- 2 -
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 03
2. Die Schwierigkeiten der frühen Christen am Beispiel des Galaterbriefes
des Neuen Testaments 04
2.1 Die Taufe des Kornelius 04
2.1.1 Der Vorwurf der Judenchristen gegen Petrus 04
2.1.2 Die Bedeutung der Kornelius-Taufe und des Unreinlichkeitsvorwurfes 04
2.2 Die Judaisierung unter Jakobus 05
2.2.1 Die Forderung an die Heidenchristen 05
2.2.2 Die Frage der Zugehörigkeit zum Gottesvolk 05
2.3 Die eschatologische Pilgerfahrt der Heiden 06
2.4 Eine Zwischenbilanz 06
3. Die Reaktion auf das drohende Schisma 07
3.1 Die Sicht des Paulus 07
3.1.1 Die Stellung zu den Judenchristen 07
3.1.2 Das Selbstverständnis des heiligen Paulus 07
3.1.3 Die Sicht auf die Gemeinde in Galatien 08
3.2 Die Stellung zum Gesetz 08
3.2.1 Die Gerechtigkeit durch das Gesetz 08
3.2.2 Die Aufhebung des Status des Gesetzes 09
3.3. Eine Zwischenbilanz 10
4. Eine theoretische Auseinandersetzung mit den Kernproblemen 11
4.1 Die Streitfrage 11
4.2 „Die Gerechtigkeit aus dem Glauben“ im Brief an die Galater 11
4.3 Die Nachkommenschaft Abrahams 12
4.3.1 Die Worte des Paulus 12
4.3.2 Die Umdeutung 12
4.3.3 Die Reaktion des Paulus 12
4.4 Das Streitzentrum 12
4.4.1 Die Gemeinsamkeit zwischen Verfechtern des mosaischen Gesetzes und
Paulus 13
4.4.2 Der grundlegende Unterschied 13
4.5 Die Abraham-Geschichte als ein Argument des Paulus 13
4.5.1 Der Schrift-Beweis der Widersacher 13
4.5.2 Der Schrift-Beweis des Apostels Paulus 14
4.5.3 Die Gotteskindschaft 15
5. Die Bedeutung des heiligen Paulus für die eine Kirche Christi 17
5.1 Paulus und sein Vermächtnis 17
5.1.1 Der Name 17
5.1.2 Die Briefe 17
5.1.3 Die Reisen 18
5.1.4 Die Themen 18
5.1.5 Die imitatio Paulina 18
5.1.6 Das Martyrium 18
5.1.7 Eine Zwischenbilanz 19
5.2 Paulus in der Zeit 19
5.3 Paulus und die Gegenwart 20
6. Zusammenfassung 21
Quellen und Literaturverzeichnis 23
- 3 - 1.Einleitung
Die folgende Arbeit thematisiert die Schwierigkeiten und Differenzen der frühen Christen. Unter Verwendung des Galaterbriefes soll vor allem das Problem einer einheitlichen Kirche untersucht werden. Nach einigen notwendigen Vorbetrachtungen widmet sich der Hauptteil der Arbeit der Frage nach der Notwendigkeit des Gesetzes für die Christenheit. Damit im Zusammenhang steht die Rechtfertigungslehre des heiligen Paulus. Es soll untersucht werden, inwieweit Paulus’ Stellung zum Gesetz, sein Handeln und seine theologische Position der Rechtfertigung aus dem Glauben eine grundlegende Voraussetzung für das Zusammenleben verschiedener Christen war beziehungsweise ist.
Das folgende Kapitel geht auf die Umstände in Galatien ein. Neben der judenchristlichen Stellung zu den Heidenchristen wird auf die Taufe des Kornelius eingegangen, welche in der Apostelgeschichte zu finden ist. Das dritte Kapitel der Arbeit geht auf die Reaktion des Apostelfürsten Paulus ein. Wie betrachtet er die judenchristliche Idee, was bedeutet seiner Meinung nach die Einhaltung des Gesetzes? Was fordert er?
Im folgenden Kapitel steht die theoretische Reflexion der paulinischen Theorie im Vordergrund. Es soll die Frage beantwortet werden, wie Paulus seine Argumentation für eine gesetzesfreie Heidenmission begründet hat. Inwieweit nimmt er die alten Schriften als Vorlage für seine Theologie? Das fünfte Kapitel geht auf die Bedeutung des heiligen Paulus für die Kirche ein. Hier wird es vor allem darum gehen, was die Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit dem Apostel zu verdanken hat.
Das letzte Kapitel der Arbeit liefert eine Zusammenfassung der sichergestellten Ergebnisse.
Zum Schluss findet der Leser sämtliche Literatur- und Quellenangaben.
- 4 - 2.Die Schwierigkeiten der frühen Christen am Beispiel des
Galaterbriefes des Neuen Testaments
Im Folgenden wird ein Überblick über die zentralen Probleme der frühen Kirche gegeben. Die Schwierigkeit einer einheitlichen Kirche kann nur verstanden werden, wenn man die Differenzen von Judenchristen und Heidenchristen betrachtet. Dabei stehen drei große Streitpunkte im Vordergrund. Diese werden nun näher erklärt. Vorab ist es jedoch notwendig, noch auf einen weiteren Faktor einzugehen, welcher in der Apostelgeschichte geschildert wird: die Taufe des Kornelius als die erste offene Diskussion um die Heidenmissionierung.
2.1 Die Taufe des Kornelius
Mit der Taufe eines Heiden beginnt in der Apostelgeschichte die offene Auseinandersetzung über die Geltung des göttlichen Gesetzes. Diese Diskussion gab es bereits seit Beginn der Heidenmission, nun musste sich aber eine Autorität, nämlich der heilige Petrus selbst, zu diesem Punkt rechtfertigen. 1 Er taufte den heidnischen Hauptmann Kornelius und erklärte anschließend sein Handeln mit der Allmacht Gottes. Seine Rede bewirkte, dass seine Hörer sowohl die Tat Petri nachvollziehen konnten, als auch das Wirken Gottes verstanden. 2
2.1.1 Der Vorwurf der Judenchristen gegen Petrus
Die zentrale Streitfrage, welche aus der obigen Situation hervorgeht, richtet sich auf das jüdische Reinheitsgesetz, nach welchem ein Jude unrein wird, sobald er in einem heidnischen Haus verkehrt. 3 Die Forderung zur Beschneidung von Heiden ist in diesem Text nicht erwähnt.
2.1.2 Die Bedeutung der Kornelius-Taufe und des Unreinlichkeitsvorwurfes Das Gesetz der Reinheit hat insofern eine große Bedeutung in dem Streitpunkt der Heidenmission, da, würde man es konsequent befolgen, jeder Kontakt zu bekehrungswilligen Heiden unmöglich gewesen wäre. Ein Zusammenleben von
1 Vgl. Apg 10,1-11,18.
2 Vgl. Apg 11,17f.
3 Vgl. Schmidt, Gesetzesfreie Heilsverkündigung im Evangelium nach Matthäus 2007, S.107.
- 5 -Heidenchristen und Judenchristen wäre nicht möglich gewesen. 4 Die Kornelius-Taufe war eine folgenreiche Tat des Apostelfürsten. Zum einen fällte er eine eindeutige Entscheidung, was die Heidenmission anbelangte, zum anderen demonstrierte er mit seiner Stellungnahme seine autoritäre Macht. 5
2.2 Die Judaisierung unter Jakobus
Die Apostelgeschichte berichtet neben der Taufe des Kornelius und der dazugehörigen Reinheits-Problematik über eine weitere Hürde bezüglich der Heidenmissionierung: Jakobus 6 , ein engagierter Christ der jungen Gemeinde, war ein starker Vertreter des Gesetzes. Laut Gal 2,12 hat er Menschen um sich sammeln können, welche bereit waren, seiner Lehre zu folgen. Er ging so weit, dass er diese Leute nach Galatien und Antiochien gesendet hat, um dort ein gesetzestreues Christentum aufzubauen. 7 Er wollte somit korrigierend in den neuentstandenen Gemeinden eingreifen.
2.2.1 Die Forderung an die Heidenchristen
Ihrer grundlegenden Überzeugung nach forderte die Jakobus-Partei die Beschneidung aller zum Christusglauben konvertierter Heiden. In Apg 15 wird dies besonders deutlich. 8 Die Aufforderung zur Beschneidung und die in Apg 15,1 aufgestellte These sind die logische Folge einer wichtigen Frage, nämlich der Frage nach der Zugehörigkeit zum Gottesvolk.
2.2.2 Die Frage der Zugehörigkeit zum Gottesvolk
Als unveränderbare Wahrheit gilt, dass Gott kommen wird und jene rettet, die ihm gehören. Doch wer gehört Gott genau?
Mit der Beschneidung wird ein Mann nach jüdischem Brauch in das Gottesvolk
4 Ebd.
5 Vgl. Schmidt, Gesetzesfreie Heilsverkündigung im Evangelium nach Matthäus 2007, S.106.
6 Im NT ist von zwei verschiedenen Männern die Rede. Zum einen existiert Jakobus, der Bruder Jesu, zum
anderen Jakobus, ein Zebedäussohn. Beide waren Pauluskritiker und Verfechter des Gesetzes. In diesem Fall ist
von dem Herrenbruder die Rede.
7 Vgl. Schmidt, Gesetzesfreie Heilsverkündigung im Evangelium nach Matthäus 2007, S.100.
8 Vgl. Apg 15,1.
Arbeit zitieren:
Christoph Eydt, 2008, Die Einheit des Gottesvolkes durch das Christwerden und das Christsein, München, GRIN Verlag GmbH
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