In dieser Arbeit wird es betrachtet, welche technische und künstlerische Mittel
filmischen Regiemittel weichen von der Gestaltungsmittel in Live-Fernsehübertragungen von Konzerte ab. Eine gründliche Literatur war dabei die Dissertation von Nicolette Richter: "Die Übertragung von Sinfonienkonzerten im Fernsehen - Probleme und Möglichkeiten der
darzustellen.
1. Die Gestaltungsmittel des Films
Obwohl Christian Metz meint, dass [6], gibt es
jedoch einige Regeln für den Gebrauch der filmischen Sprache; Codes und Konventionen der "Filmsprache", die sich in den ersten zwanzig Jahren der Filmgeschichte fast vollständig ausgeprägten haben. Um einen Film zu verstehen, muss man seine Sprache nicht kennen. Beim Ansehen eines Films reflektieren wir nicht, sondern wir erleben einen Film als eine einheitliche Ganzheit und tauchen dabei in die Welt der bewegten Bilder und Klänge ein. Auf dieser Ebene erleben wir den Film ganz subjektiv und unserem Erfahrungshorizont entsprechend. Im Gegensatz dazu ist die Realisierung eines Filmprojekts ein rationaler Vorgang und solide handwerkliche Grundkenntnisse sind Voraussetzung jeder Filmproduktion. Als Ergebnis der vielfältigen schöpferischen Prozesse wird der fertige Film im Idealfall eine eigene Form haben, die mehr ist als die Summe seiner Einzelelemente und nur im Ganzen seine Besonderheit offenbart: seine Gestalt.
Im Film ist die Realität nicht in Fakten aufgespaltet, sondern erscheint und wirkt als ein Gemisch von Idee, Farbe, Form, Klang und Rhythmus. Auch das, was wir nicht gezeigt bekommen, ist die Gestaltung. Dabei ist die Korrelation zwischen diesen Elementen sehr stark (z.B. das Rhythmus können die verschiedenen Faktoren beeinflußen, wie Musiktempo, Bildwechsel, aber auch Kamerabewegungen und Einstellungsgrößen. Um eine imaginäre Filmwelt zu kreieren, stehen dem Regisseur zur Verfügung zwei Guppen von Gestaltungsmittel: räumliche (Inszenierung, oder Mise en Scène und Raum, den man mit Szenografie, Blickwinkel, Schärfentiefe, Farben, Licht, oder special effects schafft) und zeitliche (Montage), die eine zeitliche Anordnung zwischen den Elementen kreiert und so eine neue psychologische Realität schafft.
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2. Räumliche Regiemittel
2.1. Mise en Scène 1
Die Codes der Mise en Scène sind die Mittel, mit denen das Lesen der Einstellungen verändert und modifiziert werden. Bei der Aufnahme bewegter Objekte mit fixer Kamera gibt es einiges zu beachten. Um den Betrachtern des Endprodukts, die ja bei den Aufnahmen nicht anwesend waren, und die Orientierung im neu geschaffenen filmischen Raum zu erleichtern, sollte man immer auf die Kontinuität der Bewegung achten. Damit ist gemeint, dass ein Objekt, dessen Bewegung sich von einer Einstellung in die nächste fortsetzt, die Bewegungsrichtung im Bild beibehält, auch wenn dieses Objekt in der Folge von der Seite, von vorne oder von hinten zu sehen ist. Beim Aufnehmen solcher Einstellungsfolgen empfiehlt es sich, auf überlapptes Drehen zu achten: das Objekt kommt bei jeder Einstellung ins Bild und geht wieder aus dem Bild hinaus (siehe Abb.1). Es bleiben vier Varianten, über die beim Schnitt entschieden werden kann: Objekt kommt ins Bild / geht aus dem Bild, Objekt geht aus dem Bild / wird im Bild übernommen, Objekt bleibt im Bild / kommt ins Bild, Objekt bleibt bei beiden Einstellungen im Bild
Zur Beibehaltung der Bewegungsrichtung im Bild muss man auch die Bewegungsachse beachten. Darunter versteht man die gedachte Linie, die von einem sich bewegenden Objekt vorgegeben ist. Durch die Wahl der ersten Kameraposition wird die Bewegungsrichtung im Bild und somit der Standort auf der einen Seite der Bewegungsachse festgelegt. Bei allen weiteren Kamerapositionen auf derselben Seite der Achse bleibt die Bewegungsrichtung im Bild gleich (z.B. von links nach rechts). In manchen Fällen kann man auch beobachten, dass
1 Der Begriff Mise en Scène im engeren Sinne ist ein filmkritischer Ausdruck für die bildkompositorische Inszenierung eines Films, für die räumliche Anordnung der Figuren und Objekte im Bild - im Gegensatz zur zeitlichen Anordnung der Bilder durch Montage.
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der bewusste Einsatz gegenläufiger Bewegungsrichtungen dazu verwendet wird, um die Verwirrung einer handelnden Person zu unterstreichen oder um beim Zuschauer Verwirrung zu schaffen.
Bei Werbespots und Videoclips haben Bewegungsrichtung und Kontinuität wenig Bedeutung. Das Gewicht liegt mehr auf Augenkitzel, auf rhythmischen, kontrastierenden Bildwechseln, oft unter Ausreizung der elektronischen und digitalen Trickmöglichkeiten.
2.2. Aspekte der Bildkomposition (Die Kadrage)
Das Prinzip des "filmischen Erzählens" basiert auf dem bildhaften Zerlegen von Ereignissen in kurze oder längere Einzelteile (selektives Sehen) unter dem Gesichtspunkt der Bedeutung für die Geschichte und dem sinnvollen Zusammenfügen zu einem neuen, gestalteten Gesamteindruck. Dabei ist eine wichtige Entscheidung die Position der Kamera in Bezug auf den oder die Darsteller im Motiv. Durch die Wahl des Bildausschnitts wird ein Motiv aus der umgebenden Wirklichkeit herausgehoben und auf ein flächiges, zweidimensionales, meist verkleinertes Bild reduziert. Dieser Mangel kann durch das Nützen der Kompositionsmöglichkeiten innerhalb des Rahmens ausgeglichen werden. Personen oder bewegliche Gegenstände lassen sich für die bildgestalterischen Anforderungen leicht zurechtrücken. Dabei kann man unterschiedliche Aspekte berücksichtigen. Technische wie Psychologische. Einstellungen müssen immer auch in ihrem Kontext bewertet werden. Die Bedeutung, die das Bewusstsein jedem einzelnen Bildelement zumisst, hängt von seiner Größe und seiner Auffälligkeit (Farbe, Form usw.) ab. Das Bildelement, welches dem Zuschauer aufgrund der Geschichte wichtig erscheinen soll, soll auch als Erstes auffallen. Das wichtige Element soll im Bild so angeordnet sein, dass es mit anderen Motivteilen ein Gleichgewicht bildet. Die Balance der Elemente im Bild, abhängig von ihrer Auffälligkeit durch Größe, Form und Farbe, aber auch durch psychologische Wichtigkeit innerhalb der Filmgeschichte, spielt hier eine große Rolle.
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2.2.1. Einstellungsgrößen
Wie auch bei anderen filmsprachlichen Kategorien ist die Einstellungsgröße ursprünglich eine produktionstechnische Kategorie. Sie ist eine zentrale Kategorie für die Lenkung der Wahrnehmung des Zuschauers. Die gezeigten Ausschnitte der Realität erscheinen bei unterschiedlichen Einstellungsgrößen unterschiedlich weit entfernt. Das ist jedoch eine Täuschung. Diese Übertragung von Alltagserfahrung auf die Wahrnehmung von Filmbildern ist zugleich eine Komponente jener Realismusillusion, die der Film leichter als andere Medien beim Rezipienten erzeugen kann.
Es gibt 7 standardisierte Einstellungsgrößen, die in der Tabelle dargestellt werden:
Weite Total Total Halbtotal Halbnah Nah Groß Detail
Dazu im Einzelnen:
1. Weit: Häufig als Beginn oder Abschluss einer Handlungssequenz soll die Weiteinstellung Atmosphäre vermitteln, symbolische Bilder entwerfen, eine Handlung gefühlvoll / monumental eröffnen oder beschließen.
2. Total (T): Die Totale hat schon die Möglichkeit, Einzelnes erkennen zu lasseneingebettet in eine Landschaft etwa. So besitzt sie häufig eine dramaturgische Funktion: Gezeigt wird die Handlung im Gesamtüberblick; der Zuschauer gewinnt Übersicht über das Geschehen, auch räumlich Orientierung. Die Totale ist also - im Gegensatz zur Weiteinstellung - stärker handlungsbezogen.
3. Halbtotal (HT): Man sieht jetzt Menschen von Kopf bis Fuß, kann ihre Handlungen insgesamt verfolgen; die Körpersprache ist gut zu sehen. Die Umgebung der Handelnden tritt stärker in den Vordergrund.
4. Halbnah (HN): In der Halbnaheinstellung sieht man Menschen etwa von den Knien an; die Beziehung von Figuren zueinander sind ebenso gut beobachtbar wie die kommunikative Situation.
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5. Nah (N): Diese Einstellung entspricht etwa einem Brustbild einer Person. Im Film wird sie häufig dann gewählt, wenn die Aufmerksamkeit auf die Mimik der Personen, oft auch auf die Gestik gelenkt werden soll. 6. Groß (G): Diese Einstellung zeigt den Kopf eines Menschen bis zum Hals bzw. Schulteransatz - die Wahrnehmung des Zuschauers wird ganz auf die Mimik konzentriert. Insbesondere für die filmische Darstellung von Gefühlen und Empfindungen ist sie von grosser Bedeutung für die Rezeption.
7. Detail (D): Das Detail ist ein extrem kleiner Ausschnitt einer Person oder eines Gegenstandes zu sehen - diese erscheint riesig vergrößert, extreme Nähe des Betrachters wird suggeriert. Eingesetzt wird die Detaileinstellung oft zur emotionalen Intensivierung oder Spannungssteigerung.
Wie man sehen kann die Anwendung der einzelnen Einstellungsgrößen findet seine Geundlage in der Dramaturgie. Außerdem kann sie sehr stark das Tempo und Rhytmus des Films beeinflußen.
2.2.2. Kameraperspektiven
Ein elementares Gestaltungsmittel des Films und damit auch das Mittel der Wahrnehmungslenkung ist die Perspektive. Die unterschiedlichen Perspektiven haben drei miteinander zusammenhängende Funktionen. Sie geben den Blick des Autors auf das Dargestellte wieder, geben dem Dargestellten eine jeweils unterschiedliche Qualität, und drängen den Zuschauer in eine Wahrnehmungsrolle.
Perspektiven haben, wie alle filmsprachlichen Elemente, keine feste Semantik, keine ein für allemal festgelegte Bedeutungszuweisung. Immer nur die Analyse der Gesamtheit der Komponenten (filmsprachlich, stilistisch, inhaltlich, dramaturgisch) eines Bildes, eines gezeigten Geschehens kann die angemessene Einschätzung der Bedeutung ermöglichen. Die Perspektive kann unter Höhenveränderungen oder Seitenverändeungen betrachtet werden. Als man über Höherveränderung der Kamera spricht, unterscheidet man drei Grundtypen, wobei die Extrem-Perspektiven in reiner Form nur selten und bevorzugt in bestimmten Genres vorkommen, z.B. Psychothriller oder Satire. Die sind: Normalsicht, Untersicht und Aufsicht.
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Arbeit zitieren:
Dr. Vesna Dakic, 2008, Grundlagen der Regietechniken und das standardisierte Verfahren bei Bildregie des Fernsehkonzerts, München, GRIN Verlag GmbH
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