Inhaltsverzeichnis
1 Zusammenfassung 4
2 Einleitung 5
2.1 Begriffsklärung 5
2.2 Musikpräferenzen 7
2.3 Einflussfaktoren auf den Musikgeschmack 9
2.4 Musikgeschmack der Eltern 10
2.5 Festigung des Musikgeschmacks 10
2.6 Forschungsfragen 12
2.7 Methoden der Präferenzforschung 12
3 Methodik 14
3.1 Die Probanden 14
3.2 Der Fragebogen 15
3.3 Durchführung 17
3.4 Datenanalyse 17
4 Ergebnisse 18
4.1 Verbale Präferenzen 18
4.2 Einflussfaktoren auf den Musikgeschmack 21
4.3 Musikgeschmack der Eltern 24
4.4 Festigung des Musikgeschmacks 26
2
5 Diskussion 28
5.1 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse 28
5.1.1 Verbale Präferenzen von Musikern und Nicht-Musikern im
Vergleich 28
5.1.2 Einflussfaktoren auf den Musikgeschmack von Musikern und
Nicht -Musikern im Vergleich 28
5.1.3 Zusammenhänge zwischen dem Musikgeschmack von Musikern
und Nicht-Musikern und dem Musikgeschmack ihrer Eltern 29
5.1.4 Zeitpunkt der Festigung des Musikgeschmacks von Musikern
und Nicht-Musikern 29
5.2 Bedeutung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen 30
5.2.1 Zu verbale Präferenzen 30
5.2.2 Zu Einflussfaktoren auf den Musikgeschmack 31
5.2.3 Zum Musikgeschmack der Eltern 31
5.2.4 Zur Festigung des Musikgeschmacks 32
5.3 Zur Fehlerdiskussion der Studie 32
5.3.1 Zur Problematik von verbalen Präferenzen 33
5.3.2 Berechnung von Mittelwerten 33
5.4 Ausblick 34
6 Literaturverzeichnis 35
7 Anhang 37
A : Tabellenverzeichnis 37
B : Abbildungsverzeichnis 38
3
1 Zusammenfassung
Mit dieser explorativen Studie soll ein Beitrag zur Musikpräferenzforschung bei Musikern im Vergleich zu Nicht-Musikern geleistet werden, da dieses Gebiet bisher noch wenig erforscht ist. Es werden folgende Fragen untersucht: Haben Musiker und Nicht-Musiker unterschiedliche Musikpräferenzen? Bei welchen Musikrichtungen gibt es eine große Übereinstimmung und bei welchen deutliche Unterschiede?
Wie stark ist die Beeinflussung verschiedener Faktoren auf den Musikgeschmack? Von welchen Faktoren lassen sich eher Musiker beeinflussen und von welchen eher Nicht-Musiker?
Gibt es Zusammenhänge zwischen den Musikpräferenzen von Musikern und Nicht-Musikern und dem Musikgeschmack ihrer Eltern? Gibt es Unterschiede beim Zeitpunkt der Festigung des Musikgeschmacks zwischen Musikern und Nicht-Musikern?
Zur Datenerhebung wurde eine Befragung mittels Fragebogen von 30 Musikern und 30 Nicht-Musikern im Alter von 24 bis 35 Jahren durchgeführt. Es werden große und signifikante Unterschiede zwischen den Musikpräferenzen und zwischen den Einflussfaktoren auf den Musikgeschmack von Musikern und Nicht-Musikern festgestellt. Weiterhin zeigen sich deutliche Zusammenhänge zwischen den Musikpräferenzen der Musiker und den Hörgewohnheiten ihrer Eltern. Die Hörgewohnheiten der Eltern von Nicht-Musiker ließen hingegen keinen direkten Bezug zu den Präferenzen ihrer Kinder erkennen. Im Vergleich zu den Arbeiten von Gembris (2005), Holbrook & Schindler (1989) und Lehmann (1994) wurde in dieser Studie die Festigung des Musikgeschmacks sowohl von Musikern wie auch von Nicht-Musikern deutlich früher festgestellt. Das wahrscheinlich erstaunlichste Ergebnis dieser Studie zeigt, dass sich ihrer Einschätzung nach der Musikgeschmack von Musikern deutlich früher, bei vielen schon in der frühen Kindheit, festigt als der von Nicht-Musikern.
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2 Einleitung
Die Untersuchung von Musikpräferenzen gehört zu den Schwerpunktthemen der musikpsychologischen Rezeptionsforschung. Bisher wurde dieses Gebiet hauptsächlich auf die Entstehung musikalischer Vorlieben, deren Funktion und dem damit in Zusammenhang stehenden Musikkonsum von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen anhand empirischer Studien untersucht (vgl. Bersch-Burauel, 2004).
Bislang haben sich nur wenige Untersuchungen mit Präferenzen und Musikgeschmack speziell von Musikern beschäftigt. Dabei bezieht sich der überwiegende Teil auf Jugendliche. In den Handbuchartikeln der Musikpsychologie wird dieses spezielle Gebiet gar nicht thematisiert. Mit dieser explorativen Studie soll nun ein Beitrag zur Musikpräferenzforschung von Musikern im Vergleich zu Nicht-Musikern geleistet werden. Bevor im Folgenden die zu untersuchenden Themen vorgestellt werden, soll zunächst eine kurze Analyse des bisherigen Gebrauchs der Begriffe „Musikpräferenz“ und „Musikgeschmack“ in der For- schungerfolgen. Danach werden allgemein die Methoden der Präferenzforschung kurz dargestellt, bevor auf die hier verwendete Methodik, mit welcher die Forschungsfragen untersucht werden sollen, eingegangen wird. Danach werden die Ergebnisse der Untersuchung dargelegt und anhand der Forschungsfragen diskutiert.
2.1 Begriffsklärung
Da es keinen einheitlichen Gebrauch der Termini „Musikgeschmack“ und „Mu- sikpräferenz“ gibt,wird an dieser Stelle zunächst versucht, einen Überblick über die bisherige Verwendung dieser zwei Begriffe zu geben. Heiner Gembris (2005) spricht von dem Begriff „Musikgeschmack“ als Synonym für musikalische Vorlieben bzw. Abneigungen. Er enthält jedoch urteilendwertende Komponenten, wodurch er sich in der Wissenschaft nicht durchsetzen konnte. Seit den 1970er Jahren versucht man daher den Begriff „Musikgeschmack“ in der wissenschaftlichen Diskussion zu vermeiden (vgl. Gembris, 2005). Stattdessen wird laut Kloppenburg (2005) überwiegend der Begriff „Musikpräfe-
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renz“ eingesetzt, welcher zwar auch hierarchisch durch Wichtigeres und Unwichtigeres strukturiert ist und eine wertende Komponente enthält, sich aber nicht wie der Begriff „Musikgeschmack“ in erster Linie auf die „gut-schlecht-Unterscheidung“ bezieht (vgl. Kloppenburg, 2005).
Es herrscht also auch in der Verwendung des Begriffes „Musikpräferenz“ keine Einheitlichkeit vor. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass Präferenzen Werturteilskomponenten enthielten (vgl. Behne, 1986; Lehmann, 1994), andere behaupten, dass Präferenzen keinen wertenden Charakter besäßen (vgl. Schulten, 1990). Manche Autoren wie Ekkehard Jost (1982) sehen Präferenz als langfristige Disposition musikalischer Vorlieben an. Speziell Jost (1982) be- zeichneteine Musikpräferenz als „positive Subjekt-Objekt-Relation“, wobei jede Art von Musik, jeder Stilbereich, Komponisten und Interpreten zum Objekt musikalischer Präferenz werden können. Er schreibt, dass musikalische Präferenzen nicht angeborene, sondern durch Erfahrung erworbene Wertorientierungen sind und „relativ beständig und relativ unabhängig von wechselnden psycho- physischenZuständen und aktuellen situativen Bedingungen“ existierten. Den- nochkönnen sie sich entweder durch langfristige Einflüsse oder auch durch „musikalische Schlüsselerlebnisse“ verändern (vgl. Jost, 1982). Klaus-Ernst Behne (1993) hingegen schlägt vor, zwischen „Musikpräferenzen“ als eher situationsbezogene, aktuelle Entscheidungen und Musikgeschmack als eher langfristige Orientierung zu unterscheiden. Der umgangssprachliche Begriff des „Musikgeschmacks“ könnte demnach für die Gesamtheit verwendet werden, „Musikpräferenz“ hingegen für das Entscheidungsverhalten in definier- ten,konkreten Situationen.
Gembris (2005) führt aus, dass sich zumindest für den angloamerikanischen Sprachraum eine gewisse Übereinstimmung darüber herausgebildet hat, den Begriff des musikalischen Geschmacks für längerfristige, stabile Vorlieben zu verwenden und mit dem Begriff der musikalischen Präferenz jeweils aktuelle, situative musikalische Vorlieben zu bezeichnen. Er stützt sich dabei auf Abeles & Chung (1996), Finnäs (1989), Behne (1993) und Russell (1997). In diesem Sinne werden die beiden Begriffe auch in dieser Arbeit verwendet. Unter dem Begriff „Musikpräferenz“ wird im Folgenden der Grad des aktuellen
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subjektiven Gefallens bzw. Missfallens bezüglich eines konkreten Musikstücks, einer Stilrichtung oder eines bestimmten Komponisten oder Interpreten vers-tanden.
2.2 Musikpräferenzen
Mit Behne (1999, zitiert in Gembris, 2005) lassen sich drei Typen von Mu-sikpräferenzforschung unterscheiden: Die Forschung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die sowohl über eigene Forschungsabteilungen verfügen als auch mit Marktforschungsinstituten zusammenarbeiten, die Forschung der privaten Rundfunksender, die sich ebenfalls der Marktforschung bedient, und Forschung, die im akademischen Bereich der Universitäten und Hochschulen betrieben wird. Inwieweit Präferenzforschung darüber hinausgeht, ist nicht bekannt (vgl. Gembris, 2005).
Als Auswahl- oder Unterscheidungskriterien der Probanden werden fast immer Alter, Geschlecht und Bildungsstand angegeben (z.B. Gembris, 1990; Bersch-Burauel, 2004; Tróue & Bruhn, 2000; Müller, 2000). Nur in wenigen Studien wird bei der Ermittlung von Musikpräferenzen hinsichtlich der musikalischen Vorbildung der Probanden unterschieden. Zwei Studien, bei denen auch dieses Kriterium berücksichtigt wird, werden hier kurz vorgestellt: In einer Untersuchung von Lehmann (1994) soll herausgefunden werden, welchen Einfluss verschiedene konkrete Musikstücke auf die in einer Grundmessung ermittelte, habituelle Rezeptionsweise ausübt. Unter anderem hat er dafür Musikpräferenzen untersucht, wobei er die Versuchspersonen zwischen Musiker und Nicht-Musiker unterscheidet. Die Präferenzen werden von den Probanden formuliert und von Lehmann in vier Variablen kodiert. Je nach Anzahl der gegebenen Antworten kann so für die jeweilige Versuchsperson ein differen- ziertesBild des Musikgeschmacks entstehen. Die Kategorien „Romantik“, „Alles“, „Rock“, „Hardrock“ und „Pop“ belegten in seiner Studie die ersten fünf Ränge. Alle Nennungen für die Kategorien „Romantik“ und „Barock“ stammen von Musikern. Weiter gab es vier von fünf Nennungen bei „Jazz“ und vier von sechs Nennungen bei „Nur E“ von Musikern. Die Nicht-Musiker hingegen nen-
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nen „Hardrock“, „Pop“ und verwandte Genres häufiger als Musiker. Lehmann zieht aus seiner Untersuchung den Schluss, dass die Einteilung in Musiker und Nicht-Musiker sich unmittelbar in den Präferenzen niederschlägt. Näher geht er jedoch nicht auf den Unterschied von Musikpräferenzen der beiden Gruppen ein.
Hans Günther Bastian (1997) schreibt in seinem Artikel über Jugend und klassische Musik unter anderem über deren musikalische Vorlieben. Dazu hat er eine einfache Häufigkeitsanalyse über die in einem Fragebogen ankreuzbaren Musikgenres durchgeführt. Wie bei Lehmann (1994) steht die Musik der Romantik an der Spitze der Präferenzliste. Mit nur geringem Abstand folgen die Musik der Klassik und auf Rang drei die Barockmusik. Abneigungen liegen eindeutig bei Schlager, Deutscher Volksmusik und Punk vor. Im Rahmen einer Umfrage von Stern/Allensbach (1980) vergleicht Bastian die Musikpräferenzen der 14 bis 20jährigen mit den Präferenzen der jugendlichen Musiker aus seiner Untersuchung. Gravierende Unterschiede zeigen sich für die Genres Rockmusik, Beat und Discomusik, die von den Nicht-Musikern deutlich stärker präferiert werden, und für Oper, Klassik, Musical, Jazz, geistliche Musik und Chormusik, die von Musikern deutlich stärker bevorzugt gehört werden. Anders als bei Lehmann werden in dieser Studie zur Ermittlung von Präferenzen Musikrichtungen vorgegeben, die auf einer Rating-Skala von den Probanden hinsichtlich des Gefallens bewertet werden. Es soll ermittelt werden, ob Musiker, wie in Lehmanns und Bastians Untersuchungen, bestimmte Musikrichtungen stärker präferieren als Nicht-Musiker und bei welchen Musikrichtungen die größten Unterschiede festzustellen sind. Im Unterschied zu Bastians Studie sind die Probanden keine Jugendlichen, sondern junge Erwachsene zwischen 24 und 35 Jahren.
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Arbeit zitieren:
Anne Feudel, 2010, Musikpräferenzen von Musikern und Nicht-Musikern, München, GRIN Verlag GmbH
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