Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - History of Pedagogy

Rousseau als ein Religionspädagoge!?

Eine kritische Auseinandersetzung mit dem religionspädagogischen Umgang von Jean-Jacques Rousseaus Werken

Title: Rousseau als ein Religionspädagoge!?

Term Paper , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Manuel Becker (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der Arbeit wird konstatiert, dass Rousseau neben den Bezeichnungen Philosoph, Aufklärer, Pädagoge, Kommunitarist, Republikaner, Soziologe, etc. auch die des Religionspädagogen tragen kann. Er ist zweifelsohne eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts und muss als ein prägender Geist in vielen Bereichen gesehen werden. Auch wenn sich zeitnahe und nachfolgende Theoretiker aus dem religionspädagogischen Gefilde kaum mit Rousseau beschäftigt haben, kann durch die Würdigung aus gegenwärtiger Sichtweise aufgezeigt werden, dass Religionspädagogik und Rousseaus Werke enge Verknüpfungen aufweisen und sich gemeinsamer Bezugspunkte bedienen. Rousseaus Vermächtnis hat ergo das Recht, als ein religionspädagogisches betrachtet und rezipiert zu werden. Der Text versucht dies fundiert zu beweisen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jean-Jacques Rousseau

2.1. Religiöse Entwicklung in Leben und Wirken

2.2. Rousseau Gesamtwerk als gesellschaftliches Veränderungskonzept

2.2.1. Der Gesellschaftsvertrag

2.2.2. Émile oder über die Erziehung

2.3. Religionsphilosophische und theologische Leitgedanken Rousseau

3. Religionspädagogische Kritik

3.1. Entwicklung der religiösen Erziehungskonzepte

3.2. Kritik an Rousseaus Erziehungskonzept

3.3. Rousseauismus als religionspädagogische Bewertungskategorie

4. Neues Verhältnis von Religionspädagogik u. Rousseau Konzept

4.1. gemeinsame Bezugspunkte

4.2. kritische Würdigung aus Perspektive gegenwärtiger Religionspädagogik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das verbreitete kritische Bild von Jean-Jacques Rousseau in der Religionspädagogik zu hinterfragen, indem sie sein Erziehungskonzept und seine religiösen Ansätze in den Kontext moderner religionspädagogischer Anforderungen stellt.

  • Biografische und theologische Einordnung von Jean-Jacques Rousseau
  • Analyse des Gesellschaftsvertrages und des Erziehungskonzepts in "Émile"
  • Historische Entwicklung religionspädagogischer Konzepte
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption Rousseaus
  • Vergleichende Untersuchung zwischen Rousseaus Werk und aktueller Religionspädagogik

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Émile oder über die Erziehung

Im gleichen Jahr (1762) bringt Rousseau im Sommer seinen Erziehungsroman Émile oder über die Erziehung heraus. Dort stellt der Schriftsteller Rousseau anhand eines fiktiven Werdegangs sein Erziehungskonzept vor. Plädiert wird für eine natürliche Erziehung, was entgegen vieler Kritikermeinungen nicht mit einer Naturerziehung gleichzusetzen ist. Rousseaus Ziel – Bildung des vernünftigen und selbstverantwortlichen Menschen – ist von dem ihm nachfolgenden humanistischen Bildungsideal nicht weit entfernt (vgl. Benk 2000, S. 87; Rousseau 1987, S. 102). Ein solcher Mensch, der „mit eigenen Augen sieht“, „mit seinem Herzen fühlt“ und den „keine Autorität außer seiner eigenen Vernunft beherrscht“ (Rousseau 1987, S. 264), muss daher durch drei Erzieher geformt werden: durch die Natur, die Menschen und die Dinge (vgl. Tenorth 2005, S. 122). Natürliche Erziehung meint für ihn dabei eine Erziehung, die naturgemäß verläuft (vgl. Benk 2000, S. 87). Sein pädagogisches Programm vollzieht sich so in aufeinander aufbauenden Schritten, die er im Roman als einzelne Bücher kennzeichnet. In jedem – heute nennen wir es so – Entwicklungsstadium des Jungen erörtert Rousseau angemessene Prinzipien, die das Buch durchziehen. „Dazu zählt zunächst die zurückhaltende und bewahrende Methode; Rousseau bezeichnet die Kindheit als Schlaf der Vernunft“ (ebd.). Eine Erziehung zur Vernunft muss als warten, bis der richtige Zeitpunkt für eine Vernunftbildung gekommen ist. Dieser wird nach Rousseau durch die Natur im Kinde bestimmt und kann nicht durch äußere Faktoren begünstigt werden. Ihm geht es ergo „keineswegs um schnelle, vorweisbare Lernerfolge, sondern um behutsame, aber sichere Fortschritte“ (ebd.). Intellektuelle Fähigkeiten – Lesen, Schreiben, Sprechen – sollen somit auch nicht gezielt gefördert, sondern vorbereitet werden (vgl. Rousseau 1987, S. 73). Dies geschieht überwiegend durch Beschäftigungen körperlicher Art: „Statt das Kind an ein Buch zu fesseln, beschäftige es in einer Werkstatt. Seine Hände arbeiten zum Vorteil seines Geistes“ (ebd., S. 171).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz Rousseaus für die Pädagogik dar und begründet die Notwendigkeit einer Neubewertung seines Werks aus religionspädagogischer Sicht.

2. Jean-Jacques Rousseau: In diesem Kapitel werden Rousseaus Leben, seine Werke "Gesellschaftsvertrag" und "Émile" sowie seine theologischen Grundannahmen analysiert.

3. Religionspädagogische Kritik: Hier wird der historische Kontext der Religionspädagogik beleuchtet und die gängige Kritik am Rousseauschen Erziehungskonzept diskutiert.

4. Neues Verhältnis von Religionspädagogik u. Rousseau Konzept: Das Kapitel arbeitet gemeinsame Schnittstellen zwischen der heutigen Religionspädagogik und Rousseaus Ansätzen heraus und würdigt diese kritisch.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Stellenwert von Rousseaus Vermächtnis für die moderne religionspädagogische Debatte.

Schlüsselwörter

Rousseau, Religionspädagogik, Émile, Erziehungskonzept, Gesellschaftsvertrag, natürliche Erziehung, Vernunftbildung, Katechetik, Religion, Bildung, Volksvertreter, Identitätssuche, Ideengeschichte, Theologie, Religionspädagogische Kritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Neubewertung der pädagogischen und religiösen Schriften von Jean-Jacques Rousseau aus Sicht der modernen Religionspädagogik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Erziehungskonzept des "Émile", die politische Theorie des Gesellschaftsvertrages sowie die historische und aktuelle religionspädagogische Auseinandersetzung mit Rousseau.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die oft einseitige und ablehnende Haltung der Religionspädagogik gegenüber Rousseau zu relativieren und eine differenziertere Würdigung seiner Ideen zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und ideengeschichtliche Analyse, die einschlägige Fachliteratur und Rousseaus Primärquellen heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Rousseaus Denken, die Darstellung der religionspädagogischen Kritik an ihm und den Versuch, gemeinsame Bezugspunkte zur modernen Religionspädagogik zu identifizieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Rousseau, Religionspädagogik, Émile, natürliche Erziehung, Vernunft und Religionskritik.

Wie steht Rousseau laut der Arbeit zur Religion?

Die Arbeit zeigt, dass Rousseau keineswegs religionsfeindlich war, sondern seine eigene, tief empfundene Gläubigkeit besaß, die jedoch nicht mit den institutionalisierten Kirchen seiner Zeit übereinstimmte.

Was bedeutet der Begriff "Rousseauismus" in dieser Publikation?

Er dient als Bewertungskategorie für Pädagogen, die kritisch gegenüber der direkten Vermittlung religiöser Inhalte stehen und oft vorschnell als "Rousseauisten" eingeordnet werden.

Welche Bedeutung misst der Autor dem "Émile" bei?

Der "Émile" wird als zentraler Erziehungsroman betrachtet, der durch sein Konzept der indirekten Erziehung und der Rücksichtnahme auf Entwicklungsstadien die Pädagogik nachhaltig beeinflusst hat.

Zu welchem Schluss gelangt die Arbeit hinsichtlich einer künftigen Rezeption?

Der Autor fordert eine systematischere und weniger polarisierte Auseinandersetzung mit Rousseau, um die Chancen für eine interdisziplinäre Legitimierung religionspädagogischer Arbeit zu nutzen.

Excerpt out of 28 pages  - scroll top

Details

Title
Rousseau als ein Religionspädagoge!?
Subtitle
Eine kritische Auseinandersetzung mit dem religionspädagogischen Umgang von Jean-Jacques Rousseaus Werken
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Course
Philantropen & Co
Grade
1,0
Author
Manuel Becker (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V164572
ISBN (eBook)
9783640797417
ISBN (Book)
9783640797110
Language
German
Tags
Rousseau Religionspädagogik Geschichte Erziehungswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Becker (Author), 2009, Rousseau als ein Religionspädagoge!?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164572
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  28  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint