Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Die Organisation des Gesundheitswesens in der Schweiz. 4
2.1 Die Schweiz: Eckdaten, Demographie und Gesundheit 4
2.2 Das Gesundheitswesen: Ein Überblick. 5
2.3 Ausgaben und wirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitssektors 6
2.4 Die Krankenversicherung: Leistungen, Mitgliedschaft und Modelle 7
2.5 Vergütung, Finanzierung und Verträge 9
3. Ausgewählte Leistungen des Gesundheitssystems. 10
3.1 Prävention und Gesundheitsförderung 12
3.1.1 Zuständigkeiten, Akteure und Leistungen 13
3.1.2 Finanzierung 14
3.1.3 Zukunft und Vision 15
3.2 Rehabilitation. 17
3.2.1 Begriffbestimmung. 17
3.2.2 Status Quo: Leistungen und Vergütung. 17
3.2.3 Zukunft und Kritik. 18
4. Zusammenfassung und Ausblick 19
Literatur. 21
2
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Das Schweizer Gesundheitssystem: Finanzierungswege……………………………..10
Abb.2: Die Säulen der (zukünftigen) medizinischen Gesundheitsversorgung in der Schweiz………………………………………………………………………………………. 11
Abb. 3: Formen der Prävention - Zeitliche Dimension…………………………………………. 12
Abb. 4: Wichtige Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramme des Bundesamts für Gesundheit nach Finanzvolumen, 2004…….……………………………14
Abb. 5: Finanzierung von Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen in der Schweiz nach Finanzierungsquelle, 2004………………………………………………... 15
3
1. Einleitung
Das Schweizer Gesundheitssystem gehört zu den fortschrittlichsten aller Nationen. Wie in den meisten westlichen Ländern ist jedoch auch hier die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen ein Dauerthema. Politische Initiativen, Reformen und Gesetze sind die Folge. Die Schweizer orientieren sich in dieser Debatte oft an den US-amerikanischen Konzepten (z.B. Managed Care). Auch das deutsche System stand zu weilen als Ideenlieferant Pate, wobei sich die deutsche Gesundheitspolitik heute an den Erfahrungen dieses Systems bedient.
Das Gesundheitssystem der Schweiz muss sich den gleichen Veränderungen stellen und als soziales System - mit steigendem Wettbewerbsanteil - den Bedürfnissen seiner Bevölkerung gerecht werden. Die Veränderungsgründe als Ursache für den Kostenanstieg werden als medizinisch-technischer Fortschritt, Überalterung der Bevölkerung, unterentwickelte Prävention, ungenügende Qualitätssicherungen der Leistungserstellung, mangelnde Koordination und Kooperation und die Zunahme chronischer Erkrankungen beschrieben. Die aktuellen politischen Gegenmaßnahmen konzentrierten sich vornehmlich auf die Kosten- und Ausgabenreduktion. Neue Versicherungsmodelle stehen hier im Mittelpunkt.
Aktuell wird eine weiter gesundheitsrelevante Diskussion in der Schweiz geführt. Können Maßnahmen zur Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation an den bestehenden Problemen ansetzen? Diese Arbeit soll zu dieser Diskussion einen Beitrag leisten und die wesentlichen Aspekte dieser Versorgungselemente des Schweizer Gesundheitssystems aufzeigen. Im Mittelpunkt dieser Betrachtung stehen die Akteure, die Leistungen, die Finanzierungs- und Vergütungsformen sowie die zukünftige Gestaltung dieser Sektoren.
2. Die Organisation des Gesundheitswesens in der Schweiz
2.1 Die Schweiz: Eckdaten, Demographie und Gesundheit
Die Schweiz zählt mit seinen ca. 7,4 Millionen Einwohnern und einer Gesamtfläche von 41 285 km² zu den kleineren europäischen Staaten. Es ist ein Bundesstaat, welcher aus 26 Kantonen besteht. 1 Neben Deutsch (65%) zählt Französisch (20%) und Italienisch (6,5%) zu den gängigen Sprachen der Wohnbevölkerung. 2 Ein wesentliches Merkmal der Schweiz liegt
1 Kantone sind mit den Bundesländern in Deutschland vergleichbar, jedes von ihnen hat eine eigene Verfassung und eigene gesetzgebende, vollziehende und rechtsprechende Behörden. vgl. Tiemann 2006, S. 135f.
2 vgl. Lüdl & Werlen 2005, S. 7
4
in der Nichtmitgliedschaft in der Europäischen Union (EU). Es bestehen jedoch bilaterale Verträge mit der EU, wodurch der Schweizer Arbeitsmarkt Ausländern offen steht. 3 Die Schweiz ist eines der reichsten OECD-Länder. Diese Wirtschaftskraft wird vor allem durch die Mikrotechnologie, Biotechnologie, Pharmaindustrie und das Banken- und Versicherungsgewerbe erzielt. 4 Die Arbeitslosenquote lag 2006 bei 3,3 % und ist aktuell weiter rückläufig. 5
Die Schweizer haben im Vergleich zu anderen OECD-Ländern eine hohe Lebenserwartung (Männer 77,8 und Frauen 83 Lebensjahre). Gleichzeitig wächst auch in diesem Land das Problem der „Überalterung“. So wird prognostiziert, dass die Anzahl der Erwerbstätigen von 62% im Jahr 2003 der Gesamtbevölkerung auf 55% im Jahr 2050 schrumpfen wird. 6
Der Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung ist in der Gesamtheit positiv. Jedoch nehmen, wie in allen hoch entwickelten Ländern, die „zivilisatorischen“ Erkrankungen zu. So wird Stress, Diabetes und Adipositas (Übergewicht) - vor allem bei Kindern und Jugendlichen - immer mehr zu einem Gesundheitsrisiko und finanziellen Problem. 7
2.2 Das Gesundheitswesen: Ein Überblick
Das schweizerische Gesundheitswesen ist im Vergleich zu anderen Systemen der OECD-Staaten gut entwickelt. Nahezu die gesamte Bevölkerung ist krankenversichert und hat den gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Der Leistungskatalog der obligatorischen Krankenversicherung 8 umfasst Leistungen der Prävention, Kuration, Rehabilitation und Gesundheitsförderung. Die medizinischen Dienstleistungen und Gesundheitseinrichtungen sind sehr leistungsstark. Die Mehrzahl der Schweizer Bevölkerung ist mit diesem Gesundheitssystem zufrieden. 9 Diese Zufriedenheit ist jedoch mit hohen Kosten verbunden. Der hohe medizinische Standard und die flächendeckende Leistungsbereitschaft haben einen hohen Preis, wobei andere OECD-Länder eine vergleichbare oder sogar bessere Leistungsfähigkeit bei geringeren Kosten vorweisen. 10 Der Anteil der Gesundheitskosten am
3 Die Berufsabschlüsse von Ärzten und Pflegepersonal sind in der Schweiz anerkannt.
4 vgl. OECD-Berichte über Gesundheitssysteme: Schweiz 2006, S. 22
5 vgl. Bundesamt für Statistik: Arbeitslosenquote (Stand: 06.08.2007)
6 vgl. OECD-Berichte über Gesundheitssysteme: Schweiz 2006, S. 26f.
7 vgl. Bundesamt für Statistik: Gesundheitszustand (Stand: 06.08.2007)
8 Ist die Grundsicherung für jeden Bewohner der Schweiz, ist mit dem GKV-System in Deutschland vergleichbar.
9 vgl. Telser et al. 2004, S. 49
10 vgl. Rosenbrock & Gerlinger, 2006, S. 291
5
Bruttosozialprodukt gehört zu den höchsten der OECD-Länder und wächst schneller als das BIP (Bruttoinlandsprodukt). 11
Die Zuständigkeiten für die Gesundheitsversorgung und -politik sind verteilt, was dem föderalistischen System der Schweiz geschuldet ist. Die 1848 angenommene Bundesverfassung gesteht dem Bundesstaat im Bereich der Gesundheit nur beschränkte Kompetenzen zu, dass schweizerische Gesundheitssystem ist in einem hohen Maß von kantonaler Autonomie gekennzeichnet. Während die Erbringung und Sicherstellung der Gesundheitsversorgung Aufgabe der Kantone ist, gehört die Gesetzgebung, insbesondere in der Krankenversicherung, zu den maßgeblichen Aufgaben des Bundes. 12
Die Reformpolitik zeigt sich ähnlich intensiv wie die in Deutschland. Die steigenden Gesundheitskosten waren oft Auslöser von politischen Entscheidungen. Im Jahr 1994 führte die Diskussion von Chancenungleichheit und der Qualität der erbrachten Gesundheitsleistungen zu einem neuen Bundesgesetz zur Krankenpflegeversicherung (KVG). 13 Dieses Gesetz führte dazu, dass die Krankenversicherung nun obligatorisch für alle Schweizer Bürger war (Zwangsversicherung). Weiter verfolgte man den Solidaritätsgedanken d.h., dass die Grundversicherung für alle versicherten Personen einer Region unabhängig von Alter und Geschlecht zu gleichen Prämien für dieselben Leistungen (Leistungskatalog der Grundversorgung) angeboten werden. Dieses Vorhaben gelang in vielen Punkten, dem Kostenzuwachs konnte jedoch nicht Einhalt geboten werden. 14 Die aktuelle politische Debatte fokussiert alt bekannte Themen: die Spitalfinanzierung (duale vs. monistische Krankenhausfinanzierung), die Finanzierung der Langzeitpflege, Manages Care als neuen Versorgungsansatz, die Neuregelung von Prävention und Gesundheitsförderung, den Ausbau der Grundversorgung und die Senkung der Versicherungsprämien. 15
2.3 Ausgaben und wirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitssektors
Im Jahr 2005 entfielen etwa die Hälfte (52,9%) der Ausgaben für Güter und Dienstleistungen des Gesundheitswesens auf die stationäre Behandlung. Der ambulante Bereich machte insgesamt 30,6% der Kosten aus. Der Detailhandel mit Arzneimitteln und therapeutischen Apparaten erreichte einen Anteil von 9,3% an den Kosten. Die Verwaltungskosten, die
11 vgl. Tiemann 2006, S. 174ff.
12 vgl. Döring et al. 2005, S.77f.
13 Das Bundesgesetz zur Krankenversicherung trat am 01.01.1996 in Kraft. Vor 1996 waren die Leistungen der Krankenkassen nicht einheitlich. So war ein Vergleich der verschiedenen Kassen ausgesprochen schwierig und die Prämienstruktur völlig intransparent.
14 vgl. Bernardi-Schenkluhn 1992, S. 177ff.
15 vgl. Politische Plattform (Stand: 06.08.2007)
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Arbeit zitieren:
M.Sc. (PH and Admin.) Rajko Pflügel, 2007, Gesundheitswesen Schweiz, München, GRIN Verlag GmbH
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