Der Digital Divide und Jugendliche
Gliederung Seite
1. Was ist der Digital Divide?
1.1. Wissensklufthypothese 2
1.2. Digital Divide 2
2. Faktoren für die Entstehung des Digital Divide
2.1. Allgemeine Auslöser 3
2.2. Spezifische Auslöser 3
2.3. Medienkompetenz 3
3. Warum ist Medienkompetenz gerade bei Jugendlichen wichtig?
3.1. Gesellschaftliche Aspekte 4
3.2. Berufliche Aspekte 4
4. Der Digital Divide und Jugendliche 5
5. Quellen
5.1. Literatur 6
5.2. Internet 6
I
1.1. Wissensklufthypothese
Diese Hypothese besagt, dass der Wissenszuwachs durch Medien in bildungsaffinen Schichten mit größerem Einkommen und höherem Bildungsniveau im Verhältnis größer ist, als in niedrigeren mit geringerem Einkommen und Wissen. Mitglieder bildungsferner Schichten eignen sich zwar auch Wissen an, aber in einem kleineren Umfang und langsamer.
So entsteht im Zeitverlauf eine immer größere Kluft zwischen Reich und Arm, Gebildet und weniger Gebildet. Die einen vermehren ihr ohnehin schon großes Wissen, während die anderen sich wenig neues Wissen aneignen. Massenmedien werden laut dieser Hypothese also entgegen ihrem ursprünglichen Gedanken, die Demokratisierung des Volkes zu fördern, zu einem weiteren Faktor, der die Spaltung der Gesellschaft unterstützt.
1.2. Digital Divide
Der Digital Divide ist eine Erweiterung der Wissenskluft auf das Internet. Durch die Digitalisierung der Medien findet immer mehr Information ihren Weg in das WWW, die je nach Bildungs- und Einkommensschicht unterschiedlich genutzt und aufgenommen wird.
2. Faktoren für die Entstehung des Digital Divide
2.1. Allgemein Auslöser
Um die Auslöser des Digital Divide benennen zu können, müssen erst einmal die allgemeinen Faktoren der Spaltung von Wissen betrachtet werden. Durch die Medienvielfalt ist ein großer Qualitätsunterschied entstanden. Weniger gebildete Menschen tendieren dazu, sich nur dort Informationen zu holen, wo sie leicht verständlich und billig sind, ohne zu hinterfragen wie glaubwürdig oder korrekt die Quelle ist. Wohingegen höher gebildete Menschen eher bereit sind Informationen selbst zu recherchieren, indem sie z.B. mehrere Medien nutzen. Im Allgemeinen spielt vor allen Dingen die Umwelt des Rezipienten eine große Rolle für dessen Mediennutzungverhalten. So kann der kulturelle Hintergrund entscheidend dafür sein, ob Medien in bestimmten Gruppen als relevant oder irrelevant angesehen werden, oder ob bestimmte Medien überhaupt genutzt werden. Ebenso ist die Infrastruktur zu beachten, denn davon hängt ab, welche und wie viele Medien zur Auswahl stehen. Die Familienverhältnisse sind ebenso zu berücksichtigen, da man annehmen kann, dass sich die Art der genutzten Medien und deren Inhalte im Laufe eines Lebens ändern. Ebenfalls ist das Einkommen von großer Bedeutung, denn auch davon hängt ab inwieweit welche Medien genutzt werden. Erkennt der Rezipient keinen Mehrwert in einem Medium, welches mehr kostet als ein anderes, wird er dieses vermutlich nicht nutzen. Die Umstände unter denen ein Mensch aufwächst sind darüberhinaus ein weiterer wichtiger Faktor, da die Erziehung großen Einfluss auf die Medienvorlieben und den Umgang mit Medien, hat. Außerdem muss eine gewisse Reflexionskompetenz bestehen, da man die Botschaft und Information, die ein Medium vermittelt nicht nur aufnehmen, sondern auch verstehen muss. Die Schulbildung spielt eine wichtige Rolle, da die Art der Medien, die genutzt werden
2
stark davon abhängt. Das persönliche Interesse an bestimmten Themen kann die Wissensaneignung beeinflussen. Besteht persönliches Interesse, beschäftigen sich vielleicht auch Menschen aus bildungsfernen Schichten mit einem komplexen Thema näher.
2.2. Spezifische Auslöser
Die Voraussetzung für digitalen Informationszugang ist Internetanschluss. Dafür ist es wichtig wo der Rezipient wohnt bzw. arbeitet, denn an manchen Orten gibt es keine oder nur schlechte Internetverbindungen. So kann es passieren, dass sich jemand, der die finanziellen Möglichkeiten hätte, trotzdem gar kein Internet anschaffen kann, oder dass er sich mit einer langsamen Verbindung abmühen muss. Dadurch ist die Motivation nach Informationen im Web zu suchen wahrscheinlich auch geringer, als sie es mit einem High-Speed-Anschluss wäre. Darüber hinaus muss beachtet werden, ob sich in der Nähe des Wohnortes oder Arbeitsplatzes des Rezipienten ein Internetcafé befindet, das er eventuell nutzen könnte. Zudem spielen die finanziellen Möglichkeiten eine größere Rolle, wenn es um die Nutzung von Informationen aus dem Internet geht. Denn ein Computer und Internetanschluss sind eine Anschaffung, die den Einsatz von größeren Geldbeträgen erfordert, wohingegen man vielleicht eher einmal einen Euro für eine Tageszeitung übrig hat.
Es muss also prinzipiell überhaupt erst die Möglichkeit bestehen ins Internet zu gehen.
Wie bei der Wissenskluft hat auch beim Digital Divide die Erziehung einen Einfluss. Wächst ein Mensch im Umgang mit Computern und Internet auf, so wird er das wahrscheinlich auch in Zukunft beibehalten. Dabei ist das Alter zu berücksichtigen, die ältere Generation lässt sich vergleichsweise kaum auf das neue Medium ein, da sie ohne es aufgewachsen ist und daher weder den Umgang noch den konkreten Nutzen kennt.
Die Schulbildung ist ein weiterer möglicher Auslöser für die Kluft des Wissens, die durch die digitalisierte Medienwelt entsteht. Denn wie oben angemerkt, benötigt man nicht nur Interesse am Medium Internet, sondern muss auch damit umgehen können. Diese Fähigkeit differiert je nach Schulbildung, da dort ein unterschiedlicher Schwerpunkt auf den Umgang mit diesem Medium gelegt wird. Die Fähigkeit mit Medien umzugehen ist besonders bei den digitalen von großer Bedeutung.
2.3. Medienkompetenz
Unter dem Begriff „Medienkompetenz“ wird die Fähigkeit verstanden, mit Medien umgehen zu können. Bei Printmedien heißt das, dass der Rezipient der Zeitung oder Zeitschrift in der Lage sein muss zu lesen. Beim Fernsehen muss der Zuschauer mit der Fernbedienung umgehen können und bei der Nutzung von Radio muss der Zuhörer Frequenzen finden können.
Bei der Nutzung von Computer und Internet sind mehrere Fähigkeiten von Nutzen. So kann es bspw. ein großer Vorteil sein das Zehn-Finger-Schreibsystem zu beherrschen, da der Umgang mit einem Computer, speziell mit
Textverarbeitungsprogrammen, sonst sehr viel Mühe bereitet. Das Internet bietet eine große Vielfalt an Information und je mehr man sich mit diesem Medium auskennt, desto mehr Zugang hat man zu diesen Informationen. Als besonders wichtig kann der Umgang mit Suchmaschinen und Email angesehen werden.
Positiv kann sich eine gewisse Technikaffinität auswirken, denn durch das Interesse an technischen Vorgängen, beschäftigt man sich häufig lange und tiefgreifend mit dieser Sache. Darin liegt aber auch das Problem, denn der technisch komplizierte Aufbau von Computern kann ebenso eine abschreckende Wirkung haben, obwohl
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Arbeit zitieren:
Michaela Strobel, 2008, Digital Divide und Jugendliche, München, GRIN Verlag GmbH
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