Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Gründe für das Aufsuchen von Beratungsstellen 3
3. Beratungsangebote 5
3.1 Caritas 5
3.2 Zartbitter Köln e.V. 7
3.3 Jugz gGmbH - Jugendzentren in Köln 8
3.4 JWK gGmbH - Jugendwerk Köln 9
3.5 JHK - Jugendhilfe Köln e.V. 9
3.6 Stiftung Leuchtfeuer 11
3.7 Familienberatung und Schulpsychologischer Dienst der Stadt Köln 12
3.8 Kinderland e.V. 13
4. Fazit 14
5. Literaturverzeichnis 15
2
1. Einleitung
Um pädagogische Zentrierungsarbeit leisten zu können, muss man sich zunächst über die Problemstellungen und konzeptionellen Zugänge bewusst sein. Aufschluss hierüber erhält man unter anderem durch die psychosoziale Konzeption von E.H. Erikson, der acht „einzelne[…] Phasen und Dimensionen der […] Persönlichkeitsentwicklung […] in Form einer ›Epigenese‹ der Identität“ 1 verdeutlicht hat. G.H. Mead hingegen konzentriert sich in seinem „symbolischen Interaktionismus“ vermehrt auf die Einflüsse der sozialen und kulturellen Umwelt 2 und L. Krappmann sieht die Identitätsfindung als „gesellschaftliche[…][s; D.P.] Puzzlespiel[…]“ 3 , bei dem immer wieder durch Interaktionen die „Balance zwischen ›sozialer‹ und ›persönlicher Identität‹“ 4 hergestellt werden muss. Auf diesen Grundlagen der Identitätsproblematik kann durch „leibnahe, gestaltpädagogische Konzepte […] [wie; D.P.] Tanz und Bewegungskultur […] [sowie durch; D.P.] das orientierende, sinnerschließende Gespräch“ 5 Zentrierungsarbeit geleistet werden. Im Folgenden werde ich mich auf die Möglichkeiten von Beratungsgesprächen konzentrieren, die einer mentalen Identitätsarbeit dienen. Hierzu stelle ich verschiedene Beratungsangebote vor, die zum Teil auf einzelne Bereiche wie Berufsfindung oder Missbrauch spezialisiert worden sind. Während sich einige Angebote lediglich auf Beratungsgespräche beschränken, wird bei anderen Vereinen aktiver in die Lebenswelt der betroffenen Jugendlichen eingegriffen, um ihre Situation verändern zu können. Zunächst werde ich jedoch noch auf verschiedene Gründe für das Aufsuchen von Beratungsstellen hinweisen.
2. Gründe für das Aufsuchen von Beratungsstellen
Für das Aufsuchen von Beratungsstellen gibt es viele verschiedene Gründe. So sind es nicht nur die Jugendlichen, die von alleine eine Beratungsstelle aufsuchen, sondern oft auch die Eltern oder Lehrer, die sich Informationen besorgen wollen oder mit einer Situation überfordert sind und Hilfe benötigen.
1 G. Mertens, Umwelten, 15.
2 Vgl. G. Mertens, Umwelten, 17.
3 G. Mertens, Umwelten, 19.
4 G. Mertens, Umwelten, 19.
5 G. Mertens, Balancen, 90f.
3
In den meisten Fällen handelt es sich um Erziehungsfragen, Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten oder Schulprobleme. 6 Die Erziehungsfragen beziehen sich zum größten Teil auf allgemeine Dinge. Eltern sind aufgrund der für sie neuen Familiensituation unsicher und wollen einfach nur wissen, wie sich Kinder und Familien entwickeln und welchen Kindergarten oder welche Schule sie für ihr Kind wählen sollen. Oft werden Eltern und Lehrer auch dadurch bedrückt, dass sie sich hilflos vorkommen und nicht wissen, was sie zum Beispiel machen sollen, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Kind oder ihr Schüler Drogen nimmt oder magersüchtig ist. Während die Eltern schon früh auf Verhaltensauffälligkeiten wie Schlafprobleme, soziales Verhalten, Aggressionen, Ängstlichkeit und Einnässen aufmerksam werden können, fallen Entwicklungsprobleme oft erst in der Schule auf. In den Bereichen der Wahrnehmung, Konzentration, Bewegung und Sprache weisen immer wieder viele Schüler Defizite auf, ohne dass die Gründe hierfür für die Lehrer klar erkennbar sind. Hinzu kommen oft Probleme mit der Leistungsbereitschaft und dem Verhalten des Schülers sowie soziale Konflikte. Die Zahl derer, die „länger als 40 Tage pro Jahr fehlen, liegt bei 2% […] [, was; D.P.] jährlich 192.000 Schülerinnen und Schüler“ 7 entspricht. Außerdem wiederholen 5% der Kinder und Jugendlichen jährlich ein Schuljahr und 8% erlangen keinen Schulabschluss. 8
Ein weiterer großer Bereich, der Anlässe zum Aufsuchen von Beratungsstellen liefert, bildet das Familienleben. Zum einen gibt es verschiedene Familienformen wie allein erziehende oder getrennt lebende Elternteile, neu zusammengesetzte Familien, Adoptions- und Pflegefamilien oder aber auch Mehrgenerationenhaushalte. Zum anderen sind familiäre Krisen in der heutigen Welt vorprogrammiert. Hierzu gehören Konflikte innerhalb der Familie durch Trennung, Scheidung oder neue Partner, chronische Erkrankungen und der Tod eines Familienmitglieds. Aus den Konflikten innerhalb der Familie resultieren oft Sorge- und Umgangsrechtsfragen, weil man nicht weiß, wie die Beziehung zwischen den Kindern und Eltern vor, während und nach der Scheidung ablaufen soll. Bei binationalen Familien oder solchen mit einer ausländische Herkunft kommen erschwerend noch Fragen der Zugehörigkeit zu den verschiedenen Kulturen, Fragen der Lebensplanung und damit oft verbunden Generationenkonflikte hinzu.
Schließlich sind für Jugendliche die Zeit der Pubertät und der Ablösung vom Elternhaus schwierige Phasen, in denen sie den Rat anderer suchen, weil zwischen ihnen und den Eltern Konflikte entstehen. Die Jugendlichen machen erste Erfahrungen mit Partnerschaft und
6 Vgl. hierzu und zum ganzen Kapitel 2.: http://www.beratung-caritasnet.de/index.php?id=frage_antwort_beratg.
7 http://www.schulpsychologie.de/index.htm: Schulpsychologie in Deutschland-Aufgaben und Berufsprofil.
8 Vgl. http://www.schulpsychologie.de/index.htm: Schulpsychologie in Deutschland-Aufgaben und Berufsprofil.
4
Sexualität und denken über ihre zukünftige Lebensplanung nach. Hierbei werden immer wieder Sinnfragen gestellt, die sich mit dem eigenen Glauben und Wertekonflikten sowie mit den eigenen Lebensentwürfen und -entscheidungen beschäftigen. Gleichzeitig versuchen sie, eine Ich-Identität aufzubauen, was sich jedoch in der modernen Gesellschaft meist als recht schwierig erweist zumal die Voraussetzungen hierfür in der von den Eltern gegebenen Geborgenheit, Freiheit und den angebotenen Identifikationsmustern liegen. 9 Gerade im Jugendalter sind die Entwicklung des Selbstwertgefühls und der Gruppenzugehörigkeit sowie das Streben nach Anerkennung, Individualität und Kohärenz von großer Bedeutung. 10 Bei dem Versuch, sich in unterschiedlichen Lebenssituationen und in verschiedenen Rollen als ein- und dasselbe Subjekt zu festigen, besteht aber auch die Gefahr einer Identitätsdiffusion, da die Freiheit und die Pluralität der Umwelt zu Verunsicherungen und dem „Entgleiten der Ich-Anteile“ 11 führen können. Untersuchungen haben ergeben, dass sich „der Anteil jugendlichen Probanden mit ›diffuser Identität‹ von früher durchschnittlich 20 % auf inzwischen 40 % erhöht hat.“ 12 Um so wichtiger ist es, den Verunsicherungen durch pädagogischen Zentrierungsarbeit entgegen wirken zu können. Dies kann durch Netzwerkbildungen zwischen zentralen Sozialisationsinstanzen wie Familie und schulischen Aktivitäten, aber auch durch außerschulische Jugendarbeit geschehen. 13 Als gelungen kann man den Aufbau der Ich-Identität bezeichnen, wenn Jugendliche in ihrer „Umgebung schöpferisch, engagiert und realitätsnah Verantwortung […] übernehmen.“ 14
3. Beratungsangebote
3.1 Caritas
Unter dem Motto „Not sehen und handeln“ bietet die Caritas schon seit vielen Jahren ein großes Beratungsangebot für „alle[…] Menschen unabhängig von der Nationalität, der Weltanschauung oder Religionszugehörigkeit an.“ 15 Neben Schuldner-, Sucht-, Schwangerschafts- und Adoptionsberatung steht vor allem die Beratung für Kinder,
9 Vgl. G. Mertens, Umwelten, 30.
10 Vgl. G. Mertens, Balancen, 59,65.
11 G. Mertens, Balancen, 63.
12 G. Mertens, Umwelten, 35.
13 Vgl. G. Mertens, Balancen, 75.
14 G. Mertens, Umwelten, 34.
15 http://www.beratung-caritasnet.de/index.php?id=die_traeger0.
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Arbeit zitieren:
Daniela Poloczek, 2008, Helfende Beratung: Jugendhilfe, München, GRIN Verlag GmbH
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