SEMINARARBEIT AUS WISSENSCHAFTLICHEN LESEN SCHREIBEN SS 2010
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract 3
2. Was ist eine Stadt? 4
3. Die Stadt Wien 6
4. Bildungsniveau der Wiener Bevölkerung 7
4.1. Wien ist anders 8
4.1.1. Reifeprüfungsquote 9
4.1.2. Studienquote 10
4.2. Bildungsniveau der Wiener Wohnbevölkerung nach Gemeindebezirken im Jahr 2001 11
4.3. Anstieg des Bildungsniveaus 13
4.4. Geschlechtsspezifische Unterschiede im Bildungsniveau 15
5. Jahresdurchschnittseinkommen der Wiener Bevölkerung 18
5.1. Brutto vs Netto 19
5.2. Jahesdurchschnittseinkommen der Wiener Bevölkerung nach Gemeindebezirken 20
5.3. Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede im Jahresdurchschnittseinkommen der Wiener
Bev ölkerung? 22
6. Armut in städtischen Räumen 24
7. Conclusio 25
8. Quellenverzeichnis 26
Natalie Beißmann 2
1. Abstract
Die Frage ob das Bildungsniveau und das Jahresdurchschnittseinkommen der Wiener Wohnbevölkerung miteinander korrelieren kann mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet werden. Das Bildungsniveau der Wiener und Wienerinnen ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Dies spiegelt sich im Jahresdurchschnittseinkommen wider. Sowohl das Bildungsniveau als auch das Einkommen der Frauen liegt am Beginn des 21. Jahrhunderts noch immer unter dem der Männer. Die österreichische Bundeshauptstadt verfügt über eine überdurchschnittliche hohe Quote an Tertiärabschlüssen innerhalb Österreichs.
2. Was ist eine Stadt?
Umgangssprachlich versteht man unter dem Begriff „Stadt“ eine größere administrative Einheit. Will man den Begriff genauer definieren erweist sich dies schwieriger als zunächst erwartet. Nach Meinung von Professor Punz von der Universität Wien sind Städte nicht leicht zu generalisieren. So gibt es in verschiedenen Ländern unterschiedliche Bestimmungen ab welcher Einwohnerzahl eine administrative Einheit sich als „Stadt“ bezeichnen darf. In Dänemark wird dieser Status bereits mit 200 Einwohnern erreicht. Eine administrative Einheit in Kanada darf sich ab 1.000 Einwohnern als Stadt bezeichnen. In Deutschland sind dafür schon 2.000 Einwohner notwendig. In der Schweiz gilt eine administrative Einheit erst ab 10.000 Einwohner als eine Stadt und in Japan sogar erst ab 50.000 Einwohner.
Eine allgemein gültige Definition zu finden erweist sich als äußerst schwierig. Zu viele unterschiedliche Definitionen sind von diesem Begriff im Umlauf. Folgendes Zitat von Häußermann und Siebel (1989) bringt die Problematik auf den Punkt. „Stadt: was für ein knappes Wort für eine Vielfalt von Wirklichkeiten…“ (HÄUßERMANN, Hartmut/SIEBEL, Walter (1987): Neue Urbanität. 6. Aufl., Berlin: Suhrkamp Verlag GmbH und Co. KG)
Auf dem Welt-Statistikerkongreß 1887 hat man beschlossen Städte folgendermaßen nach der Einwohneranzahl einzuteilen:
2.000 - 5.000 Einwohner -> Landstadt
5.000 - 10.000 Einwohner -> Kleinstadt 10.000 - 100.000 Einwohner -> Mittelstadt 100.000 - 1.000.000 Einwohner -> Großstadt > 1.000.000 Einwohner -> Weltstadt
Aufgrund der raschen Bevölkerungszunahme in den letzten Jahrzehnten machen diese Bezeichnungen heute keinen Sinn mehr. Gibt es eine aktuellere Einteilung der Städte? Diese Frage muss mit einem schlichten „Nein“ beantwortet werden.
Außer der Einwohnerzahl gibt es noch andere Merkmale welche für eine Stadt charakteristisch sind. (Gaebe, 2004) Dazu gehören:
wirtschaftliche Funktion
funktionsräumliche Differenzierung
sozialräumliche Differenzierung Bevölkerungsstruktur
Abhängigkeit von anderen Regionen
räumliche Verflechtungen wie Verkehrs- und Kommunikationsknotenpunkte
Es existieren Übergänge zwischen städtischen und ländlichen Siedlungen. Aus diesem Grund läßt sich eine klar abgegrenzte Definition nur schwer finden. (Gaebe, 2004) Es ist fraglich ob es noch einen eindeutigen und allgemein gültigen Begriff für „Stadt“ gibt. (Helmstädter und Mohrmann, 1999). Wenn ich den Autoren richtig verstehe, dann haben sich die Lebensweisen von Stadt- und Landbewohnern weitgehend angeglichen.
3. Die Stadt Wien
Die Stadt Wien blickt auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurück. Jahrhunderte lang war sie kaiserliche Residenz- und Reichshauptstadt der Habsburger und ein wichtiges kulturelles, wirtschaftliches und politisches Zentrum. Nicht zuletzt hat auch die günstige geographische Lage zu der Entwicklung beigetragen. Wien liegt an der Donau, also am Rhein-Main-Donaukanal und nur zirka 60 km von der slowakischen Hauptstadt Bratislava entfernt. Wien ist heute eine der bedeutendsten Städte Mitteleuropas. Die österreichische Hauptstadt ist eine Staturstadt die in 23 Gemeindebezirken unterteilt ist.
Abbildung 1Wiener Gemeidebezirke
http://www.wien-hotelzimmer.de/uploads/pics/Wiener_Bezirke.png
Seit dem Jahr 1954 sind die Stadtgrenzen unverändert. Bei der Festlegung der Bezirksgrenzen orientierte man sich vorwiegend an markanten Straßen und Flüssen. Dadurch wurden einige ehemalige Gemeinden geteilt. Laut dem Grundbuch ist die Stadt Wien heute in 89 Kastralgemeinden untergliedert.
4. Bildungsniveau der Wiener Bevölkerung
Laut der Online-Publikation „Bildung in Zahlen 2008/09 - Schlüsselindikatoren und Analysen“ stieg das Bildungsniveau der Wiener Bevölkerung im Alter zwischen 25 und 65 Jahren im letzten halben Jahrhundert stark an. Dieser Trend hält auch weiterhin an. (Bönisch et. al., 2010)
„Kennzahlen zum Bildungsniveau der Bevölkerung können als Indikatoren für das Humankapital angesehen werden.“ (BÖNISCH et. al. [2010] Bildung in Zahlen 2008/09 - Schlüsselindikatoren und Analysen http://www.statistik.at/web_de/services/publikationen/5/index.html Abrufdatum: 30.06.2010) Das Bildungsniveau einer Bevölkerung ist entscheidend für den zukünftigen und gegenwärtigen Wohlstand einer Gesellschaft. Vor allem Wissen und „skills“ werden immer bedeutendere ökonomische Standortfaktoren.
Abbildung 2Bildungsniveau - Wiener Bevölkerung
http://www.statistik.at/web_de/services/publikationen/5/index.html
Im Jahr 1971 verfügten 57,8 % der österreichischen Bevölkerung über einen Pflichtschulabschluss, wohingegen dies 2008 nur mehr auf 17,4 % zutraf. Jener Anteil der Bevölkerung mit bloßem Pflichtschulabschluss hat sich bis zum Jahr 2008 auf ein Drittel des Ausgangswertes von 1971 reduziert. Dies geht aus er obenstehenden Graphik hervor. Bei den Sekundärabschlüssen zeichnete sich ein umgekehrtes Bild ab. Hier gab es einen starken Zuwachs von rund 29 Prozentpunkten. Waren es 1971 erst 39,4 % der Bevölkerung die über einen Sekundärabschluss verfügten, so waren es im Jahr 2008 bereits 68,8 %. Der Anteil der Bevölkerung
Arbeit zitieren:
Natalie Beißmann, 2010, Gibt es Zusammenhänge zwischen dem Bildungsniveau und dem Jahresdurchschnittseinkommen der Wiener Bevölkerung?, München, GRIN Verlag GmbH
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