Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse. 3
1.1 Lerngruppe 3
1.2 Lehrer-Schüler-Verhältnis. 4
1.3 Äußere Bedingungen. 5
1.4 Schlussfolgerungen für die Unterrichtsgestaltung 5
2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen 7
2.1 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit 7
2.2 Sachanalyse sowie Auswahl und Begründung der Inhalte. 8
2.3 Auswahl und Begründung der Lernziele. 16
2.4 Begründung der didaktischen Stufung des Unterrichts und des gewählten
Methodenkonzeptes. 17
2.5 Aussagen zu Schülerleistungen. 21
3. Verlaufsplanung 23
4. Literaturverzeichnis/ Abkürzungsverzeichnis. 24
5. Anhang. 25
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1. Bedingungsanalyse
1.1 Lerngruppe
In der Klasse 5 lernen derzeit 21 SuS. Das Klassengefüge weist dabei eine 12:9 Jungen-Mädchen-Relation auf. Durch die sportliche Ausrichtung des Gymnasiums bedingt, rekrutiert sich die Klasse 5 derzeit aus nachfolgenden Spezialsportarten: In der Lerngruppe gibt es 5 Fußballer (m), 1 Ringer (m), Judokas (1m/2w), Badmintonspielerinnen (3w), Leichtathleten (2m/3w) und Basketballer (3m/1w).
Die unterschiedlichen Leistungsstrukturen der jeweiligen Sportarten sind dabei mitunter auch für die heterogenen Lernvoraussetzungen bei den SuS verantwortlich. Dass sie sich über den Schulunterricht hinaus auch aus zahlreichen Trainingseinheiten kennen, ist einer grundsätzlich positiven Unterrichtsatmosphäre jedoch durchaus zuträglich. In Klassenstufe 5/6 ist dabei im 14-tägigen Wechselrhythmus ganzjährig jeweils Montag früh in den ersten beiden Schul-sportstunden (netto ca. 45 min., insgesamt Streckung des halbjährlichen Unterrichts auf das gesamte Schuljahr) alternierend Turnen bzw. Schwimmen plangemäß in der Stundentafel etabliert. Jene Maßnahme wird laut Beschluss der Fachkonferenz mit dem hohen Stellenwert beider Sportarten als Beitrag zur allgemeinen Bewegungsschulung begründet. Die übrigen Unterrichtsstunden im Fach Sport (4h) werden schließlich im regulärenen Schulsport unterrichtet (2h) bzw. in den jeweiligen Spezialsportarten erteilt (2h). Die aufgrund dieser strukturellen Ausrichtung bedingten 2-wöchigen Abstände zwischen den Unterrichtsstunden erweisen sich in puncto Festigung der Schwimmtechniken und der Abnahme von entsprechenden Leistungsnachweisen durchaus als Problem, sodass es bei eventuellen Krankheitsfällen oftmals schwierig ist, entsprechende LKs (50m, 200m, 25min.) fristgemäß durchzuführen. Die Konzentrationsfähigkeit lehrerzentrierter Unterrichtsphasen ist in der Klasse 5 streng limitiert. So zeigt sich der überwiegende Teil der SuS in seiner Lernbereitschaft „aufgeweckt“ und bewegungsfreudig. Der Alterspezifik entsprechend präsentiert sich die Klasse vom Gesamteindruck motorisch bzw. kognitiv motiviert und lernwillig. Andererseits erwachsen durch die Impulsivität einiger Charaktere und dem allgemein hohen Bewegungsdrang zeitweise disziplinarische Herausforderungen für den Lehrer. Zu dieser positiv kanalisierbaren Mobilität tritt jedoch noch im Speziellen der „verhaltensoriginelle“ Charakter des Schülers xxx 1 mit hinzu. Er nimmt in der Klasse eine Sonderstellung ein, da er mit seinem Auftreten zeitweilig andere SuS einerseits selbst provoziert, sich andererseits auch seinen Mitschülern ge-
1 NachAuskunft der Klassenlehrerin bat die Schule aufgrund der geschilderten Sachlage bereits den schulpsychologischen Dienst um Unterstützung - xxx wird nunmehr von dieser Organisation begleitet.
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genüber schnell erregbar zeigt und ebenso provozieren lässt. xxx’ Auftreten ist keinesfalls bösartig motiviert - dennoch fokussiert er in unvorhersehbaren und schlecht berechenbaren Abständen die volle Aufmerksamkeit sowohl der gesamten Klasse als auch der Lehrperson in schwankender Dauer auf sich. Er beeinflusst insofern die Lerngruppe in hohem Maße und kann bei entsprechend gewidmeter Aufmerksamkeit und Reaktion auf dieses Verhalten größere Abweichungen in den intendierten Stundenzielen erwirken. So enden einige altersspezifisch normale Divergenzen schnell im Disput mit Mitschülern. xxx nimmt insofern eine leicht ausgeprägte soziale Randstellung ein (bei Gruppenbildungen ist er z.B. oftmals der zuletzt gewählte Kandidat). Darüber hinaus präsentiert sich auch xxx als Problemschüler: Er vermeidet häufig die Erbringung der von ihm geforderten Leistungen, diskutiert gern und zeigt sich sowohl im technischen als auch im konditionellen Bereich recht schwach. Konditionelle Defizite weisen zeitweilig auch xxx und xxx auf. Was die Motivation zum Schwimmen sowie die entsprechenden technischen und konditionellen Voraussetzungen anbelangt, lernen in der Klasse 5 jedoch auch einige leistungsstarke SuS: Zu ihnen zählen insbesondere xxx, xxx, ... und xxx, xxx sowie xxx. Die übrigen SuS sind engagiert und nehmen aktiv am Unterrichtsgeschehen teil. Insbesondere beim Wetteifern zeigt sich die Klasse äußerst motiviert und aufgeweckt. Jeder möchte bei entsprechend initiierten Anreizstrukturen der Erste und insofern Gewinner sein! Dieses Potenzial der Lerngruppe gilt es besonders hervorzuheben. Der Schwimmunterricht wird in der Klassenstufe 5 koedukativ erteilt. Dabei lässt das natürliche Leistungsgefälle der Lerngruppe keine geschlechtsspezifischen Zusammenhänge erkennen, was in dieser Altersstufe jedoch auch noch nicht wesentlich zum Tragen kommt. Die Mädchen scheinen gar insgesamt einen leichten Vorsprung in puncto Technik und Schnelligkeit vorweisen zu können, was die guten bis sehr guten Testat-Leistungen im aktuellen Schuljahr belegen. Auf ausreichendes Vorwissen, d.h. kognitive Bewegungsvorstellungen der Technikleitbilder sowie schwimmspezifische Fertigkeiten, kann insofern zurück gegriffen werden: Die schwimmtechnische Lernausgangslage ist dadurch gekennzeichnet, dass wesentliche Technikmerkmale im Brust- und Rückenschwimmen von allen SuS in der Grobform beherrscht werden. Die Erlernung und Festigung dieser Grundschwimmarten bildeten ganzjährig Schwerpunkte einer jeden Unterrichtsstunde.
1.2 Lehrer-Schüler-Verhältnis
Seit Beginn des neuen Kalenderjahres hospitiere ich im Schwimmunterricht der Klasse 5 und übernehme phasenweise den Unterricht einzelner Stundenteile. Für die Betreuung der Lerngruppe sind insofern ganzjährig immer zwei Lehrer vorgesehen, was die binnendifferenzie-
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rende und spezifische Arbeit in Kleingruppen und unter verschiedenen Aufgabenstellungen einerseits erleichtert. Andererseits ist es aufgrund der Gewohnheit auf diese Weise schwierig, als einzelne Lehrperson angemessen wahrgenommen zu werden, wenngleich sich die Akzeptanz durch die Lerngruppe sowie die Unterrichtsatmosphäre trotz dieses Umstands angenehm gestalten.
1.3 Äußere Bedingungen
Die Stunde findet in einer materiell gut ausgestatteten, jedoch recht kleinen Schwimmhalle (5x25m Bahnen) statt. Während im ersten Halbjahr aufgrund eines parallel laufenden Schulkurses lediglich 3 von 5 Bahnen zur Verfügung standen, so sind nunmehr im 2. Halbjahr alle 5 Bahnen nutzbar. Dieser Umstand ermöglicht eine intensive Nutzung der effektiv zur Verfügung stehenden Bewegungszeit und somit die Vermeidung längerer Stand- bzw. Wartephasen. Dennoch ist die materielle Ausstattung der Halle für das geplante Unterrichtsvorhaben nicht gänzlich optimal, da im Rahmen der Einbeziehung großer Matten schließlich noch 2 weitere Exemplare fehlen (lediglich 3 statt 5 verfügbar), um den intendierten Abschlusswettkampf als Mattentransport für alle Gruppen durchführen zu können. Da die Zusatzaufgaben zwischen den Schwimmphasen außerhalb des Beckens auf selbigen Unterlagen stattfinden, hätte der Mattentransport einen hohen Anreizfaktor in sich geborgen. In der ganzen Stadt waren jedoch trotz intensiver Erkundungen leider keine 2 weiteren Matten aufzutreiben, sodass dies wesentliche Konsequenzen für die Planung des Stundenabschlusses zur Folge hatte.
1.4 Schlussfolgerungen für die Unterrichtsgestaltung
Im Hinblick auf das klassenspezifisch innere sowie äußere Bedingungsgefüge ergeben sich einige Konsequenzen für die didaktisch-methodische Gestaltung des Unterrichts: Da sich die Lerngruppe aufgrund ihrer Altersstruktur gleich zu Beginn eines Unterrichtstages durchaus lebhaft präsentiert, sind umfangreiche Lehrerinstruktionen zu vermeiden und es wird sogleich mit dem Einschwimmen (2-4 Bahnen) begonnen. Dabei bedarf es anfänglich keines besonders inszenierten „belebenden“ und motivierend-schwungvollen Beginns: Die bloße Ankündigung eines Wettkampfes leistet bereits den Aufbau einer produktiven Lernsituation. Ferner gehört es zum Ritual, dass sich der Lehrer bei den SuS zunächst kurz vor Beginn der Stunde nach deren sportlichen Erfolgen vom Wochenende informiert: Die Schwimmstunde markiert schließlich die erste Unterrichtsstunde nach einem (hoffentlich erfolgreichen) Sportwettkampf in der jeweiligen Spezialsportart. Aufgrund des speziellen Bedingungsgefüges benötigen die SuS klare, kurze und prägnante Ansagen, weshalb die vorliegende Stunde lehrerzentriert und im
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deduktiven Lehrverfahren erfolgt. Die Klasse 5 bedarf noch einer hohen Lenkung, ferner einer klaren Lehrersprache. Deutliche Anweisungen sind nötig. Klare Strukturen sowie der festgelegte Ordnungsrahmen wirken der noch mangelhaft entwickelten Selbstständigkeit entgegen. Aufgrund der heterogenen Ausgangslage und der Besonderheiten der Klasse wurden im Vorfeld bereits 5 etwa annähernd gleich leistungsstarke Gruppen formiert. Die SuS konnten die Mannschaften dabei jeweils selbst wählen, was im Vorfeld bestimmte „Mannschaftskapitäne“ übernahmen. Dabei ist berücksichtigt worden, dass insbesondere die Problemfälle xxx und xxx bewusst getrennt wurden. xxx benötigt Zusatzaufgaben und soll durch seine Rolle als Kapitän Verantwortung übernehmen. Die zusätzliche Herausforderung soll ihm helfen, seine schwer berechenbaren und überschüssigen Energien positiv zu kanalisieren und nutzbringend in das Unterrichtsgeschehen mit einzubringen. Er soll ferner als Erster starten, wird sich jedoch im Laufe der Stunde von dieser Position innerhalb der Mannschaft nach hinten fallen lassen. Einerseits buhlt er nach Aufmerksamkeit, andererseits scheut er jedoch phasenweise die Übernahme von Verantwortung (als Kapitän z.B. dauerhaft als Erster zu starten). Das mag an seinen hinzukommenden sportlichen Defiziten im Schwimmen liegen. Wichtig ist jedoch (ähnlich wie im Falle von xxx, welcher seine Energien vorzugsweise in Diskussionen und teilweise in bewusst gegensätzliches Verhalten im Vergleich zum geforderten investiert), dass beide Schüler am Anfang starten, um die möglichen Siegchancen der jeweiligen Mannschaften nicht von vornherein zu schmälern. Aufmerksamkeit und Motivation müssen schließlich auch trotz dieser speziellen Herausforderungen der gesamten Klasse zuteil werden. Ferner wurden xxx und xxx in verschiedene Teams aufgeteilt und mit einer Startposition weit vorn versehen. Um Überforderungen zu vermeiden ist der Umfang der Zusatzaufgaben außerhalb des Beckens bewusst gering konzipiert: Lediglich 5 Wiederholungen können alle SuS nahezu problemlos bewältigen. In manchen Fällen werden für besonders Leistungsfähige wahlweise auch veränderte und insofern schwierigere Ausgangslagen vorgeschlagen (siehe Anhang), die die Intensität der Belastung nach eigenem Empfinden entsprechend steuern lassen. Zudem gibt die WH-Zahl lediglich ein Minimum der Vorgaben an und kann bei Bedarf auch eigenverantwortlich gesteigert werden. Ferner ist das Tempo der jeweiligen Bewegungsausführung je nach individuellem Könnensstand von jedem einzelnen frei wählbar: Eine Differenzierung der Leistungsanforderungen ist durch die SuS insofern eigenständig durchführbar, da sie zwar einerseits extrinsisch durch den Siegeswillen der eigenen Gruppe motiviert werden, jedoch andererseits ein jeder stets frei wählbar sein eigenes Tempo schwimmen kann (ggf. Überholung durch schnelleren Mitschüler möglich).
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2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen
2.1 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit
Der Schwimmunterricht in Klasse 5 erstreckt sich über das ganze Jahr im 14-tägigen Turnus. Jene Festlegung basiert auf den schulinternen Beschlüssen der Fachkonferenz und ist insofern immanenter Bestandteil der 5. Jahrgangsstufe an diesem Gymnasium. Den Orientierungen des Thüringer Lehrplans 2 folgend, integriert sich das Thema der Lehrprobenstunde wie folgt in besagten Lernbereich: Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der konditionellen Fähigkeiten (schnelles und ausdauerndes Schwimmen). Im Vorfeld wurden bereits ganzjährig vorrangig die Grundlagen mittels der Stabilisierung motorischer Fertigkeiten gelegt (Erlernung der Brust- und Rücken- sowie Kraulschwimmtechnik in ihrer Grobform). Wesentliche Technikkriterien wurden insofern vermittelt, geübt und verbessert. Die Ausprägung besagter konditioneller Fähigkeiten fügt sich im Rahmen der Lehrprobenstunde adäquat in die thematischen Schwerpunkte des Stoffverteilungsplanes zur Sportart „Schwimmen“ ein. Die nachfolgende Übersicht führt diesen noch einmal tabellarisch auf:
Die Lehrprobenstunde findet in der 2. Stunde nach den Osterferien statt und schließt die bereits im Vorfeld begonnene Konditionierungsphase ab: Mittels des sukzessive gesteigerten Umfangs, welcher in der Lehrprobenstunde durch seine beiden Technikzyklen Brust- und Rückenschwimmtechnik sein Maximum erreicht, sowie mit dem freudbetonten kooperativen
2 Thüringer Kultusministerium (Hrsg.): Lehrplan für das Gymnasium. Fach Sport. Erfurt 1999, S. 56ff.
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Arbeit zitieren:
Annabelle Senff, 2010, Verbesserung der Kondition im Schwimmen mittels der Brust- und Rückenschwimmtechnik sowie allgemeiner Körperübungen, München, GRIN Verlag GmbH
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