S e i t e 5
Inhalt
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 8
ABK ÜRZUNGSVEREICHNIS 9
BIBLIOGRAPHISCHE BESCHREIBUNG 10
REFERAT 10
VORWORT UND DANKSAGUNG 12
1 EINLEITUNG 13
1.1 Problemstellung 13
1.2 Zielstellung 14
1.3 Vorgehensweise 15
2 WEB 2.0 - DAS SOCIAL-MEDIA-NETZ 16
2.1 Entstehung 17
2.2 Definition und Abgrenzung 17
2.3 Bedeutung des Internets. 19
2.4 Rolle der klassischen Medien 24
2.5 Social-Media-Anwendungen 28
2.5.1 Wikis 30
2.5.2 Weblogs 31
2.5.3 Foto- und Videoportale. 32
2.5.4 Podcasts 32
2.5.5 Social Bookmarks 33
2.5.6 Social News 33
2.5.7 Social Networks 33
S e i t e 6
3. TWITTER - DER NACHRICHTENDIENST 35
3.1 Mikroblogging-Dienste 35
3.1.1 Begriffsklärung und Abgrenzung 35
3.1.2 Marktüberblick 36
3.2 Das Unternehmen Twitter 38
3.2.1 Entstehung 38
3.2.2 Funktionsweise 39
3.2.3 Anwendungsbereiche 41
3.2.4 Nutzung 43
4. DPA - DIE NACHRICHTENAGENTUR 47
4.1 Entstehung 47
4.2 Unternehmenszweck 48
4.3 Unternehmensstruktur 49
4.4 Geschäftstätigkeit 50
4.5 Einstufung der Meldungen 51
4.6 Aufbau der Meldungen 52
5. TWITTER UND DPA IM VERGLEICH 53
5.1 Vorgehensweise 53
5.2 Ergebnisse. 54
5.2.1 Panorama 54
5.2.2 Kultur 70
5.2.3 Regional 72
5.2.4 Unterhaltung 81
5.2.5 Sport 82
5.3 Bewertung der Ergebnisse 86
5.4 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN. 87
6. FAZIT 90
S e i t e 7
7. LITERATURLISTE 92
7.1 Fachschriften 92
7.2 Bachelorarbeiten 92
7.3 Internetquellen 93
7.3.1 Stand der Forschung 93
7.3.2 Untersuchung 97
7.4 Persönliche Kontakte 101
S e i t e
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Begriffe zum Web 2.0
Abbildung 2: Zahl der Internetnutzer weltweit
Abbildung 3: Altes Kommunikationsmodell - Macht der Medien
Abbildung 4: „Web 2.0“-Kommunikationsmodell - Macht der Verbraucher
Abbildung 5: Statusfenster bei Facebook
Abbildung 6: Statusmeldungen bei Facebook
Abbildung 7: Begriffsklärung anhand eines redaktionellen Twitter-Kontos
Abbildung 8: Twitter-Demographie
Abbildung 9: Gesellschaftsstruktur der dpa
Abbildung 10: Aufbau der Agenturmeldungen bei dpa
Abkürzungsvereichnis API = Application Programming Interface ARD = Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland Aufl. = Auflage BBC = British Broadcasting Corporation bzw. = Beziehungsweise CNN = Cable News Network dpa = Deutsche Presse-Agentur Ebda. = Ebenda RSS = Really Simple Syndication S. = Seite SMS = Short Message System Vgl. = Vergleiche ZDF = Zweites Deutsches Fernsehen
Bibliographische Beschreibung Christmann, Thomas
Die Bedeutung von Social Media für Journalisten am Beispiel von Twitter - 2010 - 155 Seiten. Mittweida, Hochschule Mittweida, Fachbereich Medien, Bachelorarbeit Referat
Mit der fortschreitenden technischen und inhaltlichen Ausbreitung des Internets gehen immer mehr Menschen online und nutzen das Netz für soziale Kontakte und als Informationsquelle. Seit dem Web-2.0-Zeitalter sind die Nutzer mit wenigen Klicks sogar selber in der Lage, Inhalte wie Texte, Videos und Bilder zu generieren, bearbeiten, verteilen und damit einer breiten Masse zur Verfügung zu stellen. Social-Media-Anwendungen wie Onlinetagebücher, Wikis und Social Networks dienen dabei als technische Plattform und zeigen die Bandbreite an Handlungsmöglichkeiten, die mit den neuen Kommunikations-formen einhergehen. So erlauben sie jedem Nutzer zu „Bürgerjournalisten“ zu werden, die neben oftmals privaten Belanglosigkeiten durchaus auch
journalistisch wertvolle Nachrichten veröffentlichen. Diese neue Art der Informationsvermittlung sorgt nicht nur für eine Konkurrenz zu den klassischen Medien (Print, Fernsehen, Radio), sondern auch für ein verändertes Aufgabenprofil und Rollenbild der dafür arbeitenden Journalisten. Sie werden nicht mehr vorzugsweise auf die Meldungen der abonnierten Nachrichtenagenturen schauen, sondern sich künftig verstärkt Anregungen und Hinweise von der vernetzten Leserschaft im Internet holen, die darüber hinaus die Kontrollfunktion wahrnimmt. Besonders, wenn Journalisten in ihrer Arbeit
eingeschränkt sind, können Informationen, welche Nutzer über die sozialen Plattformen verbreiten, wichtige Quellen sein. Der Mikroblogging-Dienst Twitter erlangte hier in jüngster Zeit die größte Aufmerksamkeit und ist deshalb Gegenstand der folgenden Untersuchung.
Ziel der Bachelorarbeit ist heraus zu finden, inwieweit Social-Media-Plattformen als Recherchequelle eine Rolle für die journalistische Tätigkeit spielen. Anhand des Vergleiches von Twitter als Mikroblogging-Dienst mit dpa als klassischem Nachrichtendienst folgt die Überprüfung von fünf ausgewählten Ereignissen in Bezug auf Umfang, Zeitpunkt und Entwicklung der Meldungen. Daraus ableitend werden die Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Gefahren sowie Handlungsempfehlungen für Journalisten bei der Nutzung von Social Media aufgezeigt.
Vorwort und Danksagung
Als mir Professor Horst Müller den Themenvorschlag unterbreitete, den Mikroblogging-Dienst Twitter in Hinblick auf die journalistische Bedeutung zu untersuchen, zeigte ich mich anfangs skeptisch. Schließlich hatte ich das Medium bis zu diesem Zeitpunkt als Austauschplattform privater Belanglosigkeiten angesehen. Doch das im Studium gewonnene Interesse für den redaktionellen Onlinebereich und bekannt gewordener Beispiele der journalistischen Twitter-Nutzung motivierten mich, das Thema als Bachelorarbeit zu bearbeiten.
Der Dank richtet sich daher in erster Linie an meinen Erstbetreuer Horst Müller, der mir während meines Studiums die Möglichkeit eröffnete, im Onlineprojekt medienMITTWEIDA in leitenden Positionen mitzuarbeiten, dabei unterstützend zur Seite stand und Verständnis aufbrachte, als ich den Abgabetermin der Abschlussarbeit aufgrund privater Angelegenheiten verschieben musste. Als Vorbild und Zweitprüfer danke ich ebenso Thomas Bärsch, der sich viel Zeit für die auftretenden Schwierigkeiten während des Verfassens nahm, Vorschläge unterbreitete und mir auch auf meinen weiteren beruflichen Lebensweg beratend zur Seite steht. Für die Recherche der dpa-Meldungen konnte ich auf die Sächsische Zeitung zurückgreifen, weshalb auch den Mitarbeitern der Lokalredaktion Zittau mein Dank gilt, die mir dafür einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellten.
Thomas Christmann, Oktober 2010 in Zittau
1 Einleitung
Die Einleitung beginnt mit einer Problemstellung. Anschließend werden die Zielsetzung und Vorgehensweise dieser Arbeit erläutert.
1.1 Problemstellung
Das Internet sorgt für eine Wandlung der Mediennutzung. Das Web 2.0 bietet für Redaktionen und Konsumenten neue Formen des journalistischen Angebots, welche die Arbeitsweise der klassischen Medien grundlegend verändert. Die Zeiten, in denen ausschließlich Journalisten Informationen an ihr Publikum vermittelten, sind vorbei. Im Web 2.0 werden die bisherigen Konsumenten zu Produzenten und umgedreht. Dementsprechend stehen den Journalisten heutzutage mehr Recherchemittel zur Verfügung als je zuvor. Social Media nehmen dabei aufgrund der einfachen Bedienbarkeit und Interaktionsmöglichkeiten einen großen Stellenwert, sowohl bei Mediennutzern als auch -schaffenden, ein.
Der Mikroblogging-Dienst Twitter 1 zählt hierbei nicht nur zu den bekanntesten Plattformen, sondern gilt immer mehr auch als das schnellste Informations- und Nachrichtenmedium der Welt. Ein Beispiel dafür ist das Flugzeugunglück auf dem Hudson River im Januar 2009. Nicht Journalisten veröffentlichten das erste Foto des notgelandeten Airbus', sondern ein darin involvierter Passagier auf Twitter 2 . Auch nach den im Sommer desselben Jahres durchgeführten Wahlen im Iran, als die offiziellen Korrespondenten nicht mehr über die Proteste berichten durften, diente der Dienst dank der einheimischen Bevölkerung oft als
1 Im Internet unter: http://www.twitter.com
2 Vgl. Patalong, Frank, Spiegel Online: Airbus-Unglück auf Twitter, Januar 2009,
http://bit.ly/1Lcf, Zugriff: 10. Oktober 2010
erste und einzige Quelle für die ausländische Öffentlichkeit 3 . Selbst Politiker nutzen Twitter und plaudern munter über Abstimmungen noch vor der offiziellen Bekanntgabe wie bei der Bundespräsidentenwahl im Mai 2009 4 . Inwieweit Social-Media-Plattformen wie Twitter tatsächlich eine Rolle für Journalisten spielen und wie sie mit dem Mikroblogging-Dienst umgehen können, soll anhand der Arbeit herausgefunden werden. Dabei stellen sich folgende zentrale Fragen:
Was ist Web 2.0 und welche Elemente sind für Journalisten relevant? Welche Bedeutung haben Social-Media-Angebote, speziell der Mikroblogging-Dienst Twitter, für die redaktionelle Arbeit? Sind klassische Nachrichtenagenturen dahingehend noch zeitgemäß? Was sind die Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Risiken bei der Nutzung von Social Media am Beispiel von Twitter und welche Handlungsempfehlungen ergeben sich daraus?
1.2 Zielstellung
Das Ziel der Untersuchung ist die Betrachtung von Social Media in Verbindung mit den klassischen Nachrichtenagenturen im Hinblick auf die Bedeutung für die Arbeit von Journalisten. Dabei werden Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Gefahren im Umgang mit den Informationen von sozialen Plattformen aufgezeigt und Handlungsempfehlungen gegeben. Das geschieht exemplarisch
3 Vgl. Vetter, Andre, Basic Thinking: Politik in 140 Zeichen, Juni 2009, http://bit.ly/1i9Yef, Zugriff:
10. Oktober 2010
4 Vgl. Windeck, Christof, heise online: Bundespräsidenten-Wahl: Ergebnis per SMS und Twitter
verkündet, Mai 2009, http://bit.ly/d3UNsN, Zugriff: 10. Oktober 2010
durch den Vergleich von Twitter als Mikroblogging-Dienst und dpa 5 als klassische Nachrichtenagentur.
Als Untersuchungsgegenstände dienen fünf Ereignisse, die in Bezug auf Umfang, Zeitpunkt und Entwicklung der Meldungen überprüft werden. Die Bearbeitung des Themas erfolgt anhand aktueller Literatur, Studien, Untersuchungen und Internetquellen. Den Praxisbezug erhält die Arbeit wegen der täglichen Nutzung von Social Media durch den Autor. Dieser legte aufgrund der schnelllebigen Veränderungen im Internet großen Wert auf eine aktuelle und zeitnahe Darstellung der Thematik.
1.3 Vorgehensweise
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in sechs Abschnitte. Nach der Einleitung erfolgt eine Einführung in den Themenkomplex Web 2.0. Im dritten Abschnitt finden sich Informationen zu Social Media, speziell zum Mikroblogging-Dienst Twitter, gefolgt von der Vorstellung des Medienunternehmens dpa. Schwerpunkt bildet der anschließende Vergleich zwischen der Social-Media-Plattform und klassischen Nachrichtenagentur anhand von fünf Ereignissen. Nach der Untersuchung folgt die Analyse der Ergebnisse und Handlungsempfehlung für Journalisten. Die Arbeit schließt mit einem Fazit.
5 Im Internet unter: http://www.dpa.de
2 Web 2.0 - das Social-Media-Netz
Das Internet ist für die Mehrzahl der Menschen eine wichtige Informations- und Kommunikationsplattform 6 und veränderte sich in den vergangenen Jahren in technischer und inhaltlicher Hinsicht. Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit dem Thema Web 2.0 und Social Media, dessen Entstehung, Definition und Abgrenzung, dem veränderten Nutzerverhalten, der Rolle der Medien und den damit verbundenen Anwendungen in Hinblick auf die redaktionelle Arbeit. Die nachfolgende Grafik gibt einen ersten Überblick über die Begrifflichkeiten zum Thema Web 2.0 und dient zum besseren Verständnis:
6 Vgl. Tagesschau-Interview mit Kurz, Constanze: Hacker antworten dem Innenminister, Juli
2010, http://bit.ly/a0lKjh, Zugriff: 10. Oktober 2010
7 Angermeier, Markus: Netz 2.0 - Das Web 2.0 auf gut Deutsch, November 2005,
http://bit.ly/5fOqYv, Zugriff: 10. Oktober 2010
2.1 Entstehung
Nur wenige Jahre nach dem Zusammenbruch der New Economy im Herbst 2001 herrscht wieder Hochstimmung in der Internetbranche. Neue Technologien, hohe Gewinnerwartungen und die daraus folgenden Spekulationen führten damals zum Platzen der „Dotcom“-Blase, viele Internetfirmen mussten aufgeben. Doch unter dem Stichwort Web 2.0 ist inzwischen ein neuer Boom entstanden.
Der Begriff ist das Ergebnis eines Brainstormings zwischen Dale Dougherty (O’Reilly-Verlag) und Craig Cline (MediaLive) im Frühjahr 2004. Sie kamen zu dem Schluss, dass der „Dotcom“-Crash einen Wendepunkt darstellte: Das Internet und dessen Nutzer hatten sich seitdem gewandelt. Diese Veränderungen standen im Mittelpunkt der im Herbst desselben Jahres stattfindenden Videokonferenz in San Francisco. Als Schlagwort für die so zahlreichen wie verschiedenen Beobachtungen wählten sie den Begriff Web 2.0. Derartige Nummern stehen bei einer Software für den Entwicklungsstand. Das Hochzählen der vorderen Zahl beschreibt dabei eine grundlegende Änderung und dient somit der Unterscheidung 8 .
2.2 Definition und Abgrenzung
Für den amerikanischen Publizisten und Verleger Tim O’Reilly ist das Web 2.0 vor allem eine Haltung und keine Technologie, gekennzeichnet durch Interaktivität und Partizipation, direktem Kontakt zwischen den Nutzern und der gemeinschaftlichen Wissensgenerierung unter Nutzung der kollektiven
8 Vgl. Kressner, Tino, Bachelorarbeit: Marketing 2.0, Dezember 2007, S. 44
Intelligenz 9 . Der Begriff bezieht sich also mehr auf die neuen Nutzungsmöglichkeiten und weniger auf die technischen Entwicklungen des Internets. Die Nutzer konsumieren die Inhalte nicht mehr ausschließlich (entspricht Web 1.0: Ein-Wege-Kommunikation), sondern erstellen, bearbeiten und verteilen diese aktiv mit (entspricht Web 2.0: Zwei-Wege-Kommunikation). Über netzbasierte Anwendungen und Dienste kommunizieren die Teilnehmer dabei weltweit, orts- und zeitunabhängig miteinander. Jene Plattformen oder Dienste im Web 2.0, die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in der Gemeinschaft wie Texten, Bildern, Audios und Videos zu gestalten, laufen dabei unter dem Begriff Social Media. Die Interaktion umfasst also den gegenseitigen Austausch von Informationen, Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen sowie das Mitwirken an der Erstellung von Inhalten. Die Nutzer nehmen durch Kommentare, Bewertungen und Empfehlungen zudem aktiv auf die Inhalte Bezug und bauen auf diese Weise eine soziale Beziehung untereinander auf. 10 Über Social Software, die in einem sozialen Kontext den Informationsaustausch, Beziehungsaufbau und die Kommunikation
unterstützt 11 , publizieren die Nutzer aufgrund der einfachen Bedienung dabei ihre eigenen Inhalte und können zwischen der Rolle des Produzenten und Konsumenten wechseln. Im Unterschied zu den traditionellen Massenmedien erstellen die Betreiber von Social Media hingegen zumeist keine Inhalte und
9 O’Reilly, Tim: What is Web 2.0?, September 2005, http://bit.ly/bF9wrG, Zugriff: 10. Oktober
2010
10 Bundesverband digitaler Wirtschaft: Social Media Kompass, Oktober 2009
11 Vgl. Hippner, Hajo: Social Software, 2006, S. 7
übernehmen keine redaktionellen Aufgaben. Sie stellen lediglich die Plattformen oder Dienste zur Verfügung und definieren die enthaltenden Funktionalitäten, Module und Nutzerregeln. 12
2.3 Bedeutung des Internets
Um sich der Bedeutsamkeit von Social Media im Kontext von Web 2.0 ein Bild zu machen, müssen zunächst die Ursachen für das in dem Zusammenhang stehende veränderte Nutzungsverhalten bestimmt werden. Schon der Erfinder des Internets, Tim Berner-Lee hatte ein Medium vor Auge, das für den Austausch von Informationen und Inhalten für jedermann zur Verfügung stehen sollte 13 . Doch erst mit den technischen Neuerungen der vergangenen Jahre konnte die Realisierung seiner Idee erfolgen.
Aufgrund sinkender Preise für Computer und gestiegenen Bandbreiten für den Internetzugang sowie zeitlich unbegrenzten Nutzung durch so genannte Flatrates gehen immer mehr Menschen online. Nach der Studie „(N)Onliner Atlas 2010“ von der Marktforschungsgruppe TNS Infratest sind 48,3 Millionen Deutsche im Internet unterwegs. Das sind 73 Prozent der Bevölkerung. 14 Weltweit hat mehr als jeder vierte Mensch Zugang zum Internet - Tendenz
steigend 15 .
12 Vgl. Meckel, Miriam / Stanoevska-Slabeva, Katarina: Web 2.0. Die nächste Generation
Internet, 2008
13 Vgl. Berners-Lee, Tim: So I have a Blog, Dezember 2005, http://bit.ly/bDf6It, Zugriff: 10.
Oktober 2010
14 Marktforschungsgruppe TNS Infratest: (N)Onliner Atlas 2010, http://bit.ly/90OE91, Zugriff: 10.
Oktober 2010
15 Internet World Stats: World Internet Users and Population Stats, http://bit.ly/AKbO5, Zugriff:
10. Oktober 2010
Das Internet findet durch die technische Verbreitung zunehmend Eingang in den Alltag der Menschen in Deutschland. Die meisten hierzulande können sich ein Leben ohne Web nicht mehr vorstellen. Für junge Leute von 14 bis 29 Jahren ist es sogar das wichtigste Medium. 17 Online unterwegs sind täglich bzw. fast täglich 76 Prozent aller Nutzer 18 . Der mit 54 Prozent überwiegende Teil bewegt sich laut der ARD/ZDF Online-Studie dabei aktiv-dynamisch durch das Internet 19 . Kennzeichnend dafür ist das für das Web-2.0-Zeitalter typische
16 Nach Angaben von Internet World Stats: World Internet Users and Population Stats, Juni
2010, http://bit.ly/AKbO5, Zugriff: 10. Oktober 2010
17 BITKOM-Studie: Connected Worlds, März 2010, http://bit.ly/dmDCKn, S. 6, Zugriff: 10.
Oktober 2010
18 ARD/ZDF Online-Studie 2010, http://bit.ly/b5d7YV, S. 1, Zugriff: 10. Oktober 2010
19 ARD/ZDF Online-Studie 2008, http://bit.ly/4Ahq9F, Zugriff: 10. Oktober 2010
selbstständige Suchen und Wählen der zu konsumierenden Inhalte, anders als
bei den klassischen Medien wie Fernsehen und Radio 20 . Bei den Social-Media-Angeboten in Deutschland ergeben sich bei der gelegentlichen (zu mindestens selten = erster Wert) und regelmäßigen Nutzung (zu mindestens wöchentlich = zweiter Wert) für 2010 folgende Werte: Wikipedia 21 : 73 / 31 Prozent Videoportale: 58 / 30 Prozent Private Netzwerke (Social Networks): 39 / 34 Prozent Fotosammlungen: 19 / 2 Prozent Berufliche Netzwerke: 7 / 5 Prozent Weblogs: 7 / 2 Prozent Lesezeichensammlungen: 2 / 1 Prozent und Twitter: 3 / 1 Prozent 22
Die bereits 2009 von Nielsen veröffentlichte Studie „Global Faces and Networked Places“ kam für den Vergleichszeitraum 2007 zu 2008 sogar noch zu deutlicheren Ergebnissen. So sollen in Deutschland bereits rund die Hälfte der Online-Nutzer in Social Networks aktiv sein, weltweit sogar 67 Prozent.
20 Vgl. Kressner, Tino, Bachelorarbeit: Marketing 2.0, Dezember 2007, S.44
21 Im Internet unter: http://www.wikipedia.com
22 ARD/ZDF Online-Studie 2010, http://bit.ly/b5d7YV, Zugriff: 10. Oktober 2010
Auch die verbrachte Zeit auf diesen Plattformen stieg allein hierzulande im Jahr
2008 gegenüber 2007 um 140 Prozent. 23
Während die einen Nutzer mit Web 2.0 und Social Media aufgrund derartiger Zahlen eine Revolution des Internets bekunden, sprechen Skeptiker weiterhin von einer Modeerscheinung. Ein Video mit dem Titel „Social Media Revolution 2“ 24 von Erik Qualman, Autor des Buches „Socialnomics“, versucht darüber Aufschluss zu geben und liefert aktuelle Zahlen und Fakten. Im Folgenden findet sich eine Auswahl:
Über 50 Prozent der weltweiten Population ist unter 30 Jahre alt. 96 Prozent der „Digital Natives“ 25 sind in Social Networks unterwegs. Facebook 26 übertrifft in den USA Google 27 im wöchentlichen Datenfluss.
Social Media hat Pornographie als häufigste Aktivität im Internet überholt.
Eines von acht Paaren heiratet in den USA, nachdem sie sich über Social Media kennenlernten.
Zeitraum, indem 50 Millionen Nutzer erreicht wurden: Radio (38 Jahre), Fernsehen (13 Jahre), Internet (vier Jahre), iPod (drei Jahre).
23 Vgl. Nielsen Global Faces and Networked Places, 2009, http://bit.ly/9eKZZi, Zugriff: 10.
Oktober 2010
24 Vgl. Qualman, Erik: The Social Media Revolution, Mai 2010, http://bit.ly/cR0dkj, Zugriff: 10.
Oktober 2010
25 Bezeichnet die Generation der Bevölkerung, die nach 1980 geboren ist, jetzt ein Lebensalter
von Mitte bis Ende 20 aufweist und mit digitalen Technologien aufgewachsen. Vgl.
Mindisch/Medman: Understanding The Digital Natives, 2008, S. 1 ff
26 Im Internet unter: http://www.facebook.com
27 Im Internet unter: http://www.google.com
Arbeit zitieren:
Thomas Christmann, 2010, Die Bedeutung von Social Media für Journalisten am Beispiel von Twitter, München, GRIN Verlag GmbH
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