Inhaltsverzeichnis
0 Vorwort 4
1 Der Vatikanstaat 5
1.1 Das Aufkommen der „römischen Frage“ 5
1.2 Die Lösung der „römischen Frage“ 5
1.2.1 Herangehensweise 6
1.2.2 Ergebnisse 6
1.3 Der Staat Vatikanstaat 7
1.3.1 Staatsstruktur 7
1.3.2 Angestellte und Staatsbürgerschaft 7
1.3.3 Rechtsprechung und Strafverfolgung 8
1.3.4 Infrastruktur 8
1.3.5 Finanzen 8
1.3.6 Außenbeziehungen 9
1.4 Zusammenfassung 9
2 Der Papst 10
2.1 Der Papst als Oberhaupt des Vatikanstaates 10
2.2 Der Papst als Vorsteher der Legislative 11
2.3 Der Papst als Vorsteher der Exekutive 11
2.4 Der Papst als Vorsteher der Judikative 12
2.5 Zusammenfassung 13
3 Schlussbemerkung 14
4 Zusammenfassung 15
5 Literaturverzeichnis 16
0 Vorwort
Seit jeher wird sowohl der Vatikanstaat 1 , als auch der Papst von einem, ja man
könnte fast sagen mystischen Glanz umgeben, der jährliche Millionen Katholiken, aber auch Anhänger anderer Konfessionen und Religionen nach Rom lockt. Doch was verbirgt sich hinter diesem Glanz? Wieso existiert der Vatikanstaat, bzw. warum braucht eine Kirche überhaupt einen Staat im Rücken? Wie ist dieser Staat rechtlich strukturiert, wie ist er organisiert? Und welche (staatsrechtliche) Rolle spielt eigentlich der Papst, den man zunächst nur als obersten Hirten der Katholiken kennt, in diesem Staat? Das sind nur einige der vielen Fragen, die wohl die wenigsten Menschen/Katholiken aus dem Stand beantworten könnten.
Und doch ist das eine interessante Thematik, die es sich genauer zu betrachten lohnt, weswegen sich diese Hausarbeit eingehend damit befassen will. Dabei wird zunächst der Vatikanstaat als solcher betrachtet. Angefangen bei seiner Entstehung, soll nach und nach die Notwendigkeit seiner Existenz und seine globale Bedeutung für den Heiligen Stuhl und die Gesamtkirche herausgearbeitet werden, wobei ein Hauptaugenmerk auf seiner inneren Struktur liegen soll.
Im Anschluss wird dann auf die Stellung des Papstes als Souverän des Vatikanstaates und seine verschiedenen weltlichen Ämter in diesem Staat eingegangen werden. Das heißt, dass hierbei einmal der religiöse Standpunkt völlig außer Acht gelassen und nur die „weltliche“ Bedeutung des Papstes für den Vatikanstaat betrachtet werden soll.
Aus diesem Grunde sei vorausgesagt, dass ausschließlich „weltliche“ Gesetzesquellen, wie zum Beispiel das Grundgesetz des Vatikanstaates, und Sekundärliteratur, die sich mit der Struktur des Vatikanstaates und den weltlichen Ämtern des Papstes befasst, verwendet wurden. Werke, wie beispielsweise der Codex Iuris Canonici (CIC), der sich hauptsächlich mit den rechtlichen Belangen in religöser Hinsicht befasst, wurden allenfalls quergelesen, um sicherzustellen, dass kein Aspekt übersehen wird.
1 Da sowohl Vatikan, Vatikanstaat/-stadt und auch Staat (der) Vatikanstadt gängige Begriffe im deutschen Sprachraum sind, wird in dieser Arbeit einheitlich der Begriff Vatikanstaat verwendet; dies geschieht auch um zu betonen, dass diese Arbeit nur den Staat an sich untersuchen will.
4
1 Der Vatikanstaat
Das folgende Kapitel befasst sich nun ausführlich mit dem Vatikanstaat. Damit sich jedoch die komplizierten Verkettungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Vatikanstaat, die der Hauptgrund für dessen Existenz sind, besser verstehen lassen, müssen zunächst zwei Dinge vorab behandelt werden, bevor auf den Staat selbst eingegangen werden kann. Zum einen ist zunächst eine Erklärung erforderlich, was sich im Allgemeinen hinter den Begriffen Vatikanstaat und Heiliger Stuhl verbirgt. Diese wird sich im Verlauf der Arbeit von selbst herauskristallisieren. Zum anderen ist es unabdingbar in diesem Zusammenhang die Entstehungsgeschichte des Vatikanstaates, die in direktem Zusammenhang mit der „Römischen Frage“ steht, zu betrachten.
1.1 Das Aufkommen der „Römischen Frage“
Der „Grundstein“ für die spätere Entstehung des Vatikanstaates wurde im Jahre 1870 gelegt, als sich das Königreich Italien unter dem Hause Savoyen Rom und somit den bisher bestehenden Kirchenstaat einverleibte. 2 Die so entstandene „Römische Fra-
ge“ stellte mit einem Mal die völkerrechtliche Stellung des Heiligen Stuhles in Frage. Denn um als souveränes Völkerrechtssubjekt anerkannt zu werden, müssen, der traditionellen Völkerrechtstheorie nach, folgende drei Dinge gegeben sein: Staatsgebiet, Staatsvolk und die Staatsgewalten; 3 und zumindest das eigene Staatsgebiet fehlte
dem Heiligen Stuhl offensichtlich von 1870 an. Diese einstmalige politische und religiöse Machtinstitution hing also, dem Kirchenstaat beraubt, auf der politischen Weltbühne in der Schwebe.
Ohne eine akzeptable Lösung für die „Römische Frage“ wäre die völkerrechtliche Stellung des Heiligen Stuhles bis heute umstritten. Denn selbst in der Kirche galt die Auffassung, dass eine geistliche Souveränität des Heiligen Stuhles nur in Verbindung mit einer weltlichen, und zwar der eines Staates, verstanden werden konnte. 4
Zudem wäre der eventuelle Verlust des Status eines Völkerrechtssubjektes für den Heiligen Stuhl mit einem politischen Macht- und Einflussverlustes verbunden gewesen. Es dürfte somit klar sein, dass es das oberste Bestreben in der Kirche gewesen war, diese Streitfrage zu klären.
1.2 Die Lösung der „Römischen Frage“
Da nach dem 1. Weltkrieg auch Italien, wenn auch aus anderen Gründen, an der Lösung der „Römischen Frage“ interessiert war, waren die Weichen für eine Annäherung
2 vgl. Lateranvertrag, Präambel; vgl. Schulz, Vatikanstaat, S. 301
3 vgl. Rotte, Außen- und Friedenspolitik, S. 54
4 vgl. Schulz, Vatikanstaat, S. 301
5
zwischen dem Heiligen Stuhl und Italien gestellt. Italien nämlich war nach dem 1. Weltkrieg aufgespalten in papsttreue Katholiken und königstreue Faschisten. 5 Diese
Spaltung galt es zu überbrücken und so zeigten sowohl der Faschistenführer Mussolini, als auch Papst Pius XI. in ihrer Politik erste Zeichen der Gesprächsbereitschaft. 6
1.2.1 Herangehensweise
Die Faschisten unter Mussolini versuchten indes zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Indem sie eine Politik anstrebten, in der die Stellung der Kirche in Italien wieder betont wurde, wollten sie auf der einen Seite Italien einen und andererseits dem Heiligen Stuhl andeuten, dass auch Italien die „Römische Frage“ gerne geklärt wüsste. Hierzu wurden unter anderem der Religionsunterricht an staatlichen Schulen wieder eingeführt und die Unauflöslichkeit der Ehe wieder anerkannt. 7
Während sich Papst Pius XI., immer mit dem Bestreben die katholische Kirche auf eine sichere völkerrechtliche Basis zu heben, mit der Kritik gegen den Faschismus zurück hielt, 8 um seinen guten Willen zu zeigen, machte er aber auch unmissver-
ständlich klar: Wird die „Römische Frage“ gelöst, dann muss auch gleich das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in einem Konkordat festgelegt werden. 9
Da somit von beiden Seiten eine Gesprächsgrundlage geschaffen war, begannen erste Gespräche zur Lösung der Streitfrage im Jahre 1925 unter dem Vorsitz Kardinal Gasparris und Benito Mussolinis.
1.2.2 Ergebnisse
Die Gespräche endeten schließlich in den Lateranverträgen vom 11. Februar des Jahres 1929, 10 mit denen die „Römische Frage“ endgültig geklärt und damit die Dis-
kussion um die völkerrechtliche Stellung des Heiligen Stuhles beendet wurde. Denn um den traditionellen Völerrechttheorien zu entsprechen, wurde dem Heiligen Stuhl von Italien ein Minimum an Land zugesprochen, der heutige Vatikanstaat. Über diesen neuen Staat, einem souveränen Völkerrechtssubjekt auf der internationalen Bühne, wurden dem Heiligen Stuhl, der fortan diesen neugegründeten Staat regierte, alle Gewalten übergeben. 11 Somit war also die völkerrechtliche Souveränität des Heiligen Stuhles wiederhergestellt. 12
5 vgl. Rotte, Außen- und Friedenspolitik, S. 42 ff.
6 vgl. Köck, Stellung, S.142f
7 vgl. Rotte, Außen- und Friedenspolitik, S. 42
8 vgl. ebd.
9 vgl. Köck, Stellung, S.142f
10 vgl. Lateranvertrag
11 vgl. Lateranvertrag, Art. 3
12 vgl. Lateranvertrag, Art. 2
6
Arbeit zitieren:
Johannes Hammer, 2010, Der Papst und der Vatikan, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theologie - Sonstiges: Der Papst und der Vatikan ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Theologie - Sonstiges: neuer Titel erschienen: Der Papst und der Vatikan
Papst Pius XII. und der Zweite Weltkrieg
Aus den Akten des Vatikans
Pierre Blet, Birgit Martens-Schöne
Weltoffen aus Treue. Studientag zum Zweiten Vatikanischen Konzil
Erich Naab, Christoph Böttigheimer
Bonagratia Von Bergamo: Franziskanerjurist Und Wortfuhrer Seines Orden...
Eva Luise Wittneben
Wie ein Papst die Zukunft der ...
Norbert Sommer, Thomas Seiterich
0 Kommentare