Inhalt
Einleitung. 3
Zentrale Thesen 3
Argumentation und Ebenen der Analyse 4
Entwicklung der Organisationskonzepte 7
Fazit 9
Verzeichnis der verwendeten Literatur 10
2
Einleitung
„Was man für die modernisierte Fertigung brauche, sei der geschickte, diagnosefähige, verhaltens‐souveräne Arbeiter.“ 1 Ein solches Zitat hätte auf Henry Ford wahrscheinlich eher altmodisch gewirkt. Doch es spiegelt ‐ zwar auf indirekte Weise ‐ den zentralen Gedanken des 1984 erschienen Werkes „Das Ende der Arbeitsteilung“ wider. In ihrer schon fast visionären Arbeit, prophezeien die Autoren Kern und Schumann einen Strukturwandel im Produktionsprozess. Besonders im Bereich der Automobilindustrie erkennen sie dabei einen Trend, der durch eine wachsende Aufgaben‐integration sowie eine Reprofessionalisierung des Arbeitspersonals gekennzeichnet ist.
Ziel dieses Essays soll es nun sein, zunächst die zentralen Thesen sowie Art der Argumention und Ebenen der Analyse herauszuarbeiten. Mit dem so geschaffenen Überblick kann im Anschluss ein Vergleich zur tatsächlichen Entwicklung der Organisationskonzepte gewagt werden. Dabei findet die Philosophie der schlanken Produktion und das damit verbundene Bild des Arbeiters besondere Aufmerksamkeit.
Zentrale Thesen
Das Konzept einer modernen Fertigung löst sich von den Dogmen des Taylorismus. Weg von den Kriterien einer strikten Überwachung, Fragmentierung der Arbeitsschritte und Disziplinierung, hin zu einer auf selbständigeren sowie teamfähigeren Strukturen ausgelegten Produktion. Einen entscheidenden Grund für diese Entwicklung, sehen Kern und Schumann in dem steigenden Automatisierungsgrad der Produktion. Einmal werden repetitive Arbeiten durch Maschinen ersetzt, zum anderen steigen gleichzeitig die Anforderungen für eine qualifizierte Bedienung. Logische Folgen dessen sind, dass der Anteil an monotonen Arbeiten sinkt, als auch der Unterschied zwischen qualifizierter Kontrollarbeit und unqualifizierter Produktionsarbeit schwindet. Ein weiterer Grund für die beschriebene Entwicklung ist die Einsicht der Unternehmer,
„dass eine den Arbeiter ernstnehmende Arbeitsgestaltung, eine die Kompetenz der Arbeiter pflegende und nicht destruierende Aufgabendefinition nicht „naturgesetzlich“ gegen den
1 Kern, Horst/Schumann, Michael: Das Ende der Arbeitsteilung?, München 1984, S. 81.
3
Betrieb gekehrt wird, sondern ihm über höhere Motivation dienlich sein könnte.“ 2
Verkürzt dargestellt sind also die Annahmen, dass sich den Unternehmen durch die technische Entwicklung ein Strukturwandel aufzwingt, aber auch die Struktur ein Potential zur Verbesserung in sich trägt. Dabei soll im Besonderen durch eine verstärkte Aufgabenintegration, eine bessere Nutzung der Arbeitskraft entstehen. Kern und Schumann gehen jedoch nicht soweit zu behaupten, den genauen Entwicklungsprozess beschreiben zu können. So bleibt auch für sie die Frage offen, welchen Kurs die Unternehmen letztendlich einschlagen werden. Viel wichtiger ist ihnen die Erkenntnis, dass es den Prozess gibt. Auf welche Weise die Unternehmen sich den Anforderungen anpassen könnten und wie die Autoren dabei argumentieren, soll im folgenden Abschnitt dargestellt werden.
Argumentation und Ebenen der Analyse
Am Beispiel des Straßenführers in der Automobilbranche erklären die Autoren auf anschauliche Weise ein Element der Strukturentwicklung. Da gerade beim Straßenführer diverse Möglichkeiten der Aufgabenintegration vorhanden sind, findet dessen Position eine besondere Aufmerksamkeit bei der Argumentation. Zu den tendenziell integrierbaren Bereichen gehören dabei Korrekturen an den Steuerungsprogrammen, die Inbetriebnahme der Anlagen, die Sicherung der Versorgung, die Überwachung des Produktionsprozesses sowie Routinewartungs‐ und Reparaturarbeiten. 3 Teilarbeiten dieser Bereiche werden zwar schon immer Bestandteil des Berufsbildes gewesen sein, allerdings geht man davon aus, dass durch die Übertragung weitreichenderer Kompetenzen und die entsprechende Qualifikation des Arbeiters, weitere Vorteile für das Unternehmen entstehen könnten. Die berufliche Weiterentwicklung soll dabei in zwei Richtungen gehen:
„einerseits hinsichtlich einer Einsatzfähigkeit in möglichst vielen Straßenabschnitten (horizontale Flexibilität), andererseits ein weiteres Vordringen in Instandhaltungsfunktionen (fachübergreifende Flexibilität).“ 4
Die radikalste Form der Integration wäre die Bündelung aller Funktionen in einer Person.
2 Kern/Schumann (1984, S. 88)
3 Kern/Schumann (1984, S. 80)
4 a.a.O., S. 86
4
Arbeit zitieren:
Nikolai Schön, 2007, Qualifikations und Organisationskonzepte, München, GRIN Verlag GmbH
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