II
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Grundlagen elektronischer Zahlungssysteme 2
2.1 Definition 2
2.2 Kategorisierung von elektronischen Zahlungssystemen 2
2.3 Anforderungen an elektronische Zahlungssysteme 4
2.3.1 Sicherheit 4
2.3.2 Akzeptanz 4
2.3.3 Flexibilität 5
2.3.4 Kostengünstige Abwicklung 5
3 Marktübersicht der Zahlungsmittel im deutschen Online-Handel 7
3.1 Traditionelle Zahlungsmittel 7
3.2 E-Payment-Systeme 9
3.2.1 Verfahren über universelle Zahlungsplattformen 9
3.2.2 Verfahren über elektronische Geldbörsen 12
3.2.3 Wertkarten-basierte Verfahren 14
3.2.4 Verfahren über Online-Überweisung 16
3.2.5 Telefon-basierte Verfahren 17
3.2.6 Inkasso- und Billingverfahren 19
4 Fazit 21
Anhang 25
A.1 Umfrage zu wichtigsten Anforderungen an Zahlungsverfahren aus
H ändlersicht 25
A.2 Ablauf einer Zahlung per Nachnahme 25
A.3 Ablauf einer Zahlung per Lastschrift 26
A.4 Ablauf einer Zahlung per Kreditkarte 26
A.5 Umfrage zur Einsatzhäufigkeit von Zahlungsverfahren 27
A.6 Ablauf einer Zahlung per giropay 27
A.7 Umfrage zur Sicherheit von Zahlungsverfahren aus Verbrauchersicht 28
A.8 Umfrage zur Beliebtheit von Zahlungsverfahren bei Kunden aus
H ändlersicht 28
A.9 Umfrage zur Bewertung der Gebühren der Zahlungsverfahren aus
H ändlersicht 29
A.10 Umfrage zur Bewertung des Bearbeitungsaufwands der Zahlungsverfahren
aus Händlersicht 29
Literaturverzeichnis 30
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Kategorisierung von Zahlungsmitteln .................................................... 3
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Beispielrechnung: Auslandsüberweisung mit PayPal und herkömmlich . 11 Tabelle 2: Anforderungserfüllung der diversen Zahlungsmittel ................................ 21
IV
Abkürzungsverzeichnis
E-Commerce Electronic Commerce E-Geld Elektronisches Geld E-Mail Electronic Mail E-Payment Electronic Payment EPS E-Payment-System POS Point of Sale SET Secure Electronic Transfer SMS Short Message Service SSL Secure Socket Layer
1 Einleitung 1
1 Einleitung
Der Online-Handel in Deutschland boomt.
Nach Zahlen des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels stieg der dortige Umsatz in 2008 um 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2007 auf rund 19,3 Milliarden Euro. Die Zahl der Online-Käufer hat sich im gleichen Zeitraum von 29,37 auf 31,44 Millionen erhöht (vgl. [Scha08, 14]). Derartige wirtschaftliche Dimensionen sowie ein ungenügendes Angebot an Zahlungsverfahren als eine der häufigsten Ursachen für den Abbruch von Online-Käufen stellen die Bedeutsamkeit der Gestaltung von Bezahlvorgängen im Online-Handel klar heraus (vgl. [Sta + 08, 72]). Doch gerade im Bereich der zugrundeliegenden Zahlungssysteme zeigt sich eine komplizierte Landschaft - geprägt von einer Reihe unterschiedlicher Ansätze, einer Vielzahl von Systemanbietern sowie undurchsichtigen Kriterien, die bei der Bewertung der Alternativen anzusetzen sind. Nachvollziehbar erscheint da der von NEUHAUS getätigte Ausspruch: „Wie der Taxonom vor den Organismen steht der Paymentforscher vor den Bezahlsystemen.“ [Neuh06]
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit elektronischen Zahlungsmitteln auseinander. Dabei stehen die auf dem deutschen Markt vertretenen Zahlungsarten bzw. -systeme im Mittelpunkt der Untersuchungen. Der begrenzte Umfang dieser Arbeit erlaubt jedoch nur eine eingeschränkte Betrachtungsweise, ein Anspruch auf Vollständigkeit wird dementsprechend nicht erhoben.
Im Anschluss an die Einleitung folgt in Kapitel 2 nach einer Definition von elektronischen Zahlungssystemen zunächst deren Kategorisierung, um dann abschließend auf die wichtigsten an die Systeme gestellten Anforderungen einzugehen. Nach der Vermittlung dieser Grundlagen wird in Kapitel 3 auf Basis der zuvor vorgenommenen Systematisierung und unter Berücksichtigung der erläuterten An-forderungen eine Marktübersicht der Zahlungsmittel im deutschen Online-Handel gegeben.
Die Arbeit schließt mit einem Fazit, welches die einzelnen Untersuchungsergeb- nisse noch einmal zusammenfasst.
2 2 Grundlagen elektronischer Zahlungssysteme 2 Grundlagen elektronischer Zahlungssysteme
2.1 Definition
Ein elektronisches Zahlungssystem umfasst die Menge der Technologien, Verfahren, Systeme und Organisationsstrukturen, die erforderlich ist, damit Unternehmen und Individuen auf elektronischem Wege Zahlungen abwickeln können (vgl. [Pein02, 117]). Im Unterschied zu traditionellen Zahlungsmitteln ist die Existenz von elektronischen Zahlungssystemen eng mit der Entwicklung des Electronic Commerce (E-Commerce) verknüpft (vgl. [Sta + 08, 82]). 1
2.2 Kategorisierung von elektronischen Zahlungssystemen
Die Vielfalt der elektronischen Zahlungssysteme im deutschen Online-Handel erschwert die Bestandsaufnahme wie auch den Vergleich der Systeme. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, soll an dieser Stelle daher eine Ordnung der Systemvielfalt in Kategorien erfolgen. In der Literatur herrschen diesbezüglich jedoch unterschiedliche Ansätze vor. So werden häufig die Höhe 2 (vgl. [Koll09, 238; Domb08, 16f.; Fritz04, 212f.; DaUl04, 31ff.]) oder der Zeitpunkt 3 der Zahlung (vgl. [Koll09, 237f.; Domb, 16f.; LaSt06, 59f.; DaUl04, 30f.]) als Unterscheidungskriterien aufgeführt. Insbesondere letztere Alternative der Differenzierung wird dabei jedoch von BREITSCHAFT et al. als unzureichend zurückgewiesen. Nach Aussage der Autoren könne beispielsweise bei Mobiltelefon-basierten Zahlverfahren 4 vorab keine eindeutige Aussage darüber getroffen werden, in welche Kategorie eine Zahlung einzuordnen ist. Schließlich sei dies von dem jeweilig vorliegenden Mobilfunkvertrag abhängig, da bei Abrechnung über Prepaid-Mobilfunkkarten eine „pay before“- Konstellationvorläge und im Falle des nachträglichen Begleichens einer monatlichen Mobilfunkrechnung von „pay later“ zu sprechen wäre (vgl. [Bre + 05, 5]). Ein transparentes Schema lässt sich jedoch aus den diversen Auffassungen in der Literatur konstruieren. Demnach kann - in Anbetracht der vielfach so vorgenommenen Differenzierung - in traditionelle und von selbigen abgeleitete
1 Siehe hierzu auch Kapitel 2.2.
2 Die Kategorisierung der Zahlungssysteme nach der Höhe der zu bezahlenden Summe wird
in der Literatur uneinheitlich vorgenommen. Obwohl auch stärkere Differenzierungen vorzu-
finden sind, beschränkt sich ein Großteil der Autoren auf lediglich zwei alternative Einord-
nungsmöglichkeiten. Demnach werden „Micropayments“ und „Macropayments“ unterschie-
den, wobei der Schwellenbetrag in der Regel bei fünf Euro angesiedelt wird.
3 Die Systematisierung von Zahlungssystemen hinsichtlich des Zahlungszeitpunkts offeriert
drei mögliche Kategorien. „pay before“ stellt dabei auf eine Zahlung vor dem Lieferzeitpunkt
ab, „pay now“ bezeichnet die Zahlung zum Lieferzeitpunkt und „pay later“ impliziert eine
Zahlung entsprechend nach dem Lieferzeitpunkt.
4 Siehe hierzu Kapitel 3.2.5.
3 2 Grundlagen elektronischer Zahlungssysteme
Zahlungsmittel im Online-Handel unterschieden werden (vgl. [Neuh06, 98; Bre + 05, 6]). Unter traditionellen Zahlungsmitteln werden dabei jene aus dem Offline-Geschäft der Vergangenheit bereits bekannten Bezahlverfahren verstanden. Dazu zählen Kreditkarten- und Geldbörsenzahlung, Überweisung sowie Lastschrifteinzug (vgl. [Heng04, o.S.]). 5 Diese Alternativen ermöglichen jeweils einen Umgang mit Bargeld, Buchgeld oder E-Geld (vgl. [Bre + 05, 7]).
Die auch unter Electronic Payment (E-Payment) 6 subsummierten abgeleiteten Zahlungsmittel binden oftmals mehrere traditionelle Zahlungsarten ein (vgl. [Neuh06, 98]). Sie können wiederum in mehrere Verfahren, welche jeweils einen eigenen Ansatz verfolgen, untergliedert werden. Eine Übersicht über diese E-Payment-Systeme (EPS) 7 wie auch über die zuvor angesprochenen traditionellen Zahlungsmittel bietet Abbildung 1.
5 Siehe hierzu Kapitel 3.1.
6 E-Payment bezeichnet die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen über das Internet
mittels elektronischer Zahlungssysteme.
7 Siehe hierzu Kapitel 3.2.
8 Eigene Darstellung in Anlehnung an [Bre + 05, 6ff.].
4 2 Grundlagen elektronischer Zahlungssysteme
2.3 Anforderungen an elektronische Zahlungssysteme
2.3.1 Sicherheit
Die Sicherheit wird von WIRTZ als die wichtigste Anforderung an Zahlungssysteme erachtet, weil „[…] die sichere Transferierung von Kundendaten als einer der sensibelsten Bereiche des E-Business gilt.“ [Wirt01, 615] Verifizierbar sei die Sicherheit eines Zahlungssystems, so WIRTZ weiter, anhand der Kriterien Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität (vgl. [Wirt01, 615]).
Folglich soll stets sichergestellt sein, dass übermittelte Zahlungsinformationen weder abgehört noch verändert oder missbraucht werden (vgl. [Domb08, 24]). FRITZ betont diesbezüglich zudem die erforderliche eindeutige Identifikation der Vertragspartner, die damit einhergehend eine Beteiligung an dem Bestell- und Bezahlvorgang nicht abstreiten können, sowie den Ausschluss der Kenntnisnahme von der Transaktion durch Dritte (vgl. [Fritz04, 213]).
Aus technischer Sicht muss zwar die Nichtabstreitbarkeit einer Transaktion zwingend gegeben sein, davon abstrahierend ist die Gewährleistung von Anonymität aus Kundensicht jedoch erstrebenswert. Auch wenn Kundeninformationen für die Rückverfolgbarkeit im Schadensfall vorliegen müssen, so sollten diese doch entsprechend vertraulich behandelt werden. Keine an einer jeweiligen Transaktion beteiligte Partei sollte in der Lage sein, ein vollständiges Kundenprofil zu erstellen (vgl. [DaUl04, 54]).
Für den Händler steht wiederum die Erzielung von größtmöglicher Zahlungssicherheit im Vordergrund (vgl. [Olde03, 199f.]).
2.3.2 Akzeptanz
Die Akzeptanz eines Zahlungssystems ist ein kritischer Erfolgsfaktor im Internet-Zahlungsverkehr. Nach Angaben von Online-Shopbetreibern in einer Studie der ibi Research GmbH ist aus ihrer Sicht eine hohe Kundenakzeptanz die wichtigste An-forderung an ein Zahlungssystem, noch vor einem schnellen Zahlungseingang und geringen für den Systemeinsatz anfallenden Kosten (vgl. [Sta + 07, 24]). 9 Im Zuge von Netzeffekten bedingen sich die Verbreitung eines Verfahrens im Online-Handel sowie die Akzeptanz des jeweiligen Verfahrens auf Kundenseite jedoch gegenseitig. Schließlich können Kunden ein Zahlungsmittel im Internet nur verwenden, wenn dies von den Händlern auch angeboten wird. Demgegenüber führen Online-Shops ein Zahlungsverfahren erst ein, wenn selbiges von den Kunden auch bereits in großer Anzahl angenommen worden ist (vgl. [Koll09, 240f.]).
9 Siehe hierzu auch die Umfrageergebnisse in Anlage A.1.
Arbeit zitieren:
Jens-Ulrich Harnitz, 2009, Elektronische Zahlungsmittel im Online-Handel, München, GRIN Verlag GmbH
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