1. Einleitung
Vorliegende Hausarbeit beleuchtet ein Phänomen, das uns das ganze Leben von Geburt an bis zum Tode begleitet, nämlich die zwischenmenschliche Kommunikation. Das Ziel erfolgreicher Kommunikation besteht darin, nicht nur zu sagen, was man denkt und fühlt, sondern vor allem, dass der andere wirklich versteht, was man ihm sagen, bzw. begreiflich machen will (vgl. Löhr 2006, S.87). Oft bedienen wir uns der verbalen Kommunikation mittels unserer erlernten Sprache(n). Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass Noam Chomsky davon ausgeht, dass Kinder bereits eine angeborene grammatikalische Struktur besitzen. Diese universale Grammatik hat für alle Sprachen Gültigkeit. Ein Kind benötigt daher nur einen begrenzten Wortschatz, um eine Sprache zu erlernen. Da die Grundstruktur vorhanden ist, erfolgt das Erlernen einer Sprache mit hohem Tempo und großer Präzision durch das Sammeln von Wörtern und Redewendungen (vgl. Hansen 2010, S. 45).
Eine gemeinsame Sprache ist ein unverzichtbares Element der verbalen Kommunikation mit unseren Klienten oder Mitmenschen. Stimmer definiert den Begriff Kommunikation als einen Prozess der Übertragung von Informationen (vgl. Stimmer 1996, S. 290). Allerdings macht es einen Unterschied, eine Sprache lediglich zu beherrschen oder zusätzlich noch etwas über die Sprache zu wissen, d. h. welchen Regeln die jeweilige Sprache unterliegt. So ist es durchaus möglich, dass ein Mensch seine erlernte Muttersprache auch ohne eingehende Kenntnisse ihrer Grammatik und ihrer Syntax regelgerecht beherrscht (vgl. Watzlawick 2007, S. 36). Nachfolgend werden wichtige Aspekte der Kommunikationsforschung erläutert und Brücken zur Praxis der Sozialen Arbeit gebaut, um Erkenntnisse für die sozialpädagogische Arbeit im Umgang mit Klienten zu gewinnen. Dienlich ist dies einerseits, um erfolgreiche Gespräche mit Klienten führen zu können, und andererseits, um eine größtmögliche Nachhaltigkeit in der Arbeit mit dem Klienten zu gewährleisten.
Kommunikation beeinflusst unser ganzes Leben, denn die eigene Sprache formt unser Leben und immer wieder gelangen wir in Situationen, in denen unsere Rede-
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und Ausdrucksweise entscheidend ist für den Ausgang in einer Interaktion. So kann ein einziger unfreundlicher Satz eine lange Freundschaft zunichtemachen und ein taktvoller Satz kann eine lange bestehende Differenz mit einem Menschen beseitigen (vgl. Hull 2004, S. 76).
Denn die Frage nach dem richtigen Verhalten ist abhängig von der jeweiligen Situation. So ist eine Studentin, die gefragt wird, ob sie ihre Unterlagen an einen Mitstudenten ausleiht oder nicht, innerlich hin- und her gerissen zwischen Aspekten der Solidarität und ihrem Nutzen. Was soll sie sagen, und wie soll sie es sagen? Welchen Ton soll z.B. ein erzürnter Chef seinem sensiblen Mitarbeiter gegenüber anschlagen, wenn er bemerkt hat, dass der Mitarbeiter zum einen zwar seiner Arbeitspflicht nicht nachgekommen ist, dieser aber andererseits aufgrund seiner Kreativität für die Firma sehr wichtig ist. In der Kommunikation geht es immer um das richtige Was und das angemessene Wie (vgl. von Thun 2003, S. 12f.). Im ersten Schritt vorliegender Ausarbeitung werden die Komponenten der Kommunikation erläutert, um ein Grundverständnis zu schaffen, welche Elemente zentral sind für die Kommunikation mit unseren Mitmenschen. Insbesondere soll aufgezeigt werden, wie Störungen entstehen können. Wer hat nicht schon in der beruflichen Praxis, in der Freizeit, mit vertrauten Personen z.B. dem Partner oder der Familie die Erfahrung gemacht, dass es vorkommen kann, dass ein Gespräch nicht so verläuft, wie wir es uns es in Gedanken vorgestellt haben. Das auslösende Moment der Hemmung oder gar der Eskalation ist für uns aber schwer identifizierbar. Eine Lösungsfindung gelingt besser, wenn die verschiedenen Elemente der Kommunikation isoliert betrachtet werden, im Einzelnen z.B. nach dem Sender oder dem Empfänger einer Nachricht. Diese Elemente der Kommunikation werden einzeln analysiert und später wieder aneinandergefügt. Weiter folgt eine Unterscheidung zwischen verbaler, nonverbaler und paraverbaler Kommunikation.
Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, worauf man bei der Klientenzentrierten Gesprächsführung zu achten hat. Denn auch als Pädagogen nehmen wir eine Rolle ein und müssen diese professionell ausfüllen. Gerade über
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das Ausfüllen einer Rolle stellt Hull fest: „ ... Sie leben die Rolle, die Sie sich gewählt haben, die Rolle, deren Personifizierung die anderen von Ihnen erwarten“ (Hull 2004, S. 78).
2. Komponenten des Kommunikationsprozesses
In wissenschaftlichen Disziplinen, deren Inhalt die Kommunikationsforschung ist, werden diverse Komponenten der Kommunikation unterschieden: (1) Der Sender, der Mitteilungen verschlüsselt. D.h. er encodiert das Gemeinte in sprachliche, mimische, gestische oder andere Zeichen und Symbole, die dann als (2) Botschaft/Nachricht/Information über einen oder mehrere (3)
Kommunikationskanäle (akustisch/phonetisch, visuell etc.) an den (4) Empfänger weitergegeben werden. Der Empfänger letztlich entschlüsselt die
Nachricht/Information/Botschaft. Der Empfänger signalisiert durch sein Verhalten, ob und wie er die Botschaft aufgenommen hat. Der Sender zieht daraus Rückschlüsse, ob der Empfänger die Botschaft verstanden hat. So wird der Empfänger somit selbst zum Sender und es entsteht ein kommunikativer Kreislauf (vgl. Hartung 2006, S. 84f.).
2.1 Störungen in der zwischenmenschlichen Kommunikation
Wie kann es zu Empfangsfehlern kommen? Dies kann geschehen, wenn Sender und Empfänger aus unterschiedlichen Sprachmilieus stammen, dann können Verständigungsfehler auftreten. Schichtspezifische Sprachgewohnheiten
beispielsweise behindern die Kommunikation nicht nur auf der Sachebene, sondern auch auf der Beziehungsebene (vgl.von Thun 2004, S. 63f.). Hartung stellt in diesem Zusammenhang fest:
Nach diesem Nachrichtenmodell bedarf eine erfolgreiche wechselseitige Verständigung zwischen Sender und Empfänger eines gemeinsamen Vorrats an bedeutungshaltigen Zeichen. Die Beteiligten müssen das gleiche Zeichensystem kennen bzw. über eine hinreichende Menge an gemeinsamen Zeichen verfügen und annähernd Regeln für die Zuordnung von Zeichen zu Sachverhalten bzw. kognitiven Repräsentationen dieser Sachverhalte haben. (Hartung 2006 S. 85)
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Somit ist Kommunikation immer auch als soziologisches Phänomen zu verstehen. Da innerhalb einer selben Sprache verschiedene soziale Gruppen verschiedene Sprachstile pflegen. Dieses Phänomen beschreibt Bourdieu wie folgt: ...Spracherwerb heißt damit zunächst, sich einen der Sprachstile anzueignen, die es bereits im Gebrauch und durch den Gebrauch gibt und die objektiv von ihrer Position in der Hierarchie der Sprachstile geprägt sind, deren Ordnung ein Abbild der Hierarchie der entsprechenden sozialen Gruppen ist. (Bourdieu 1990, S. 31)
Kerngedanke des Kommunikationsprozesses ist, dass effektive Kommunikations-und Beziehungsfähigkeiten entwickelt werden. Dadurch wird ein Verständnis über die subjektiven Erfahrungen des jeweiligen Kommunikationspartners erlangt und eine Reihe von Prinzipien und Unterscheidungskriterien gefunden, um Muster im Verhaltens- und Denkstil anderer Menschen zu erkennen mit dem Ziel reibungslos zu kommunizieren (vgl. Dilts 1997, S. 32). So mag z.B. das Wort Familie bei diversen Personen zwar die gleiche Hauptbedeutung (Denotation) besitzen, aber auf der emotionalen Ebene unterschiedlich Nebenbedeutungen (Konnotation) hervorrufen (vgl. Hartung 2006, S. 85).
Auch muss die Rollenverteilung von Sender- und Empfänger angemessen verteilt sein. Wenn z.B. ein Interviewer seinem Gast dauernd ins Wort fällt und sich selber gerne im Monolog reden hört, wird er immer einsilbigere Antworten von seinem Gast erhalten. Das Gesprächsklima wird angespannter und dem Gast vergeht die Lust an dem Interview. Rollen stehen immer im Zusammenhang mit Erwartungen aufseiten unseres Interaktionspartners. Bestimmte Verhaltensmuster werden bei der Rollenübernahme erwartet die in verschiedenen Kulturkreisen differieren können (vgl. Bieger 1990, S. 21,26). Eine Person hat im Leben auch immer verschiedene soziale Rollen auszufüllen. Zum Vorgenannten soll folgendes Beispiel eine Hilfestellung geben. Frau Dr. Falter ist Leiterin einer Abteilung für Forschung und Entwicklung, je nach Situation nimmt sie verschiedene Rollen ein. Gegenüber ihren Mitarbeitern ist sie die Vorgesetzte, die motiviert und kritisiert. Die Rolle der Expertin übt sie aus, wenn sie sich auf Fachtagungen mit anderen Experten austauscht. Gegenüber Vorgesetzten muss sie Rechenschaft für ihre Arbeit ablegen und Weisungen die sie erhält, einhalten. Privat kommuniziert sie mit ihrem Kind, als Partnerin mit ihrem Mann usw. Frau Falter spricht also nicht nur als Frau Falter,
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Arbeit zitieren:
Jonas Görlich, 2011, Wesentliche Aspekte der Kommunikationsforschung, München, GRIN Verlag GmbH
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