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Abbildungen
Abbildung 1: Zahlen internationaler Ankünfte 1950 - 2020 Entnommen aus: World Tourism
Organization: Tourism 2020 Vision ..................................................................................... - 4 - Abbildung2: Etappen einer Fernreise und daran beteiligte Anbieter. Entnommen aus:
Strasdas, W. (2001), S. 65 .................................................................................................. - 6 - Abbildung3: Entwicklung der Wachstumsraten im weltweiten Tourismus. Entnommen aus: World Tourism Organization: Tourism Market Trends, 2006 (leicht modifiziert) ................. - 8 - Abbildung4: Tourismusformen. Entnommen aus: Ecotourism Society: Fact Sheet: Global
Ecotourism .......................................................................................................................... - 9 - Abbildung5: Beteiligte Akteure im Ökotourismus, Entnommen aus: Björk, P. (2000), S. 196- 11 - Abbildung6: Ökotourismus und sein Doppelcharakter, Entnommen aus: Ross, S., Wall, G.
(1999), S. 124.................................................................................................................... - 12 -
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Ökotourismus als Teil des Systems Tourismus
Vorwort
Urlaub ist für viele von uns die wichtigste Zeit im Jahr. Besonders die Bewohner der Industrieländer sind dem Reiz des Reisens erlegen und verbringen ihre Ferienzeit gerne an exotischen Reisezielen weltweit. Die Urlaubsreise bedeutet aber nicht immer automatisch den Pauschalurlaub in großen Hotelanlagen am Strand, sondern immer öfter auch Urlaub in und mit der Natur. Aus dieser ehemals kleinen Randgruppe von Naturtouristen wurde in den vergangenen 20 Jahren einer der wichtigsten Entwicklungsmotoren im Tourismus. So wuchs der Anteil des Ökotourismus am gesamten Tourismusvolumen in den 90er Jahren um 20% bis 34% - pro Jahr! (Ecotourism Society: Fact Sheet: Global Ecotourism). Der Reiz des Entdeckens, einer in ihren Ursprüngen verbliebenen Landschaft, Tiere in der freien Wildbahn zu beobachten, egal ob in den Alpen oder den Nationalparks Afrikas, ist der Erfolgsmotor von Ökotourismus. Immer noch sind es die Trophäen, die die Touristen in die oft weit ab von der „Zivilisation“ gelegenen Regionen locken, doch werden sie nun nicht mehr mit dem Gewehr sondern mit Foto- und Videokamera erlegt. Ziel ist es, die Natur zu erleben und gleichzeitig einen Beitrag zu ihrem Erhalt und dem Einkommen der lokalen Bevölkerung zu leisten. Allerdings gilt es den Ökotourismus trotz seiner ideellen Grundlagen auch unter ökonomischen Gesichtspunkten zu betrachten und als das zu sehen, was er ist: als zunächst rein ökonomische Beziehungen. Im Folgenden wird dieser Argumentationslinie gefolgt. Es gilt, den Ökotourismus als eigenständige Tourismusform im Gesamtsystem Tourismus zu identifizieren und spezifische Eigenheiten des Ökotourismus herauszuarbeiten.
Das System Tourismus
1.1 Definition von Tourismus
Reisen ist in! Insbesondere das touristische Reisen hat in den vergangenen Jahrzehnten einen enormen Aufschwung erfahren - Kurz: Nie zuvor reisten so viele Menschen um an einem anderen Ort Urlaub zu machen. Für viele ist die Urlaubsreise der Höhepunkt in ihrem Arbeitsjahr, andere wiederum sehen im Reisen ihren Lebensinhalt. Auf die Frage, welche Motivation hinter dem Reisen steht, wird man eine Vielzahl von Antworten erhalten, so dass es schwer scheint, bestimmte Kernmotivationen auszumachen. Allerdings wird die Reise häufig mit der Flucht aus dem Alltag begründet, also dem Ausbruch aus der alltäglichen Lebenswelt um in eine andere, fremde Lebenswelt einzutauchen. Damit wird Reisen häufig
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einer dem Alltag entgegenstehenden Wirklichkeit gleichgestellt, in der der Reisende zum Subjekt wird, und seine Reise sowie deren Inhalte gestalten kann. Dem gegenüber steht die Objektivität des Alltags, der durch seine Strukturen von Arbeit, Freizeit und Familie als gegeben und unveränderlich erscheint. (Wöhler, K. (2007, S. 45) Während der Alltag also konkret ist und als Routine wahrgenommen wird, entdeckt der Tourist auf der Reise seine Subjektivität und Individualität (ebda). Weg von zu Hause, in der Fremde kann er aus seiner Alltäglichkeit ausbrechen und alltägliche Erfahrungen aus der Distanz einer anderen Wirklichkeit heraus betrachten. Erst diese Distanz ermöglicht die viel genannte Flucht aus dem Alltag.
Um die Fremde zu erfahren, sich neuen Einflüssen auszusetzen und Distanz zu gewinnen reist der Tourist. (Baumann, Z. (1997), S. 156 ff) Die Reise wird damit zum zentralen und konstituierenden Merkmal von Tourismus. In Anlehnung daran definiert Kaspar Tourismus als „Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen…, die sich aus der Ortsveränderung und dem Aufenthalt von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächlicher noch dauernder Wohn- oder Arbeitsort ist“. (Kaspar, C. (1998), S. 17)
1.2 Das System Tourismus
Betrachtet man die Reisen, und darin insbesondere die Zahlen der internationalen Ankünfte, also die grenzüberschreitenden Reisen als Indikator für Tourismus wird dessen wirtschaftliches Volumen besonders deutlich. Laut World Tourism Organisation (WTO) wurden 1998 rund 625 Millionen internationale Ankünfte registriert, 2006 waren es 840 Millionen und 2020 werden es ca. 1,6 Milliarden sein. (vgl. Abb. 1)
Abbildung 1: Zahlen internationaler Ankünfte 1950 - 2020 Entnommen aus: World Tourism Organization: Tourism 2020 Vision
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Aus diesen Zahlen wird das enorme ökonomische Potential von Tourismus ersichtlich, so dass es als sinnvoll erachtet wird, die unterschiedlichen Akteure, die im Tourismus miteinander agieren näher zu betrachten. Um diese Untersuchung zu vereinfachen entwirft Kaspar eine Theorie, in der Tourismus als wirtschaftliches System begriffen wird. (Kaspar, C. (1998), S. 17 ff). Es wird also davon ausgegangen, dass im Tourismus Akteure in gegenseitigen Beziehungen zu einander stehen und sich durch ihr jeweiliges Verhalten in einen funktionalen Zusammenhang zu einander stellen. (vgl hierzu Strasdas, W. (2001), S. 21 f). Aus diesem Beziehungsgeflecht entsteht das System Tourismus, innerhalb dessen sich mehrere Teilsysteme ausbilden können, zu denen unter anderem auch der Ökotourismus gehört. Diese Teilsysteme müssen allerdings dergestalt sein, dass sie das Gesamtsystem Tourismus nicht in seiner Stabilität gefährden.
1.3 Akteure im System Tourismus
In Kaspars Theorie agieren die Touristen mit den Anbietern touristischer Leistungen. Unter letzteren werden eine Reihe unterschiedlichster Formen zusammengefasst u. a. die Zielgebiete, touristische Organisationen, Reiseveranstalter, Fluglinien,
Tourismusunternehmen vor Ort etc. Zentraler Akteur im System ist allerdings der Tourist. Von ihm geht jede Nachfrage, und damit der Anreiz für die Anbieter ein Angebot zu erstellen aus. (vgl. Kaspar, C. (1998), S. 17 ff). Zwar können Anbieter durchaus Einfluss auf die Nachfrageseite ausüben, etwa durch Marketingstrategien oder die Möglichkeit günstiger Pauschalangebote in entfernten oder exotischen Destinationen, doch letztendlich sind es die Touristen, die entscheiden wo sie hinfahren.
Anreiz für eine Reise sind häufig natürliche oder kulturelle Sehenswürdigkeiten. Diese sind ortsgebunden, so dass der Tourist zu den jeweiligen Zielgebieten reisen muss um sie besuchen zu können. Um dieses „ursprüngliche Angebot“ (Strasdas, W. (2001), S. 64) zugänglich zu machen, ist es notwendig eine Infrastruktur zu schaffen, die Anreise, bzw. Unterkunft und Animation der Touristen verantwortet. Dieses „abgeleitete Angebot“ (ebda) ergibt zusammen mit dem ursprünglichem ein touristisches Produkt, welches von den Anbietern vermarktet werden kann. Die Qualität des Produktes ist stark von den einzelnen Komponenten abhängig, so kann es durchaus sein, das ein abgeleitetes Angebot die Reise attraktiver macht, als die ursprünglichen Angebote, so etwa bei besonders ausgestatteten Ferienanlagen.
Arbeit zitieren:
MSc. M.A. Robert Fiedler, 2008, Ökotourismus als Teil des Systems Tourismus, München, GRIN Verlag GmbH
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