I N H A L T
1 EINLEITUNG 3
2 SYSTEMISCHES COACHING 5
2.1 Systemische Haltung 6
2.2 Persönliche Struktur 6
2.2.1 Identität 7
2.2.2 Denkprozesse und Handlungsmuster 7
2.2.3 Kommunikationsstrukturen 8
2.2.4 Verhalten 8
2.3 Anwendungsbereiche 8
2.4 Der Coach 9
2.4.1 Soziale Kompetenz 10
2.4.2 Kommunikative Kompetenz 10
2.5 Spielregeln beim Coaching 10
3 COACHINGABLAUF 12
4 DOKUMENTATION DER DREI SITZUNGEN 13
5 EVALUATION 15
6 FEEDBACK 18
6.1 Feedback der Coachees 18
6.2 Feedback des Beobachters 18
6.3 Selbstreflektion 19
7 PERSÖNLICHES FAZIT/KRITISCHER RÜCKBLICK 20
8 LITERATUR 22
2
1 EINLEITUNG
Coaching wird seit ca.1985 als Instrumentarium der Personalentwicklung im deutschsprachigen Geltungsbereich angewandt. In der Anfangsphase wurde es als Beratungsinstrument für das Top-Management eingesetzt, von einigen Beratungsexperten für spezifische Probleme einer elitären Kundschaft. Denn wer von leistungsorientiert erwartenden Vorgesetzten umgeben ist, konkurrierenden Kollegen und fordernden und stets sich profilieren wollenden Mitarbeitern, sollte kaum ein ehrliches Feedback erwarten. Eine unparteiische Rückmeldung zum eigenen Verhalten unterbleibt. Diese Mangelsituation über die Außenwirkung des eigenen „Ich“ hat zudem negative Auswirkungen, z. B. Gefühle der Isolation, Leistungsverlust, Verzerrung der eigenen Wahrnehmung. Die betreffenden Personen sind sich zwar bewusst, das etwas nicht stimmt, werden jedoch nicht in
die Lage versetzt, Ursachen zu erkennen und Auswege zu eruieren. 1 Coaching kann für
diese Problemkonstellation als Lösungsweg eingesetzt werden. Heute hat sich Coaching in vielen Unternehmen als fester Bestandteil in der Personalentwicklung neben anderen
Maßnahmen etabliert. 2
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Reflexion des theoretischen Hintergrunds von drei durchgeführten Coachings. Überdies sollen die praktische Umsetzung und die dabei gewonnenen Erfahrungen beschrieben werden. Ferner sollen ein Einblick und ein Überblick über den aktuellen Sachstand zum Thema Coaching ermöglicht werden. Hierbei wird neben der gängigen Literatur auf die praktische Coachingübung rekurriert, so dass der theoretische Hintergrund mit der Praxis verglichen werden kann
Einen Überblick über die theoretische Auseinandersetzung mit dem Coaching und der daraus resultierenden systematischen Betrachtung gibt das zweite Kapitel. Das dritte Kapitel handelt von den Phasen des Coachingablaufs. Nach der theoretischen Einbet-
1 Vgl.Rauen 2008, S. 1
2 Vgl. Schreyögg, Schmidt-Lellek 2007, S. 108
3
tung des Themas wird in Kapitel vier der Blickwinkel auf die praktische Coachingübung gerichtet.
Im Mittelpunkt des Kapitels fünf steht die Evaluation. Kapitel sechs umfasst das Feedback der Teilnehmer (Coach, Coachee) und des Beobachters. Wie ist die praktische Coachingübung tatsächlich gelaufen? Was lerne ich aus meinen Erfahrungen? Kapitel sieben beinhaltet das Fazit und einen kritischen Rückblick.
4
2 SYSTEMISCHES COACHING
Unter systemischem Coaching versteht man, „maßgeschneidert Menschen zu helfen - sei es im Führungs-, im Beratungs-, im Verkaufs- oder in anderen Kontexten (etwa der Therapie, der Kundenerziehung oder der Partnerschaft) -, indem man
sich ihrer eigenen Problemlösungsfähigkeit bedient.“ 3
Beim systemischen Coaching stehen sich der Coach und der Coachee als gleichwertige Partner gegenüber. Der Coach steht in der Position des Fragers. Er hat die Aufgabe, passende Fragen zu stellen und damit auch die Verantwortung für die Ausgestaltung des Coachingprozesses. Der Coachee steht hingegen in der Position des Antworters. Er soll im Rahmen des Gesprächs passende Lösungen im Bereich
des von ihm angesprochenen Problems eruieren. 4 „Viele Probleme bleiben nur
deshalb erhalten, weil sich die Beteiligten auf das Problem fixieren und erklären, warum das Problem da ist. Hintergrund des Coachingvorgehens ist es, den Blick auf Lösungen, auf mögliche Optionen zu lenken und daran zu arbeiten, die Unter-
schiede zur Lösung herauszuarbeiten und überwindbar zu machen.“ 5 Für einen
außenstehenden Betrachter erscheint die Durchführung eines systemischen Coaching oft einfach, spätestens bei der Anwendung als Coach ist man eines Besseren belehrt. Im Coachingprozess wird kein Ablaufschema abgearbeitet, was den Prozess einfacher gestalten würde, sondern man muss eine flexible Haltung einnehmen, da man den Themenkomplex des Coachee i. d. R. nicht im Voraus wissen
und der Coach die Fragen auch differenzieren muss. 6
3 Radatz 2008, S. 17
4 Vgl. ebd., S. 16
5 Wildenmann 2009, S. 218
6 Vgl. Radatz 2008, S. 15, ferner Thom/Zaugg 2008, S. 142
5
2.1 Systemische Haltung
„Wir sind ein Teil des sozialen Systems, das wir beschreiben; und indem wir handeln, beeinflussen wir stets das gesamte soziale System, an dem wir teilnehmen
und teilhaben.“ 7 All unsere Handhabungen; die wir in dem sozialen System vor-
nehmen haben Auswirkungen auf das System, sprich eine aktive Beeinflussung mit unserem Tun und Lassen ist möglich.“ So sind wir z. B. als Coach nicht Teil
des Teamsystems des Coachee und können dieses daher auch nicht verändern.“ 8
In Systemen, in denen wir kein Mitglied sind, ist eine Beeinflussung nicht möglich. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, ein soziales System zu verlassen, wenn dieses aufgrund veränderter Lebensumstände nicht mehr als für die Lebensgestaltung passend erlebt wird. Oft wird dieses Verlassen als sehr schwierig emp-funden. Die Lebenserfahrungen, die wir bei Verlassen eines sozialen Systems mit uns tragen, helfen uns, andere soziale Systeme besser zu verstehen. Eine Beeinflussung kann aufgrund des gemeinsamen Beratungssystems, in das der Coach und Coachee involviert sind, erfolgen. Eine Einflussnahme erfolgt durch immer wiederkehrende Infragestellungen, die eine Anpassung ermöglichen sollen gegenüber
den jeweiligen Teilnehmern des sozialen Systems des Coachee. 9
2.2 Persönliche Struktur
Der Mensch verfügt in einem sozialen System über eine persönliche Struktur. Aufgrund dieser persönlichen Strukturen haben wir Rahmenbedingungen, die wir respektiert haben wollen. Wir als Individuen unterliegen in jedem System auch den Rahmenbedingungen, die dort gelten, die beachtet werden müssen, damit eine „Systemkonformität“ entsteht. Um im Rahmen eines Coaching möglichst wirksam tätig sein zu können, ist es von Relevanz, diese persönliche Struktur zu defi- 7 Radatz2008, S. 18
8 Ebd.
9 Vgl. ebd., S .19
6
Arbeit zitieren:
Nuray Pekdemir, 2009, Analyse von Einzelcoachings, München, GRIN Verlag GmbH
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