1. Einleitung
von 500 Nations, in welchen Kevin Kostner sich der Vergangenheit der Indianer annimmt und den Zuschauern hierdurch einen faszinierenden Einblicke in die Kultur, das Leben und die Geschichte der 500 Völker, die einst den amerikanischen Kontinent besiedelten, ermöglicht. Das Bild der Indianer ist bei den meisten von uns durch das Kino geprägt, wo Leinwandhelden ganze Armeen von feindlichen Rothäuten bekämpfen. Der wilde Indianer auf dem Kriegspfad, der über die weite Prärie reitet, ist nach wie vor das Symbol für alle amerikanischen Indianervölker. Um dieses Bild, welche von der amerikanischen Filmkunst vermittelt wird, richtig zu stellen, gibt Kevin Kostner den Zuschauern die Möglichkeit einen Blick auf die andere Seite des Geschehens zu werfen: In der Dokumentation 500 Nations wird das gesamte historische Geschehen aus der Perspektive der Indianer geschildert, welche vor dieser Dokumentation weitgehend unbeachtet blieb. Den ersten Teil dieser Arbeit widme ich den Schicksalen einzelner Völker, welche sich drastisch verändern mussten, als die ersten Kontakte mit den Amerikanern entstanden. Hierbei beginne ich bei den Haudenosaunee, Shawnee, Cherokee und den Apachen. Bei den Great Plains betrachte ich mir das Schicksal zweier Stämme an: den Cheyenne und den Sioux.
der indianischen amerikanischen Streitigkeiten darstellt und die Existenz der Indianer schwerwiegend bedroht hat.
Ausgehend von diesen Informationen werde ich im zweiten Teil der Arbeit die politischen Absichten der Amerikaner in den einzelnen Regionen miteinander vergleichen und die Grundlagen der amerikanischen Indianerpolitik herausarbeiten.
Hiernach werde ich mir das Handeln Amerikas aus der Sicht der Indianer anschauen. Hierbei gehe ich folgender Fragestellung nach: Wie sehen die Indianer die Vereinigten Staaten politisch? In der Schlussreflexion beschäftige ich mich mit dem Ausmaß der Dokumentation und runde die Arbeit durch den Einfluss meiner subjektiven Meinung ab.
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2. Schicksale der Stämme
Den ersten Kontakt der Indianer mit Weißen fand im Jahre 1492 statt, als Christoph Kolumbus auf der Suche nach dem westlichen Seeweg nach Indien war. Schnell wurde klar, dass Kolumbus nicht in Indian gelandet war, sondern im späteren Amerika. Von dieser Begegnung mit Kolumbus tragen die
Zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Kontinent unzählige verschiedene Stämme angesiedelt. Diese kann man folgender Übersichtskarte entnehmen:
(Grafik entnommen aus URL 1 )
Die rot unterstrichenen Stämme behandle ich im Nachhinein noch einmal genauer.
1 http://www.xmission.com/~amauta/images/indianmap.jpg
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2.1. Die Haudenosaunee
Die Haudenosaunee sind als älteste Demokratie Nordamerikas in die Geschichte eingegangen. Sie setzen sich aus fünf indianischen Nationen zusammen und befanden sich dort, wo heute der Staat New York ist. Sie setzen sich zusammen aus den Mohawk, den Oneida, den Onandaga, den Cayuga und den Seneca. Gemeinsam bilden sie die Irokesen, oder wie man sie in ihrer Landessprache nennt: die Haudenosaunee. 2
Diese fünf Nationen lebten unabhängig voneinander, waren jedoch zugleich auch miteinander vereint. Die Idee die dahinter steckt war ein konkreter Plan für die demokratische Organisation, basierend auf den sozialen Strukturen der Völker. Die Stämme selbst lebten in Klans, welche für sie einen Ort der Sicherheit repräsentierten. Die Klanzugehörigkeit wurde von der Mutter an die Kinder weitergegeben. 4 Die Kinder verschiedener Klans wurden miteinander verheiratet und somit fand eine Verflechtung zwischen den einzelnen Klans statt. Jeder Klan hatte einen Klanchef, welcher aus Vertrauen von seinem Stamm gewählt wurde. Somit hatten die Haudenosaunee eine repräsentative Demokratie aufgebaut. Benjamin Franklin nahm 1754 an einer Konferenz teil und schlug 22 Jahre später ein ähnliches Model für die Kolonien vor. Es entstanden die Vereinigten Staaten. Das Modell der repräsentativen Demokratie verschaffte den Irokesen Frieden für Jahrhunderte. Dieser Frieden dauerte bis zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg an. Das Gebiet der Haudenosaunee lag zwischen den zwei Streitmächten der amerikanischen und britischen Front.
2 500 Nations, Folge 5, Die Haudenosaunee: Amerikas erste Demokratie.
3 http://de.wikipedia.org/wiki/Irokesen
4 500 Nations, Folge 5, Die Haudenosaunee: Amerikas erste Demokratie.
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Beide Seiten wollten das Gebiet für sich gewinnen. Jedoch blieb der Rat der Haudenosaunee seinen friedlichen Grundsätzen treu und beharrten auf Neutralität. Doch schon wenige Jahre später glückte ein weiterer Versuch von Joseph Brand die fünf Nationen auf die britische Seite zu ziehen. Der Meinungswechsel folgte aufgrund einer Plünderung der Amerikaner in liberalen Gebieten der Haudenosaunee. Das nahmen sie als Auslöser sich mit der Opposition, den Briten, zu verbünden. Jedoch schlossen sich nicht alle den Briten an, da auch ein Teil der Irokesen stark von den amerikanischen Missionen beeinflusst wurden. Dies sorgte dafür dass am Ende eine ganze Nation nahe dem Bürgerkrieg stand. 5
1779 reiste General John Sullivan mit 5000 Männern in das Gebiet der Seneca. Dort brannte Sullivan ihre Dörfer nieder. Am Ende waren alle fünf Nationen verwüstet und lediglich zwei Städte der Haudenosaunee unversehrt. Die Stämme hatten keine Möglichkeit die verlorene Ernte zu ersetzen und viele starben aus Hunger, Kälte und Krankheit.
Im Jahre 1783 kapitulierte die britische Regierung im Vertrag von Paris und weite Teile der Haudenosaunee wurden von den Amerikanern beschlagnahmt. Sie nahmen den Haudenosaunee nicht nur ihr Land, sondern auch ihre hochgeschätzte Unabhängigkeit. Lediglich das Herzstück des Landes wurde den Irokesen im Jahr 1790 zugestanden.
Die Front der Invasion zog weiter ins Ohio Tal, in welchem die Shawnee ansässig waren.
2.2. Die Shawnee
Die Shawnee befanden sich in den heutigen US-Bundesstaaten Ohio, West Virginia, Kentucky und im westlichen Pennsylvania. In den nächsten zwanzig Jahren nach der amerikanischen Revolution gewannen die Vereinigten Staaten immer mehr indianisches Land durch Schlachten und dubiose Verträge. Die Missionare untergruben die kulturellen und religiösen Werte der indianischen Gemeinschaft. Sie brachten das Christentum mit und wollten den Indianern ihre Religion regelrecht aufzwingen. Das Land, der Lebensunterhalt, die Kultur und der Glaube wurden stark bedroht. Die enttäuschten Krieger tauschten ihre kärglichen Reserven gegen Alkohol, um ihre Schmerzen zu lindern.
Das Problem mit dem Rum legte den ganzen Stamm lahm. Tenskwatawa, der Bruder des Anführers Tecumseh, war ebenfalls dem Alkohol verfallen. Eines Tages hatte er eine Offenbarung, in welcher er
5 500 Nations, Folge 5, Im Hexenkessel von Revolution und Bürgerkrieg, Die Haudenosaunee: Amerikas erste
Demokratie.
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Arbeit zitieren:
Sandra Friederich, 2008, 500 nations: Die Geschichte der Indianer, München, GRIN Verlag GmbH
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