1.Einleitung 3
2. Augmentativbildung im Deutschen durch Komposita 4
2.1.Augmentativkomposita mittels Substantiven 4
2.2.Augmentativkomposita mittels Adjektiven 6
3.Augmentativbildung im Deutschen durch Präfigierung 7
3.1.Heimische augmentativ Präfixe bei Substantiven 7
3.1.1. Das Präfix erz 7
3.1.2. Das Präfix haupt 7
3.1.3. Das Präfix un 8
3.1.4. Das Präfix ur 8
3.2. Heimische augmentativ Präfixe bei Adjektiven 8
3.2.1. Das Präfix erz 8
3.2.2. Das Präfix ur 8
3.3. Lehnpräfixe zur Augmentation 9
3.3.1. Das Präfix hyper 9
3.3.2. Das Präfix super 9
4.Augmentativbildung im Spanischen 10
4.1. Heimische augmentativ Suffixe 10
4.1.1. Das Suffix-azo/a 10
4.1.2. Das Suffix-ón/a 11
4.1.3.Das Suffix-ote/a 12
5.Fazit 13
6. Bibliografie 15
7.Anhang 16
1. Einleitung
Augmentativbildungen haben als primäre Funktion, die jeweilige Basis oder das Grundwort zu vergrößern oder zu intensivieren. Hierbei können sie je „nach Basislexem positiv steigernd oder eine negative Wertung ausdrücken“ ( Ruf 1996, S. 64). Ihre kommunikative Funktion besteht darin in einer Aussage über das Gesagte hinaus Informationen über die Haltung des Sprechers zum Gesagten bzw. zum Gesprächspartner zu geben. Die Augmentativbildung wird im Spanischen und Deutschen jeweils durch unterschiedliche Wortbildungsverfahren realisiert. So wird im Spanischen die Intensivierung mittels einiger heimischen Augmentativsuffixe ausgedrückt. Im Deutschen hingegen geschieht dies einerseits durch die Derivation mit einigen wenigen heimischen Augmentativpräfixen oder andererseits mittels der Bildung von Komposita, die zu einem Teil aus einem Steigerungsglied bestehen. Die einzelnen Realisierungsvarianten der Augmenativbildung des Deutschen und des europäischen Spanisches werden im Folgenden näher beschrieben und bilden den Schwerpunkt dieser Arbeit. Der erste Teil der Arbeit widmet sich der deutschen Augmentativbildung durch die Bildung von Komposita. Da die Bildung von Augmentativkomposita mittels Substantiven und Adjektiven im Deutschen am produktivsten ist und alle anderen Wortarten eine untergeordnete Rolle spielen, werden im zweiten Kapitel lediglich diese beiden Varianten behandelt. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass jeweils ausschließlich die produktivsten Steigerungsglieder und -varianten beschrieben werden. Das darauffolgende Kapitel beschäftigt sich mit der Augmentativbildung durch Präfigierung im Deutschen. In diesen beiden Kapiteln wird die substantivische und adjektivische Derivation gesondert betrachtet und beschrieben. Im letzten Teil des dritten Kapitels wird zudem noch auf die Lehnpräfixe super- und hyper-, welche im Deutschen der Augmentation dienen, eingegangen. Für weitere Ausführungen in Bezug auf Lehnpräfixe im Deutschen vergleiche Ruf 1996. Aufgrund der schwierigen Literaturlage bezüglich der Lehnpräfixe im Spanischen nehme ich an, dass diese nicht von großer Bedeutung für die Augmentation sind. Aus diesem Grund werden sie im Rahmen dieser Arbeit nicht berücksichtigt. Es sei an dieser Stelle anzumerken, dass in den jeweiligen Kapitel lediglich eine Auswahl besonders gebräuchiger Möglichkeiten innerhalb der Sprachsysteme vorgestellt wird und für weitere Ausführungen die jeweiligen Anmerkungen zu berücksichtigen sind. Nachdem die Augmentativbildungen im Deutschen näher beschrieben wurden, widmet sich das vierte Kapitel der Augmentation im Spanischen. Da im spanischen Sprachgebrauch die Steigerung nur durch die Suffigierung ausgedrückt wird, werden in diesem Kapitel nur die noch heute produktiven spanischen Suffixe -azo/a, -
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ón/a und -ote/a berücksichtig. Allgemein ist festzuhalten, dass die wissenschaftliche Literatur zu der Augmentativbildung im Spanischen sehr begrenzt ist. So liegt momentan noch keine Monographie vor, die sich speziell und ausschließlich der spanischen Augmentation widmet. Im Spanischen verwendete Lehnpräfixe konnten im Rahmen dieser Arbeit nicht behandelt werden. Für weitere Ausführungen diesbezüglich siehe Thiele 1996, Seite 167f.. Zudem stellt nur das europäische Spanisch den Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit dar. Auf Abweichungen im Gebrauch oder Verwendung in Bezug auf das lateinamerikanische Spanisch wurde keine Rücksicht genommen. Die deutsche Übersetzung der zur Illustration verwendeten spanischen Beispiele findet sich im Anhang. Der Schlussteil wird einen kurzen Einblick in die Schwierigkeiten für Deutschlerner im Umgang mit der Augmentativbildung geben.
2. Augmentativbildung im Deutschen durch Komposita
2.1. Augmentativkomposita mittels Substantiven
Anders als in der Sprachfamilie der romanischen Sprachen verfügt das Deutsche nicht über Augmentativsuffixe. Somit muss das Deutsche auf andere Sprachmittel zurückgreifen, um die Vergrößerung und / oder die Intensivierung zum Ausdruck zu bringen. Im System der deutschen Wortbildung existieren verschiedene Substantive, die eine augmentative Funktion realisieren (vgl. Lohde 2006, S. 64). Diese substantivischen Erstglieder vergrößern und / oder intensivieren auf unterschiedliche Art und Weise den Inhalt des Grundwortes. Das Zweitglied kann hierbei sowohl ein Substantiv als auch ein Adjektiv sein, vergleiche hierzu: Saukälte - saublöd,Herzenslust - herzensgut. Über die denotative Bedeutung hinaus kann mittels der Steigerungsglieder eine bestimmte Konnotation ausgelöst werden, welche sich je nach Verwendungssituation ändern kann (vgl. Pittner 1991, S. 229). Augmentativkomposita mit dem Erstglied Riese(n)- sind im deutschen Sprachgebrauch höchst produktiv. Das freie Grundmorphem Riese hat in augmentativer Anwendung eine „emotional wertende (...) Konnotation ‚sehr groß, hochgradig’“ (Lohde 2006, S. 64). Darüber hinaus findet das Erstglied Riese(n)- in verschiedenen naturwissenschaftlichen Bereichen und im Sport in Form von neutralen Fachbegriffen Verwendung. Weitere häufig verwendete substantivische positiv konnotierte Erstglieder sind: Bombe(n)-, Spitze(n)-, Höllen(n)-, Heide(n)- und Pfund(s)-. Mit den verschiedenen Erstgliedern können unterschiedliche Sprecherperspektiven und Intensivierungsgrade gekennzeichnet werden. So wird durch das Steigerungsglied Bombe(n)- eine positive Überraschung seitens des Sprechers markiert. Das Erstglied Spitze(n)-, welches vorrangig in
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publizistischen Texten zu finden ist, steht im augmentativen Gebrauch für ‚ausgezeichnet, erstklassig’ (vgl. Wellmann 1975, S. 144f.). Darüber hinaus gelten unter anderem Traum-, Klasse-, Lieblings- und Pracht- als weitere positiv wertende Steigerungsglieder. Vergleiche für weiterführende Ausführungen Fleischer / Barz 1995, Seite 102. Neben den positiv wertenden substantivischen Erstgliedern verfügt das Deutsche über eine Reihe von Steigerungsgliedern, die in der Anwendung eine negative / pejorative Konnotation mit sich tragen. Hölle-, Heiden-, Mord- und Tod- zählen zu dieser Kategorie von Erstgliedern, mit denen sich auf unterschiedliche Art und Weise die negative Sprechereinstellung ausdrücken lässt. Das Grundwort wird auf abwertende Weise verstärkt. Besonders produktiv erweisen sich im Bereich der negativ konnotierten Augmentativbildungen „Tier-, Körper- und gewisse Sachbezeichnungen, deren Gebrauch vor allem im überaus expressiven Schimpfwörterbereich nachweisbar ist“ (Lohde 2006, S. 65). Vergleiche hierzu: Hundewetter, Arschkälte, Mistkerl und Drecksarbeit. Neben diesen starken emotionalen kompositionellen Augmentativa existieren eine Reihe weniger stark emotionalisierte Augmentativkomposita, welche universell verwendbarer sind. Charakteristisch sind die „metaphorisch gebrauchten Erstglieder wie Herz(ens)- (...), Jahrhundert- “ (Fleischer / Barz 1995, S. 101). Abzugrenzen von den bisher beschriebenen augmentativen
Wortbildungskonstruktionen sind die beiden Erstglieder Haupt- und Grund- (vgl. Lohde 1996, S. 65). Beide Steigerungsglieder haben die augmentative Funktion dem Zweitglied die Zusatzbedeutung ‚besonders wichtig, wesentlich’ hinzuzufügen. Trotz auftretender distributioneller Unterschiede, werden diese beiden Erstglieder oftmals synonym verwendet. So tendiert Haupt- „zum Gebrauch mit Personen- und Sachbenennungen, Grund- dagegen wird bevorzugt mit Abstrakta kombiniert“ (Fleischer / Barz 1995, S. 101). Des Weiteren kommt es zu semantischen Differenzierungen, da Grund- in augmentativer Verwendung das Wesentliche einer Sache, eines Umstandes hervorhebt. Dagegen wird mittels des Erstgliedes Haupt- vorrangig die Bedeutsamkeit, die Wichtigkeit akzentuiert (vgl. Lohde 1996, S. 65f.). Die beiden kompositionellen Erstglieder müssen daher differenziert betrachtet werden und je nach Sprachsituation ausgewählt werden, vergleiche hierzu: Grundbegriff - Hauptbegriff, Grundbedeutung - Hauptbedeutung.
Die beschriebenen Augmentativbildungen sind vorrangig in der gesprochenen Sprache anzusiedeln. Besonders charakteristisch sind diese Bildungen innerhalb der saloppen Umgangssprache und des Bereiches der Medien (vgl. Lohde 1996, S. 66). Die dargestellten substantivischen Erstglieder bilden lediglich eine Auswahl der vorhandenen Möglichkeiten innerhalb der deutschen Sprache, um Augmentativkomposita mittels Substantive zu bilden. Jedes substantivische Steigerungsglied ist unterschiedlich produktiv, trägt eine Konnotation
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Arbeit zitieren:
Wiebke Krestin, 2010, Kontrastive Analyse der Augmentativbildungen Deutsch - Spanisch, München, GRIN Verlag GmbH
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