Inhaltsverzeichnis
Einleitung S. 3
1. Biographie 4
2. Werke 6
2.1 Kulturbilder aus „Halb-Asien“ 6
2.2 Journalistische und redaktionelle Arbeiten 7
2.2.1 Deutsche Dichtung 8
2.3 Erzählungen auf autobiographischer Grundlage 9
2.3.1 „Der Pojaz“ 10
3. Franzos als der Entdecker Georg Büchners 11
4. Der nach Deutschland orientierte Jude 12
5. Mögliche Gründe des Vergessens 14
Schlussbemerkung S. 15
Literaturverzeichnis 16
-3- Einleitung
Karl Emil Franzos - dieser Name scheint in unserer heutigen Zeit nahezu vergessen zu sein. Auch seine Werke sind, bis auf einige wenige Ausnahmen, aus der Erinnerung sogar erfahrener Germanisten verschwunden. In der vorliegenden Arbeit möchte ich darum mein Hauptaugenmerk darauf richten, die wichtigsten Stationen seines Lebens, seine persönliche Weltanschauung, seine Ziele und sein Streben und nicht zu letzt, einige seiner bedeutendsten Werke zu schildern.
Die Arbeit beginnt mit einer kurzen Biographie Karl Emil Franzos, zum besseren Verständnis seiner Situation verbunden mit einer kurzen Familiengeschichte seiner direkten Vorfahren. Im Anschluss daran möchte ich auf einige der bedeutenderen Werke Karl Emil Franzos eingehen. Diese sind, um einen leichteren Überblick über die Vielzahl seiner literarischen Tätigkeiten zu erhalten, in drei größere Teilgebiete gegliedert. Wenn Karl Emil Franzos auch heute noch in der Fachwelt einigen ein Begriff sein sollte, dann in erster Linie auf Grund seiner Verdienste um die Erhaltung der Werke Georg Büchners. Darum werde ich die Editorische Arbeit Karl Emil Franzos an den Werken Büchners als eigenen Punkt behandeln. Schließen möchte ich meine eigene Arbeit mit zwei Überlegungen, die aus überwiegend historischer Sicht heute für uns Beachtung verdienen. Zum einen Gründe für die Orientierung des im damaligen Galizien lebenden Juden Karl Emil Franzos nach Deutschland hin, gerichtet auf die dortige Kultur, Sprache und Lebensweise und zum Zweiten möchte ich versuchen, mögliche Erklärungsversuche zu geben, warum Karl Emil Franzos und seine Werke heute weitestgehend in Vergessenheit geraten sind.
-4- 1.Biographie
Franzos` Vorfahren waren spanische Juden die von der Inquisition verfolgt, zunächst nach Holland und Frankreich, dann nach Polen emigrierten. Dort gründete der Urgroßvater zwei Kerzenfabriken in Tarnopol und in Warschau. Im Zuge der von Joseph II. angeordneten Namensverleihung an Juden innerhalb der K&K Monarchie, legte dieser den Familiennamen Levert ab und die Familie erhielt den auf ihr Herkunftsland Frankreich bezogenen Namen Franzos. Im Jahr 1772 übernahm der Großvater die Fabrik in Tarnopol. Die Ideen der deutschen Aufklärung und die deutsche Sprache und Kultur, denen der Großvater begeistert anhing, trennten ihn und die Seinen von den anderen Bewohnern des Landes: Polen, Juden und Ruthenen. Heinrich Franzos, der Vater Karl Emils, wurde 1808 geboren und sollte ebenfalls ganz im Sinn des deutschen Bildungsideals erzogen werden. Ebenso wie dessen Vater war Heinrich in der Gesellschaft isoliert. Zwar wurde er von der ruthenischen Bevölkerung wegen seiner Hilfsbereitschaft, seines Berufes - er war Arzt- und Güte geschätzt, doch für die Juden war er ein Abtrünniger vom Glauben, für die Polen ein Deutschgesinnter, für Deutsche ein polnischer Jude.
Karl Emil Franzos wurde am 25.10.1848 in Czortków geboren. Schon früh wurde er vom Vater in deutscher Sprache und Kultur unterrichtet und besuchte sogar die Klosterschule der Dominikaner in Czortków. Nach dem Tod des Vaters zog die Familie in die Hauptstadt der Bukowina, nach Czernowitz. Dort besuchte Karl Emil das einzige deutschsprachige Gymnasium Galiziens. Die Gymnasialzeit verstärkte seine Liebe zur deutschen Kultur, weckte aber auch sein Interesse zur heimatlichen Literatur Galiziens. Die ersten literarischen Versuche und Veröffentlichungen fallen in diese Zeit. 1868 musste Franzos, nach bestandenem Abitur, eine Entscheidung über sein künftiges Studium treffen. Die klassische Philologie, beanspruchte die ganze geistige Hingabe und war ohne Stipendium nicht zu bewältigen. Ein solches Stipendium hätte er jedoch nur erhalten, wenn er zum Christentum konvertiert wäre. Dazu war er nicht bereit. Er entschloss sich daher Jura zu studieren und schrieb sich im Herbst 1867 in Wien ein. Nach zwei Semestern setzte er seine Studien in Graz fort. Hier blieb Franzos seiner deutschnationalen Gesinnung treu, ohne seine jüdische Abstammung zu verleugnen. In
-5- Wienwar er bereits Mitglied der Burschenschaft „Teutonia“, in Graz gehörte er der „Orion“ an. Als Präsident dieser Burschenschaft verfasste er den Aufruf an die Studenten der deutschen Hochschulen indem er die Errichtung des deutschen Kaiserreichs begrüßte. Während seiner Studienjahre hat Franzos auch zahlreiche Reden für die deutsche Einigung unter der Führung Preußens gehalten. Wiederholt geriet er dadurch in Konflikt mit der österreichischen Polizei. Es scheint, dass Franzos gegen Ende seiner Studienzeit seine journalistische und dichterische Neigung über eine juristische Laufbahn stellte. Er erwarb sich den Titel des Dr. juris, sagte diesen Beruf nach kurzer Zeit als Rechtspraktikant aber Lebewohl und wandte sich nun gänzlich der Literatur zu.
Sein Ruf als junger, viel versprechender Journalist muss schon damals beträchtlich gewesen sein, denn im Mai 1872 wurde er von der „Neuen Freien Presse“, als Korrespondent angestellt. Im Herbst des Selben Jahres wurde er nach Budapest zum „Ungarischen Lloyd“ geholt, für dessen Feuilleton er vorwiegend novellistische Skizzen verfasste. Die literarische Gattung der Ghetto-Novelle wurde hier von ihm entwickelt. Im Auftrag der „Neuen Freien Presse“ unternahm Franzos von 1874 - 1876 zahlreiche Reisen in den östlichen Raum der Monarchie. Seine Eindrücke verarbeitete er zu seinen kulturhistorischen Reisebildern die zunächst in der „Neuen Freien Presse“ erschienen und 1876 den ersten Band der Triologie „Aus Halb-Asien“ bildeten. Franzos führte nun das Leben eines vielbeschäftigten, trotz seiner Jugend schon berühmten Literaten. In rascher Folge erschienen weitere Kulturbilder aus dem Osten, aber auch Romane und Novellen, die meist der jüdischen Thematik gewidmet waren. Als große herausgeberische Leistung ist die von ihm geschriebene erste Gesamtausgabe der Werke Georg Büchners zu sehen.
Im Herbst 1887 verließ Franzos mit seiner Frau Wien und zog nach Berlin, da er dachte, dass dort die Arbeitsbedingungen für einen freischaffenden Künstler besser wären. In Berlin erschien der letzte Teil der Kulturbilderreihe „Aus Halb-Asien“, mehrere Novellensammlungen, die Ghetto-Dichtungen „Judith Trachtenberg“ und „Leib Weihnachtskuchen“. Ein weiterer Roman „Der Pojaz“, wurde 1893 fertig gestellt aber noch nicht veröffentlicht. Grund dafür waren wohl die im Deutschen Reich ständig
Arbeit zitieren:
Markus Wagner, 2005, Karl Emil Franzos - der Entdecker des Woyzeck, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen: Karl Emil Franzos - der Entdecker des Woyzeck ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen: neuer Titel erschienen: Karl Emil Franzos - der Entdecker des Woyzeck
Markus Wagner hat einen neuen Text hochgeladen
Ghetto, Shtetl, or Polis? the Jewish Community in the Writings of Karl...
L. W. Currey, Miriam Roshwald
Theologische Dialektik und kritischer Realismus
Entstehung und Entwicklung von...
Bruce L. McCormack, Matthias Gockel
Briefwechsel zwischen Friedrich Gogarten und Karl Barth, Eduard Thurne...
Hermann G. Göckeritz
0 Kommentare