Inhalt
1. Einleitung 3
2. Was macht den Erfolg im Sport aus? 7
3. Welche Form kann der sportliche Erfolg haben? 9
4. Ethische Probleme im Sport 12
5. Zusammenfassung und Lösungsansätze 16
III Literatur 18
2
1. Einleitung
Um die Frage zu beantworten (oder dies zu versuchen), wie man im Allgemeinen Erfolg im Sport definieren kann, sollte man zuerst einmal den Begriff „Erfolg“ und dessen Entstehung näher beleuchten.
Heutzutage hat jeder eine Vorstellung darüber, was Erfolg im Allgemeinen heißt: Ein Ziel zu erreichen, welches man sich gesteckt hat. Im Beruf erfolgreich zu sein, bedeutet in diesem voran zu kommen, sich auf der Karriere-Leiter keine Pause zu gönnen, ein niemals stagnierender Prozess. Jeder kennt auch den Leitspruch Olympias: „Höher, Schneller, Weiter.“
Doch woher kommt eigentlich der Begriff „Erfolg“.
Das Substantiv „Erfolg“ geht auf das Verb „erfolgen“ zurück und wurde erst im 17. Jahrhundert überhaupt gebräuchlich. Damals bezeichnete der Begriff eher noch einen glücklichen Ausgang, denn ein erfolgreiches Erreichen eines Ziels, was sich das Subjekt zuvor gesetzt hat. Das damalige Verständnis des Begriffs ist demnach eher mit unserem heutigen Glück zu vergleichen. Die Wandlung des Begriffs hin zu unserem Verständnis setzte erst im Laufe der Zeit ein. Seine Bedeutung veränderte sich grundlegend, vor allem durch die Aufklärung und später durch den sich immer weiter verbreitenden Industrialismus.
Der Wandel des Begriffs und seine Popularität nahmen im 19. Jahrhundert stark zu. Man kann heute sogar von einem Leitbegriff der Modernen sprechen, an dem wir auch einen Wandel im menschlichen Denkmuster verfolgen können: Die theologische Dimension spielt im Denken der damaligen Bevölkerung eine immer geringere Rolle, das rationale, innerweltliche ist jetzt für die Menschen von großer Bedeutung. Nichts mehr dem Zufall überlassen, sondern alles von vorne bis hinten zu planen und zu steuern, heißt die neue Devise. Wie kann man nun Erfolg, im Allgemeinen, nach heutigen Maßstäben definieren? Eine Möglichkeit ist es Gegensätze zu finden, die inhaltlich möglichst ein Gegenstück zum Erfolgsbegriff darstellen. Das Ziel ist es dann, sich erst einmal über diese begrifflichen Gegenteile und deren Eigenschaften, näher zu seiner eigentlichen Bedeutung vor zu arbeiten, um so am Ende eine adäquate Definition des Begriffs per se geben zu können.
Dem Erfolg steht folglich zum einen das Glück entgegen. Dieses zeichnet sich nach unserem Verständnis dadurch aus, dass es unabhängig vom Subjekt eintritt und weder positiv noch negativ beeinflusst werden kann, auch wenn viele Menschen vom Gegenteil überzeugt sind. Es ist mit dem lateinischen Begriff Fortuna verwandt, der hauptsächlich durch das jedem einzelnen zugeteilte Los definiert is und zum Ausdruck bringt, dass dieses Glück außerhalb unseres Einflussbereiches liegt.
Ein weiteres Gegenteil stellt der antike und heute nicht mehr so geläufige Begriff der Eudämonie dar. Diesem zur Folge kann man vor allem aus Verzicht und Ruhe Kraft und Glück
3
beziehen. Der Mensch bedarf keinem ständigen Streben nach einem „Mehr“, um glücklich zu sein. Er sollte eher versuchen den erstrebenswerten Zustand der Seelenruhe (Ataraxie) einer emotionalen Gelassenheit zu erreichen. 1
Die Definition des Begriffs, welcher einen Gegenpart zu beiden bildet, umschreibt und erfasst den Kern von Erfolg recht gut. Folglich kann man Erfolg als das planmäßige, einem kontinuierlichen Prozess der Steigerung unterworfenes, keine Pause erlaubendes, gelungenes „Abarbeiten“ von kleinen (Teil)-Erfolgen sehen, die immer weitere Anstrengungen, vergleichbar mit Puzzelteile, zur Folge haben. All dies im Kontext auf ein positives und zufrieden stellendes Erreichen einer großen, übergeordneten, Gesamtplanung (Karriere). Die nächste Frage die sich stellt, ist die, weshalb der Mensch diese Erfolgsmentalität besitzt und warum sie sich erst in unserer modernen Gesellschaft stark ausgeprägt hat? Sicherlich hatten Kaufleute im Mittelalter auch schon eine Art Erfolgsmentalität, allerdings war ihre Arbeit eher damit verbunden, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf bzw. eine Karriere war nur für die wenigsten Menschen möglich, da diese Karrieren eine gesellschaftliche Basis brauchten, welche damals noch nicht vorhanden war. Die Erfolgsproblematik muss aber, um sie richtig zu analysieren, auf verschiedenen Ebenen betrachtet werden.
„Individualpsychologisch gesehen bedeutet Erfolg jedes in Deckung bringen der jeweiligen subjektiven Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen des Individuums mit den objektiv gegebenen Umständen und Situationen.“ 2 Jeder Mensch hat solche individuelle Wünsche und Bedürfnisse. Jeder Mensch nimmt sich selber und seine Umwelt anders wahr und stellt auf dieser Basis auch andere Ansprüche. Sowohl an seine eigene Handlungen als auch an seine Mitmenschen. Der Homo Sapiens hat seit jeher einerseits eine direkte Umweltbindung, welche Pestalozzi mit der Einheit der Hand beschrieb, also eine direkte Ich-Du-Beziehung. Andererseits haben Menschen, was sie ganz erheblich von den Tieren unterscheidet, die Fähigkeit sich Dinge nur vorzustellen und sie sind dazu im Stande Werturteile zu fällen, Dinge subjektiv zu bewerten und Vorgänge oder Handlungen kritisch zu betrachten bzw. schon im Voraus abzuwägen und eine Priorisierung vorzunehmen. Nur das Vorhandensein und das Zusammenspiel dieser beiden, jedem Menschen imannenten Eigenschaften bzw. Fähigkeiten ermöglichen es dem menschlichen Wesen Erfolg zu erleben. Und damit die Grundlage zu schaffen, diesen für Erstrebenswert zu halten. Erfolg ist im Menschen mit dem Gefühl einer „Seinserhöhung“ bzw. des Wohlbefindens (Eustress) verbunden.
1 Vgl. Lexikon der Ethik im Sport S. 122
2 Bernd Wirkus, Lexikon der Ethik im Sport, hrsg. i.A. des Bundesinstitus für Sportwissenschaft, Verlag Karl Hofmann Schorndorf, S.123
4
Das Gegenteil, der Misserfolg, hat natürlich ebenfalls eine Verankerung in der menschlichen Psyche und bewirkt bei konkretem Auftreten auch eine erhebliche Veränderung der psychologischen Verfassung des Subjekts, welche sich in einer Minderung des Selbstbewusstseins, psychischen Konfliktsituationen oder sogar Krankheit niederschlagen. 3 Eine rein individual-psychologische Betrachtung der Erfolgsproblematik kann aber nur dazu dienen aufzuzeigen, weshalb Menschen überhaupt dazu neigen, Grenzen überschreiten zu wollen um eine stetige Steigerung ihrer Ziele vorzunehmen. Sie versagt aber in der Hinsicht, die vorhin angeschnittene Frage zu beantworten, weshalb die Erfolgsproblematik gerade in unserer modernen Gesellschaft so starke Ausmaße angenommen hat, dass zum Beispiel Karriere für viele Menschen der Grund geworden ist sich gegen oder zumindest für weniger Kinder zu entscheiden.
Wie alle Wertfragen muss auch das Erfolgsproblem in einem historisch-gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhang unter die Lupe genommen werden.
Erfolgsbedürfnisse sind, wie oben beschrieben, in jedem Menschen vorhanden. Allerdings brauchen sie einen geeigneten Nährboden um sich voll zu entwickeln. Diesen Nährboden hat erst die moderne, dynamisierende, mobile und technologische Gesellschaft dem Menschen, und somit er sich selber, im Laufe der Zeit zur Verfügung gestellt. Erst diese Vorraussetzungen ermöglichten es das Bedürfnis immer höhere Ziele erreichen bzw. eine Karriere be- und Grenzen überschreiten zu wollen zu befriedigen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ausprägung der Erfolgsmentalität eine Funktion der historischen Entfaltung der schon immer in uns schlummernden „Erfolgsgene“ ist und somit eine Wechselwirkung zwischen Gesellschaft und individualer Dispositionen darstellt, die erst in der heutigen Zeit ihr vorläufiges Maximum erreichen kann. Max Weber hat die oben genannten gesellschaftlichen Entwicklungen als „Entzauberung der Welt“ beschrieben. Er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass die Menschheit noch bis vor relativ kurzer Zeit die Erde als eine von gottgegebene Ordnung betrachtet hat und als Ursache für das, was um sie herum in ihrer Umwelt geschehen ist, Götter verantwortlich gemacht hat. Als Entzauberung sieht Max Weber den Vorgang, dass die Menschen nach und nach ihre Sichtweise der „verzauberten Welt“ durch eine Welt ersetzten, die frei von Göttern und Übersinnlichem ist, sondern mit Hilfe von Naturgesetzen rational erklär- und begreifbar wurde. Mit der „Pensionierung der Götter“ verlor auch der Begriff des Zufalls und somit des Glücks an Bedeutung. Wenn einem jetzt ein Apfel beim Nickerchen im Schatten eines großen Apfelbaums auf den Kopf fällt, ist es nicht mehr die Schuld des Geistes, der dem Baum inne wohnt, sondern die der Gravitationskraft. Von nun an tritt anstelle des Passivismus der Wille
3 Vgl. Lexikon der Ethik im Sport S. 123
5
Arbeit zitieren:
David Mössner, 2006, Wie definiert man Erfolg im Sport?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Sport - Sonstiges: Wie definiert man Erfolg im Sport? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sport - Sonstiges: neuer Titel erschienen: Wie definiert man Erfolg im Sport?
David Mössner hat einen neuen Text hochgeladen
Wie viel Bildung braucht der Sport, wie viel Sport braucht die Bildung...
Symposionsbericht
Carsten Kruse, Volker Schürmann
Der Dienst am Kunden als A und...
Kenneth Blanchard, Sheldon Bowles
0 Kommentare