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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
1.1. Abstrakt. 2
1.2. Problemstellung 3
1.3. Aufbau der Hausarbeit 4
2. Hintergrund 5
2.1. Organisationen und gesellschaftlicher Kontext - ein kurzer historischer Exkurs 5
2.2. Organisationale Grunddimensionen: Ordnung, Gebilde, Vergemeinschaftung 7
3. Virtuelle Räume und Online Communities 9
3.1. Entwicklung von Online Communities im organisationalen Kontext 9
3.2. Betrachtung der organisationalen Grunddimensionen in Bezug auf virtuelle
Umwelten. 11
4. Kritischer Diskurs 14
4.1. Anwendbarkeit von organisationalen Schematas auf Online Communities
gro ßer deutscher Firmen 14
4.2. Übertragbarkeit der Ergebnisse auf weitere virtuelle Bereiche. 18
5. Zusammenfassung 20
6. Literaturverzeichnis 21
1. Einleitung
Der Stellenwert von Organisationen in der modernen Gesellschaft hat sich in den letzten beiden Jahrhunderten signifikanten Wandlungsprozessen gegenüber gesehen. Einhergehend mit der funktionalen Differenzierung und hochgradigen Spezialisierung gesellschaftlicher Teilbereiche, gewinnen Organisationen in diesem Kontext an Stellenwert. Sie bilden teilweise in sich geschlossene Einheiten, mit eigenen Regeln und gewinnen unter anderem durch hohe Kapitalakkumulationen einen wesentlichen Einfluss auf die gesamte Gesellschaft.
Mit der Entwicklung des Internets baut sich ein komplett neues Spannungsfeld auf, in dem Organisationen in einem virtuellen Kontext agieren.
1.1. Abstrakt
Die Arbeit thematisiert die wesentlichen Charakteristika von Organisationen in modernen Gesellschaften. Diesbezüglich wird zunächst ein kurzer geschichtlicher Abriss über die Entwicklung und Stellung von Organisationen in der Gesellschaft gegeben. Damit einher gehend werden die drei entscheidenden Dimensionen von Organisationen, Ordnung, Gebilde und Vergemeinschaftung, vorgestellt. Diese Betrachtung wird unter Einbeziehung der aktuellen Entwicklung der digitalen Medien (insbesondere des Internets) exemplarisch anhand von großen deutschen Firmen in Online Communities betrachtet. Die Zielsetzung der kritischen Analyse ist die Evaluation möglicher Unterschiede zur realen Welt. Zur Quantifizierung solcher Differenzen referenziert die Betrachtung kontextuell auf den drei vorgestellten Dimensionen. Nach der Initialbetrachtung wird eine Übertragbarkeit der Resultate auf weitere Bereiche des Internets thematisiert.
Die betrachteten Beispiele zeigen deutliche Differenzen in der Übertragbarkeit der drei Organisationsdimensionen. Eine starke kontextuelle Abhängigkeit in Bezug auf das Geschäftsmodell, die Nutzergruppe und die soziale Interaktion innerhalb der Online Communities ist beobachtbar. Allgemein zeigen die drei Dimensionen unterschiedlich starke Aussagekraft für den virtuellen Raum. Bedingt durch Möglichkeiten der Anonymisierung und rechtlicher Grauzonen zeigt die klassische Betrachtung von Organisationen entlang dieser Dimensionen Limitationen im Erklärungswert. Die Betrachtung bezüglich weiterer Kommunikationsmedien im Internet unterstreicht diese Differenzen.
1.2. Problemstellung
Wesentliche Veränderungen der modernen Gesellschaft haben den Stellenwert von Organisationen im gesellschaftlichen Gesamtkontext über die letzten Jahre immer wieder verändert 1 . Angesichts aktueller Trends muss diese Betrachtung um eine wesentliche Dimension erweitert werden, nämlich die Auswirkung von digitalen Räumen (vgl. Pichler, 2009). Gründe für diese Fokuserweiterung stellen zum einen die immer schwerwiegenderen Einflüsse von Organisation im Allgemeinen dar, z.B. im Zuge der letzten Weltwirtschaftskrise (vgl. Köhler, 2009, S.123ff.). Zum anderen potenziert sich dieser Einfluss durch den Wandel zur Informationsgesellschaft mit digitalen Räumen.
Dies wurde das erste Mal anhand der Internetblase 2002 und den weitreichenden Folgen daraus (auch in der Wahrnehmung und gesellschaftlichen Verantwortung) von großen Organisationen deutlich. Ebenso in der Weltwirtschaftskrise 2009, angestoßen durch das Gewerbe der Banken, spielten digitale Umgebungen eine wesentliche Rolle 2 . Abseits von diesen Krisensituationen muss auch die Wechselwirkung mit dem Internet betrachtet werden. Denn durch verschiedenste Effekte, wie z.B. die Demokratisierung von Wissen, Reduktion von Barrieren, Automatisierungsvorgängen und komplett neuen Informationsumgebungen haben die digitalen Räume 3 auf fast jede Organisation einen Einfluss (vgl. Schreyögg, 2003, S.199ff.). An vielen Stellen können sich Organisationen den Schnittstellen mit dem Internet nicht entziehen. Deshalb ist eine konsequente Betrachtung der Einflüsse dieser virtuellen Umgebungen auf das Interaktionsverhalten, mit und innerhalb von Organisationen, ein wichtiger Aspekt der soziologischen Organisationsbetrachtung. Dieses interdisziplinäre Forschungsfeld ist gleichzeitig ein Repräsentant aktueller Problemfelder der Forschung. Enthält es doch diverse Einflüsse aus verschiedenen Disziplinen. Sowohl betriebswirtschaftliche, informationstechnische
1 Veränderungen beinhalten hauptsächlich die Stellung von Organisationen im gesellschaftlichen Kontext. Besonders durch rechtliche Rahmenbedingungen, wie die Einführung der juristischen Person, können Unternehmensinteressen gebündelt zusammengefasst und rechtlich vertreten werden.
2 http://www.ocg.at/publikationen/oj/pdfs/oj0901.pdf
3 Digitale Räume sind nenngleich mit virtuellen Räumen/Umgebungen zu betrachten, die sich definieren als eine Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit und ggf. ihrer künstlich modellierten physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit Compute-generierten, interaktiven virtuellen Welt. Die Darstellung kann von reiner textueller Umgebung bis zuCompute- ranimierter Umgebung reichen.
als auch soziologische Faktoren spielen gleichermaßen eine wichtige Rolle - nur im gesamtheitlichen Kontext ist das Problem vollständig erfassbar (Wasser, 1986, S. 94ff.).
1.3. Aufbau der Hausarbeit
Der verbleibende Teil der Arbeit gliedert sich wie folgt: In Kapitel 2 werden zunächst die wichtigsten Hintergrundinformationen in Bezug auf das Themenfeld der Organisationsbetrachtung zusammengefasst. Diese enthalten zum einen historische Informationen zur allgemeinen Entwicklung von Organisationen, zum anderen eine strukturelle Gliederung von Organisationseigenschaften entlang dreier, bezeichneter Dimensionen.
Danach geht Kapitel 3 auf den Kontext virtueller Räume, im Speziellen am Beispiel von Online Communities, ein. Diese werden vorgestellt und danach inhaltlich gegenüber den drei Strukturdimensionen abgeglichen.
Im kritischen Diskurs der Arbeit in Kapitel 4 wird zunächst exemplarisch auf Online Communities von großen deutschen Firmen eingegangen. Dabei wird thematisch die Leitfrage evaluiert, inwiefern die Klassifizierungsdimensionen in diesen Umfeldern anwendbar sind. Darauf folgend wird der Fokus auf eine Übertragbarkeit dieser Erkenntnisse auf weitere Anwendungsszenarien erweitert.
Letztlich erfolgt in Kapitel 5 eine Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und ein Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
2. Hintergrund
Dieses Kapitel beinhaltet die notwendigen Hintergrundinformationen zum Thema Organisation. Dabei wird zuerst auf die geschichtliche Entwicklung und Relevanz von Organisationen im gesellschaftlichen Kontext und danach auf ein mögliches Klassifizierungsschema für Organisationen im Allgemeinen eingegangen.
2.1. Organisationen und gesellschaftlicher Kontext - ein kurzer historischer Exkurs
Die Organisation als häufig verwendete Einheit geht eng mit der Entwicklung des Kapitalismus einher. In früherer Geschichte existieren bereits nicht-ökonomische Organisationen, wie z.B. die Kirche. Doch erst durch den Kapitalismus fand die Organisationsform eine deutliche Ausbreitung, nicht zuletzt durch die Vorteile der drei Strukturdimensionen Ordnung, Gebilde und Vergemeinschaftung. Diese Vorteile werden im Detail im zweiten Teil dieses Kapitels behandelt.
Mit dem 16.Jahrhundert änderte sich die gesellschaftliche Betrachtung. Alte Weltbilder wichen neuen Einflüssen 4 und internationaler Handel machte das Warenumfeld zunehmend komplexer. Erste Entwicklungen zur funktional differenzierten Gesellschaft, weg von der vorherrschenden Ständegesellschaft 5 , führten unter anderem auch zu neuen Gemeinschaftsformen.
Aus ökonomischer Betrachtung fallen besonders in dieser Zeit zum ersten Mal Aspekte wie Disziplin, Rationalisierung und Produktivität von Arbeit in die Betrachtung (vgl. Türk, 2010, S.30ff.). Diese Entwicklung verstärkt sich in den Folgejahren, insbesondere im Zeitalter der Industrialisierung des 18. und frühen 19. Jhd. weiter. Zum ersten Mal kommen auch in wissenschaftlichem Kontext Gedanken der effizienten Arbeitsteilung auf, wie z.B. im Taylorismus (vgl. Winter, 2007, S.35ff.).
Ein weiterer wesentlicher geschichtlicher Entwicklungsschritt kristallisiert sich im 19. Jhd. heraus, indem die bestehenden Organisationen an Formenvielfalt gewinnen. Dies geht einher mit drei wesentlichen Merkmalen:
Der Entstehung von organisierter Willensbildung und Interessenvertretung:
4 Wie z.B. Kolonialisierung, ein deutlich breiteres Warenspektrum und eine multi-kulturellere Ausrichtung in den großen Kolonien Amerika und Australien.
5 Beispiele für neue Gesellschaftsformen sind in Amerika durch den Bürgerkrieg und der Abkoppelung von einer monarchischen Herrschaftsform zu erkennen.
Arbeit zitieren:
Dr. Tobias Fritsch, 2010, Individualisierungsphänomene in Organisationsgesellschaften, München, GRIN Verlag GmbH
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