aggressiven Reden auf Versammlungen zogen immer größere Zuhörermassen an und seine Forderung nach der Ausrottung der Juden wurde immer expliziter. Vor allem „Der Stürmer“ bot Streicher ein Ventil für seinen radikalen Judenhass Mit primitiven und oft pornographischen Karikaturen machte er unter anderem auf die „Rassenschande“ aufmerksam, propagierte Mord als jüdisches Ritual und rief zum nationalen Judenboykott auf. Streicher war von dem Gedanken besessen die Juden hätten es sich zur Aufgabe gemacht das arische Blut zu verseuchen und dass Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Arierinnen deren Blut für immer verunreinige. Sozusagen als Abschreckung vor arisch-jüdischen Beziehungen wurden Leute die mit Juden sympathisierten oder sogar Beziehungen eingingen von Streicher mit Photos und allen Einzelheiten als „Rassenschänder“ im Stürmer veröffentlicht. Streicher bemühte sich diese Ideologie auch der Jugend nahe zu bringen und so wurde das von ihm in Auftrag gegebene, antisemitische Kinderbuch „Der Giftpilz“, welches ebenfalls die „Blutschande“ thematisierte, kostenlos in den Volksschulen Frankens verteilt. Streichers Hass auf die Juden begründete sich in einem sehr einfältigen Antisemitismus der das Judentum zur Wurzel allen Übels und zur bösen Kraft der Weltgeschichte erklärte und keine anderen Erklärungsansätze zuließ. Veranschaulicht wurde diese Grundidee durch den Satz „Die Juden sind unser Unglück“ der in jeder Ausgabe des „Stürmer“ zu lesen war.
Obwohl Streicher mit seiner Zeitung zeitweise eine sehr hohe Auflage erzielte war sie für die NSDAP eher ein peinliches Ärgernis. Goebbels soll Streichers Antisemitismus als zu primitiv kritisiert haben und mehrere hohe Parteimitglieder forderten 1937 ein Verbot der Zeitung. Streicher machte sich auch durch seine überhebliche Art viele Feinde in der NSDAP und ließ sich oft auf Streitereien und Rivalitäten ein. Seine Aufsässigkeit gegenüber politischen Feinden auch innerhalb der Partei schlug schnell in brutale Aggressivität um und sein „skandalöser Lebenswandel“ 4 brachte ihm weitere Missgunst der Parteigenossen ein. So soll Streicher unter anderem durch Bestechung, Erpressung und sexuelle Ausschweifungen negativ aufgefallen sein. 1938 begann er mit der illegalen Beschlagnahmung jüdischen Eigentums was zu weitern Beschwerden innerhalb der Partei führte. Zu seinen bekennenden Feinden gehörten nun mit Göring, Himmler, Borman und Heß einige sehr einflussreiche
4 Sautter, Udo: Biographisches Lexikon zur deutschen Geschichte, Verlag C.H. Beck oHG, München, 2002, S. 395
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Arbeit zitieren:
Florian Rübener, 2006, Biographische Skizze zu Julius Streicher, München, GRIN Verlag GmbH
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