Wirtschaftsgeschichte Die Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik: Deficit Spending
Inhaltsverzeichnis
1. Der Nationalsozialismus 3
2. Kurzporträt Adolf Hitler 7
3. Wirtschaftsentwicklung im Nationalsozialismus 8
4. Deficit spending 11
5. Keynes 13
6. Wirtschaftsprogramme und Fakten im 3.Reich 14
Thomas -M Woytt 2
Wirtschaftsgeschichte Die Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik: Deficit Spending
1. Der Nationalsozialismus
Der Nationalsozialismus entsteht nach 1918 als Gegenbewegung gegen die Revolution und das parlamentarische demokratische System. Unter dem Nationalsozialismus versteht man eine völkisch- antisemitische und national revolutionäre Bewegung in Deutschland (1919-1945), die sich in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) organisierte. Im Zug der Ausweitung des Begriffs Faschismus 1 wird der
Nationalsozialismus heute oft als besonders radikale Form des Faschismus gedeutet.
Die Ideologie des Nationalsozialismus stellt d
eine angenommene Feindwelt aus Juden, Marxisten und Demokraten als oberstes Ziel heraus.
Adolf Hitler (siehe Kapitel 2) der im Gründungsjahr der Partei beigetreten war, arbeitete das Parteiprogramm aus. Er verband darin nationalistische und sozialrevolutionäre Ziele mit judenfeindlichen (antisemitischen) Forderungen. Ein
1921 übernahm Hitler selbst die Führung der Partei. 1923 unternahmen die Nationalsozialisten einen Putschversuch in München, um von dort aus die deutsche Reichsregierung zu stürzen. Die Aktion scheiterte, die NSDAP wurde verboten, Hitler inhaftiert. In der Haft schrieb Hitler das für den
1 Faschistisch: (italienisch fascio = Rutenbündel)
Eine politische Haltung, die sich nach dem ersten Weltkrieg zunächst in Italien, dann auch in anderen Ländern
Europas entwickelte.
Faschistisch gesinnte politische Bewegungen und Parteien treten für einen Staat ein, der möglichst viele
Lebensbereiche des Staatsbürgers kontrolliert und den ein Führer diktatorisch regiert. Die Faschisten
bejahen die Gewalt als Mittel der Politik und vertreten die Eigeninteressen ihres Staates absolut, das heißt
ohne Rücksicht auf die berechtigten Lebensinteressen anderer Völker.
Thomas-M. Woytt 3
Wirtschaftsgeschichte Die Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik: Deficit Spending
Nach ihrer Neugründung (1925) dehnte sich die NSDAP über ganz Deutschland aus und wurde in der Krise der Weimarer Republik zu einer Massenbewegung. Mit 230 Abgeordneten wurde sie im Juli 1932 die stärkste Partei im Reichstag. Ihren Kampf um die Macht führten die Nationalsozialisten auf zwei Ebenen: auf politisch- parlamentarischen Bühnen und, gestützt auf die SA 2 , auf der Straße durch Terrorisierung ihrer politischen
Gegner.
Nach seiner Berufung zum Reichskanzler (30.01.1933) errichtete Hitler, gestützt auf die NSDAP, nach dem Führerprinzip eine persönliche Diktatur. Er setzte die Grundrechte außer Kraft, ließ sich vom Reichstag die Gesetzgebungsrechte 3 übertragen, schaltete Gewerkschaften und
konkurrierende Parteien sowie die Selbständigkeit der Länder des Reiches aus. Nach dem Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1934) vereinigte
Regierungschef. Die deutschen Streitkräfte wurden persönlich vereidigt. Mit ihren angeschlossenen Organisationen (z.B. Hitler- Jugend, Deutsche Arbeitsfront, NS- Frauenschaft), vor allem jedoch mit ihren Militärähnlichen Verbänden (SA, SS 4 ) suchte die NSDAP das ganze Leben der Nation zu
durchdringen. Ein von der Geheimen Staatspolizei aufgebautes
2 SA: Abkürzung für Sturmabteilung, die Kampftruppe der NSDAP.
1920 gegründet und zunächst als Saalschutz eingesetzt, entwickelte sie sich zu einem festen, bewaffneten
Verband, dessen Mitglieder braune Uniformen trugen. 1930 übernahm Ernst Röhm die Führung der SA.
Nach dem Regierungsantritt Hitlers 1933 ließ dieser 1934 die SA-Führung wegen angeblicher
Verschwörungspläne durch SS- und Gestapo- Angehörige ermorden.
3 Gesetzgebungsrechte: Ermächtigungsgesetz
ermächtigte die von
Adolf Hitler geführte nationalsozialistische Reichsregierung am 24.03.1933, auch ohne das gewählte
Parlament, den Reichstag, Gesetze zu erlassen.
Alle Parteien mit Ausnahme der SPD stimmten dem Gesetz zu. Es sollte zunächst nur bis 1937 gelten, wurde
dann aber immer wieder verlängert. Mit dem Ermächtigungsgesetz hatte der Reichstag seine
Gesetzgebungsgewalt an die Regierung übertragen. Die Gewaltenteilung, die einen demokratischen Staat
kennzeichnet, war damit beseitigt.
4 SS: Abkürzung für Schutzstaffel; im nationalsozialistischen Deutschland ein militärähnlicher Kampfverband
der NSDAP, der 1925 zum persönlichen Schutz Adolf Hitlers gegründet wurde. Unter Führung Heinrich
Himmlers erhob die SS den Anspruch, eine Elite zu sein und versuchte sich dadurch von der Masse der
NSDAP-Mitglieder abzuheben. Sie gab sich besonders intensiv dem Germanenkult hin und vertrat einen
extremen Judenhass (Antisemitismus).
Thomas-M. Woytt 4
Wirtschaftsgeschichte Die Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik: Deficit Spending
Überwachungssystem mit zahlreichen Konzentrationslagern sollte jeden Widerstand im Keim ersticken. Die Parteitage der NSDAP dienten der Demonstranten ihrer macht. Die Verfolgung der Juden begann mit dem Boykott jüdischer Geschäfte (1933), steigerte sich zu Terror und unmittelbarer Bedrohung in der Reichskristallnacht 5 (1938) und fand im zweiten Weltkrieg
mit dem Versuch, die europäischen Juden über Deutschland hinaus auszurotten, ihren furchtbaren Höhepunkt.
In der Anfangsphase seiner Außenpolitik suchte das nationalsozialistische Deutschland die von der Regierung Hitler eingeleitete Aufrüstung zu verdecken und den eigenen Friedenswillen nach außen zu bekunden. 1936 legte Hitler die Grundlagen für ein Bündnis mit dem faschistischen Italien und mit Japan. Diese Staaten, die sich Während des zweiten Weltkriegs im Dreimächtepakt (1940) zusammenfanden, strebten- auch unter Anwendung militärischer Mittel- eine weltpolitische Neuordnung unter ihrer Führung an. Nach dem Anschluß Österreichs (1938) und der Zerschlagung der Tschechoslowakei (1938/39) löste der deutsche Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg aus.
In einer Reihe von Feldzügen konnten deutsche Truppen bis 1940 große Teile Europas besetzen. 1941 griff Hitler in einem rassistisch begründeten Krieg die Sowjetunion an. In den besetzten Gebieten übten die nationalsozialistischen Behörden eine oft grausame Herrschaft aus. Seit 1942/43 sah sich das nationalsozialistische Deutschland eine immer stärker werdenden Anti- Hitler Koalition (vor allem USA, Großbritannien und Sowjetunion) gegenüber, der es im Mai 1945 erlag. Mit dem Attentat auf Hitler (20. Juli 1944) hatten
5 Reichskristallnacht: (ironisierend nach dem in dieser Nacht zerbrochenen Glas)
In der Nacht vom 09.zum 10. November 1938 kam es im Deutschen Reich zu schweren Ausschreitungen
gegen jüdische Mitbürger. Auf Initiative des nationalsozialistischen Reichspropagandaministers Josef
Goebbles (1897-1945) zerstörten SA und SS in Zivil jüdische Wohnungen und Friedhöfe, 7000 Geschäfte und
fast alle Synagogen. 91 Juden wurden dabei ermordet und mehr als 30.000 verhaftet und in
Konzentrationslagern inhaftiert. Anlass zur Reichkristallnacht bildete die Ermordung eines deutschen
Botschaftssekretärs in Paris durch einen polnischen Juden.
Thomas-M. Woytt 5
Arbeit zitieren:
MBA Thomas M. Woytt, 2010, Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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