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Verdrängung und Erinnerung. Untersuchungen zur Funktion der Sprache in Antonio Buero Vallejos Drama 'El tragaluz'

Title: Verdrängung und Erinnerung. Untersuchungen zur Funktion der Sprache in Antonio Buero Vallejos Drama 'El tragaluz'

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M. A. Imke Strauß (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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In meiner Arbeit möchte ich die Funktion der Sprache in dem Drama El tragaluz von Antonio Buero Vallejo untersuchen. Dazu werde ich im ersten Kapitel zunächst eine Personencharakterisierung anhand der Sprache vornehmen. Es wird herauszustellen sein, daß eine Charakterisierung, auch wenn sie vom Autor nicht gesondert vorgenommen wird, doch allein über das Gesagte möglich ist. Diese Charakterisierung wird auch die drei unterschiedlichen Kommunikationsebenen des Stückes und ihre Funktion vorstellen.

Das folgende Kapitel soll dann zeigen, welche Form der Verdrängung und der Erinnerung über die Sprache der Akteure thematisiert wird. Hier werde ich auch erstmals auf die Nebenfiguren in El tragaluz eingehen. Im vierten Kapitel beschäftige ich mich speziell mit der Unmöglichkeit der Verdrängung. Hier wird der Versuch unternommen, den Bogen von der persönlichen über die politische Ebene zu spannen. Dabei soll gezeigt werden, warum sich die Trauerarbeit nicht allein auf den Einzelnen beschränken darf, sondern auch übergreifend für die gesamte Gesellschaft unternommen werden muß.

Der letzte Teil meiner Arbeit stellt eben diese Ermutigung, das Plädoyer für eine Aufarbeitung der Vergangenheit, noch einmal explizit heraus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprache als Mittel der Personencharakterisierung

A. El soñador

El carierista

B. Das Publikum

C. El und Ella

3. Verdrängung und Erinnerung

3.1 Sprache als Mittel der Verdrängung

3.2 Sprache als Mittel der Erinnerung

4. Die Unmöglichkeit der Verdrängung

4.1 Die persönliche Ebene

4.2 Die politische Ebene

5. Ein Plädoyer für die Trauerarbeit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion der Sprache in Antonio Buero Vallejos Drama „El tragaluz“. Ziel der Analyse ist es aufzuzeigen, wie durch sprachliche Mittel Verdrängungsprozesse der Figuren sowie die Notwendigkeit einer aktiven Aufarbeitung vergangener Traumata – sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene – im Stück verhandelt werden.

  • Charakterisierung der Haupt- und Nebenfiguren durch ihre sprachliche Artikulation.
  • Die drei Kommunikationsebenen im Drama und ihre Funktion für die Zuschauerinvolvierung.
  • Analyse der Begriffe „Verdrängung“ und „Erinnerung“ im Kontext der spanischen Nachkriegsgeschichte.
  • Die symbolische Bedeutung der Frage „¿Quién es?“ als moralischer Appell zur Schuldaufarbeitung.
  • Die moralische Verantwortung des Individuums gegenüber der Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1 Sprache als Mittel der Verdrängung

Alle auftretenden Personen in dem Drama El tragaluz verschweigen etwas. Dieses Schweigen ist der Versuch, das Geschehene zu vergessen – nicht „aus den Augen, aus dem Sinn“, sondern hier vielmehr „aus dem Mund, aus dem Sinn“. Das Kapitel beschäftigt sich zunächst einmal mit dem Innenleben der Akteure und zeigt die individuellen Bemühungen, der Vergangenheit zu entfliehen, auf. Das anschließende Kapitel wird jedoch zeigen, daß der Versuch, zu vergessen, scheitert und dennoch alle Figuren um Aufarbeitung des Geschehenen bemüht sind.

Wie bereits in Kapitel 1 erwähnt, verschweigt Vicente in erster Linie, daß er absichtlich im Zug geblieben ist. Statt dessen beteuert er immer wieder seine Unschuld. Auch verschweigt er zunächst seine Meinung über die Krankheit des Vaters. Er selbst hält ihn nicht einfach für krank, sondern schreibt dessen Zustand vor allem dem Alter zu. Mit dieser Einstellung ist es Vicente unmöglich, einen Sinn in dem zu finden, was der Vater sagt. Er negiert, daß dessen Sprache mehr sein könnte, als fortschreitende Senilität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die sprachliche Gestaltung des Dramas „El tragaluz“ als Ausdrucksmittel für Verdrängungsmechanismen zu untersuchen.

2. Sprache als Mittel der Personencharakterisierung: Dieses Kapitel analysiert, wie die Sprache der Figuren deren Charakter und Weltanschauung sowie ihre Rolle innerhalb der drei Kommunikationsebenen des Stückes definiert.

3. Verdrängung und Erinnerung: Hier wird untersucht, wie die Figuren durch Schweigen oder gezielte sprachliche Auslassungen versuchen, die Vergangenheit auszublenden oder durch Erinnerung zu bewältigen.

4. Die Unmöglichkeit der Verdrängung: Das Kapitel legt dar, warum eine vollständige Verdrängung der Vergangenheit auf persönlicher und politischer Ebene zwangsläufig scheitern muss.

5. Ein Plädoyer für die Trauerarbeit: Der abschließende Teil appelliert an die Notwendigkeit der Aufarbeitung vergangener Schuld als ethische Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.

Schlüsselwörter

Antonio Buero Vallejo, El tragaluz, Verdrängung, Erinnerung, Trauerarbeit, Sprache, Personencharakterisierung, spanischer Bürgerkrieg, Schuldfrage, Franco-Regime, Kommunikationsebenen, Aufarbeitung, Identität, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Funktion der Sprache im Drama „El tragaluz“ von Antonio Buero Vallejo und untersucht, wie die Charaktere durch ihr Sprachverhalten die Verdrängung oder notwendige Aufarbeitung ihrer traumatischen Vergangenheit zum Ausdruck bringen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Verdrängung und Erinnerung im Kontext des spanischen Bürgerkriegs, die Auswirkung individueller Schuld auf die Gesellschaft sowie die ethische Notwendigkeit der Trauerarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Sprache der Akteure als zentrales Mittel zur Charakterisierung dient und verdeutlicht, dass ein unaufgearbeitetes Trauma die beteiligten Individuen sowie die Gesellschaft dauerhaft belastet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin verwendet eine textanalytische Methode, die Dialoge und Aussagen der Figuren im Drama systematisch dekonstruiert und in Bezug zu historischen sowie psychologischen Aspekten der Vergangenheitsbewältigung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Personencharakterisierung, die Analyse von Sprachmechanismen bei der Verdrängung und Erinnerung sowie eine Untersuchung der Unmöglichkeit, Vergangenes dauerhaft zu leugnen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind „El tragaluz“, „Verdrängung“, „Erinnerung“, „Trauerarbeit“ und „Schuldaufarbeitung“.

Welche besondere Bedeutung kommt dem Vater im Drama zu?

Der Vater fungiert als moralische Instanz, deren „gebrochene“ Sprache und ständige Fragen nach Identität („¿Quién es?“) den Sohn Mario dazu zwingen, die verdrängten Geschehnisse der Vergangenheit kritisch zu hinterfragen.

Wie interpretieren „El und Ella“ das Geschehen im Drama?

„El und Ella“ agieren als wissenschaftliche Distanzinstanz, die die Kommunikation zwischen Bühne und Publikum vermittelt und das Einzelschicksal der Familie auf eine allgemeingültige, gesellschaftliche Ebene überträgt.

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Details

Title
Verdrängung und Erinnerung. Untersuchungen zur Funktion der Sprache in Antonio Buero Vallejos Drama 'El tragaluz'
College
University of Duisburg-Essen  (FB Romanistik)
Course
Liebe und Leid im Spanischen Theater (HS)
Grade
1,3
Author
M. A. Imke Strauß (Author)
Publication Year
2001
Pages
28
Catalog Number
V16421
ISBN (eBook)
9783638212823
ISBN (Book)
9783638892889
Language
German
Tags
Verdrängung Erinnerung Untersuchungen Funktion Sprache Antonio Buero Vallejos Drama Liebe Leid Spanischen Theater
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Imke Strauß (Author), 2001, Verdrängung und Erinnerung. Untersuchungen zur Funktion der Sprache in Antonio Buero Vallejos Drama 'El tragaluz', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16421
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