gewidmet meinem Vater und meinem Kind
Dirk Schönfuß
„Untersuchung der Marktchancen sowie Realisierung einer HBCI-Banking-Lösung im SOHO-Bereich unter Berücksichtigung der Schnittstellen zu vorhandenen betrieblichen Anwendungen“
an der
Hochschule Mittweida (FH)
University of Applied Sciences
Fachbereich Mathematik / Physik / Informatik
Mittweida, Juni 2003
Bibliografische Beschreibung:
Schönfuß, Dirk:
Untersuchung der Marktchancen sowie Realisierung einer HBCI-Banking-Lösung im SOHO-Bereich unter Berücksichtigung der Schnittstellen zu vorhandenen betrieblichen Anwendungen. – 2003. – 123 S.
Mittweida, Hochschule Mittweida (FH), Fachbereich Mathematik / Physik / Informatik, Diplomarbeit, Juni 2003
Referat:
Kleine und mittlere Unternehmen sowie Privatpersonen nutzen spezialisierte Banking-Programme immer noch sehr zögerlich. Es besteht eine Kluft zwischen dieser Zielgruppe und Großunternehmen, die hocheffiziente aber sehr kosten- intensive EDIFACT-Systeme nutzen und damit alle innerbetrieblichen (Zahlungs-) Vorgänge integrieren.
Ziel der Diplomarbeit ist es, ein Konzept für eine zu erstellende Banking-Software im SOHO-Bereich zu entwickeln, die existierende Probleme ausräumt, auf die Zielgruppe zugeschnitten ist und Schnittstellen zu anderen, im Unternehmen eingesetzten Anwendungen bietet, um die Abwicklung des betrieblichen Zahlungsverkehrs bestmöglich zu erleichtern.
Dazu müssen zunächst die Entwicklung des Homebankings und des Zahlungsverkehrs sowie wichtige Standards auf diesem Gebiet untersucht werden. Aus einer Analyse der Zahlungsvorgänge in Unternehmen und den dort zurzeit eingesetzten Lösungen wird danach das eigentliche Konzept entwickelt. Den Abschluss der Arbeit bilden die Betrachtung der für die Implementierung verwendeten Systeme und eine Auswertung der gewonnenen Erfahrungen.
Inhaltsverzeichnis
GLOSSAR IX
VERZEICHNIS VON TABELLEN UND ABBILDUNGEN XV
0 EINLEITUNG 1
1 ZAHLUNGSVERKEHR IM UNTERNEHMEN 4
1.1 DER ZAHLUNGSVERKEHR 4
1.2 KOSTEN UND LEISTUNGEN 5
1.3 ZAHLUNGSEIN- UND -AUSGÄNGE 7
2 HOMEBANKING 10
2.1 GRUNDSÄTZE FÜR SICHERES HOMEBANKING 10
2.2 HOMEBANKING 11
2.2.1 Bankdienste per Post 11
2.2.2 Telefon-Banking 12
2.2.3 weitere Verfahren.............................................................................................................13
2.3 ELECTRONIC BANKING 13
2.3.1 Vorteile für die Nutzer 13
2.3.2 Abwicklung von Transaktionen im Bankenbereich 15
2.3.3 BTX 16
2.4 INTERNET-BANKING 18
2.4.1 Einführung 18
2.4.2 Email 18
2.4.3 WWW 19
2.4.4 Scriptsprachen und Plugins 21
2.4.5 Java 22
2.4.6 Bezahlen im Internet........................................................................................................22
3 HBCI UND FINTS 25
3.1 EIN NEUER FINANZTRANSAKTIONSSTANDARD 25
3.2 STANDARDS INNERHALB VON HBCI UND FINTS 27
3.3 SICHERHEIT 29
3.3.1 allgemeines zur Sicherheit 29
3.3.2 Verschlüsselungsverfahren 30 Verschlüsselungsverfahren..............................................................................................30
3.3.3 digitale Signaturen und Zertifikate 32
3.3.4 Sicherheitsmedien 33
3.3.5 PIN TAN 37
3.3.6 biometrische Verfahren....................................................................................................39
3.4 AUSBLICK 39
4 KONZEPT EINER SOFTWARELÖSUNG FÜR DIE ZAHLUNGSABWICKLUNG 41
4.1 ANSÄTZE FÜR HILFESTELLUNGEN DURCH HARD- ODER SOFTWARE 41
4.2 ONLINE-SHOPS 43
4.2.1 Anforderungen 43
4.2.2 Beispiele 45
4.2.3 Zusammenfassung 46
4.3 ELECTRONIC BANKING 48
4.3.1 Umfrage 48
4.3.2 Ausgewählte vorhandene Lösungen 49
4.4 LÖSUNGSANSÄTZE 54
4.4.1 Anbindung an betriebliche Systeme 54
4.4.2 Buchhaltung und Zahlungsabwicklung 55
4.4.3 Datenübernahme 57
4.4.4 Privatkunden 58
4.4.5 Zusammenfassung der Anforderungen 60
5 IMPLEMENTIERUNG 62
5.1 VORAUSSETZUNGEN 62
5.2 KOMMUNIKATION MIT DER BANK 63
5.2.1 Einpflegen von Banktransaktionen 63
5.2.2 Die Programmier-APIs 66
5.2.3 Plausibilitätsprüfung von Banktransaktionen 69
5.2.4 Abwicklung von Transaktionen 72
5.3 DAS BEDIENKONZEPT 75
5.3.1 Einführung 75
5.3.2 Ordner und Regeln 75
5.3.3 Senden und empfangen 79
5.4 DATENHALTUNG 80
5.5 SCHNITTSTELLEN 84
5.6 AUSGEWÄHLTE EINGESETZTE TECHNOLOGIEN 88
5.7 WEITERE GEPLANTE FUNKTIONALITÄT 94
6 AUSWERTUNG 97
ANHANG A UMFRAGE 101
A 1 DECKBLATT 101
A 2 ANSCHREIBEN 102
A 3 FRAGEBOGEN 103
A 4 AUSWERTUNG 106
ANHANG B ONLINEBANKING ABKOMMEN SPEZIFIKATIONEN 108
B 1 HOMEBANKING-ABKOMMEN 108
B 2 RICHTLINIEN DER DEUTSCHEN KREDITWIRTSCHAFT 111
B 3 COMPUTER HBCI-KONFORMITÄTSKRITERIEN 112
B 4 SCHNITTSTELLENSPEZIFIKATION HBCI 112
B 5 LASTSCHRIFTABKOMMEN 112
ANHANG C DATENBANKSTRUKTUR 116
LITERATURVERZEICHNIS.............................................................................................118
DIPLOMARBEIT - ix -
Glossar
API Application Programming Interface
Programmierschnittstelle, die mit Hilfe definierter Methoden den Zugriff auf bestimmte Funktionalität erlaubt
ASP 1. Active Server Pages - Scriptsprache von Microsoft
2. Application Services Providing - allgemeiner Begriff für
neuartige Softwarelizenzsysteme
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
BPD Bank Parameter Data
dienen der Anpassung der Client-Software an die Besonderheiten des Kreditinstitutes
BIC Bank Identifier Code
eindeutige Kennung jedes SWIFT-Teilnehmers, 8- oder 11-stellig
BROWSER Anzeigeprogramm für das WWW, als Client stellt das
Programm eine Verbindung mit dem Webserver her, stellt die empfangenen HTML-Seiten auf dem Bildschirm des Nutzers dar und überträgt Requests zurück an den Server BRUTE-FORCE-
Angriff über das Durchprobieren aller möglichen ANGRIFF
Schlüssel, entweder durch beliebige Kombination von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen oder anhand von Wörterbuchdateien
BSE-ABKOMMEN Abkommen über den beleglosen Scheckeinzug
BTX Bildschirmtext; Onlinedienst der deutschen Post, später T-
Online
BTXFIF Btx File Interchance Format
Zwischenprotokoll um die Beschränkungen von Btx für HBCI zu überwinden
CA Certification Authority
Stelle, die Zertifikate vergibt
CALLBACK siehe Event;
auch Rückruffunktion bei Modems
CEPT Conférence Européennes des Administrations des Postes et
Telecommunications Standard zur bildschirmbasierten Datendarstellerung und – übertragung mit 25 Zeilen á 40 Zeichen bei BTX
CLIENT Programm bzw. Computer, der auf die Dienste eines
Servers angewiesen ist DATEX-J Bezeichnung für Btx von 1993-94
- x - D IPLOMARBEIT
DDBAC DataDesign Banking Application Components
Implementation des HBCI-APIs von DataDesign
DDV 1. Datendirektverbindung, Standleitung
2. DES-DES-Verfahren, im Falle von HBCI wird ein Triple-
DES-Verfahren mit 2 verschiedenen Schlüsseln benutzt
DEBITOREN Kunden, an die ein Unternehmen Forderungen hat
DES Data Encryption Standard
vor allem im Finanzbereich bedeutendes symmetrisches Verschlüsselungsverfahren DFÜ Datenfernübertragung
Sammelbegriff für Datenübetragungsverfahren, beispielsweise leitungsgebunden per Modem
DTAUS Datenträgeraustauschprotokoll
dient der Weitergabe von Sammelüberweisungen bzw. Lastschriften im Diskettenformat
EC Electronic Cash
ein bargeldloses Zahlungssystem per Magnetstreifenkarte
EDI Electronic Data Interchange
Zwischen den verschiedenen Phasen der Auftragsbearbeitung werden Daten übernommen und so Medienbrüche verhindert. Ermöglicht wird dies durch definierte Datenformate.
EDIFACT Electronic Data Interchange for Administration, Commerce
and Transport branchen- und länderübergreifende Umsetzung des EDI- Konzeptes der Europäischer Kommission für Wirtschaft
EHKP einheitlich höhere Kommunikationsprotokolle
EMAIL Elektronische Post
EPROM Erasable programmable read only memory
im Gegensatz zum RAM ein nicht-flüchtiger Speicher, der jedoch im Unterschied zum ROM neu programmiert werden kann
EVENT Ereignis; beim Eintreten des Ereignisses (z.B. wenn eine
Eingabe benötigt wird) wird ein Eventhandler aufgerufen
EVENTHANDLER Ereignisbehandlungsroutine, die auf einen Event reagiert
EZL-ABKOMMEN Abkommen über den elektronischen Zahlungsverkehr für Lastschriften EZÜ-ABKOMMEN Abkommen über den elektronischen Zahlungsverkehr für Überweisungen
FAKTORISIERUNG Zerlegung einer natürliche Zahl in ihre Primzahlen
DIPLOMARBEIT - xi -
FINTS Financial Transaction Services
Finanz- und Banking-Standard, ersetzt und beinhaltet
HBCI
FIREWALL schützt an das Internet angeschlossene Rechner vor
Angriffen
FTP File Transfer Protocol
auf TCP/IP basierendes Datenübertragungsprotokoll
HACKER Begriff für technisch versierte Anwender, die sich
unrechtmäßig Zugang zu fremden Systemen verschaffen HANDSHAKE-
Datenflusskontrolle per Handschlag, d.h. die
VERFAHREN
Kommunikationspartner einigen sich, wer wann senden darf
HBCI Home Banking Computer Interface
gemeinsamer Standard für Online-Bankgeschäfte, den alle deutschen Banken unterstützen müssen HBCI+ Erweiterung des HBCI-Standards um das althergebrachte
PIN/TAN-Verfahren
HGB Handelsgesetzbuch
HOMEPAGE allgemein gebräuchlich für eine Informationsseite im
WWW bzw. die Startseite einer Webpräsenz
HTML Hypertext Mark-up Language
Textbeschreibungssprache für das WWW, die Besonderheiten liegen in der Möglichkeit, Elemente wie Hyperlinks, Grafiken oder Tabellen einbetten zu können
HTTP Hypertext Transfer Protocol
Kommunikationsprotokoll, welches Browser und Webserver zum Datenaustausch benutzen
HYBRID gemischt; wird meist verwendet, um zu verdeutlichen, dass
etwa ein Verfahren Eigenschaften anderer Verfahren in sich vereint
HYPERLINK Ein Teil einer Webseite, die auf eine andere URL
verweist. Durch einen Mausklick folgt der Browser dem Verweis.
HPYERTEXT Text, der Hyperlinks enthält
IDL Interface Definition Language
sprachunabhängige Definitionssprache für Schnittstellen
INTERNET Weltweiter Verbund von Rechnernetzen über das TCP/IP-
Protokoll
INTERPRETER übersetzt einen Quelltext erst zur Laufzeit in ausführbaren
Code IP-ADRESSE Nummer eines an das Internet angeschlossenen Systems,
- xii - D IPLOMARBEIT
basierend auf dem IP-Protokoll
JAVA Auf einem prozessorunabhängigen ByteCode basierende
Programmiersprache der Firma Sun Microsystems JUST-IN-TIME 1. Lieferung von Waren und Rohstoffen exakt zur benötigten Zeit unter Umgehung von Lagern
2. im Zusammenhang mit Java ein Compilerverfahren,
welches den Bytecode vor der Ausführung des Programmes komplett in spezifischen Microprozessorcode für den ausführenden Prozessor übersetzt
KREDITOREN Lieferanten,
Verbindlichkeiten hat MAC-VERFAHREN Message Authentification Code Verfahren symmetrisches Verfahren zur Erzeugung einer elektronischen Signatur MAN-IN-THE-MIDDLE-
Ein potentieller Angreifer schaltet sich zwischen Bankkunde ANGRIFF
und Kreditinstitut. Er gaukelt jedem der beiden Partner die Identität des jeweils anderen vor und kann Daten mitlesen, diese verändern oder sogar Transaktionen protokollieren und diese in gleicher oder veränderter Form an den Bankrechner senden.
OFC Open Financial Communication
amerikanischer Finanztransaktionsstandard von Microsoft
OFX Open Financial Exchange, entstanden aus Microsofts
OFC und Intuits Open Exchange
ONLINE-BROKERAGE Aktienhandel im Internet ONLINE-DIENST Anbieter, der den Zugang zu elektronischen Informationsdiensten bietet
PGP Pretty Good Privacy
Verschlüsselungsverfahren für Emails
PHP PHP: Hypertext Preprocessor
OpenSource-Scriptsprache für die WWW-Entwicklung
PIN Private Identification Number
Zugangsschlüssel PIN/TAN-VERFAHREN Der Nutzer meldet sich zunächst mit einer PIN beim System an. Um nun Transaktionen durchzuführen, muss er außerdem jeweils eine TAN besitzen.
RAD Rapid Application Development
RAM Random Access Memory
flüchtiger Speicher, meist als Hauptspeicher, o.ä. verwendet
RDH RSA-DES-Hybridverfahren
DIPLOMARBEIT - xiii -
REQUEST Anforderung, Auftrag
ROM Read Only Memory
nicht-flüchtiger Speicher, dessen Inhalt sich jedoch weder löschen noch ändern lässt
RSA Rivest, Shamir, Adleman
erstes und bekanntestes asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren
SCHLÜSSEL Zugangscode zu vertraulichen Informationen
SERVER Computer, der im Netzwerk anderen Computern Dienste
anbietet
SIM-KARTE Subscriber Identity Module Card
SOHO Small Office / Home Office
bezeichnet den Bereich der Privatanwender und kleinen Unternehmen
SWIFT Society for Worldwide Interbank Financial
Telecommunication
T-ONLINE Online-Dienst der Deutschen Telekom
TAG HTML-Befehlssequenz, z.B. „“
TAN Transaction Number
Einwegschlüssel zur Absicherung einzelner Vorgänge TCP/IP Transmission Control Protocol / Internet Protocol zwei Protokolle, die die Verbindung zwischen Sender und Empfänger bzw. den eigentlichen Transport verwalten und die Basis für das Internet bilden
TOOL Werkzeug; meist werden damit Hilfsprogramme bezeichnet
TRIPLE-DES Verschlüsselungsverfahren, welches den DES- Algorithmus dreimal hintereinander durchführt
TRUSTCENTER Zertifizierungsstelle, die Schlüssel verwaltet
UPD User Parameter Data
kunden- und kontenspezifische Parameter
URL Uniform Resource Locator
allgemeines Adressformat für verschiedene Internetdienste wie WWW, FTP oder Telnet
WEBSERVER Server, der mittels HTTP-Protokoll WWW-Dienste
anbietet WEBPRÄSENZ Vorstellung einer Person bzw. eines Unternehmens und dessen Dienstleistungen im WWW mit Hilfe von Informationen, Grafiken und ähnlichem
- xiv - D IPLOMARBEIT
WIZARD Seitenweise aufgebauter Dialog, der den Nutzer durch
Konfigurationsoptionen führt. Dabei kann man auch zu vorherigen Seiten zurückkehren und den Vorgang jederzeit abbrechen. Auf der letzten Seite hat man die Möglichkeit, auf Basis der getätigten Eingaben den gewünschten Prozess zu starten.
WWW World-wide web
weltweites, verteiltes Hypertextsystem
ZERTIFIKAT Ein Signaturschlüsselzertifikat bestätigt die Identität eines
Zertifikatsinhabers, indem es seine Überprüfung mit dem öffentlichen Schlüssel des Inhabers gestattet
ZKA Zentraler Kreditausschuß
DIPLOMARBEIT - xv -
Verzeichnis von Tabellen und Abbildungen
Tabellenverzeichnis
Tabelle 2.1 Vorteile des Homebanking Umfrage 14
Tabelle 2.2 Vorteile des Online-Shopping Studie deutsche Nutzer 14
Tabelle 3.1 Zeitlinie HBCI FinTS 25
Tabelle 3.2 Umgang mit Schlüsseln und Passwörtern 38
Tabelle 5.1 Beispiel Ordnerstruktur mit entsprechenden Regeln 77
Tabelle 5.2 Beispiel für die Dokumentation im Quelltext 93
Tabelle A.1 Umfrageauswertung technische Daten 106
Tabelle A.2 Umfrageauswertung Vorteile des Onlinebankings 106
Tabelle A.3 Umfrageauswertung Akzeptanz von Verfahren.................................107
Tabelle A.4 Umfrageauswertung Zahlungsverkehr 107
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 3 1 Zugangsarten für Onlinebanking 27
Abbildung 3 2 symmetrische Verschlüsselung....................................................30
Abbildung 3 3 DDV-Verschlüsselung (2-Key Triple-DES) 31
Abbildung 3 4 asymmetrische Verschlüsselung..................................................32
Abbildung 3 5 Chipkarte für HBCI 34
Abbildung 3 6 Kartenleser Typ 1.........................................................................36
Abbildung 4 1 VoBa RaiBa Web-Banking 49
Abbildung 4 2 Quicken 53
Abbildung 5 1 Eingabeformular für eine Überweisung 65
Abbildung 5 2 Eingabeformular für eine Forderung 66
Abbildung 5 3 Beispiel Regeldefinition 77
Abbildung 5 4 Beispiel Ordnerstruktur 78
Abbildung 5 5 Ansicht als Kontoauszug 79
Abbildung 5 6 Datenexport am Beispiel von XML................................................85
Abbildung 5 7 Debitoren-Import aus einer Buchhaltung 86
Abbildung 5 8 Buchungsimport aus einer Buchhaltung 87
Abbildung 5 9 Wizard zum Anlegen eines neuen Kontos 92
Abbildung 5 10 mit HTMLgen erzeugte Schnittstellendokumentation 93
DIPLOMARBEIT - 1 -
0 Einleitung
Danksagungen
Ich möchte mich zuerst bei Herrn Diplomingenieur Lutz Lang bedanken, der es mir ermöglicht hat, im Rahmen meiner Diplomarbeit ein praxisnahes Thema zu bearbeiten und Auftraggeber sowie Ansprechpartner für mein Projekt war. Vielen Dank auch an Herrn Professor Geißler, der mich von Seiten der Hochschule aus betreut hat.
Außerdem möchte ich mich bei allen befragten Unternehmen sowie der Sparkasse und der Volksbank Döbeln für ihre Hilfe und Unterstützung bedanken. Besonderer Dank gebührt auch meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten, die während der Zeit der Diplomarbeit viel Verständnis aufbringen mussten.
Hintergrund
Der Zahlungsverkehr im Allgemeinen und Bankgeschäfte im Speziellen haben sowohl im Privatbereich als auch für Unternehmen eine große Bedeutung. Die Transaktionsabwicklung ist dabei durch technische Entwicklungen immer wieder Veränderungen unterworfen.
Vor allem bei Unternehmen muss außerdem ein Datenaustausch zwischen Rechnungslegung und Zahlungseingang (Debitorenbuchhaltung) bzw.
Wareneingang und Zahlungsausgang (Kreditorenbuchhaltung) erfolgen. Große Unternehmen nutzen EDIFACT- und Warenwirtschaftssysteme, um Daten zwischen allen Phasen der Auftragsbearbeitung auszutauschen. Solche Software ist jedoch für kleine und mittlere Unternehmen deutlich zu kostenintensiv. Privatpersonen auf der anderen Seite benötigen Programme, die vor allem einfach zu bedienen sind. Die wichtigsten Funktionen müssen auf einfache Art und Weise verfügbar gemacht werden.
Im Rahmen dieser Arbeit soll versucht werden, ein Konzept für eine Software zu entwickeln, die die Anforderungen von kleinen und mittleren Unternehmen sowie Privatpersonen erfüllt und ihnen einige der Vorteile teurer Warenwirtschaftssysteme zu einem deutlich günstigeren Preis bietet.
- 2 - D IPLOMARBEIT
Zielsetzung
Zu Beginn soll zunächst betrachtet werden, wie der Zahlungsverkehr in Unternehmen abläuft. Hierfür spielen sowohl für Zahlungsein- als auch -ausgänge Banktransaktionen eine wichtige Rolle. Thema soll es daraufhin sein, welche Möglichkeiten es gibt, solche Bankgeschäfte abzuwickeln.
Im Zentrum der Betrachtung soll danach der Homebanking-Standard HBCI stehen, der auch als Basis für die Softwarelösung dienen wird, deren Anfertigung einen Großteil der für die Anfertigung der Diplomarbeit zur Verfügung stehenden Zeit beanspruchen wird.
Das aus der Analyse betrieblicher Vorgänge entstehende Sollsystem, welches im Rahmen der Diplomarbeit dann auch grundlegend zu implementieren ist, soll auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten werden. Durch die Integration der Software in der Abwicklung des betrieblichen Zahlungsverkehrs schließt sich der Kreis.
Umfrage
Um Erkenntnisse über den Praxiseinsatz von Banking-Software in kleinen und mittleren Unternehmen zu gewinnen, wurde eine nicht repräsentative Umfrage unter
42 Unternehmen aus der Region durchgeführt. Das Spektrum der befragten Firmen
war dabei so breit wie möglich und reichte vom kleinen Handwerksbetrieb mit 3 Mitarbeitern bis zum mittelgroßen Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern.
Zielsetzung der Umfrage war es, herauszufinden
• welche Software eingesetzt wird
• welche Computertechnik zur Verfügung steht
• wie hoch der Aufwand für Bankdienste ist
• wie die aktuelle Lösung eingeschätzt wird
• welche Kritikpunkte und Wünsche zur Sprache kommen
• wie allgemein die Haltung zu Banktransaktionen über das Internet ist
Der Rücklauf der Umfrageergebnisse war mit nur 11 verwertbaren Antwortbögen wie erwartet eher gering. Dennoch reichten die Daten für eine Auswertung aus und die
DIPLOMARBEIT - 3 -
Umfrage lieferte wichtige Erkenntnisse, die in viele Bereiche dieser Arbeit einfließen. Vor allem bot sich jedoch die Gelegenheit zu Gesprächen mit Unternehmern, Buchhaltern, Bankangestellten und mit dem betrieblichen Zahlungsverkehr betrauten Personen über deren Arbeitsweise.
Der Umfragebogen und die Auswertung befinden sich im Anhang A.
- 4 - D IPLOMARBEIT
1 Zahlungsverkehr im Unternehmen
1.1 Der Zahlungsverkehr
Eine Unternehmensgründung erfolgt in der Regel mit der Absicht, Waren und Dienstleistungen anzubieten, für die sich auf dem Markt Abnehmer finden lassen. Für die Herstellung der Produkte benötigt das Unternehmen meist selbst Rohstoffe oder Dienstleistungen anderer Unternehmen. Mit dem Gewinn aus dem Verkauf der Produkte werden die Kosten gedeckt und es wird eine Gewinnerzielung angestrebt.
Privatpersonen können nach einem ähnlichen Schema betrachtet werden. Sie bieten ihre Arbeitskraft den Unternehmen als Dienstleistung an und erhalten dafür als Opportunitätskosten der Freizeit einen Arbeitslohn.
Zu Beginn herrschte die Tauschwirtschaft. Waren und Dienstleistungen wurden gegen andere Waren oder Dienstleistungen eingetauscht. Durch die schlechte Vergleichbarkeit und der Schwierigkeit wegen, einen geeigneten Tauschpartner zu finden, führte man schließlich ein universelles und besser teilbares Tauschgut ein – das Warengeld. Dieses rückte als Zwischenwährung zwischen den direkten Tausch zweier Güter.
Entscheidend für den Wert des Geldes ist die breite Akzeptanz unter den Anbietern und Interessenten. So muss es sich bei dem Warengeld nicht zwangsläufig um das uns heute bekannte Papiergeld handeln. Früher würden auch Goldstücke, Felle oder Güter wie Salz als Währung benutzt. Vor allem aus praktischen Gründen, wie der Haltbarkeit, setzten sich geprägte Münzen im Zahlungsverkehr durch.
Waren Münzen anfangs durch den Wert des verwendeten Metalls gedeckt, so entwickelte sich das Geld immer mehr zum Platzhalter für einen definierten Wert. Dies fing mit dem Papiergeld an, das ein Siegel der ausgebenden Person oder Bank enthielt und setzt sich mit dem gleichen Prinzip bei heutigen Überweisungen oder Schecks fort.
Wer ein solches Dokument vorlegt, bekommt beispielsweise von der Bank oder dem Händler den entsprechenden Wert ausgezahlt bzw. Waren im betreffenden Wert ausgegeben. Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen begann bereits in den 60er Jahren durch neue Anforderungen und die gestiegene Mobilität der Menschen.
DIPLOMARBEIT - 5 -
Mit dem Schritt zum elektronischen Zahlungsverkehr per Plastikkarte tritt das Geld selbst bzw. sein materieller Gegenwert noch mehr in den Hintergrund und ist nur noch rein virtuell, bzw. als reines Buchgeld vorhanden.
1.2 Kosten und Leistungen
Um die heute in Unternehmen auftretenden Zahlungsvorgänge analysieren zu können, ist es zunächst notwendig, die auftretenden Kosten und Leistungen zu kategorisieren. In der Kosten- und Leistungsrechnung werden Kostenarten nach verschiedenen Kriterien gegliedert.
Nach der Funktion:
• Beschaffungskosten
• Fertigungskosten
• Verwaltungskosten
Nach der Art der Verrechnung:
• Einzelkosten
• Gemeinkosten
Nach der Abhängigkeit von der Produktionsmenge:
• fixe Kosten
• variable Kosten
Nach Produktionsfaktoren:
• Materialkosten
• Betriebsmittelkosten
• Löhne und Gehälter
• sonstige
- 6 - D IPLOMARBEIT
Es sind auch noch weitere Einteilungen möglich. Zum Zwecke der Untersuchung von Zahlungen für im Unternehmen auftretende Kosten ist die Gliederung nach Produktionsfaktoren noch am ehesten geeignet.
Materialkosten sind vor allem die Aufwendungen für Rohstoffe, aus denen die Produkte eines Unternehmens hauptsächlich aufgebaut sind. Bei einem Bäcker zählt zu den Materialkosten etwa das Mehl. Im Einzel- bzw. Großhandel werden oft keine Rohstoffe, sondern fertige Waren eingekauft, in der Dienstleistungsbranche gibt es in der Regel gar keine Rohstoffeinkäufe.
Betriebsmittel sind Stoffe, die für die Herstellung von Produkten zwar benötigt werden, jedoch nicht in diese eingehen, aber auch geringwertige Kleinteile. Im Maschinenbau würden etwa Maschinenöl oder Schrauben in diese Kategorie fallen. Die Lohnkosten umfassen sowohl Fertigungs- und Hilfslöhne als auch Zuschläge und Sozialkosten. Die Personalkosten für Gehaltsempfänger umfassen neben dem eigentlichen Gehalt ebenfalls Zuschläge und Sozialkosten.
Was in den Bereich der sonstigen Kosten fällt, ist je nach Branche unterschiedlich. So zählt Büromaterial im verarbeitenden Gewerbe in der Regel unter die Verwaltungskosten und damit in der Gliederung nach Produktionsfaktoren unter die sonstigen Kosten. In einem Dienstleistungsunternehmen, wo die Bürotätigkeit das Hauptgeschäftsfeld darstellt, können die Büromaterialien jedoch zu den Betriebsmitteln gezählt werden. Ähnlich verhält es sich z.B. mit den Fahrzeugkosten, deren Zurechung bei einem Autohändler (Wareneinkauf) anders vorzunehmen ist, als beispielsweise bei einer Unternehmensberatung (sonstige Kosten).
Im Zuge härterer Konkurrenz u.a. durch den Internationalisierungstrend ist es immer wichtiger, sich mittels Forschung und Entwicklung an aktuelle Entwicklungen anzupassen und zu expandieren. Auch diese Investitionskosten müssen erwirtschaftet werden.
DIPLOMARBEIT - 7 -
1.3 Zahlungsein- und -ausgänge
Ein Unternehmen kann hauptsächlich durch den Verkauf seiner Waren und Dienstleistungen Erträge erzielen.
Eine sinnvolle Einteilung der verschiedenen Zahlungsvorgänge im Unternehmen könnte so aussehen:
• Zahlungseingänge
- Zahlungseingänge für Waren, Dienstleistungen oder Verkäufe von
Anlagevermögen
- Subventionen und Förderungen
- Steuerrückzahlungen
- Erträge aus Wertpapiergeschäften, Provisionen und Zinserträge
• Zahlungsausgänge
- Zahlungsausgänge für Wareneingänge, Materialien und Betriebsmittel
- Lohn- und Gehaltszahlungen
- sonstige Kosten
- Abgaben, Beiträge, Steuern, Versicherungen und Zinsen
Anhand dieser Einteilung kann man gut die verschiedenen Arten der in der Praxis verwendeten Zahlungsmethoden illustrieren. Fördermittel, Steuerrückzahlungen und Zinsen, falls diese nicht wiederangelegt werden, werden in der Regel dem Bankkonto des Unternehmens gutgeschrieben.
Von seinen Debitoren (Kunden) erhält das Unternehmen Zahlungen für gelieferte Waren oder erbrachte Dienstleistungen. Das Unternehmen stellt hierfür in der Regel eine Rechnung und erhält die Zahlung per Überweisung. Vor allem wenn die Kreditwürdigkeit des Kunden fraglich ist, kann auch eine Zahlung per Vorkasse gefordert werden.
Erfolgt eine Zahlung des Debitors per Verrechungsscheck, so wird diese nach Einreichung ebenfalls auf dem Konto des Unternehmens gutgeschrieben. Hierbei besteht jedoch das Risiko, dass der Scheck nicht gedeckt sein könnte und das Geld gebührenpflichtig rückgebucht wird. Über die Zahlung kann nicht schon ab dem Tag der Buchung, sondern erst ab dem Tag der Wertstellung verfügt werden.
- 8 - D IPLOMARBEIT
Wenn das Unternehmen Waren, Materialien oder Betriebsmittel einkaufen muss, so kann dies, wieder je nach Branche und Bedarf, auf unterschiedliche Weise erfolgen. Im verarbeitenden Gewerbe müssen in der Regel regelmäßig Rohstoffe und Betriebsmittel eingekauft werden. Die Menge der Rohstoffe richtet sich dabei direkt, die der Betriebsmittel indirekt nach der Menge der produzierten Waren. Hierbei haben die Unternehmen oft feste Kreditoren (Lieferanten), die sie, beispielsweise bei der Autoindustrie sogar just-in-time, mit den benötigten Materialien beliefern.
Hierbei wird in der Regel eine Rechnung gestellt, die das Unternehmen per Überweisung, Lastschrifteinzug oder Verrechnungsscheck bezahlen kann. Teilweise wird auch Vorkasse verlangt.
In kleineren Unternehmen, speziell in der Dienstleitungsbranche oder dem kleinen Einzelhandel, werden Waren und Betriebsmittel oft im Großhandel eingekauft oder sogar, genau wie vom Endverbraucher, im normalen Ladengeschäft oder Online- Shop. Hierbei zahlt das Unternehmen, wie der Endverbraucher auch, per Lastschrift oder Karte (EC- oder Kreditkarte bzw. Kunden- oder Rabattkarte des Großhändlers).
Eine andere Zahlungsmöglichkeit, vornehmlich unter Geschäftsleuten, ist der Wechsel. Er entstand bereits im 12. Jahrhundert und stellt eine an Formvorschriften gebundene Urkunde mit einer Zahlungsverpflichtung dar. Die Besonderheit eines Wechsels ist, dass man ihn auch weitergeben oder vor Fälligkeit an die Bank verkaufen kann. Wechsel haben eine sehr geringe Bedeutung im Zahlungsverkehr und werden daher im Folgenden nicht weiter betrachtet.
Unternehmen und Selbständige sind in der Regel umsatzsteuerpflichtig. Befreit von der Umsatzsteuerpflicht sind u.a. Versicherungen und Selbständige, die unter die Kleinunternehmerregel fallen. Beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen kann die gezahlte Umsatzsteuer dem Finanzamt gegenüber als Vorsteuer geltenden gemacht werden. Bei Verkauf der Waren muss die Umsatzsteuer wieder an das Finanzamt abgeführt werden. Der fällige Anteil des Unternehmens an der Umsatzsteuer entspricht also dem, der auf die Wertschöpfung im Unternehmen anfällt.
Die Umsatzsteuererklärung kann monats-, quartalsweise oder jährlich erfolgen. Handelt es sich um eine Erstattung, so wird diese vom Finanzamt überwiesen.
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Zahlungen können per Verrechungsscheck, Einzugsermächtigung (Lastschrift) oder Überweisung erfolgen.
Die Löhne und Gehälter sowie die anfallenden sozialen Leistungen, Lohnsteuern, Zahlungen an die Kassen und Versicherungen, werden vom Arbeitgeber direkt überwiesen. Die früher gebräuchliche Lohntüte (Barauszahlung von Lohn bzw. Gehalt) gibt es heute in der Regel nicht mehr.
Oft werden die Löhne aber auch vom Steuerbüro gerechnet, da die Berechnung vor allem im Baugewerbe recht komplex ist. Der mit dem Zahlungsverkehr betraute Mitarbeiter im Unternehmen muss dann nur die berechneten Nettolöhne überweisen. Kassenbeiträge und Steuern werden, basierend auf der Meldung des Steuerbüros an Kassen bzw. Finanzamt, automatisch eingezogen.
Sonstige Kosten fallen für Aufwendungen an, die nicht direkt mit der Herstellung von Waren oder der Erbringung von Dienstleistungen zu tun haben. Das Unternehmen muss Kosten für Büromaterial, Fahrzeuge, sowie Telekommunikationskosten an die jeweiligen Dienstleister bzw. Lieferanten zahlen. In der Regel erhält es dafür eine Rechnung, die es per Einzugsermächtigung oder Überweisung begleicht. Oft wird aber auch, wie etwa im Falle des Betankens von Fahrzeugen, direkt vor Ort per Karte oder Bargeld gezahlt.
- 10 - D IPLOMARBEIT
2 Homebanking
2.1 Grundsätze für sicheres Homebanking
Im Kapitel 1.3 wurde bereits festgestellt, dass Banktransaktionen für die Abwicklung von Zahlungsvorgängen in Unternehmen eine wichtige Rolle spielen. Die Art der Kommunikation mit der Bank hat sich dabei im Laufe der Zeit immer der technischen Entwicklung angepasst. Neue Erfindungen wie das Telefon oder später elektronische Netze boten viele Vorteile, oft jedoch auch neue Risiken.
Unter dem Sammelbegriff Homebanking fasst man alle Möglichkeiten zur Abwicklung von Bankgeschäften über ein Transportmedium zusammen. Auch vor dem heutigen Electronic Banking gab es Möglichkeiten, Bankgeschäfte etwa auf dem Postweg oder per Telefon abzuwickeln.
Um eine sichere Durchführung von Bankgeschäften zu gewährleisten, ist eine Reihe von Grundsätzen zu beachten:
1. Authentizität
Sowohl für den Bankkunden als auch für die Bank muss sichergestellt sein, dass der jeweilige Kommunikationspartner auch der ist, der er zu sein vorgibt.
2. Verlässlichkeit
Der Inhalt der Übertragung muss, ähnlich dem Inhalt eines Vertrages, nachweisbar sein, damit ein rechtsgültiges Geschäft zustande kommt.
3. Integrität
Die Daten dürfen beim Transport nicht verändert werden.
4. Vertraulichkeit
Dritte sollen keinen Zugriff auf Daten erhalten, die nicht für sie bestimmt sind.
Beim klassischen Schaltergeschäft sind diese Grundsätze noch relativ einfach umzusetzen. Bankmitarbeiter kennen in der Regel ihre Kunden. Alle wichtigen Transaktionen müssen außerdem mit einer Unterschrift quittiert werden, die der Mitarbeiter mit der in den Akten hinterlegten Signatur vergleichen kann.
DIPLOMARBEIT - 11 -
Da Überweisungsträger und ähnliche Dokumente auf direktem Wege, nämlich per Übergabe an den Schalterbeamten, an die Bank gelangen, sind unsichere Übertragungswege weitgehend ausgeschlossen. Auch die in den Bankinstituten aufgestellten Briefkästen sind in der Regel gesichert und videoüberwacht.
Das Ausfüllen von Formularen erfolgt im Dialog mit dem Bankmitarbeiter oder zumindest wird es bei der Abgabe von diesem kontrolliert. Dritte sind von der Kommunikation durch den Aufbau von Bankfilialen mit Sicherheitszonen und Trennwänden zwischen den einzelnen Schalter ausgeschlossen.
Beim Homebanking läuft ein Großteil der Kommunikation quasi anonym ab. Die Kommunikationswege sind daher zu sichern. Im Folgenden soll die Entwicklung des Homebankings kurz vorgestellt werden.
2.2 Homebanking
2.2.1 Bankdienste per Post
Eine der ersten Möglichkeiten, Bankgeschäfte ortsunabhängig zu tätigen, bot z.B. die Deutsche Post AG mit dem bereits seit 1909 verfügbaren Postscheckdienst. Dieser flächendeckend verfügbare Dienst erlaubte das Versenden von Verrechnungs- schecks an Gläubiger. Durch die Einführung von Plastikkarten, etwa EC- oder Kreditkarten, ließ die Bedeutung von Schecks vor allem im Privatbereich stark nach und hat heute, auch durch die Abschaffung der garantierten Deckung von 400 DM (etwa 204,52 €) bei EC-Schecks, im privaten Bereich nahezu keine Bedeutung mehr.
Im Geschäftsverkehr spielt der Verrechnungsscheck dagegen immer noch eine wichtige Rolle. Im geschäftlichen Alltag werden auch Überweisungsträger durch Boten an die Bank überbracht oder Überweisungen bzw. Kontoauszüge zwischen Kunden und Bank postalisch versandt. Diese Praxis findet auch heute noch statt, nicht nur bei den so genannten Direktbanken ohne Filiale in der Nähe des Kunden.
Die Sicherheitsüberprüfung erfolgt über die Unterschrift des Kunden. Das Wiedererkennen des Kunden durch den Bankmitarbeiter in der Filiale muss jedoch entfallen. Das Sicherheitsprinzip wird noch durch weitere Angriffsmöglichkeiten geschwächt. Während des Versandes kann der Brief abgefangen, gelesen oder gar
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modifiziert werden. Die Geschäftspraxis der Post sollte vor solchen Angriffen zumindest elementaren Schutz bieten, schließlich werden auf diesem Wege auch andere vertrauliche Informationen, wie z.B. EC-Karten und PINs, versandt. Daher ist das Risiko als vorhanden, aber vertretbar einzustufen.
2.2.2 Telefon-Banking
Mit der Durchsetzung des Telefons auf breiter Front im geschäftlichen und privaten Bereich etablierte sich auch dieses Medium für Bankgeschäfte. Einer der Vorreiter war hier das amerikanische Unternehmen Citybank.
Im Gegensatz zu postalischen Verfahren ist es beim Telefon-Banking auch möglich, persönliche Gespräche mit einem Berater zu führen und die Zeitverzögerung des Postweges entfällt. Sobald jedoch Bankmitarbeiter und Kunde nicht persönlich bekannt sind, treten Sicherheitsprobleme auf. Durch die Vielzahl von Bankkunden und die mangelhafte eindeutige Identifikationsmöglichkeit lediglich über die Stimme ist die Kommunikation auf diesem Wege generell als anonym einzustufen. Daher werden zur Absicherung Passwörter oder PINs benutzt. Außerdem kann man in vielen Fällen die durchführbaren Transaktionen einschränken. Es können z.B. Überweisungslimits gesetzt oder bebuchbare Konten festgelegt werden.
Problematisch kann es sein, dass sich Telefongespräche belauschen lassen. Viele Telefone speichern außerdem die zuletzt gewählte Nummer und damit u.U. auch die eingegebene PIN. Gleiches gilt für eventuelle firmeninterne Protokolle oder Telefonanlagen. Diese Problematik wurde mit längeren PINs, aus denen dann nur Teile abgefragt werden sowie Transaktionsnummern (TANs) zu lösen versucht. Unter dem Kostenaspekt ist Telefon-Banking für den Kunden zumeist günstiger als die postalische Lösung. Für die Banken entstehen jedoch durch die Call-Center hohe Personalkosten, falls keine vollelektronischen Lösungen eingesetzt werden. Im Gegenzug werden dafür aber bei reinen Direktbanken auch keine Filialen in Kundennähe benötigt.
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Durch die verwendeten Sicherheitsverfahren ist eine relativ hohe Sicherheit gewährleistet, allerdings setzen diese beim Kunden ein sicherheitsbewusstes Verhalten, etwa die sichere Verwahrung von TAN-Listen oder das Löschen der Telefon-Wahlwiederholung, voraus.
2.2.3 weitere Verfahren
Eine andere Möglichkeit der Abwicklung von Bankgeschäften über das Telefonnetz bietet das Telefax. Faxgeräte haben unter Privatpersonen eine geringe Verbreitung, sind jedoch im Geschäftsbetrieb unerlässlich. Diese Form des Homebankings hat keine größere praktische Relevanz, das liegt auch daran, dass es von den Banken nur in Ausnahmefällen, etwa nach Absprache in Einzelfällen, akzeptiert wird.
Eine Fortsetzung findet der Bankverkehr über das Telefonnetz in seiner neusten Reinkarnation – dem SMS-Banking. Dieser neue Service zielt jedoch eher auf jugendliche Privatkunden ab, besitzt nahezu keine Bedeutung und ist eher als zeitweilige Modeerscheinung einzustufen.
Aktuell könnte die Zahlungsabwicklung per Handy wieder durch neue Dienste wie Paybox werden, wo Waren per Handy bezahlt werden können. Der Betrag wird später mit der Telefonrechung eingezogen. Für den Geschäftsverkehr ist auch dies aber weniger interessant.
2.3 Electronic Banking
2.3.1 Vorteile für die Nutzer
Die elektronische Abwicklung des Zahlungsverkehrs bringt eine große Anzahl von Vorteilen mit sich. An die Stelle evtl. fälliger Versandkosten treten die Kosten für den Internetzugang. Die entstehenden Transaktionskosten sind jedoch um Größenordnungen geringer sowie tendenziell fallend und werden außerdem durch die geringe Verzögerung zwischen Versand und potentieller Verarbeitung mehr als ausgeglichen. Beim Postversand ist, abgesehen von teuren Kurierdiensten, mit einer Verzögerung von mindestens einem Tag zu rechnen. Elektronische Transfers erfolgen innerhalb weniger Sekunden.
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Des Weiteren bieten elektronische Systeme auch weitreichende Möglichkeiten zur Plausibilitätsprüfung einer Transaktion. Hierauf wird in einem späteren Kapitel zur Implementierung der Software noch einmal genauer eingegangen. Durch das Handshake-Verfahren bei der Kommunikation mit dem Bankrechner kann außerdem sichergestellt werden, dass eine Transaktion auch wirklich ausgeführt wird.
Im Rahmen der durchgeführten Umfrage (siehe Anhang A) wurden die Unternehmen u.a. befragt, welche Vorteile sie beim elektronischen Banking sehen.
Tabelle 2.1 Vorteile des Homebanking [Umfrage]
Aus diesem Ergebnis wird bereits deutlich, dass sich Unternehmen genau wie Privatpersonen schon zum großen Teil an die Möglichkeiten des zeit- und ortsunabhängigen Zugriffs gewöhnt haben. Diese Entwicklung ist mit dem Boom bei Onlineshops vergleichbar, welche diese Vorteile ebenfalls bieten.
Tabelle 2.2 Vorteile des Online-Shopping [Studie, deutsche Nutzer]
Quelle: Dr. H. Popp [34]
Fortgeschrittene Anwendungen wie die Anbindung an das Rechnungswesen oder selbst generierte Reports sind jedoch noch wenig verbreitet und das papierlose Büro ist ebenfalls für die meisten Unternehmen noch völlig undenkbar.
Im persönlichen Gespräch ergab sich außerdem, dass die meisten Unternehmen doch nicht ganz auf die ortsnahe Bank verzichten möchten. Banking-Software wird zwar zur zeitsparenden Kontrolle benutzt, das Abgleichen mit Forderungen erfolgt
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Dirk Schönfuß, 2003, Untersuchung der Marktchancen sowie Realisierung einer HBCI-Banking-Lösung im SOHO-Bereich unter Berücksichtigung der Schnittstellen zu vorhandenen betrieblichen Anwendungen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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