Inhaltsverzeichnis
Inhalt Seite
1. Vorwort 3-4
2. Vorstellung der Studien 4-6
3. Mikrosoziologische Einflüsse im Einzelnen 6
3.1 Gesellschaftliche Akzeptanz 7
3.2 Alter 8
3.3 Bildung/Ausbildungsstand 8
3.4 Familienstand/Elternhaus 9
4. Zusammenfassung und Resümee 10-13
Literaturverzeichnis 15
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1. Vorwort
Ich habe mir in dieser Arbeit das Ziel gesetzt mir die mikrosoziologischen Einflüsse unter dem Aspekt der Täterprofile eines rechtsextremen Gewalttäters genauer zu prüfen und zu betrachten ob bestimmte Merkmale besonders häufig auftreten. Diese Frage ist in meinen Augen wichtig um aufzuzeigen wo Präventionsmaßnahmen angewendet werden können.
Dazu habe ich fünf Studien genauer betrachtet. Diese Studien sind mir besonders aufgefallen, weil sie sich zum einen mit jungen Straftätern befassten und größtenteils auf die von mir herausgesuchten Indikatoren eingehen. Des Weiteren liefern diese Studien einen Erklärungsansatz, den ich ebenfalls noch genauer beleuchten werde. Nicht alle Studien sind homogen, denn leider gibt es keine Standarts für solche Studien, daher werde ich später noch kurz auf diese Problematik eingehen, welche einen exakten und genauen Vergleich fast unmöglich machen.
Ich werde die Studien nicht im einzelnen bearbeiten sonder sie gesammelt unter Berücksichtigung bestimmter mikrosoziologischer Indikatoren betrachten,
vergleichen und auswerten, nachdem ich sie allgemein vorgestellt habe. Die Indikatoren des Alters, des Bildungsgrades, des Familienstandes beziehungsweise Elternhauses und der gesellschaftlichen Akzeptanz bestimmter rechtsextremer Faktoren habe ich mir im Speziellen herausgesucht. Weitere Indikatoren waren noch das Geschlecht, die Nationalität sowie die Delinquenzbelastung. Auf diese werde ich nicht genauer eingehen. Über 90% der Täter sind erfahrungsgemäß männlich. Frauen sind hauptsächlich in Cliquen, Subkulturen und Parteien zu finden und weniger unter den Gewaltstraftätern selber. Wenn gegen sie ein Verfahren wegen rechtsextremer Delikte läuft, dann hauptsächlich wegen Propagandadelikten. Körperverletzung, Sachbeschädigung bis hin zu Tötungsdelikten werden hauptsächlich von Männern begangen (Willems 1993 S.113). Die Nationalität ist überwiegend deutsch und die Delinquenzbelastung ist hoch, das heißt sie sind nicht nur in einem Fall straffällig geworden (Gamper, Willems 2006, S. 452). Diese hier kurz genannten Indikatoren sind allerdings weniger direkt einen Straftäter der rechten Szene bedingend, als die anderen Indikatoren. Aus diesem Grund erwähne ich sie nur der Vollständigkeit halber.
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Bevor ich mich nun genauer mit den Studien beschäftige möchte ich einige Begriffe definieren, die ich in dieser Form anwende. Gerade der Begriff des Rechtsextremismus wird verschieden verstanden. Ich beziehe mich auf die Definition nach Gerhard Jaschke (2001. Rechtsextremismus und
Fremdenfeindlichkeit). Sie besagt, dass man unter Rechtsextremismus die Gesamtheit von Einstellungen, Verhaltensweisen und Aktionen versteht, organisiert oder nicht, die von rassisch oder ethnisch bedingter Ungleichheit der Menschen ausgeht. Wenn ich von gesellschaftlicher Akzeptanz spreche, dann nicht nur im positiven, sondern auch im negativen Sinne. Der von mir verwendete Begriff der Deprivation, beziehungsweise Deprivationserfahrung, bezieht sich auf die wahrgenommene Diskrepanz zwischen den Werteerwartungen einer Person und deren Wertansprüchen. Werterwartungen sind jene Güter und Lebensumstände von denen die Person ausgeht, dass sie ihr zustehen und die Wertansprüche sind jene Güter und Bedingungen von denen die Person glaubt, dass sie diese erreichen und behalten kann (Kailitz, 2004, S.198).
2. Vorstellung der Studien
Die erste von mir ausgesuchte Studie ist von Jörg Neumann und Wolfgang Frindte (Frindte, Wolfgang; Neumann, Jörg. Wiesbaden 2002). Sie haben sich in ihren Interviews mit Gewalttätern, vor allem auf den Aspekt der Tat und was zu einer solchen Tat geführt hat, beschäftigt. Der Tatverlauf ist für mich besonders interessant, da sich Neumann und Frindte auf das psychologische Modell von Anderson, Deuser und DeNeve (1995) beziehen. In ihrem Episode General Affectiv Aggressions Model(GAAM) gibt es vier Stufen der Tat, Input, internaler Status, Bewertungsprozess und Ergebnis (Frindte, Neumann. S 85). Die erste Stufe des GAAM, der sogenannte Input, ist die für mich und meine Fragestellung entscheidende Variable. Der Input ist der Bereich in dem die Gedanken des Aggressors, seine Gefühle und das Erregungsniveau eine Rolle spielen. Die Gedanken zu einer Situation werden durch makrosoziologische Einflüsse bedingt. Und die Ergebnisse der Tat wirken als sogenannte Feedbackschleife auf die Input-Variable zurück.
Die befragten Personen waren multiple Straftäter, die nicht nur fremdenfeindliche Gewalt ausgeübt hatten. Es wurde vor allem nach der letzten Tat, wegen der sie inhaftiert wurden, gefragt und diese analysiert. Die Fragestellung ihrer Analyse war: „Handeln fremdenfeindliche Gewalttäter gegenüber spezifischen Opfergruppen Seite 4 von 15
anders als gegenüber einer unspezifischen? Laufen fremdenfeindliche Gewalttaten nach einem anderen Muster ab als ‚normale‘ Gewalttaten?“ (Frindte, Neumann. S. 87). Allerdings wird kaum auf alle meiner herausgesuchten Faktoren eingegangen und dient vor allem als Bestandteil meines Resümees.
Die zweite Studie ist von Markus Gamper und Helmut Willems, die in ihrer Studie die Hintergründe von Tätern und Opfern analysiert haben (Gamper, Markus. Willems, Helmut. Bonn 2006). Sie setzen in ihrer Studie den Schwerpunkt vor allem auf das Ausmaß und die Form fremdenfeindlicher und rechtsextremer Gewalttaten. Dabei beleuchten sie auch im Besonderen die sozialen Hintergründe der Täter und ihrer Opfer. Deshalb habe ich diese Studie herausgesucht. Sie bietet Einblicke in die gesellschaftliche Akzeptanz oder Ablehnung solcher Gewalttaten, die neben anderen Faktoren wie Bildung und Alter einen wesentlichen Bestandteil für die von mir untersuchten mikrosoziologischen Einflüsse sind. Diese Akzeptanz oder Ablehnung und dementsprechend ausfallende Eigenbewertung der Tat durch den Täter sind wiederum Teil der Feedbackschleife, die ich in der Studie vom Frindte und Neumann bereits erwähnt habe. Auch hier finden sich Erklärungsansätze, zu denen ich gesondert am Ende meiner Untersuchung noch einmal eingehen werde. In der Studie gingen die Autoren zuerst auf die gesellschaftlichen Strukturen aufgrund statistischer Daten ein, auch im weiteren Verlauf befassen sie sich vor allem mit Statistiken sowie Daten aus polizeilichen Langzeitanalysen und werten diese aus.
Die dritte Studie habe ich von Claus Homm, in der er sich mit der rechtsextremen Ausprägung von Schülern in der Stadt Hagen auseinandersetzt (Homm, Claus. Bonn 2007). Homm hat 676 Schüler befragt, die zum größten Teil zwischen 13-17 Jahre alt waren. Der Anteil von älteren Schülern bis 19 ist leider kaum als repräsentativ anzusehen. Er ließ einen Fragebogen ausfüllen, in dem rechtsextreme, rechtspopulistische oder antisemitische Tendenzen zu finden waren. Anschließend wurden noch Fragen zum sozialen- und Bildungsumfeld gestellt. Hier finden sich die von mir präferierten mikrosoziologischen Einflüsse wieder. Daher habe ich diese Studie gewählt. Allerdings fällt die Studie aus meinem bisher gewählten Rahmen und ist daher nicht im Vergleich sondern als Einzelergebnis repräsentativ. Im direkten Vergleich mit der Studie von Kleinert und de Rijke (Kleinert, Corinna. De Rijke, Johann. Bonn 2002) ist allerdings eine Tendenz der Jugendlichen ableit- und bewertbar.
Als vierte Studie habe ich die zuletzt genannte herausgesucht. In dieser Studie aus dem Jahr 1997 wird auf Grund von Statistiken, Langzeitdaten und Langzeitanalyse Seite 5 von 15
Arbeit zitieren:
Svenja Schaefer, 2010, Was bedingt einen rechtsextremen Gewalttäter?, München, GRIN Verlag GmbH
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