IN NH HA AL LT TS SV VE ER RZ ZE EI IC CH HN NI IS S I
1. EINLEITUNG 2
2. GESCHICHTE: „HEIMLICHER WEG ZUM ERFOLG“ 3
2.1 DAS BERICHTZEUGNIS 4
2.3
MÖGLICHE FOLGEN DER LEISTUNGSBEURTEILUNG
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2.4
DIE NEUE LEISTUNGSKULTUR
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2.5
DAS PORTFOLIO‐KONZEPT
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2.6 WEITERE NEUE FORMEN DER LEISTUNGSBEURTEILUNG
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3. FAZIT
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4. Literaturverzeichnis
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1. . E EI IN NL LE EI IT TU UN NG G 1
In diesem Lernbericht werde ich mich noch einmal mit einigen thematischen
Schwerpunkten, die in diesem Semester behandelt wurden, auseinandersetzen und meine eigenen Gedanken dazu festhalten.
Zu Beginn möchte ich jedoch noch einmal kurz auf das Seminarthema an sich eingehen, denn ich hätte vorher nie gedacht, dass das Thema „Leistung“ allein ein ganzes Seminar ausfüllen könnte. Das waren auch die Beweggründe zur Entscheidung für dieses Seminar, denn ich war neugierig, was es wohl alles so Wichtiges zu diesem Thema zu besprechen gäbe. Natürlich wusste ich aus eigener Erfahrung, dass es schon manchmal ungerecht zuging mit der Notenvergabe und ich hatte auch Ideen zur Verbesserung. Doch war es dann immer wieder so, dass ich mein „Schicksal“ akzeptiert habe, weil ich ja sowieso nichts daran ändern konnte. Und im Prinzip wusste ich ja auch nicht, was es denn überhaupt für Möglichkeiten der Leistungsbewertung gibt und wo überall Probleme lauern. Zudem gab es an den Schulen, die ich in meiner Schullaufbahn besucht habe, auch einfach keine Lehrer, die „neue Methoden“ ausprobiert hätten. Und so dachte ich eben, es gibt auch keine.
Nun bin ich ja zum Glück eines Besseren belehrt worden, denn ich habe dieses interessante und aufschlussreiche Seminar besucht und einfach ganz neue Gesichtspunkte kennengelernt, wenn man auch trotzdem nicht die Ideallösung gefunden hat. Als ich nun für den Lernbericht noch einmal auf das Seminar zurückgeblickt habe, habe ich auch meine Lernentwicklung in diesem Zusammenhang betrachtet und festgestellt, dass ich eigentlich wie ein kleines hilfloses Mädchen nach und nach mehr Einblicke gewonnen, Zusammenhänge verstanden und Probleme erkannt habe, sodass ich jetzt als selbstbewusstes Mädchen auch einmal etwas zu dieser Angelegenheit sagen und meine Meinung vertreten kann. Und das hat mich auf die Idee gebracht meinen Lernbericht in eine kleine Phantasiegeschichte zu verwandeln, in der ein neunjähriges Mädchen, das sich in der Notenvergabe oft ungerecht behandelt fühlt. Deshalb entschließt es sich dazu, heimlich jeden Montag dem Seminar „Lernen und Leisten“ beizuwohnen, um etwas mehr über das für sie „leidige“ Thema zu erfahren und dann ihrer Lehrerin konstruktive Verbesserungsvorschläge zu machen. Als Verfasserin dieser Geschichte werde ich die Rolle der Lehrerin übernehmen und somit meine persönliche Stellungnahme und Reflexion im Briefwechsel mit meiner Schülerin Pauline wiedergeben.
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2. . G GE ES SC CH HI IC CH HT TE E: : „ „H HE EI IM ML LI IC CH HE ER R W WE EG G Z ZU UM M E ER RF FO OL LG G“ “ 2
Es ist wieder einmal ein Donnerstag, wie ihn Pauline schon oft erlebt hat. Sie bekam an diesem Tag ihre Deutschprobe zurück und musste darauf leider wieder eine „4“ zu Kenntnis nehmen. „Es ist jedes Mal dasselbe“, dachte sie sich, „egal wie sehr ich mich auch anstrenge!“ Pauline befindet sich zurzeit in der 3. Klasse und muss nun wieder überlegen, wie sie es ihren Eltern wohl beibringen sollte. Die verstanden nämlich auch nicht, warum sie immer nur eine „4“ bekam. Denn Erzählen, Geschichten Erfinden und Lesen kann sie eigentlich ganz gut. Nur wenn es dann darauf ankommt und sie eine bestimmte Aufsatzart beachten und dabei die Rechtschreibung nicht außer Acht lassen soll, dann will es einfach nicht klappen. Pauline hat sich schon oft darüber geärgert, dass im Zeugnis dann immer eine „4“ in Deutsch steht, obwohl sie das Fach Deutsch mag und beim Lesen und Erzählen immer gut ist. Aber am Ende zählt meistens nur die Proben‐Note. Sie ist der Meinung, dass das mit den Noten sowieso ungerecht sei, weiß aber nicht so recht, wie es anders funktionieren könnte.
Deshalb vertraut sie sich ihrer großen Schwester an, denn die muss es ja wissen. Clara ist zwölf Jahre älter (Pauline war sozusagen ein „Nachzügler“) und bei ihr hat wohl in der Schule alles funktioniert, denn sie studiert Grundschullehramt. Und in diesem Zusammenhang nimmt sie gerade an einem Seminar teil, das sich mit den verschiedenen Leistungsfeststellungsmöglichkeiten auseinandersetzt. Als Pauline von dem Seminar ihrer Schwester erfährt, beschließt sie, dass sie von nun an montags Nachmittag dem besagten Seminar heimlich beiwohnen wird, um etwas Neues und Hilfreiches zu diesem Thema zu erfahren. Später möchte sie dann all das, was sie gehört hat ihrer Lehrerin erzählen, damit diese vielleicht die eine oder andere Idee in ihrem Unterricht umsetzen wird. Pauline hat auch keine Angst den Seminarinhalt nicht zu verstehen, denn schließlich kennt sie sich ja auch mit Noten aus.
Also folgt sie am nächsten Montag ihrer Schwester Clara in die Universität und versteckt sich mit ihrer Hilfe im Medienschrank, von wo aus sie alles gut hören konnte. An diesem Tag ist das Thema „Berichtzeugnis“ an der Reihe und Pauline lauscht gespannt den Referentinnen. Sie hört dazu Folgendes:
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2.1. Das Berichtzeugnis a) Inhaltliche Vertiefung
Das Berichtzeugnis ist eine besondere Form des Zeugnisses und gibt die Leistungen der Schüler nicht in Noten, sondern im Wortlaut wider. Deshalb werden für diese Zeugnisart auch andere Begriffe, wie Verbalbeurteilung, Wortzeugnis oder Lernbericht verwendet. Die Forderung nach verbalen Beurteilungen wurde bereits im 19. Jahrhundert laut, als immer mehr Kritik am formalen Charakter der Ziffernnoten geübt wurde, da keine individuelle Beurteilung stattfinden konnte und die Ziffernoten an sich auch keinen Hinweis auf die außerfachlichen Kompetenzen der Schüler geben konnten.
Ab Ende der Sechziger‐Jahre stellte sich vor allen Dingen in der Grundschule die bloße Vergabe von Ziffernoten als Problem dar, da man im Zuge der Reformpädagogik mit der Ziffernnotenvergabe allein nicht den Ansprüchen gerecht werden konnte. Diese waren unter anderem, neben dem Leitziel „Förderung der Gleichheit der Bildungschancen“, eine „frühkindliche Lernförderung“, eine „stärkere Individualisierung und Differenzierung“ und die Einbeziehung der Eltern durch „intensive Elternarbeit“. (vgl. GÖTZ/SANDFUCHS 2005, S.25) Mit verbalen Beurteilungen oder Berichtzeugnissen jedoch lassen sich die Forderungen viel effektiver umsetzen, da diese viel flexibler und anpassungsfähiger sind, als die Ziffernbenotung an sich. Das bedeutet konkreter, dass zum Beispiel eine „frühkindliche Lernförderung“ eigentlich nur möglich ist, wenn die Lehrer, Eltern und Kinder selbst wissen, was genau gefördert werden sollte. Mit einer einzelnen Note in einem Fach ist aber noch nichts über das Leistungsprofil eines Schülers gesagt, sondern es wird lediglich ein Einblick über die Gesamtleistungen gegeben. (vgl. SACHER 2009, S.165) In einer Verbalbeurteilung können jedoch eine konkrete Leistungsrückmeldungen über die Stärken und Schwächen und den gesamten Lernprozess gegeben und demzufolge entsprechende Lernhilfen und Förderungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Dies entspricht völlig dem Anspruch auf „Individualisierung und Differenzierung“. Zudem eignen sich die Verbalbeurteilungen besonders in den ersten Jahrgangsstufen, da das Selbstwertgefühl des Kindes durch den wegfallenden Leistungsdruck gestärkt wird und von Anfang an zu einer „Verbesserung der Chancengleichheit bei(ge)tragen“ werden kann. Sowohl im Bezug auf die Lehrer‐Schüler‐ Beziehung, als auch auf den Kontakt zwischen Schule und Elternhaus bietet ein Berichtzeugnis die Möglichkeit die Beziehungen zu intensivieren und zu verbessern. Denn in
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einem wörtlichen Gutachten kann die „Gesamtpersönlichkeit des Schülers“, das heißt auch emotionale und soziale Verhaltensbereiche, stärker berücksichtigt werden, als dies eine Beurteilung mit Ziffernbenotung vermag. (vgl. SACHER 2009, S. 165‐166) Aus den unter anderem oben genannten Gründen fasste 1970 die Kultusministerkonferenz den Beschluss, für die ersten beiden Schuljahre Verbalbeurteilungen und Berichtzeugnisse einzuführen, die in den Klassen 3 und 4 dann in allgemeine Beurteilungen mit Einzelzensuren übergehen. Beim Verfassen der Berichtzeugnisse sollten bestimmte Regeln beachtet werden, die in entsprechender Literatur wiederzufinden sind. Da es aber verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten gibt, wie z. B. die Benutzung von gebundener oder freier Formulierung und die Adressierung an Schüler oder Dritte, ergeben sich auch bestimmte Formen:
→ Rasterzeugnis (Ankreuzen von Multiple Choice Alternativen)
→ Bausteinzeugnis (fortlaufender Text aus Formulierungsbausteinen)
→ Berichtzeugnis (frei formuliert, an Dritte gerichtet)
→ Zeugnisbrief (frei formuliert, an Schüler gerichtet) (vgl. SACHER 2009, S.174‐175)
Außerdem lässt sich das Berichtzeugnis nach Benner und Ramseger in vier Berichtszeugnis‐ Kategorien unterteilen:
Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser unterschiedlichen Variationsvielfalt gibt es aber auch immer wieder Probleme bei der Realisierung und Umsetzung. Das belegen bisher durchgeführte Studien, in denen sich die Ergebnisse eher „defizitär“ erweisen. (vgl. ZUMHASCH 2005, S.315) Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen gab und gibt es nicht nur positive Meinungen zu dieser Art des Zeugnisses, sondern auch Bedenken und Einwände. Werner Sacher beschreibt dabei in seinem Buch beispielsweise das Problem, dass man auch mit Berichtzeugnissen eine gewisse Benotung stattfinden muss, denn schließlich muss der Schüler ja trotzdem in gewisser Weise eingestuft und beurteilt werden. Damit diese
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Beurteilung nicht laut Sacher zu einem „pseudopsychologischen Gutachten“ oder einem „Entmutigungsschreiben“ wird, bedarf es bestimmter sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten und eines hohen Zeitaufwands des Lehrers. Da die meisten Lehrer jedoch noch viele weitere Aufgaben zu erledigen haben, greifen viele auch auf pauschale und stereotype Ausdrucksweisen zurück, die dann aber nicht mehr dem „Anspruch an eine individuelle Beurteilung genügen“. Ein großes Problem ergibt sich außerdem im Bezug auf Testgütekriterien, denn Objektivität, Validität und Reliabilität werden (nicht anders als bei den Ziffernnoten) unzureichend erfüllt. Man fragt sich vielleicht außerdem, wie die Eltern der Schüler zu den Verbalbeurteilungen und Berichtzeugnissen stehen, denn auch sie sollen ja mitarbeiten und von dieser Form profitieren. In der Realität sieht es dann tatsächlich so aus, dass im Durchschnitt nur 34,5% der Eltern die Bewertungen durch die Formulierungen richtig erkennen konnten, weshalb Sacher begleitende Beurteilungsgespräche empfiehlt. (vgl. SACHER 2009, S. 169)
Abschließend kann man feststellen, dass Verbalgutachten trotzdem Anklang finden, sei es bei den Schülern, Lehrern, Eltern oder Arbeitgebern, eine verbale Beurteilung ist „ein Schritt in die richtige Richtung, da Schulleistungen mit ihrer Hilfe informationshaltig, transparent und differenziert vermittelt werden können.“ (ZUMHASCH, S. 317)
Nachdem Pauline sich alles angehört hatte, ging sie mit ihrer großen Schwester nach Hause und beichtete ihr, dass sie nur wenig verstanden hatte, da es ziemlich eng und unangenehm in dem Medienschrank war und weil die Referentinnen so viele Dinge erzählt haben, die sie als „Drittklässler“ nicht verstand. Deshalb machte Clara ihr den Vorschlag, dass sie die wichtigsten Stichpunkte zusammenfassen würde und diese könnte sie dann ihrer Lehrerin geben. Wie gesagt, so getan. Pauline erzählte ihrer Lehrerin von dem „Ausflug“ und bat sie die Zusammenfassung zu lesen und ihr bald zu antworten. Ihre Antwort lautete so:
b) Stellungnahme der Lehrerin Liebe Pauline,
ich bin überrascht, dass du dir solche Gedanken über deine Noten in Deutsch und wahrscheinlich auch anderen Fächern machst. Ich war sehr gespannt darauf, was für neue Erkenntnisse ihr beide aus dem Seminar gewonnen habt.
Meiner Meinung nach hast du völlig Recht damit, dass die Deutschnote am Ende des
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Franziska Lorenz, 2010, Lernen und Leisten, München, GRIN Verlag GmbH
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