1. Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Sind Frauen heute tatsächlich emanzipiert? (S. 4)
2. Innerfamiliale Arbeitsteilung in den 50er bis 60er Jahren (S. 4-5)
2.1. Wie uneheliche Lebensgemeinschaften aufgenommen wurden (S. 5) 2.2. Die gesellschaftliche Situation (S. 5) 2.3. Die traditionelle Arbeitsteilung (S. 5-6) 2.4. Die Beteiligung der Männer an der Hausarbeit (S. 6-7) 2.4.1. Die Beteiligung der Männer an der Familienarbeit (S. 7-8) 2.5. Die Erwerbsarbeit (S. 8-9)
2.6. Zusammenfassung der innerfamilialen Arbeitsteilung in den 50er bis 60er Jahren (S. 9-10)
3. Die innerfamiliale Arbeitsteilung in den 70er bis 90er Jahren (S. 10)
3.1. Das traditionelle Drei-Phasen-Schema für Frauen (S. 10-11) 3.2. Mutterschaft und Vaterschaft (S. 11) 3.2.1. Mutterschaft (S. 11) 3.2.2 Vaterschaft (S. 12-13) 3.3. Die Beteiligung an der Hausarbeit (S. 13) 3.3.1. Die Beteiligung der Frauen an der Hausarbeit (S. 13-15) 3.3.2. Die Beteiligung der Männer an der Hausarbeit (S. 15-16) 3.4. Die Berufstätigkeit von Frauen und Männern (S. 16) 3.4.1. Die Berufstätigkeit von Frauen (S. 16-18) 3.4.2. Teilzeitarbeit (S. 18-19) 3.4.3. Die Reservearmeetheorie (S. 19) 3.4.4. Die Berufstätigkeit von Männern (S. 19-20) 3.5. Strategien zur Konfliktreduktion (S. 21-22) 3.5.1. Objektive Präventiv-Strategien (S. 22) 3.5.2 Intersubjektive Präventiv-Strategien (S. 22) 3.5.3 Subjektive Präventiv-Strategien (S. 22) 3.5.4. Objektive Akut-Strategien (S. 22-23) 3.5.5. Intersubjektive Akut Strategien (S. 23)
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3.5.6. Subjektive Akut-Strategien (S. 23)
4. Die momentane Situation der innerfamilialen Arbeitsteilung (S. 23) 4.1. Die rechtliche Situation (S. 23-24) 4.1.1. Teilzeitarbeit (S. 24-25) 4.1.2. Erziehungsurlaub (S. 25-26) 4.1.3. Erziehungsgeld (S. 26)
4.2. „Die erlernte Hilflosigkeit der Männer“ (S. 26-28) 4.3. Das Ehegattensplitting (S. 28-29)
4.4. Die Möglichkeiten für Paare Kinder und Beruf egalitär zu vereinbaren und die Vorteile und Nachteile, die dabei entstehen können (S. 29) 4.4.1. Jobsharing (S. 29-30) 4.4.2. Teilzeitarbeit (S. 30-31) 4.4.3. Telearbeit und flexible Arbeitszeiten (S. 31) 4.5. Der Hausmann und die neuen Väter (S. 31-32) 4.6. Die Meinung der jungen Generation (S. 32-33) 4.7. Kinderbetreuungsmöglichkeiten (S. 33-34)
5. Fazit: Was sich noch ändern muss, damit eine egalitäre Rollenteilung in der Familie zur Realität wird (S. 34)
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Einleitung: Sind Frauen heute tatsächlich emanzipiert?
In unseren Tagen ist es eine allgemein anerkannte Tatsache, dass Frauen emanzipiert sind. Sie sind nicht mehr damit zufrieden einfach „nur“ für den Haushalt zuständig zu sein. Immer mehr Frauen wollen erwerbstätig sein und tun dies auch. Aber hat sich deswegen auch ihre Beteiligung und die ihrer Männer an der Hausarbeit verändert? Wenn man sich Statistiken über das zeitliche Ausmaß der Hausarbeit anschaut, dann sieht man, dass Frauen durch ihren Beruf eine doppelte Last tragen, denn sie verbringen noch fast immer soviel Zeit mit Hausarbeiten wie vorher. Auch ihre Männer haben ihre Gewohnheit nicht aufgegeben sich von ihrer Frau bedienen zu lassen. Aber es ist nicht nur die Schuld der Männer, dass Frauen heute eine Doppelbelastung tragen müssen. Selbst Politiker erkennen immer mehr die Probleme von Familien, und dass die traditionelle Arbeitsteilung, zwar eine effektive ist, aber nicht alle Beteiligten glücklich macht. In dieser Hausarbeit möchte ich die Einstellung von Männern und Frauen zur innerfamilialen Arbeitsteilung heute, und in den letzten 50 Jahren untersuchen. Für ein besseres Verständnis ist es auch wichtig, die rechtliche Situation und die Situation in den Betrieben zu betrachten. Aber auch die gesellschaftlichen Werte wirken sich auf verschiedene Bereiche im Leben von Partnern aus. Im folgenden Kapitel möchte ich beschreiben, wie die Familie und die innerfamiliale Arbeitsteilung von Männern und Frauen in den 50er bis 60er Jahren gesehen wurde. 2. Innerfamiliale Arbeitsteilung in den 50er bis 60er Jahren 2.1. Wie uneheliche Partnerschaften wahrgenommen wurden 1) Vgl. zu folg. Kap.: Quelle 2
In den 50er Jahren wurde es gesellschaftlich verachtet und verpönt, wenn ein Mann und eine Frau ohne Trauschein zusammenlebten, oder auch nur eine Beziehung aufrechterhielten. Wurde die Frau in solch einer Beziehung schwanger, bedeutete es für sie, dass sie nie wieder in der Gesellschaft akzeptiert werden würde. Menschen, die unverheiratete Paare unterstützten, konnten wegen Kuppelei angezeigt und bestraft werden. Aber nicht nur eine ungewollte Schwangerschaft machte diesen Paaren Sorgen, es war vor allem der Druck den ihre Eltern und das soziale Umfeld ausübten, und somit solche Beziehungen so unattraktiv machten.
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„ Damals hat man gesagt, ‚wilde Ehe’ war so’n Ausdruck. Da waren die Eltern, auch das ganze Umfeld. Wenn man das damals gemacht hätte, ich weiß nicht. Von allen Seiten hätt’ man Ärger und alles gehabt.“ (2, S. 13)
2.2. Die gesellschaftliche Situation Vgl. zu folg. Kap.: Quelle 2
So war die Heirat für Männer und Frauen in dieser Zeit selbstverständlich war. Vielleicht auch deshalb, weil viele Menschen nach den Schrecken des 2. Weltkrieges wollten, dass ihr Leben wieder in geordneten und geregelten Bahnen verläuft. Denn sie hatten im Krieg nicht nur materielle Verluste erlitten, sondern auch Familienangehörige, ihre Ideale und Träume verloren. Nach dem Krieg ging es ihnen einigermaßen besser, und sie wollten, dass es auch so bleibt. Die Menschen dachten damals nicht groß darüber nach ob sie heiraten wollen, oder ob sie Kinder haben möchten. Es war für sie vollkommen klar, dass man geheiratet hat, wenn der Mann finanziell einigermaßen sicher war. 2.3. Die traditionelle Arbeitsteilung Vgl. zu folg. Kap.: Quelle 2
So sicher wie es war, dass sie heiraten werden und Kinder bekommen, so sicher war es auch, dass der Mann der Familienernährer ist und die Frau für den Haushalt und die Kinder verantwortlich ist. Diese Arbeitsteilung war für die Männer selbstverständlich, sie wurde von einigen Männer sogar als naturgegeben empfunden. Alle anderen Familienformen waren in den 50er Jahren unakzeptabel. Aus der Sicht der Menschen, hat die Frau besondere Kompetenzen, die Kinder zu versorgen und zu erziehen und den Haushalt zu führen; ein Mann kann diese Kompetenzen nicht haben. Aber dafür, können sich die Männer besonders gut als Familienernährer behaupten, z.B. deswegen, weil sie mehr Kraft als Frauen haben. Eine Erwerbstätigkeit der Frau, während sie Kinder zu Hause hatte, war unvorstellbar. Es war eine allgemein anerkannte Tatsache, dass es für Kinder schädlich ist, wenn sie nicht von ihrer Mutter beaufsichtigt und erzogen werden. Dies untermauerte noch zusätzlich, eine in Deutschland in den 50er Jahren durchgeführte soziologische Untersuchung „Kinder erwerbstätiger Mütter“ (9, S.29, f). Die Kinder dieser Frauen wurden als „arme“ vernachlässigte „Schlüsselkinder“ dargestellt. Der Autor dieser Studie behauptete, „ dass bei diesen ‚sogenannten Müttern’ das liebe Ich immer wichtiger ist als die Interessen von Mann und Kind“. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die Frau nicht nur allein
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zuständig für die Kinder ist, sondern sie ist auch die „Dienerin des Mannes. Für einen Mann aus dieser Zeit sieht das dann so aus: „In meiner Vorstellung von Ehe war die Frau - entschuldigen Sie, wenn ich das sage - mehr Dienerin des Mannes. Ja. Das hab’ ich in Anspruch genommen. (...)“ (2, S.16). Jedoch verwundert die Einstellung der Männer nur wenig, wenn man die Meinung der Frauen zu diesem Thema beachtet. Denn die „Mehrzahl aller Frauen (verstanden) ihre Tätigkeit in der Familie als Lebensaufgabe und Berufung...“ (10, S. 29). Das ergab zumindest der 1966 erschienene Bericht der Bundesregierung über die Situation der Frau in Beruf, Familie und Gesellschaft. In Wirklichkeit ergaben Umfragen die am Anfang der 60er Jahre durchgeführt wurden, dass die Frauen mit der traditionellen Arbeitsteilung nicht zufrieden waren. Vor allem Frauen mit einer guten Ausbildung, empfanden ihr Leben als Hausfrau sehr unzureichend (10, S. 29).
Der Mann war aber nicht nur Familienernährer, sondern er war das Familienoberhaupt, der alle familieninternen Entscheidungen zu treffen hatte, auch wenn sie das Feld der Frau betrafen, z.B. die Kindererziehung. Die kleineren Entscheidungen, die, die Haushaltsführung betrafen, überlies er gnädigerweise der Frau. An der tatsächlichen Hausarbeit haben sich die Männer in den 50er und 60er Jahren so gut wie gar nicht beteiligt. Dies liegt aber nicht nur aber nicht nur daran, dass Hausarbeit als „Frauenarbeit“ gesehen wurde und als niedere Arbeit galt, sondern weil die Männer Angst hatten von Beobachtern verspottet zu werden und als unmännlich zu gelten. 2.4. Die Beteiligung der Männer an der Hausarbeit Vgl. zu folg. Kap.: Quelle 2
Auf die Frage, ob er bei der Hausarbeit geholfen hat, antwortete ein Mann, rückblickend auf die 60er Jahre:
„Bei der Hausarbeit? Da hab ich gar nichts gemacht. Meine Frau hat mich verwöhnt im ganzen Leben. Meine Frau hat alles gemacht, kleinste Kleinigkeiten, hat Essen gekocht, hat alles gemacht und ich hab das als selbstverständlich gesehen, also, wenn Sie so wollen, war ich der Pascha oder bin ich der Pascha gewesen. Es war so, und es war auch, muß ich sagen, in meinem Sinne.(...) Aber anscheinend hat sie mich ja sehr geliebt, sonst hätte sie das wohl nicht gemacht. Ja sie hat nie geklagt.“ (2, S.46)
Allgemein wurde es nicht gern in der Gesellschaft gesehen, wenn sich Männer an der Hausarbeit beteiligt haben. Gröbere Arbeiten wie Teppich klopfen oder Wäsche waschen wurden dann schon eher erledigt, weil es schwere Arbeiten waren und viel körperliche Kraft erforderten, also mit den männlichen Idealen, ein Mann ist stark, zusammenpassten, und einer Frau „beileibe nicht
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zugemutet werden konnte“ (2, S.45). Auch Reperaturarbeiten am Haus oder an Geräten waren Aufgabenfeld des Mannes, da die Meinung vorherrschte, Männer kennen sich mit handwerklichen Arbeiten besser aus. Oder wenn der Mann sah, dass seine Frau mit der Hausarbeit überfordert war, war er schon einverstanden ihr ab und zu, zu helfen. Aber dies sollte auf gar keinen Fall zur Gewohnheit werden, und die Frauen mussten wissen, dass ihre Männer diese Arbeit stets freiwillig taten. Doch was die Frauen täglich leisteten, passte ihnen sehr gut in ihre Lebensführung, und sie sahen diese Aufopferung als ein Zeichen von Liebe. Zusätzlich muss man hier sagen, dass Männer ihre Aufgabe in der Familie nicht darin sahen sich an der Hausarbeit zu beteiligen, sondern für die materielle Existenz zu sorgen, damit es der Familie gut geht. Deswegen waren sie bereit in ihrer Arbeit große Opfer für die Familie zu bringen, also viel Überstunden und Fortbildungen zu machen. Aber sie haben auch auf eine Beförderung verzichtet, wenn es Nachteile für die Familie brachte, z.B. wenn diese Stelle unsicher war. Hier sahen sie einen Rechtfertigungsgrund für wenig Beteiligung an der Hausarbeit, denn sie schaffen das Geld herbei. Ein Mann meint dazu: „..., denn hat er eigentlich auch, ja, was heißt das Recht, aber denn muß die Frau ein bißchen mehr sehen, daß sie ihren Haushalt zustande kriegt.“ (2, S.26). Als dann die Haushalte immer mehr technisiert wurden, die Hausarbeit durch Geräte wie die Waschmaschine oder den Staubsauger erleichtert wurde, wurde die „Ab-und-an-Mithilfe“ (2, S.45) der Männer immer geringer. Die Männer kümmerte es auch nicht, wie viel Arbeit ihre Frau hat, oder ob es ihr gefällt täglich die gleichen Arbeiten zu erledigen. Sie bestanden eben darauf, dass wenn sie aus ihrer Arbeit zurückkommen, sie eine saubere Wohnung vorfinden und sich in einer gemütlichen Atmosphäre ausruhen können. Wenn Männer dieser Jahrgänge befragt werden, ob ihre Frauen mit der traditionellen Arbeitsteilung einverstanden und zufrieden waren, dann wissen es die meisten gar nicht, denn sie haben sich im Verlauf ihrer Ehe nie Gedanken darüber gemacht. Sie haben den „Rund-um-Service“, der von ihren Frauen erbracht wurde, als Selbstverständlichkeit gesehen, so wie sie auch ihr Rolle als Familienernährer gesehen haben. Es wurde nie hinterfragt, ob eine andere Arbeitsteilung vielleicht effektiver gewesen wäre, oder alle Beteiligten glücklicher. Alle haben es so gemacht und so sollte es auch in der eigenen Familie sein, man wollte auf gar keinen Fall von der Norm abweichen. 2.4.1. Die Beteiligung der Männer an der Familienarbeit Vgl. zu folg. Kap.: Quelle 2
Wenn es um die Versorgung und Erziehung der Kinder ging, waren die Männer noch weniger
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Paula Reichert, 2002, Die innerfamiliale Arbeitsteilung 1950 bis heute, München, GRIN Verlag GmbH
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