Seminar: 1007 Entwicklungs- und Lerntheorien
Hausarbeit im Bereich: Allgemeine Erziehungswissenschaft I
Thema der Arbeit: Bedeutung der Peer- Groups für die Identitätsentwicklung
Fragestellung: Die Bedeutung der Peer- Groups für den Erwerb der Identität im Jugendalter
Verfasserin :
Monika Domanski
Semester in Pädagogik (Grundstudium)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Begriffsklärung 1
2.1 Definition Jugend 2
2.2 Definition Identität 4
2.3 Definition Peer Group 4
3. Identität 5
3.1 Soziale Identität 5
3.2 Persönliche Identität 5
3.2.1 Voraussetzungen zur Identitätsbildung 6
3.2.2 Identitätsentwicklung 6
3.2.3 Identitätskrisen 7
3.3 Eriksons Identitätskonzept 8
3.3.1 Negative Identität 9
3.4 Meads Identitätskonzept 9
4. Peer Group 10
4.1 Gruppenzentrierte Tradition 10
4.2 Grundlegende Motivationen für Peer- Kontakte 11
4.3 Entwicklung der Peer Group 11
4.4 Bedeutung der Peer Group 12
4.5 Eltern- Peer- Verhältnis 13
4.6 Von der Peer Group zur Partnerschaft 15
II
5. Einleitung: Gruppe und Identität 16
5.1 Peers und Personwerdung 16
5.2 Konflikt zwischen Bedürfnis nach Abhängigkeit und 17
Streben nach Unabhängigkeit
5.3 Konflikt zwischen Gruppe und Identität 18
6. Wirkung der Peers auf die Identität 19
7. Schlusswort 21
8. Literaturverzeichnis 23
III
1. Einleitung
Das Problem der Identität ist so alt wie das Nachdenken des Menschen über sich selbst. Zahlreiche Definitionen und Identitätskonzepte versuchen das Wesen der Identität zu erfassen. Jedes dieser Identitätskonzepte zeigt verschiedene Perspektiven der Wahrnehmung einer Person. Daher möchte ich mich in dieser Arbeit hauptsächlich auf den allgemeinen Teilaspekt der Identität beziehen.
Der Kernpunkt dieser Arbeit handelt von der Wirkung der Peer Groups auf die Identität im Jugendalter. Dieses Thema hat in der Sozialpsychologie eine sehr große Bedeutung, da sich die Jugendlichen sich ab einem bestimmten Alter vom Elternhaus zu lösen versuchen und die Peer Group ihnen dazu die beste Möglichkeit für ihre Entfaltung bietet. Einleitend möchte ich im zweiten Kapitel die zentralen Begriffe ein wenig näher erläutern. Dies soll eine solide Grundlage für das weitere Verständnis bieten. Folglich wird das Thema „ Identität“ mit all ihren Voraussetzungen und Aspekten dargelegt. Für ein besseres Verständnis habe ich versucht zwei unterschiedliche Identitätskonzepte aufzuführen. Dabei beziehe ich mich auf Erikson und Mead.
Das zweite zentrale Thema ist die „Peer Group“. In diesem Kapitel werden ebenfalls die Bedeutung und die zentralen Thesen zum Thema Peer Group behandelt. Dadurch erhoffe ich mir die Beziehung zwischen den beiden Begriffen besser darstellen zu können.
Zum Abschluss werden beide Begriffe in Zusammenhang gestellt und es wird auf den Konflikt zwischen den beiden hingedeutet. Demzufolge wird die Wirkung der Peers auf die Identität sichtbar.
Meine Recherchen sollen sich auf verschiedene Bücher aus dem Bereich der Sozialpsychologie stützen. Ich habe versucht eine große Auswahl an Büchern zu wählen, damit ich unterschiedliche Sichtweisen miteinander vergleichen kann. Für die Erläuterung der zentralen Begriffe möchte ich mich zum Teil auf ein Pädagogik-Lexikon beziehen.
1
2. Begriffsklärung
Für ein besseres Verständnis werden die zentralen Begriffe dieser Arbeit erklärt. Zuerst wird der Begriff der Jugend definiert, weil es sehr viele Meinungen darüber gibt- ab wie viel Jahren man sich eigentlich in der Jugendphase befindet. Eine kleine Definition soll dieses Problem beseitigen.
Folglich werden die beiden wichtigsten Begriffe „Identität“ und „ Peer Group“ erklärt.
Definition „ Jugend“ 1 2.1
Im Rahmen der Gesetzgebung wird „Jugend“ in bestimmte Altersgrenzen aufgefasst: die Kindheit dauert bis zum 14. Lebensjahr, zwischen 15 und 17 Jahren spricht man von Jugendlichen und zwischen 18 und 21 Jahren von jungen Erwachsenen.
Aus sozialwissenschaftlicher Sicht ist diese Einteilung sehr fragwürdig. Denn was „ jung“ und „alt“ ist, ist abhängig von bestimmten Entwicklungsstadien, Lebensbereichen und von kulturellen Vorstellungen.
Die Jugendphase wurde erstmals Mitte des 18. Jahrhunderts, in der Zeit der Aufklärung als eine eigenständige Entwicklungsphase betrachtet.
Für Stanley Hall ist das Jugendalter eine Vorstufe zur eigentlichen Menschwerdung. Denn im Jugendlichen sind bereits die Ursachen und die Auswirkungen des Verhaltens von Erwachsenen angelegt.
Kurt Lewin definiert das Jugendalter als Zeitraum der Konfliktbewältigung in neuen, unbekannten Lebensbereichen, die sich aus der Zwischenstellung zwischen Kindheit und Erwachsenendasein ergeben. Diese Zwischenstellung nennt Lewin die „marginale Persönlichkeit“. Lewin bezeichnet die Jugend als eine Übergangsphase, die er in seiner Feldtheorie besonders gut darstellt.
Nach dieser Theorie befindet sich der junge Mensch in einem psychologischen Feld (vgl. Abb.2), das ihm im Vergleich zum Kind (vgl. Abb.1) weit mehr freie Bewegung zulässt als einem Kind. Der Lebensraum des Jugendlichen ist ausgedehnter, aber noch nicht klar umrissen und im Vergleich zum Erwachsenenlebensraum unstrukturiert. (vgl. Abb.3)
1 Vgl. Mosebach 1991, S.105 ff
2
Jugendliche sind also durch ihren von den Erwaschenen und Kindern unterschiedlichen Lebensraum in besonderer Weise mit ihren Gleichaltrigen verbunden. Die Zugehörigkeit verleiht dem Jugendlichen eine Art Ersatzstatus, solange, bis er selbst Erwaschener ist. 2 Entwicklungspsychologische Theorien beschreiben die Jugend einerseits unter dem Aspekt der körperlichen Reifung und anderseits als eine Zeit, in der der Heranwachsende besondere subjektive Entwicklungsaufgaben bewältigen muss. 3
I Abb.1 nach Kurt Lewin in: Naudascher 1977, S.53
II Abb.2 ebd. S.54
III Abb.3 ebd. S.54
2 Vgl. Naudascher 1977, S.53 ff
3 Vgl. Mosebach 1991, S.117
3
Arbeit zitieren:
Monika Domanski, 2003, Bedeutung der Peer-groups für den Erwerb der Identität im Jugendalter, München, GRIN Verlag GmbH
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