Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Einleitende Hintergrundinformationen 3
2.1 Ursprung der Versuchungsgeschichte 3
2.2 Einordnung in die Evangelien 4
2.2.1 Das Matthäusevangelium 4
2.2.2 Das Lukasevangelium 4
3. Die Versuchungsgeschichte in Mt 4,1-11 5
3.1 Prolog (Mt 4,1f.) 5
3.2 Die 1. Versuchung (Mt 4,3f.) 6
3.3 Die 2. Versuchung (Mt 4,5-7) 6
3.4 Die 3. Versuchung (Mt 4,8-10) 7
3.5 Epilog (Mt 4,11) 8
4. Die Versuchungsgeschichte in Lk 4,1-13 8
4.1 Prolog (Lk 4,1f.) 8
4.2 Die 1. Versuchung (Lk 4,3f.) 9
4.3 Die 2. Versuchung (Lk 4,5-8) 10
4.4 Die 3. Versuchung (Lk 4,9-12) 11
4.5 Epilog (Lk 4,13) 12
5. Besonderheiten der Versuchungsgeschichte 12
5.1 Querverweise innerhalb der Bibel 12
5.2 Reihenfolge der Versuchungen 13
5.3 Die Gottessohnschaft Jesu 15
6. Bedeutung der Versuchungsgeschichte 16
6.1 Absichten der Verfasser 16
6.2 Auslegungsmöglichkeiten 17
6.3 Wirkungsgeschichte 19
7. Fazit 21
8. Literaturverzeichnis 22
2
1. Einleitung
Zu Beginn meiner Arbeit „Die Versuchungen Jesu. Mt 4,1-11 und Lk 4,1-13“ gebe ich einige Hintergrundinformationen zum vermutlichen Ursprung der Versuchungsgeschichte und zu ihrer Einordnung in die Evangelien des Matthäus und des Lukas. Anschließend handle ich nacheinander die Verse der Versuchungsgeschichte ab, ehe ich auf ihre Besonderheiten eingehe. Hierzu gehört neben den Querverweisen vor allem die unterschiedliche Reihenfolge der Versuchungen bei den beiden Evangelisten und die Bedeutung der Gottessohnschaft Jesu. Im 6. Kapitel beschäftige ich mich abschließend damit, warum die Versuchungen Jesu niedergeschrieben worden sind, wie sie sich auslegen lassen und welche Wirkung sie in der alten Kirche und in der Neuzeit hervorgerufen haben.
2. Einleitende Hintergrundinformationen
2.1 Ursprung der Versuchungsgeschichte
Die Versuchungsgeschichten des Matthäus (vgl. Mt 4,1-11) und des Lukas (vgl. Lk 4,1-13) sind ausführlicher und umfangreicher als die wenigen Worte des Markus in Mk 1,12f.:
12 Danach trieb der Geist Jesus in die Wüste. 13 Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan
in Versuchung geführt. Er lebte bei wilden Tieren, und die Engel dienten ihm. Gleichzeitig sind sie größtenteils parallel formuliert, weswegen man zu dem Schluss gelangen kann, dass sie neben Markus wohl eine weitere gemeinsame Quelle besitzen und dass es sich hierbei um die Logienquelle handelt.
Unklar ist hingegen, „ob dieser Bericht auf Jesus, den einzigen Zeugen des Ereignisses, zurückgeht oder ob man in ihm nur das Ergebnis der Vorstellung und Überlegung eines christlichen Theologen sehen kann.“ 1 Wenn man davon ausgeht, dass die Versuchungsgeschichte von der christlichen Gemeinde überliefert worden ist, also eine Gemeindebildung ist, so scheint sie die Probleme und Schwierigkeiten dieser Gemeinde wiederzugeben. 2 Es ist aber auch möglich, dass es eine objektive Grundlage gegeben hat, die aufgrund des Glaubens der ersten Christen zu unserer heutigen Version ausgeschmückt
worden ist. So spiegelt die Versuchungsgeschichte wieder, dass „bereits der irdische Jesus Gottes Sohn war, [dass; D.P.] Jesu Verweigerung von himmlischen Zeichen [war; D.P.] und […], daß der Satan durch sein Wirken bereits entthront“ 3 wurde.
2.2 Einordnung in die Evangelien
2.2.1 Das Matthäusevangelium
Das um 80-90 n.Ch. im syrischen Raum abgefasste Evangelium weist eine große Nähe zum Judentum auf, weswegen man auf einen judenchristlichen Verfasser schließen kann, dem es um die Veranschaulichung der „Bedeutung Jesu für seine Anhänger und die aus der Jesusbewegung entstehende Kirche, das Gesetz als Lebensregel und das Verhältnis zum Judentum“ 4 geht. 5 Matthäus deutet die Ereignisse des öffentlichen Auftretens Jesu und zeigt dessen heilsgeschichtliche Bedeutsamkeit auf. Hierzu gehört, dass Jesus seit seiner Taufe eindeutig als Sohn Gottes identifiziert wird: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ (Mt 3,17), der jedoch seinen Gehorsam gegenüber Gott durch das Abweisen der Versuchungen des Satans unter Beweis stellen muss. Dies geschieht in der Versuchungsgeschichte, welche zur Vorbereitung des öffentlichen Wirkens Jesu gehört und den Abschluss des Prologs bildet, bevor Jesus in seiner anschließenden Bergpredigt von der wahren Gerechtigkeit, der Gottes- und der Nächstenliebe spricht.
2.2.2 Das Lukasevangelium
Wie im Evangelium des Matthäus so gehört auch im Lukasevangelium die Versuchungsgeschichte zur Vorbereitung für das öffentliche Wirken Jesu in Galiläa und Jerusalem. 6 Jedoch setzt der Heidenchristen Lukas seine Akzentuierung des zwischen 80 und 100 n.Ch. außerhalb Palästinas abgefassten Evangeliums auf die Deutung des Todes Jesu als Sühnetod, weswegen an verschiedenen Stellen des Evangeliums eine andere Betonung der Ereignisse vorgenommen wird. So beispielsweise auch in der Versuchungsgeschichte, die durch eine Vertauschung der letzten beiden Versuchungen gegenüber Matthäus eine Kurzform des Lebens Jesu darstellt: Von einem ruhigen und einsamen Ort aus begibt sich Jesus für sein Wirken in die Öffentlichkeit, um sich schließlich in Jerusalem seinem Leiden hinzugeben.
Lukas verfolgt zudem das Ziel, die Leser seines Evangeliums „von der Zuverlässigkeit der [christlichen; D.P.] Lehre“ (Lk 1,4) zu überzeugen. Im Rahmen der Versuchungsgeschichte wird diese Absicht dadurch deutlich, dass Jesus aus dem Buch Deuteronomium dreimal Stellen zitiert, die Lehren enthalten, welche wiederum aus den Vergehen des israelitischen Volkes während des Exodus gezogen worden sind. Lukas zieht jedoch nicht nur eine Grenze zwischen der Zeit Israels und Jesus, sondern auch zwischen diesem und der folgenden Heilszeit, wobei er rund 60 Jahre nach dem Tod Jesu die Naherwartung aufgegeben hat.
3. Die Versuchungsgeschichte in Mt 4,1-11
3.1 Prolog (Mt 4,1f.)
1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt
werden. 2 Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger.
Bereits der Prolog der Versuchungsgeschichte lässt die Bedeutung derselben aufgrund der Parallelisierung mit der Situation des Volkes Israels erahnen. Während sich Israel kurz vor der Landnahme befindet, steht Jesus vor seinem öffentlichen Wirken und beide scheinen in der Wüste zunächst Versuchungen bestehen zu müssen, damit sie diesen neuen Abschnitt in der Geschichte beginnen dürfen. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass das israelitische Volk von Gott in die Wüste gebracht wird und dort in der Zeit seines Aufenthaltes in Versuchung geführt wird, während sich Jesus, der vom Geist geführt worden ist, am Ende seines Wüstenaufenthaltes dem Teufel widersetzen muss. Dass nun in der Versuchungsgeschichte der Geist und der Teufel die Position Gottes einnehmen, dürfte in der Entwicklung theologischen Denkens des Judentums und der nachexilischen Zeit begründet sein. 7 Zwar könnte man sich nun fragen, warum Gott den Teufel nicht an seinem Tun hindert, um seinen geliebten Sohn vor dem Bösen zu bewahren, doch die Antwort liegt in der Tatsache begründet, dass sich Jesus vor seinem öffentlichen Wirken zunächst „als seiner Sendung treu, als dem Auftrag Gottes gehorsam“ 8 präsentieren muss. Wie Mose fastet Jesus sowohl 40 Tage als auch 40 Nächte während seines vom Geist initiierten Wüstenaufenthaltes im Anschluss an seine Taufe. Aufgrund des Fastens
bekommt Jesus Hunger, was wiederum die Voraussetzung dafür bildet, dass der Teufel in den folgenden Versen zum ersten Mal versuchen kann, ihn in Versuchung zu führen.
3.2 Die 1. Versuchung (Mt 4,3f.)
3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, daß aus diesen
Steinen Brot wird. 4 Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot,
sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.
Obwohl Jesus aufgrund des Fastens Hunger verspürt, lässt er sich nicht in Versuchung führen, ein Wunder zu vollziehen, dass nicht von Gott gewollt ist. Um seine Haltung dem Teufel gegenüber zu bekräftigen, zitiert Jesus aus dem Deuteronomium jene Passage in Dtn 8,3, in der die aus dem Mannawunder (vgl. Ex 16) gezogene Lehre entfaltet wird. Damals versagte das Volk Israel in der Wüste, doch Jesus erweist sich als gehorsam gegenüber Gott, da er seine Macht nicht wie vom Teufel gefordert für den eigenen Zweck missbraucht. 9 Mit dieser Treue gegenüber Gott verdeutlicht Jesus seine Hoheit und seit dem Taufereignis in Mt 3,17 ist deutlich, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Dies weiß auch der Teufel, denn nur dieses Wissen erklärt, warum es Jesus möglich sein sollte, aus Steinen Brot zu machen. Gleichzeitig beschreibt der Gottessohntitel Jesus als eschatologischen Heilsbringer und seine königliche Stellung als Messias. 10
3.3 Die 2. Versuchung (Mt 4,5-7)
5 Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel 6 und sagte
zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln
befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. 7 Jesus
antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe
stellen.
Zu Beginn der zweiten Versuchung findet ein Ortswechsel statt, so dass sich der Teufel und Jesus nun am Jerusalemer Tempel, einem Ort eschatologischer Erwartungen befinden. Dort argumentiert der Teufel erneut mit der Gottessohnschaft Jesus, um ihn dazu zu versuchen, sich in die Tiefe hinabzustürzen und sich durch von Gott gesandte Engel schützen zu lassen. 11 Um seiner Versuchung mehr Nachdruck zu verleihen und sich als von Gott legitimiert darzustellen, verwendet der Teufel nun wie Jesus zuvor ein Schriftzitat, welches aus Ps 91,11f. stammt und von dem Schutz des Höchsten handelt. Zudem knüpfen
Arbeit zitieren:
Daniela Poloczek, 2008, Die Versuchungen Jesu, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theologie - Biblische Theologie: Die Versuchungen Jesu ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Theologie - Biblische Theologie: neuer Titel erschienen: Die Versuchungen Jesu
Daniela Poloczek hat einen neuen Text hochgeladen
A Kingdom for Horses: Heartfelt Devotions That Touch the Soul of a Hor...
Carolyn Salmon Kazmierczak
Versuche im Sachunterricht der Grundschule
Über 80 spannende und kindgemä...
Ingrid Dröse, Lorenz Weiß
Zum Standort des Rücktritts vom Versuch im Verbrechensaufbau
Eine Untersuchung anhand der D...
Antje Schumann
0 Kommentare