Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort 4
2 Das Sündenverständnis in der Scholastik 5
2.1 Was ist Sünde? 5
2.1.1 Die Sichtweise des Peter Abaelards 5
3 Die Buße 6
3.1 Was bedeutet Buße überhaupt? 6
3.2 Bestandteile der Buße 7
3.2.1 Reue 7
3.2.1.1 Was ist Reue? 7
3.2.1.2 Dauer der Reue 7
3.2.1.3 Was kann man alles bereuen? 7
3.2.2 Das Bekenntnis 8
3.2.2.1 Macht ein Bekenntnis (und die anschließende Genug-
tuung) überhaupt noch Sinn? 8
3.2.2.2 Unterschied zwischen Sünde und Todsünde 9
3.2.2.3 Beichtväter 9
3.2.2.4 „Gefahren“ der Beichte 9
3.2.3 Die Genugtuung 9
3.2.3.1 Sinn der Genugtuung 10
3.2.3.2 Formen der Genugtuung 10
4 Fazit 11
5 Quellenverzeichnis 12
1 Vorwort
„Der beste Rat, die größte Weisheit und Voraussicht, die es auf Erden gibt, ist, sich durch vollkommene Beichte und durch Verzicht auf alle Dinge, denen du verhaftet bist, vorzubereiten und dich so zu verhalten, als ob dieses Tages [...] von hinnen scheiden solltest.“ 1
So schreibt Heinrich Seuse, ein deutscher Mystiker und Scholastiker, in seinen mystischen Schriften.
Auf den ersten Blick scheint dies ein typisches, mittelalterliches Bild von Sünde und Buße zu sein, das Seuse vermitteln will. Doch weit gefehlt; die Anhänger und geistigen Größen der Scholastik 2 , und damit auch er, entwickelten ein neues, eigenes
Verständins von Sünde und Buße sowie ihren Bedeutungen und Zusammenhängen. Diese Hausarbeit befasst sich nun mit den Standpunkten aus der Zeit Seuses und diskutiert alle Abschnitte des Bußsakraments, beginnend bei der Sünde, bis hin zu der finalen Genugtuung.
1 Seuse, Schriften, S. 293
2 Als Scholastik wird die wissenschaftliche Denkweise und Methode der Beweisführung der lateinsprechenden Gelehrten des (hohen und späten) Mittelalters bezeichnet (vgl. scholasticus: schulisch, zum Studium gehörend).
4
2 Das Sündenverständnis in der Scholastik
2.1 Was ist Sünde?
2.1.1 Die Sichtweise des Peter Abaelards
Wie schon in den vorangegangenen Jahrhunderten üblich, bezeichnet Abaelard, einer der frühen Scholastiker, die Sünde als Verachtung Gottes. 3 Jedoch vollziehen er
und seine Zeitgenossen einen radikalen geistigen Wandel. Sie vertreten die Ansicht, dass dem Menschen ein völlig sündenfreies Leben unmöglich sei: „Wenn er uns nämlich vorschriebe, uns vor allen Sünden zu hüten, so legt er uns damit keineswegs ein sanftes Joch oder eine leichte Last auf, wie er es versprach, sondern eine Last, die unsere Kräfte weitaus übersteigt, ja die wir nicht tragen können.“ 4
Mit der Aussage, dass die menschliche Schwäche, die Eigenschaft, die den Menschen erst zum Menschen macht, verantwortlich dafür sei, dass der Mensch zum Sündigen verleitet werde, geht Abaelard zwar noch d’accord, aber er bezeichnet den Gedanken an eine Sünde noch nicht als solche. Erst mit der Zustimmung zum Bösen, also mit einer Tat, spricht Abaelard von Sünde. 5 Hierdurch hebt er sich deutlich vom
Sündenverständnis früherer Tage ab.
Beispielsweise gilt demnach: Wenn ein Mensch beim Einkaufen einen Gegenstand sähe, den er gerne hätte, ihn sich aber nicht leisten können würde und darüber nachdächte ihn zu stehlen, so wäre dies noch keine Sünde. Würde er jenen besagten Gegenstand aber einstecken, ohne ihn zu bezahlen, so sündigte er. Dem nicht genug, geht Abaelard noch einen Schritt weiter. Er sagt, kleine Kinder und Irre blieben von Sünde gänzlich unberührt. 6 Das wiederum bedeutet, dass eine
Untat nur dann als Sünde bezeichnet werden kann, wenn diese bei vollem Bewusstsein geschieht; dieses Unrechtsbewusstsein fehlt freilich vor allem kleinen Kindern, aber auch geistig Kranken.
Die Sünde an sich teilt Abaelard wiederum in zwei Kategorien ein: in fleischliche und in geistige Sünden.
Die fleischlichen Sünden umfassen hierbei die Fleischesschwächen und schließen alle Verfehlungen des Fleisches, die der Mensch begeht, ein. Sollten diese Verfehlungen aus einer Charakterschwäche hervorgehen, sprich einer Neigung zum Bösen oder einem Laster, so spricht Abaelard von der geistigen Sünde. Diese Sünde wiederholter Art ist konsequenter Weise auch verwerflicher anzusehen, als eine einmalige Verfehlung des Fleisches.
3 vgl. Abaelard, Ethik, S. 65
4 Abaelard, Ethik, S. 103
5 vgl. Abaelard, Ethik, S. 58
6 vgl. Abaelard, Ethik, S. 95
5
Arbeit zitieren:
Johannes Hammer, 2010, Sünde und Buße zur Zeit der Scholastik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte: Sünde und Buße zur Zeit der Scholastik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte: neuer Titel erschienen: Sünde und Buße zur Zeit der Scholastik
Heidegger Gesamtausgabe Bd. 23. Geschichte der Philosophie von Thomas ...
(Wintersemester 1926/27)
Martin Heidegger, Helmuth Vetter
L Bauloye
Die Rezeption Der Mittelalterlichen Sprachphilosophie in Der Theologie...
Seung-Chan Park, S-C Park
P Rosemann
0 Kommentare