu streben die Akteure weder eine klare und sichere Berufsperspektive an, noch gilt diese als Lebensziel. Hier geht es eher um eine Übereinstimmung von privatem und gesellschaftlichem Leben. Intensive zwischenmenschliche Beziehungen, Entfaltung von Persönlichkeit sowie
Selbstverwirklichung stehen kennzeichnend für dieses Milieu. Die Bereitschaft Kinder auch in ungesicherten Verhältnissen großzuziehen, ist nicht selten.
Hier spielt die Ehe an sich keine große Rolle, die Menschen organisieren ihr Leben vielmehr in größeren Gemeinschaften, in denen die Arbeitsteilung entweder gleich verteilt ist oder individuell erfolgt. Zu diesen Menschen gehören jene, die die höchsten Bildungsstufen erreicht haben. Vor allem Studenten und Schüler machen einen Großteil davon aus. Viele höhere Angestellte, Freiberufler und Beamte gehören auch dazu. Geringe Einkommensklassen sind zwar überrepräsentiert, aber häufig sind auch hohe bis höchste Einkommensklassen vertreten.
2 Burkart/Kohli: 1992, S. 16
3 Burkart/Kohli: 1992, S.
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2.1.4 Arbeiter-Familien-Milieu
Die Rollenverteilung ist im Arbeiter-Familien-Milieu eindeutig definiert. „Die Frau wird Mutter werden, der Mann wird das Geld verdienen, um Mutter und Kind zu ernähren“ 4 . Die Ehe gilt also als Versorgungsinstitution. Die Familie genießt eine zentrale Stellung, und der Kinderwunsch ist sehr stark ausgeprägt. Es ist nicht relevant, ob die Lebensumstände günstig oder ungünstig sind. Kinder zu bekommen stellt einen zentralen Lebensinhalt dar und deren materielle Versorgung ist viel wichtiger als die eigene. Auch wenn sich die Frau in erster Linie um die Kinder kümmert und dafür ihre Arbeit aufgibt, wollen heutzutage viele wieder in den Beruf zurückkehren, wenn die Kinder größer geworden sind. Keiner strebt nach einem hohen Lebensstandard, er sollte aber befriedigend sein. Materielle Sicherheiten wie ein sicherer Arbeitsplatz, finanzielle Absicherung im Alter und Anerkennung bei Kollegen sowie Nachbarn sind von Belang. Häufig haben die Menschen den Abschluss der Hauptschule erreicht, sowie eine anschließende Berufsausbildung absolviert. Überdurchschnittlich viele Facharbeiter sowie un- und angelernte Facharbeiter und ein hoher Anteil an Rentnern sowie Pensionären sind kennzeichnend für dieses Milieu. Folglich sind die Einkommen klein bis mittel groß.
2.2 Der Begriff der Mobilität
In dieser Arbeit spielt der Begriff der Mobilität eine wesentliche Rolle, da die Hypothesen darauf hinaus laufen die voraussichtliche Mobilitätsrate zwischen den Milieus zu klären.
Unter Mobilität wird laut Bernhard Schäfers: „[Die] Bewegung von Personen zwischen sozialen Positionen“ verstanden. 5 Für ihn befasst sich die soziale Forschung besonders intensiv mit dem Wechsel zwischen den Berufspositionen oder den Sozialschichten, also den Milieus. Auf diesem Wege können der Grad der „Geschlossenheit“ bzw. „Offenheit“ einer Gesellschaft und damit verbunden die bestehenden Entwicklungschancen eines jeden einzelnen, geklärt werden.
4 Burkart/Kohli: 1992, S. 242
5 Schäfer, Bernhard: 2000, S. 240.
Arbeit zitieren:
Thomas Buchholz, Justyna Andziak, 2003, Inwieweit beeinflusst die soziale Herkunft von Jugendlichen das angestrebte soziale Milieu? Eine Milieustudie., München, GRIN Verlag GmbH
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