Bevor eine Quelle als Beleg für historische Ereignisse verwendet werden kann, müssen einige Grundlagen geklärt werden. Zunächst muss die Quelle auf ihre Verständlichkeit geprüft werden. Wie ist die Sprache, das Vokabular und das Schriftbild? Solche Merkmale können bereits erste Aufschlüsse über die Quelle geben. Des weiteren muss eine genaue Einordnung der Quelle vorgenommen werden. Wann und wo ist die Quelle entstanden und unter welchen historischen Umständen und ist die Quelle für den zu untersuchenden Sachverhalt überhaupt relevant? Schließlich muss die Quelle auch auf ihre Echtheit geprüft werden Ist die Quelle wirklich was sie vorgibt zu sein?
Neben diesen äußeren Merkmalen muss jede Quelle auch inhaltlich äußerst kritisch untersucht werden. Ist die Interpretation und Wiedergabe des Autors verlässlich? War er überhaupt in der Lage zu wissen was er berichtet? Als Historiker muss man sich bei jeder Quelle bewusst sein von wem, wann, unter welchen Umständen und mit welcher Absicht sie verfasst wurde. Man darf nicht annehmen, dass ein Bericht aus erster Hand immer „wahr“ ist, das gleiche gilt natürlich auch für sekundäre Quellen. Bei Augenzeugenberichten muss man möglicherweise mit einer unbeabsichtigten Verfälschung rechnen, da Erlebtes immer etwas anders wiedergegeben wird, als es tatsächlich passiert ist.
Um wissenschaftlich korrekt zu forschen, müssen der Herstellungskontext und das Alter benutzter Quellen kritisch geprüft werden. 2
Howell, Martha: Werkstatt des Historikers. Eine Einführung in die historischen Methoden, herausgegeben von Theo Kölzer, Köln 2004.
Jordan, Stefan: Einführung in das Geschichtsstudium, Stuttgart 2005.
2 Stefan Jordan: Einführung in das Geschichtsstudium, Ditzingen 2005, Seite 111.
PS: Die Krise des leeren Stuhls in der EWG 1965/66 Florian Rübener Montag, 14. Mai 2007 ES001392701
4. Fachsemester, MA
Arbeitsauftrag zur Sitzung am 18.05.2007
Rezensieren sie das Buch:
Dülffer, Jost: Europa im Ost-West-Konflikt 1945-1991, Neuausgabe, herausgegeben von Jochen Bleicken, Lothar Gall, Karl-Joachim Hölkeskamp und Hermann Jakobs, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2004 (= Oldenburg Grundriss der Geschichte, Bd. 18), ISBN 3-486-49105-9, 304 S., € 24,80.
Das Buch „Europa im Ost-West-Konflikt 1945-1991“ von Jost Dülffer (*1943), Professor für neuere Geschichte an der Universität zu Köln, verspricht neben einer „zusammenfassenden Darstellung“ einen ausführlichen Bericht über den Stand der aktuellen Forschung sowie eine „ausgewählte, thematisch gegliederte Bibliographie“. Der thematische Schwerpunkt wird dabei von Dülffer auf den sog „Ost-West-Konflikt“ sowie auf die Entwicklung der Integrationszonen der USA und Sowjetunion gesetzt. Somit behandelt das Buch einen sehr eng eingegrenzten Gegenstand europäischer Geschichte, denn andere von dem Konflikt betroffene Regionen wie Korea, Kuba und Vietnam stehen nicht im Fokus der Darstellung.
Das Buch ist, typisch für die Reihe „Oldenbourg Grundriss der Geschichte“, in drei Haupteile gegliedert. Teil eins soll zunächst eine Zusammenfassung der Ereignisse von 1945-1991 liefern und einen zusammenfassenden Überblick schaffen. Dülffers Ausführungen beginnen 1945 nach Ende des Zweiten Weltkrieges und erläutern zunächst die Rolle der beiden „Supermächte“ 3 USA und Sowjetunion. Dülffer spricht von einer ungleichen Entwicklung West- und Osteuropas und führt als Beispiel die wirtschaftliche Entwicklung des Westens aufgrund der Wechselwirkungen mit den USA an, die dem Osten Europas verwehrt blieb. Ein wichtiger Beitrag zum westlichen Block wurde durch die westeuropäische Integration geleistet. Dass sich ein westeuropäisches Staatenbündnis schon relativ kurz nach dem Krieg bilden konnte, war nicht nur den gemeinsamen Interessen im Ost-West-Konflikt zu verdanken, sondern auch dem Wunsch nach „Behauptung gegenüber anderen Weltregionen“ 4 . Dülffer vermeidet jedoch von einer rückständigen Entwicklung im Osten zu sprechen,
3 Jost Dülffer: Europa im Ost-West-Konflikt 1945-1991, Neuausgabe, München 2004, Seite 1.
4 Jost Dülffer: Europa im Ost-West-Konflikt 1945-1991, Neuausgabe, München 2004, Seite 38.
Arbeit zitieren:
Florian Rübener, 2007, Was ist eine historische Quelle?, München, GRIN Verlag GmbH
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