Inhalt
1 EINLEITUNG 1
2 DIE AUFSTREBENDEN ANFÄNGE (1895-1917) 2
3 DAS AUF UND AB DES JUNGEN KINOGEWERBES (1917-1945) 4
3.1 Die Folgen des Ersten Weltkriegs 4
3.2 Die Zeit der Kinopaläste 5
3.3 Der große Aufschwung einer neuen Ära 5
4 ZWISCHEN RESTAURATION, KRISE UND WIEDERAUFSCHWUNG (1945-1960) 6
4.1 Der schwere Weg der Kinobetreiber 7
4.2 Bauboom und neue Besitzverhältnisse 7
5 DAS FILMTHEATER VON HEUTE (1990-2008) 10
5.1 Das neue Kinomodell Multiplex. 10
5.2 Der Kinobesucher von heute 11
6 FAZIT. 12
LITERATUR 13
1 Einleitung
Die Besucherentwicklung und Besucherstruktur des Kinos geht Hand in Hand mit dessen geschichtlichen Hintergrund. Um verstehen zu können wie sich bestimmte Tendenzen entwickelt haben müssen wir zuerst die historische Entwicklung verstehen. Hierbei geht es nicht lediglich um die technische Entwicklung, sondern ebenso um den kulturellen Wandel und speziell die vergangenen politischen Situationen. Aus diesem Grund umfasst diese Hausarbeit im Folgenden einen Umriss der Kinogeschichte von seinen Anfängen, bis hin in die heutige Zeit. Hierbei liegt das Hauptaugenmerkmal auf der Entwicklung in Deutschland, wenn auch bestimmte Ereignisse in Frankreich und den USA nicht außen vor gelassen werden können.
Die Kernfrage der Untersuchung liegt auf den ausschlaggebenden Ursachen und der Wirkung angewandter Maßnahmen die einen Kinoaufschwung oder einen Kinorückgang zu verantworten haben. Da das Kinogewerbe im Mittelpunkt steht wird die Film-historische Entwicklung im Folgenden nur vereinzelt aufgegriffen. Wie und wann hat sich das Kinogewerbe entwickelt und welche Veränderungen sind in der Besucherstruktur und Besucherentwicklung erkennbar? Welche Krisen sind im Verlauf der Jahre entstanden und wie hat man ihnen entgegen gewirkt? Gibt es Analogien zwischen dem Kino von heute und dessen Anfänge? Diese Fragen werden im Verlauf dieser Arbeit beantwortet.
Um einen ersten Eindruck über die Thematik zu erhalten dienen folgende Grafiken. Sie zeigen den Verlauf der Besucherzahlen in Deutschland von 1925-2008. Aus der Zeit vor 1925 sind keine Daten bekannt.
Quellen: 1
2 Die Aufstrebenden Anfänge (1895-1917)
2 Ursprünglich galten bewegte Aufnahmen dem wissenschaftlichen Interesse. Diese Bilder schienen zur damaligen Zeit wenig Aussicht auf einen kommerziellen Erfolg zu haben. Als wissenschaftliche Erfindung war der Kinematograph (erstmalige Vorstellung am 28. Dezember 1895 in Paris, durch die Brüder Lumière) hauptsächlich ein Ausbau bereits existierender Technik, und erst als seine Attraktion und Anziehungskraft auf große Publikumsmassen übergriff begannen die Erfinder das kommerzielle Potenzial zu erahnen und als Unternehmensmedium zu nutzen.
„Ganz ohne Zweifel geriet das Kino ökonomisch bald in die harten Mechanismen des frühen Monopolkapitalismus, besonders in den USA, wenn man an das Aufkommen der Kartelle denkt, die dann unter dem Begriff des Hollywood-Studiosystems bekannt wurden. […] Weil diese Kräfte sozialen und demographischen Gegebenheiten - wie der Entwicklung der modernen Großstadt, des Massenkonsums oder der > Kultur der Zerstreuung< - unterliegen, nimmt die Frage nach dem Zuschauer in der Diskussion über das frühe Kino zu Recht breiten Raum ein.“ 3
Die technologische Entwicklung des Kinos hingegen ist in zwei eigenständige Perioden zu unterteilen. Die Entstehungsperiode von 1895 bis1907 stellt den Übergang vom Einakter (Kurzfilm) zum Mehrakter (dem langen Spielfilm) dar. Entscheidend war vor
1 URL: www.ffa.de/downloads/publikationen/kinobesucher_2008.pdf
Stephanie Henseler, Rainer Tittelbach, „Kino und Publikum - eine ,liaison dangereuseʼ“. In: Bruno
Fischli (Hg.), Vom Sehen im Dunkeln. Köln: Prometh-Verl., 1990, S. 150
2 Thomas Elsaesser, Filmgeschichte und frühes Kino: Archäologie eines Medienwandels. München: editi-
on text + kritik, 2002, S. 95
3 Elsaesser, a.a.O., S. 95
2
allem der „Nickelodeon-Boom“, die Etablierung ortsfester Abspielstätten, theaterartige Räume mit Projektionskabinen. 4 Zuvor fanden Filmvorführungen nur im Zusammenhang mit anderen Attraktionen wie auf Jahrmärkten, im Zirkus oder bei Schaustellern statt, welche von Stadt zu Stadt wanderten. 5 Der „Nickelodeon-Boom“ ist sowohl Ursache als auch Wirkung der radikalen Veränderung des Kinos, da hierbei die Filmproduktion und -distribution neu organisiert wurde und auf den Zuwachs an Popularität reagierte. 6
Die ersten deutschen Abspielstätten waren als „Ladenkinos“ bekannt, da sie oftmals in ehemaligen Geschäften und Läden eingerichtet wurden. Hierbei orientierte man sich nach dem Vorbild des Theaters sowohl in der Einrichtung, als auch in der Architektur. 7 Wegen des niedrigen Eintrittspreises (10 bis 30 Pf.) und des einst anrüchigen Milieus der Wanderbühnen war das Kino beim Bürger- und Kleinbürgertum verpönt. Für die Arbeiter und die sozialen Unterschichten hingegen stellte das neue Unterhaltungsgewerbe eine adäquate Alternative zum Theater dar, welches ideologisch und ökonomisch gesehen uninteressant erschien. Aus diesem Grund etablierten sich die ersten Kinotheater in der Nähe der Arbeiterviertel. 8
Die zweite Periode reicht von 1907 bis 1917. In dieser Zeit vervollständigte sich die Entwicklung des klassischen Kontinuitätskinos, welches dank seines Erfolgs bei amerikanischen Firmen bald überall in der Welt so verbreitet war, dass diese Technik eine neue Norm darstellte. 9 Ebenso konnte die Qualität der Vorführungen durch eine flimmerfreie Projektion verbessert werden. Durch den Übergang zur vollen Spielfilmlänge verringerte sich die Zahl der Vorführungen und damit auch der Konsumenten. Um den Rückgang aufzufangen und die Besucherzahlen zu halten wurden die Kinos vergrößert und modernisiert. 10
Die Veränderten Rezeptionsbedingungen bewirkten schließlich den Bau großer luxuriöser Kinohäuser. Der Kinobesuch wurde einem Theaterbesuch immer ähnlicher. Dies hatte eine Ausweitung der Besucherstruktur zur Folge, da das Kino nun auch für den Mittelstand zunehmend gesellschaftsfähig wurde. 11 Das Kinogeschäft boomte und so waren kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs bereits 2000 Kinohäuser in Deutschland
4 Elsaesser, a.a.O., S. 95-96
5 Günther Giesenfeld, Geschichte des Films. Bd 2. Marburg: Germanistische Bibliothek, 1980, S. 1
6 Elsaesser, a.a.O., S. 95-96
7 URL: www.uni-bielefeld.de/paedagogik/Seminare/moeller02/kino_reg/
8 Henseler, Tittelbach, a.a.O., S. 149
9 Elsaesser, a.a.O., S. 95-96
10 Henseler, Tittelbach, a.a.O., S. 149
11 Henseler, Tittelbach, a.a.O., S. 149
3
Arbeit zitieren:
Stefanie Gareiss, 2009, Analyse der deutschen Besucherentwicklung & -struktur im historischen Kontext (1895-2008), München, GRIN Verlag GmbH
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