0. Einleitung
Meine Arbeit beschäftigt sich mit dem Kultstatus von Ludwig dem XIV., sowie mit dem Aufbau von seinem Image. Das Ziel unserer Arbeit sehen wir in der Gegenüberstellung und dem Vergleich der PR-Methoden des 17. Jahrhunderts und der heutigen Werbe und PR Industrie.
Bei diesem Vergleich gehen wir von der Prämisse des kunsthistorischen Vergleichs von Wickkoff und A. Riegel aus. Diese Prämisse besagt, dass man bei einem Vergleich der verschiedenen Epochen sich in die entsprechende Zeit versetzten soll.
1. Historische Hintergründe
Ludwig XIV. wird schon im Alter von vier Jahren König von Frankreich. Zuerst übernimmt seine Mutter die Regentschaft bis er 1654 mit sechzehn Jahren offiziell zum König gekrönt wurde.
Das 17. Jahrhundert ist vom Ausbau des Absolutismus in Frankreich gekennzeichnet. Was der Vorgänger von Ludwig XIV. , Ludwig der XIII begann, hat Ludwig der XIV. beendet.
Da im Naturzustand ein egoistischer Krieg “aller gegen alle” herrscht, werden die Menschen aus Selbsterhaltung zu einem “Vertrag” gezwungen, in dem sie ihre Naturrechte dem Staat überlassen, dessen Herrschaft damit über alle Untertanen absolut, unteilbar und unauflöslich wird und ein Staat der sich am “vollkommensten in einer Person”: dem König, repräsentiert. 1
Später bringt Ludwig der XIV. den Absolutismus auf die Formel “Un roi, une foi, une loi”(Ein König, ein Glaube, ein Gesetz). Unter diesen Umständen bekommt der berühmte Satz von Ludwig dem XIV. ”L’etait c’est moi” (Der Staat bin ich) eine weitere Bedeutung und zwar, alles was zu dieser Zeit Frankreich gehörte, gehörte automatisch dem König, incl. Menschen. 2
Um die ganze Maschinerie am Laufenden zu halten brauchte man ein Image von einem starken und mächtigen, angsteinflößenden König.
1
dtv-Atlas, Weltgeschichte S.259
2
Cronin Vincent “der Sonnenkönig”
3
2. Medien
Das Medium-ein Mittel, das der Vermittlung von Informationen, Unterhaltung, Belehrung dient. 3
Nach meinen Recherchen, konnte ich diverse Medien die schon im 17. Jahrhundert existiert haben, feststellen. Zu diesen zähle ich Malerei, Skulpturen, Numesmatik, Dichtungen, Theaterstücke, Briefe sowie Flugblätter.
In dem Buch von Peter Burke “Ludwig XIV. - Die Inszenierung des Sonnenkönigs” weist der Autor auf ein andauerndes Prozess der Hervorbringung eines Bildes des Ludwig des XIV. Darüber hinaus weist der Autor auf die einflussreiche Rolle der Medien, auf die Imageproduktion. Der König war für die meisten Zeitgenossen eine heilige Figur. Ihm wurde sogar die Gabe zugeschrieben, Hautkranke durch seine königliche Handauflegung heilen zu können. Ludwig XIV. war charismatisch, im ursprunglichen Sinne, von göttlichen Gnade gesalbt worden und in einem modernen Sinne war er eine Führerpersönlichkeit mit Ausstrahlung.
Dieses Charisma bedurfte aber ständiger Erneuerung. Dieses Ziel haben die Präsentation Ludwigs auf der “Staatsbühne”und die Wiedergabe dieser Präsentation in den Kommunikationsmedien der damaligen Zeit (Malerei, Statue, Medaillen). Im Zeitalter von Ludwig ist die Kunst als Medium besonderes zu betonen. Dabei wurden die Parallelen zwischen verschieden Künsten betont. So wurden verschiedene Szenen aus dem Leben Ludwigs in diversen Medien auf ähnliche Weise dargestellt. Z.B. Reiterbildnisse, Reiterskulpturen, Reitermedaillen. Die Bilder von Ludwig gab es als Gemälde, in Bronze, Stein, Gobelins. Außerdem reichen diese von dem Knabenalter bis zu den berühmten Portrait von H. Rigaud, die den Herrscher in einem hohen Alter zeigen. 4
Manchmal wurden die Bilder so gruppiert, dass diese eine Ereignis aus dem Leben des Königs erzählen konnten. Ungewöhnlich für diesen Zeitalter war auch die Anzahl der Bilderserien, so wie z.B. Gemäldeserie von Lebrun “L’histoire du roi” 5 , diese stellte die
bedeutensten Ereignisse der Regierungszeit bis in die 70 er Jahre des 17 Jahrhunderts dar.
3
Wahrig Deutsches Wörterbuch 6 Auflage
4
Burke Peter “Ludwig.XIV. Die Inszenierunng des Sonnenkönigs”S.28
4
Von den Medaillen, die zu Ludwigs Zeiten hergestellt wurden (etwa 300) 6 , wurde
zusätzlich Kupferstiche gefertigt. Daraus läßt sich ein Vorteil ziehen, denn die Kupferstiche waren deutlich billiger und ließen sich schneller herstellen, also konnten sie in einer kurzen Zeit in einem größeren Gebiet verbreitet werden, genau so wie, Radierungen und Holzschnitte.
Das königliche Bild wurde auch in der Wortkunst geprägt, in Dichtungen auf französisch und Latein. Dazu noch die Predigten, Ansprachen vor Botschaftern oder Provinzstädtern.
Die königliche Rituale, wie Salbung und Hochzeit kann man ebenso als Multi-Media Ereignisse betrachten, bei denen das “lebendige Bild” des Königs präsentiert wurde. Die Alltagsrituale wurden auch stark ritualisiert, so dass man, diese als kleine Theaterstücke vorstellen kann.
Nicht nur die bis jetzt erläuterten Medien spielten eine große Rolle. Die Architektur war ebenso ein wichtiger Bestandteilt der Öffentlichkeitsarbeit vom König. Dabei repräsentierte das Schloss Versailles ein Bild des Herrschers. Um den Ruhm des Königs zu mehren wurden die Kupferstiche und Darstellungen des Schlosses in Umlauf gebracht. 7
Ruhm erhielt, unter Einfluss der klassischen römischen Bildung, im 17 Jahrhundert eine andere Bedeutung. Zu der Zeit des Ludwigs bedeutete das Wort Ruhm Ehre und Grösse. “Meine Hauptleidenschaft ist Ruhmsucht” schrieb Ludwig XIV im Alter von dreisig Jahren. 8
Die Hauptaufgabe der Bilder und Darstellung war nicht nur die Gesichtszüge oder bestimmte Handlungen des König festzuhalten und an die Menschen zu liefern. Im Gegenteil, die Darstellungen sollten den König noch mehr Ruhm und eine noch größere
5
Die Geschichte des Königs
6
Cronin Vincent “der Sonnenkönig”S.132
7
Burke Peter “Ludwig.XIV. Die Inszenierunng des Sonnenkönigs”S.31
8
Cronin Vincent “der Sonnenkönig”S.168
5
Quote paper:
Olaf Hahn, 2003, Die Inszenierung von Ludwig XIV. im Vergleich zur heutigen Werbung und PR, Munich, GRIN Publishing GmbH
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