Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Seite 3-4
Der historische Gustav II Adolf von Schweden
Seite 4-7
Beweggr ünde des Eingreifens Gustav Adolfs in den „Teutschen Krieg“
Seite 7-12
Das schwedische Kriegsmanifest und seine Interpretation
Seite 12-15
Weitere Fakten und Resümee
Seite 15-17
Quellen und Literatur
Seite 18
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Vorwort
Gustav II Adolf von Schweden, der Löw von Mittnacht, griff 1630 in den 30-jährigen Krieg mit ein und war auf Grund seines mächtigen Militärs, seiner guten Strategien und seines Wirkens eine der wichtigen Persönlichkeiten die entscheidend für den Kriegsverlauf waren. Seine Absichten sind bereits gut erforscht worden. Es ist allerdings deutlich, dass es zwei Lager gibt, das der Sympathisanten und das der Gegner Gustav Adolfs und seiner Einmischung in den dreißigjährigen Krieg. Innerhalb der Quellen und Literatur der vergangenen Jahrhunderte kann man besonders drei verschiedene Gruppierungen erkennen. Jene, welche im Sinne der protestantisch-nordgermanischen Sicht für Gustav Adolf als Streiter des Glaubens und deutschen Libertät Partei ergreifen. Diejenigen, welche eine katholische, also gegen Gustav Adolf im Glaubensbereich gewendete Sicht hatten und die dritte Gruppierung ist schließlich jene, die man als Anti-Kriegs-Gruppierung sehen kann, welche prinzipiell gegen das militärische Eingreifen Gustav Adolfs spricht. Erst neuere historische Forschungen, ab etwa Beginn der 1990iger Jahre, befassen sich betont neutral mit Gustav Adolf, seinen Motiven und Wirken. Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Gustav Adolf auf mehr national- bis nationalistischprotestantisch verklärte Art und Weise betrachtet, bis sich die kritischen Stimmen wieder mehrten. Es gab zwar auch früher kritische Stimmen, die sich besonders auf die sozioökonomischen Folgen der Kriege bezogen, doch besonders nach Friedrich Schillers ersten eher heldenhaft verklärenden Texten zu Gustav Adolf gewannen die Historiker und Publizisten, welche ihn als Helden darstellten, die Oberhand.
Mich hat die Frage nach den Gründen des Einmarsches von Gustav Adolf in Deutschland stark Interessiert, besonders im Hinblick auf den Begriff des „Dominium maris Baltici“. Hatte Gustav Adolf religiöse Gründe, war er der Retter des Protestantismus, was besonders im späten 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts behauptet wurde, oder war er ein reiner Machtpolitiker, wie schon immer kritische Stimmen behaupteten? Im Verlauf meiner Lektüre habe ich mich allerdings auch besonders mit dem Wandel des Bildes von Gustav Adolf in der Geschichtsschreibung beschäftigen müssen, um meine Gründe für meine These, dass er ein reiner Machtpolitiker war, darzulegen.
Ich habe mir als Quelle das schwedische Kriegsmanifest von Gustav Adolf vorgenommen um das, was der König selber als Gründe angab, mit denen zu vergleichen, welche Historiker später erarbeitet, herausgefiltert und besonders in der Zeit des Gustav Adolf Kultes glorifiziert und hervorgehoben haben. Das Manifest sorgte unter anderem dafür, dass sich Friedrich II der Große über das Tractat lustig machte und es als
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Propagandawerk abtat. 1 Es ist allerdings auch eines der wenigen Werke, welches direkt von Gustav Adolf erhalten und daher für die Forschung nach den Intentionen des Königs sehr wichtig ist. Die Frage, was genau ihn bewegte, ist nicht geklärt, denn es bleibt viel Raum für Spekulationen. Durch die Quellen und die Ansätze der verschiedenen Historiker, dieses Problem zu lösen, können wir uns der Antwort auf die Frage, was seine Beweggründe waren, nähern und einige ausschlaggebende Punkte benennen. Ich werde im Verlauf meiner Arbeit besonders auf die beiden Hauptgründe, die Glaubens-und die machtpolitischen Aspekte zu sprechen kommen und diese ausführlich erläutern.
Der historische Gustav II Adolf von Schweden
Gustav Adolf wurde nach dem julianischem Kalender am 09.12.1594 im Stockholmer Schloss von seiner Mutter Christina von Holstein-Gottorp geboren. Sein Vater war Herzog Karl von Södermannsland. Bereits in jungen Jahren wurde er von seinem Vater so erzogen, dass er ihm dereinst auf den Thron folgen konnte, den sein Vater selbst im Krieg gegen seinen Neffen Sigismund 1604 errungen hatte. Die Erziehung baute darauf auf, dass Gustav Adolf zwar spartanisch lebte, dabei aber von den besten Gelehrten unterrichtet wurde, stest im Hinblick auf seine zukünftige Königswürde. Bereits die Geburt wurde so inszeniert, dass das Volk sehen musste, was der Herzog anstrebte, denn der Herzog sorgte dafür, dass Gustav Adolf im alten Stockholmer Schloss geboren wurde. Die Kindheit und Jugend war vor allem dadurch geprägt, dass Sigismund immer wieder versuchte, die Krone von Schweden zurück zu gewinnen und Karl IX, Gustavs Vater, mit ihm zusammen immer wieder als Usurpatoren bezeichnete. Doch durch die Bindung des Luthertums im Oktober 1595 als Bedingung für die Krone Schwedens verlor der katholische Zweig der Vasa endgültig seine Möglichkeiten, den Thron zurück zu bekommen 2 . In den folgenden Jahren gab es mehrere Krieg, darunter einen Bürgerkrieg, der mit dem Reichstag von Linköping und der dortigen Wahl Karls zu Karl IX als neuer König von Schweden, sowie dem „Blutgericht“ über die adlige Opposition endete. 3 Im Alter von 10 Jahren, im Jahre 1604, wurde Gustav Adolf von seinem Vater das erste Mal zu einer Ständeversammlung mitgenommen und bereits mit 14 Jahren hielt Gustav Adolf seine erste Rede vor den Reichsständen. Er wurde streng lutheranisch erzogen und sprach neben Deutsch und Schwedisch auch noch fließend Latein, Französisch, Italienisch und Niederländisch. Er galt als ehrgeizig, begabt aber auch temperamentvoll, besonders jähzornig und ungeduldig. Gustav Adolf wollte sein rückständiges Land
1 Oredsson, Sverker: Geschichtsschreibung und Kult. Gustav Adolf; S37ff
2 Findeisen, J.‐P.: Gustav Adolf von Schweden, S.89‐96
3 Berner, Felix: Gustav Adolf. S.450
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reformieren und voran bringen und mobilisierte daher schon früh alle möglichen Kräfte, um dieses Ziel zu erreichen. Er gründete Universitäten und Städte und förderte neben der Industrie auch den Handel, baute die Flotte aus und zog einen großen Teil der männlichen Bevölkerung für den Krieg zusammen. Den ererbten Krieg gegen die Dänen und die Konflikte in Polen konnte er beenden. Seine neuartige Art der Propaganda und die neuen bahnbrechenden Kriegstechniken sind ein Teil seiner größten Errungenschaften, die damals zu einem verklärten Bild des Königs beitrugen. 4
Im Dezember 1611 tritt Gustav Adolf die Nachfolge seines verstorbenen Vaters an und wird von den Reichsständen dafür für mündig erklärt . Dänemark erklärte im selben Jahr Schweden den Krieg. Seine erste Amtshandlung war, Axel Oxenstierna im Januar 1612 als Reichskanzler einzusetzen und den Krieg gegen Dänemark 1613 mit dem Frieden von Knäres zu Gunsten Schwedens zu beenden. Sein Sieg gegen Russland 1614 und der Frieden von Stolbowa 1617 sicherten ihm weitere Gebiete für Schweden. Bereits im Jahr 1614 begann er die ersten von den Reichständen an seine frühzeitige Mündigkeitserklärung geknüpften Reformen umzusetzen um, in dem er eine Justizreform einführte, welche unter anderem eine ordentliche Rechtsprechung gewährleistete. Erst am 12. Oktober 1617 wird Gustav Adolf gekrönt, beginnt gleich mit den nächsten Kriegszügen und marschiert im Gebiet um das baltische Meer ein. Im Mai 1616 kam sein unehelicher Sohn Gustav Gustavson zur Welt, dessen Mutter die Holländerin Margarethe Cabeliau war. Gustav Adolf legitimierte seinen Sohn als Graf von Wasaborg, erkannte ihn aber nicht als Thronfolger an. Die nächste Reform brachte er 1618 zuwege, eine Verwaltungsreform, die dafür Sorge trug, dass nur noch schwedische Bürger in mittlere bis höhere Ämter eintreten konnten und das auch nur, wenn sie lutheranischen Glaubens waren. 5 1620 reist er inkognito nach Deutschland und heiratete am 20. November 1620 die Schwester des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg, Marie Eleonora. Nach mehreren Fehlgeburten und dem frühen Tod seiner erstgeborenen Tochter Christina Augusta brachte Sie 1626 Erbprinzessin Christine zur Welt. 6 . 1621 erobert Gustav Adolf Riga. Während seines Kriegszuges wurden in Schweden 1624 die Universitäten reformiert und sorgten für umfangreichen Zugang auch für Bürger zu höherer Bildung und damit entsprechender Aufstiegschancen. 7 1626 besetzt er das polnische Lehensherzogtum Preußen und schließt 1629 Frieden mit Polen, das durch die Familie des früheren Königs von Schweden Sigismund Vasa regiert wird. Der Friede wurde vor
4 Reichel, Maik: Schubert, Inger: Gustav Adolf, Kraft der Erinnerung; S.175
5 Berner, Felix: Gustav Adolf. S. 101
6 Findeisen, J.‐P.: Gustav Adols von Schweden. S. 122
7 Berner, Felix: Gustav Adolf. S 90 und S. 101
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Arbeit zitieren:
Svenja Schaefer, 2010, Schwedisches Manifest und Gustav II Adolf von Schweden, München, GRIN Verlag GmbH
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