Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Rudolf Hess
2. Der Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher
2.1 Rudolf Hess auf der Anklagebank
2.2 „Ich bereue nichts.“ - Das Schlusswort von Rudolf Hess
3. Ikone der rechten Szene
3.1 Der „Rudolf Hess Gedenkmarsch“
3.2 Warum Rudolf Hess?
4. Schluss
4.1 Der Mythos Rudolf Hess
5. Literaturverzeichnis
1
1. Einleitung
1.1 Rudolf Hess
„Ich bin glücklich zu wissen, daß ich meine Pflicht getan habe und meinem Volk gegenüber, meine Pflicht als Deutscher, als Nationalsozialist, als treuer Gefolgsmann meines Führers. Ich bereue nichts.“ 1 (Rudolf Hess, 1946)
Am 30. September 1946 wurde Rudolf Hess 2 , ehemaliger Stellvertreter Adolf Hitlers in der NSDAP und Angeklagter im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, vom alliierten Kriegsgericht wegen Planung eines Angriffskrieges und Verschwörung gegen den Weltfrieden, zu einer lebenslangen Haftstrafe im Kriegsverbrechergefängnis Spandau (Berlin) verurteilt. 3 Der sogenannte „Stellvertreter des Führers“ 4 blieb dort inhaftiert, bis er am 17. August 1987 in seiner Zelle tot aufgefunden wurde, nach fast 40 Jahren Haft. Fünfzehn Jahre nach seinem Tod, am 17. August 2002, versammelten sich etwa 2500 Neonazis im bayrischen Wunsiedel, der Begräbnisstätte von Hess, zu einer rechtsextremen Kundgebung um seines Todes zu gedenken. Der sogenannte „Rudolf-Hess-Gedenkmarsch“ ist zu einem jährlichen Ritual für die europäische Neonaziszene geworden und Hess selbst zu einer Ikone der Rechten. 5 Ziel dieser Arbeit soll nun sein, zu analysieren welche Aspekte der Person Rudolf Hess zu dieser Entwicklung geführt haben und weshalb gerade Hess durch sein Verhalten diesen Status „post mortem“ erhalten hat. Die besondere Aufmerksamkeit soll dabei auf Hess’ Auftreten im Nürnberger Prozess liegen und wie sein Verhalten vor Gericht zu der „Ikonisierung“ seiner Person beigetragen hat.
1 Internationaler Militär-Gerichtshof Nürnberg: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen Militärgerichtshof. Verhandlungsniederschriften 27. August 1946 - 1. Oktober 1946, Amtlicher Text in deutscher Sprache, (Band 22), Nürnberg 1948, Seite 425
2 1894 - 1987, ab 1920 Mitglied der NSDAP. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Heß 1933 Reichsminister ohne Geschäftsbereich. Am 21. April 1933 ernannte Hitler ihn zu seinem Stellvertreter in der NSDAP.
Vgl. S. Fischer.: Biographisches Lexikon zum Dritten Reich, (2. Auflage), herausgegeben von Hermann Weiß, Frankfurt am Main 1998
3 Vgl. Internationaler Militär-Gerichtshof Nürnberg: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen Militärgerichtshof. Verhandlungsniederschriften 27. August 1946 - 1. Oktober 1946, Amtlicher Text in deutscher Sprache, (Band 22), Nürnberg 1948
4 Roland Smelser/Enrico Syring/Rainer Zitelmann: Die braune Elite I. 22 biographische Skizzen, hrsg. Von Rainer Zitelmann, (4. aktualisierte Auflage), Darmstadt 1999, Seite 84
5 Vgl. Thomas Dörfler/Andreas Klärner: Der „Rudolf-Hess-Gedenkmarsch“ in Wunsiedel. Rekonstruktion eines nationalistischen Phantasmas, in: Mittelweg 36 - Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Heft 4/2004, Seite 74-91
2
Als Grundlage für diese Arbeit dienen in erster Linie die Protokolle der Nürnberger Prozesse, im besonderen das Schlusswort von Rudolf Hess vom 31. August 1946, sowie der Aufsatz „Der Rudolf-Hess-Gedenkmarsch in Wunsiedel. Rekonstruktion eines nationalistischen Phantasmas“ erschienen 2004 in der Zeitschrift „Mittelweg 36 - Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung“. Weitere Informationen wurden u.a. aus dem Buch „Der Nürnberger Prozess“ des Journalisten Joe J. Heydecker 6 sowie aus einer biographische Skizze Hess’ aus „Die braune Elite I. 22 biographische Skizzen“, hrsg. von Rainer Zitelmann, bezogen.
6 1916 - 1997, Berichterstatter während des Nürnberger Prozesses
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Arbeit zitieren:
Florian Rübener, 2006, Rudolf Hess im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess, München, GRIN Verlag GmbH
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