Inhaltsverzeichnis
Kurzzusammenfassung. 2
1 Einleitung 2
2 Gesundheit als angestrebtes Ideal. 3
2.1 Gesundheit aus individualistischer Perspektive 4
2.2 Gesundheit aus gesellschaftlicher Perspektive. 5
3 Die Gesundheit des Individuums als Produkt gesellschaftlicher Faktoren 6
3.1 Gesundheitsrisiken und Gesundheitsressourcen 7
3.2 Das Konzept der Salutogenese von Antonovsky 9
3.3 Das Sozialisations-Modell von Hurrelmann 10
4 Fazit 12
Literaturverzeichnis. 16
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Kurzzusammenfassung
Modernisierung, Differenzierung und der gestiegene Wohlstand westlicher Gesellschaften haben im Alltagsleben der Individuen zu maßgeblichen Veränderungen während der vergangenen Jahrzehnte geführt. Lebensqualität ist nicht mehr nur eine Frage der ausreichenden Versorgung und Absicherung, sondern wird zunehmend gemessen am persönlichen Glücksempfinden des Einzelnen. Weniger absolutes Ziel als vielmehr notwendige Bedingung zur Erfüllung jeglicher persönlicher Bedürfnisse und gesellschaftlichen Anforderungen ist dabei ein guter gesundheitlicher Zustand. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu untersuchen, inwiefern gesellschaftliche Aspekte die subjektive wie auch objektive Idealvorstellung von Gesundheit bestimmen und inwieweit vor diesem Hintergrund Gesundheit ein für den Einzelnen überhaupt erreichbares Ziel darstellt. Als Grundlage zur Diskussion dieser Frage werden verschiedene Theorien über die sozialen Bestimmungsfaktoren des Gesundheitszustands der Individuen dargestellt. Hierbei werden Gesundheit und Wohlbefinden als Produkt äußerer Rahmenbedingungen und Risiken, als abhängig von spezifischen Widerstandsressourcen und als Ergebnis des stufenweisen Lebenslaufprozesses dargestellt. Ergebnis der Gegenüberstellung dieser verschiedenen Theorien zur Bestimmung von Gesundheit in Anlehnung an die jeweils subjektiven und objektiven Gesundheitsideale ist, dass sich grundsätzlich über die individuelle Definition des eigenen Wohlbefindens auf der persönlichen Gesundheitsskala im sozialen Kontext zwar eine Regulation bewirken lässt, jedoch der Wesentliche Anteil zur Bestimmung individueller Gesundheit durch eine Vielzahl komplexer äußerer Faktoren induziert wird, wodurch aus individualistischer Perspektive die eigene Gesundheit als absolutes Ziel wenn überhaupt, dann nur theoretisch, nicht jedoch praktisch erreichbar wird.
1 Einleitung
Im Zuge einer Internetrecherche nach des Menschen höchsten Gut erschließt sich eine Reihe unterschiedlichster Begriffe wie Freiheit, Würde, Menschlichkeit, Stille, Fantasie, Vernunft, Glaube und Gesundheit − ganz in Abhängigkeit der wissenschaftlichen Perspektive, von welcher aus diese Frage betrachtet wird. Wird diese Frage jedoch direkt an eine Person im Kontext ihres alltagsweltlichen Lebens gestellt und diese nach ihrem größten Wunsch für die Zukunft gefragt, so fällt der im Rahmen ihres Alltagsdenkens geäußerte Wunsch am häufigsten auf die Gesundheit. Diese vermeintliche Einstimmigkeit kann jedoch nur an der Oberfläche als eine solche bezeichnet werden, denn die Bedeutung des Gesundheits-Begriffs
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für den Einzelnen divergiert zwischen einer Vielzahl unterschiedlicher Interpretationen (vgl. Waller 1993: 10). Dasselbe Phänomen findet sich auch in wissenschaftlichen Definitionsversuchen: Es gibt unzählige verschiedene Ansätze für das Verständnis von Gesundheit, die sich in ihren Dimensionen, Blickwinkeln und Bedeutungszumessungen zum Teil maßgeblich unterscheiden.
Diese Tatsache lässt aus soziologischen Perspektive die Frage aufkommen, inwiefern gesellschaftliche Aspekte und Prozesse das subjektive Empfinden sowie das „objektive“ Zuschreiben von Gesundheit beeinflussen und welche Mechanismen daran ansetzend dem Individuum die Möglichkeit eröffnen, der Erfüllung seines Wunsches nach Gesundheit möglichst nahe zu kommen.
Diesen Fragen nachzugehen ist das Ziel der vorliegenden Arbeit. Dabei soll im ersten Schritt aufgezeigt werden, welche Anforderungen beziehungsweise Idealvorstellungen auf der Mikroebene von den Individuen sowie auf der Makroebene von der Gesellschaft an das Gesundheitskonstrukt gerichtet sind. Auf diesen Auffassungen aufbauend, wird dann im Folgeschritt beleuchtet, inwiefern die Gesundheit des Einzelnen eher allgemein betrachtet als Produkt gesellschaftlicher Faktoren verstanden werden kann. Daran anschließend werden zwei verschiedene wissenschaftliche Konzepte der Gesundheitssoziologie − zum einen das Salutogenesemodell von Antonovsky und zum anderen das Sozialisationsmodell von Hurrelmann − vorgestellt, um abschließend ein umfassendes Bild unterschiedlichster Einflussfaktoren zugrunde zu legen, anhand derer eine Ableitung getroffenen werden kann, inwiefern der Einzelne selbst einen positiven Einfluss auf die Erreichung des Ziels der eigenen Gesundheit nehmen kann.
2 Gesundheit als angestrebtes Ideal
Im Jahre 1946 wurde Gesundheit mit Gründung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, als Menschen- und Grundrecht auf völkerrechtlicher Ebene normiert und folgendermaßen definiert (vgl. Habersack 2009): „Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity“ (WHO 2006: 1). Der bestmöglich erreichbare Gesundheits-zustand in allen darin festgehaltenen Dimensionen (körperliches Wohlbefinden, psychisches Wohlbefinden, soziales Wohlbefinden) ist gemäß der WHO ein fundamentales Recht des Menschen und gleichzeitig grundlegende Bedingung für Frieden und Sicherheit auf nationaler und internationaler Ebene.
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Neben dieser Definition gibt es zahlreiche weitere Operationalisierungen des Gesundheitsbegriffs, die zusätzliche oder andere Dimensionen abbilden (Voigt 1978; Waller 1993/2006; Calnan 1987). Trotz teilweise großer Unterschied-lichkeit haben alle Gesundheitstheorien gemeinsam, dass mehr als ein Faktor auf den Zustand des gesund oder nicht gesund Seins einwirkt. Voigt (1978) definiert Gesundheit als „Gleichgewichtszustand, der auch verstanden werden kann als kybernetischer Regelkreis auf ganz verschiedenen Ebenen − innerhalb und zwischen: Körper und Psyche; Individuum und Gesellschaft“ (S. 17). Je nachdem, aus welcher Perspektive beziehungsweise anhand welcher Definition man das Konstrukt Gesundheit analysiert, lassen sich entsprechend unterschied-liche Gründe für das Anstreben derselben als Idealzustand identifizieren. Welche Gründe dies auf der Ebene des Individuums sowie aus gesellschaftlicher Sicht sind, wird in den folgenden Abschnitten näher beleuchtet.
2.1 Gesundheit aus individualistischer Perspektive
Wie eingangs bereits kurz angerissen, verkörpert Gesundheit in allen bekannten Gesellschaften einen hohen Wert und ist in Bezug auf die westlichen Gesellschaften auch empirisch als der wichtigste Parameter bei der subjektiven Bestimmung des Glücks durch das Individuum belegt (vgl. Voigt 1978: 19). Die bedeutendsten Dimensionen des subjektiven Gesundheitsbegriffs sind Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit, Gesundheit als Reservoir an Energie, Gesundheit als Gleichgewicht oder Wohlbefinden sowie Gesundheit als funktionale Leistungsfähigkeit (vgl. Waller 2006: 15). Dabei divergiert das Spektrum an Vorstellungen darüber, inwieweit Gesundheit eine vom Individuum beeinflussbare Größe ist, von fatalistischen Ansichten, Gesundheit sei Glück oder Schicksal, bis hin zur Idee von Gesundheit als nahezu voll kontrollierbare Variable. Ein weiteres umfangreiches und gleichzeitig relationales Begriffsverständnis vertritt Hurrelmann (1990), der Gesundheit definiert als "Zustand des objektiven und subjektiven Befindens einer Person, der gegeben ist, wenn sich diese Person in den physischen, psychischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung im Einklang mit den eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den jeweils gegebenen äußeren Lebensbedingungen befindet" (S. 62). Diese Beschreibung geht insofern über die von Waller hinaus, als dass sie durch die Komponente des Einklangs von spezifischen Möglichkeiten und Zielvorstellungen in Relation zu den entsprechenden Lebensbedingungen die äußere Umwelt und persönliche Vorstellungen als Bestimmungs-faktoren der subjektiven Definition von Gesundheit maßgeblich einbezieht. Das Wohlergehen des Individuums bleibt somit auch aus individualistischer Perspektive durchaus nicht nur auf
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Arbeit zitieren:
Jasmin Dittmar, 2010, Die Gesundheit des Individuums - Utopie oder erreichbares Ziel?, München, GRIN Verlag GmbH
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