Inhaltsverzeichnis
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS 2
ANHANGSVERZEICHNIS 2
EINF ÜHRUNG 3
BILDUNGSZUGANG UND SEINE ENTWICKLUNG 4
LERNUMFELD UND ORGANISATION VON SCHULEN 5
BILDUNGSAUSGABEN 8
Internationaler Vergleich 8
Vergleich der Bundesländer 10
BILDUNGSMONITOR 11
PISA - STUDIE 12
STANDPUNKT DER VERFASSER 14
FAZIT. 15
LITERATURVERZEICHNIS 16
ANHANG 18
1
Abkürzungsverzeichnis
BIP Bruttoinlandsprodukt
FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie
FuE Forschung und Entwicklung
INSM Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
ISCED International Standard Classification of Education
IWD Institut der deutschen Wirtschaft Köln
KmK Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland
MINT Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik
OECD Organization for Economic Co-Operation and Development
Anhangsverzeichnis
Abb. 1 - Bildungsbeteiligung 15- 19-Jähriger
Abb. 2 - Bildungsbeteiligung 20- 29-Jähriger
Abb. 3 - Insgesamt vorgesehene Unterrichtszeit
Abb. 4 - Unterrichtszeit pro Fach als Prozentsatz der Pflichtunterrichtszeit bei 9-11 Jährigen
Abb. 5 - Unterrichtszeit pro Fach als Prozentsatz der Pflichtunterrichtszeit bei 12-14-Jährigen
Abb. 6 - Durchschnittliche Klassengröße nach Bildungsbereich
Abb. 7 - Bildungsausgaben 2007 nach Bildungsbereichen (in %)
Abb. 8 - Jährliche Ausgaben von Bildungseinrichtungen pro Schüler/ Studierenden für alle Leistungsbereiche (2007)
Abb. 9 - Ausgaben für öffentliche Schulen je Schüler/-in im Haushaltsjahr 2007 nach Schularten und Ländern in Euro
Abb. 10 - Ausgaben für öffentliche Schulen je Schüler/-in im Haushaltsjahr 2007, ausgewählte allgemein bildende Schularten nach Ländern in Euro Abb. 11 - Die Rangliste der Länder im Bildungsmonitor
Abb. 12 - MINT-Bestandsranking, sortiert nach Ingenieurspromotionen
Abb. 13 - Gesamtausgaben und Ausgaben je Schüler im Jahr 2020 im Vergleich zu 2007
Abb. 14 - Pisa-Teilnehmerländer und Volkswirtschaften
2
Einführung
Aufgrund der föderativen Struktur in Deutschland gehören wichtige Aufgaben für Bildung vorrangig dem Zuständigkeitsbereich der einzelnen Bundesländer an. Jedes der 16 Bundesländer hat eine eigene Gesetzgebung für das Schul- und Hochschulsystem. Daraus ergibt sich, dass die Bildungspolitik in Deutschland sehr differenziert ist und es zu mehr oder minder ausgeprägten Unterschieden in einzelnen Bildungsbereichen kommt. Dies verdeutlichen besonders die stark variierenden Schulsysteme, was auch im internationalen Vergleich der Länder zu erkennen ist.
In folgender Arbeit geht es um den Vergleich von Bildungssystemen auf internationaler Ebene und auf Ebene der Bundesländer in Deutschland. Unsere Motivation zu diesem Thema bestand darin, Stärken, Schwächen und Nachholbedarf aufzudecken und Vorschläge zu möglichen Verbesserungen zu geben. Grundlage dafür waren vorrangig Ergebnisse verschiedener anerkannter Studien. Wir haben uns dabei auf einige wenige Kernpunkte beschränkt, an denen man die Unterschiede am deutlichsten sieht, da der Umfangreichtum der Ergebnisse in ihrer Diversifikation enorm ist. Insbesondere das Lernumfeld und die Organisation der Schulen, sowie die Bildungsausgaben haben unser Augenmerk auf sich gezogen. Der Vergleich des Umfelds, dem die Schüler ausgesetzt sind, zeigt unter welchen Bedingungen sie Bildung erfahren. Die Art und der Umfang der Finanzierung, den die verschiedenen Länder und Bundesländer auf ihr Bildungssystem anwenden, lassen einen Vergleich sehr gut zu. Denn die Summe der Ausgaben zeigt, welchen Stellenwert Bildung in einer Volkswirtschaft genießt.
Nach Erörterung der Fakten folgt eine kurze Schlussbetrachtung, in der die Verfasser ihren Standpunkt zur Thematik darlegen.
3
Bildungszugang und seine Entwicklung
1. Der Zugang zu formaler Bildung vergrößert sich von Jahr zu Jahr. In fast allen OECD-Ländern haben mind. 90% der jungen Menschen Zugang zu formaler Bildung für mind. 12 Jahre. Belgien, Frankreich, Norwegen und Deutschland sind dabei führend mit mind. 14 Jahren formaler Bildung. In der Türkei und Brasilien hingegen beträgt die Dauer nur 7-9 Jahre. Der Zeitraum in dem formale Bildung gewährleistet wird verlängert sich in fast allen Ländern, allerdings sind einige Länder bereits soweit fortgeschritten, dass bereits der Sättigungspunkt erreicht wurde. Dazu zählen Norwegen, Island und Belgien. 1 2. In fast allen OECD- Ländern ist die Bildungsbeteiligung im Sekundarbereich II mit über 85% hoch.
Immer mehr junge Menschen verbleiben über die Pflichtschulzeit hinaus im Bildungssystem, da die Chancen auf ein besseres Beschäftigungsverhältnis deutlich zunehmen. Aufgrund dessen muss das Angebot ausgeweitet werden, da ein vielfältigeres Klientel versorgt werden muss. 2
Zwischen 1995 und 2008 ist in den OECD-Ländern die Zahl der 15-19-Jährigen, die sich in Ausbildung befinden um 8% (von 74% auf 82%) gestiegen, was einen deutlichen Zuwachs der Bedeutung von Bildung darstellt. Führend mit mehr als 90% Beteiligung sind Belgien, Polen und Slowenien, aber auch in Belgien, Kanada und Frankreich ist die Bildungsbeteiligung sehr hoch. 3 (Abbildung 1) Zu dieser oberen Gruppe gehört auch Deutschland. Allerdings sind auch Griechenland, die Tschechische Republik und Ungarn mit zu nennen, denn diese Länder haben eine große Steigerung um mehr als 20% zu verzeichnen. Lediglich in Luxemburg und Israel liegt die Bildungsbeteiligung in diesem Bereich noch unter 85%.
3. Die Bildungsbeteiligung nimmt vor allem im Alter von 16 - 19 Jahren stark ab. Es gibt große länderspezifische Unterschiede im Alter, in dem die Schulpflicht endet. Sie reicht von 14 Jahren z.B. in Korea, Türkei und Slowenien bis zu 18 Jahren in Belgien, Deutschland und Kanada. Das offizielle Alter, in dem die Schulpflicht endet, entspricht aber nicht immer der Altersstufe, auf der die Bildungsbeteiligung über 90% der Bevölkerung beträgt. Dies ist zum Beispiel in Belgien, Deutschland, und der Türkei der Fall, möglicherweise verursacht durch eine lange Schulpflicht (18 Jahre). 4
1 Vgl. OECD (2010), S. 334.
2 Vgl. ebd., S. 336.
3 Vgl. ebd., S. 337.
4 Vgl. ebd., S. 340.
4
Allgemein gibt es keinen engen Zusammenhang zwischen dem Ende der Schulpflicht und der Abnahme der Bildungsbeteiligung. So erfolgt in den meisten OECD- Ländern der stärkste Rückgang zum Ende des Sekundarbereichs II (ab dem Alter von 16 Jahren). Im Durchschnitt sinkt die Bildungsbeteiligung um 66% von 92% bei den 16-Jährigen auf 26% bei den 19-Jährigen.
Die Bildungsbeteiligung junger Erwachsener hat vor allem im Tertiärbereich enorm an Bedeutung gewonnen und zeigt eine steigende Gesamttendenz auf. Im OECD - Durchschnitt nahmen 25% der 20- 29-Jährigen an Bildungsmaßnahmen teil. In Australien, Dänemark, Polen und Schweden war der Anteil mit über 30% noch höher. Durchschnittlich sind die Teilnahmequoten zwischen 1995 und 2008 um 6,5% gestiegen. Eine besonders große Steigerung um mehr als 12% hatten Finnland, Island, Korea, Griechenland und Neuseeland zu verzeichnen (siehe Abbildung 2). 5
Lernumfeld und Organisation von Schulen
Das ausreichende Vorhandensein von Klassenzimmern und die damit verbundenen sozialen Auswirkungen haben großen Einfluss auf den Lerneffekt der Schüler. Die ausreichende Bereitstellung von Klassenzimmern ist wichtig, da der formale Unterricht im Klassenzimmer einen zentralen Aspekt der Schulbildung darstellt und sich das ausreichende Vorhandensein von Klassenzimmern auf die Unterrichtszeit auswirken kann und damit eng mit dem Effekt des Lernens verknüpft ist. 4. Die Anzahl der vorgesehenen Unterrichtsstunden schwankt stark von Land zu Land sowie teilweise von Region zu Region.
Im OECD- Durchschnitt beträgt die vorgesehene Unterrichtszeit 6.777 Stunden im Jahr, allerdings gibt es große Schwankungen zwischen einzelnen Ländern. 6 (Abbildung 3) So sind es in Polen z.B. nur 4.715 Stunden, während in Italien mehr als 8.000 Stunden jährlich vorgesehen sind. Deutschland liegt hier im OECD- Durchschnitt. In manchen Ländern gibt es große regionale Unterschiede, da oftmals lokale Bildungsbehörden oder Schulen selbst über Zahl und Aufteilung der Unterrichtsstunden entscheiden. Grundsätzlich ist aber zu sagen, dass in den Länder, die eine höhere Stundenanzahl haben und damit ein höheres Arbeitspensum, die Schulpflicht meist kürzer ist.
Die Anzahl der Pflichtstunden nimmt mit zunehmendem Alter ebenfalls durchgängig zu.
5 Vgl. OECD (2010), S. 415.
6 Vgl. ebd., S. 417.
5
Diese betragen im OECD- Durchschnitt 6.582 Stunden im Jahr, in einem Teil der Länder (u.a. Deutschland, Island, Norwegen, der Tschechischen Republik und Brasilien) entspricht die insgesamt vorgesehene Unterrichtszeit den Pflichtstunden. In Australien, Frankreich und Irland ist ersteres zwar für 7-11- Jährige der Fall, für ältere Gruppen trifft dies aber nicht zu. 5. Die Aufteilung der Pflichtunterrichtszeit auf verschiedene Bereiche wechselt zwischen den verschiedenen Altersgruppen.
Bei den 9-11-Jährigen nehmen durchschnittlich fast 50% die Grundlagenfächer Lesen/Schreiben (23%), Mathematik (16%) und Naturwissenschaften (9%) ein . Dabei nehmen Lesen und Schreiben im Durchschnitt mit 23% den größten Teil ein, was aber stark zwischen einzelnen Ländern variiert. Zwei Extreme hierfür sind Island, wo dieser Bereich nur 16% einnimmt, und Frankreich sowie den Niederlanden mit 30% Anteil. Im Durchschnitt sind 8% des Pflichtunterricht den modernen Fremdsprachen gewidmet, aber auch hier gibt beträchtliche Unterschiede zwischen Ländern: in England, Mexiko und den Niederlanden sind es nur 3%, während in Deutschland, Italien und Slowenien über 10% und in Luxemburg sogar 25% die modernen Fremdsprachen ausmachen. Die bereits genannten Fächer machen zusammen mit Kunst (12%) und Sport (9%) in allen OECD- Ländern den Großteil des Lehrplans dieser Altersgruppe aus. 7 (Abbildung 4)
Bei den 12-14 - Jährigen beanspruchen die Grundlagenfächer durchschnittlich 10% weniger Zeit, dabei verlieren Lesen und Schreiben sowie Mathematik an Bedeutung, die Naturwissenschaften dagegen erfahren größere Aufmerksamkeit. Ebenso an Bedeutung gewinnen die modernen Sprachen mit einem durchschnittlich Zuwachs von 5% sowie Sozialkunde. Dabei bleibt natürlich weniger Zeit für Kunst und Sport (je 8%), trotzdem machen diese 7 Fächer immer noch den größten Teil des Pflichtlehrplans aus, nur mit einer anderen Gewichtung. In dieser Altersgruppe gibt es weniger starke länderspezifische Unterschiede, den Großteil der Unterschiede machen aber weiterhin in Lesen/Schreiben aus mit einer Spannweite von 11% in England, Japan und Portugal bis zu 28% in Irland. 8 (Abbildung 5) Die Länder setzen also unterschiedliche Schwerpunkte hinsichtlich der zu unterrichtenden Fächer als auch des Zeitpunkts, an dem diese Fächer zu unterrichten sind. 6. In Bezug auf die Klassengröße sind besonders große länderspezifische Unterschiede festzustellen
Das Schüler-Lehrer-Verhältnis sowie die Klassengröße zählen zu den umstrittensten Themen in der Bildungspolitik, da sie wichtige Aspekte enthalten die großen Einfluss auf die Bildung haben.
7 Vgl. OECD (2010), S. 422.
8 Vgl. ebd., S. 423.
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Arbeit zitieren:
Sarah Wittig, 2010, Das deutsche Bildungssystem im Vergleich der Bundesländer und im internationalen Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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